Ich habe inzwischen einen ganzen Stapel an Filmen, die ich noch nie gesehen habe. Ein Stapel, bestehend aus mehreren über- und hintereinander stehenden Reihen. Warum ich so viele ungesehene Filme besitze? Weil ich mir Filme danach kaufe, ob ich sie irgendwann einmal schauen möchte – und wenn es dann soweit ist, muss ich nur noch ins Regal greifen. Zumindest theoretisch. Heute zum Beispiel war ich endlich in der richtigen Stimmung, um mir Gareth Edwards‘ „Monsters“ anzuschauen. Meine Güte, hatte ich Lust auf den Film. Blöd nur, dass ich die Blu-ray zwar besitze, sie aber offenbar ganz hinten steht, wo derzeit absolut kein Rankommen ist. Dumm. Dumm dumm dumm. Es nützt nix, ich muss diesen Stapel endlich verkleinern. Also habe ich beschlossen, Filme ab jetzt nicht mehr zu schauen, sobald ich in der richtigen Stimmung für sie bin, sondern mir einfach den Film zu schnappen, der gerade ganz oben liegt. Und so bin ich heute bei „Die Kinder der Verdammten“ aus dem Jahr 1964 gelandet.
Worum geht’s
Weltweit werden insgesamt sechs Kinder entdeckt, die nicht nur über eine extrem hohe und absolut identische Intelligenz, sondern auch über telepathische Fähigkeiten verfügen. Während Wissenschaftler und Regierungen darüber streiten, wie mit der Situation umzugehen ist und ob die Kinder eine Bedrohung darstellen, verschanzen diese sich gemeinsam in einer verlassenen Kirche …
Meine Meinung
„Die Kinder der Verdammten“ wird oft als Fortsetzung zu „Das Dorf der Verdammten“ bezeichnet, ist aber im Grunde eher eine Neuinterpretation der ursprünglichen Geschichte. Verweise zum Vorgänger gibt es jedenfalls keine, sodass sich der Film auch ohne Vorkenntnisse schauen lässt. Was ich allerdings nicht empfehlen würde, denn „Das Dorf der Verdammten“ ist seinem Nachfolger in jeglicher Hinsicht überlegen. Was Spannung und Atmosphäre angeht, bleibt das Original ungeschlagen. Die Figuren sind besser ausgearbeitet und deutlich interessanter. Und auch die Darsteller hinterlassen einen besseren Eindruck. Punkten kann „Die Kinder der Verdammten“ eigentlich nur bei der Motivation der Kinder. Während im Original von Anfang an klar ist, dass die unheimlichen Blagen nichts Gutes im Schilde führen, lässt der Nachfolger offen, ob von den Kindern tatsächlich eine Gefahr ausgeht – oder es, wie so oft, nicht doch eher der Mensch ist, vor dem man sich fürchten sollte.
Leider kommt diese Frage erst im Finale so richtig zum Tragen. Der Weg dorthin ist zwar nicht gänzlich uninteressant, kam mir aber trotz kurzer Laufzeit erschreckend langatmig vor. Daher lautet meine Empfehlung ganz klar: Wer beide Filme noch nicht kennt, sollte dem Original den Vorzug geben – und die „Fortsetzung“ dann ggf. als Ergänzung hinterherschieben. Man verpasst aber auch nicht viel, wenn man es nicht tut.
Meine Wertung: 5/10