[Notiz] John Woo ist (hoffentlich) zurück: Erster „Manhunt“-Trailer erschienen

Zeitlupenaction, beidhändige Schießereien und weiße Tauben – das sieht definitiv nach einem waschechten John-Woo-Film aus! Wollen wir hoffen, dass der Maestro es in den letzten Jahren nicht verlernt hat …

So oder so habe ich jetzt definitiv Lust, mir mal wieder seine beiden Meisterwerke „Hard Boiled“ und „The Killer“ anzuschauen!

[Notiz] Neuer „Justice League“-Trailer erschienen

Mit „Man of Steel“, „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und „Suicide Squad“ konnte ich bekanntlich nicht sooo viel anfangen (höflich formuliert), „Wonder Woman“ habe ich aufgrund meiner Kinopause leider noch nicht gesehen. Dementsprechend lässt mich der neue Trailer zu „Justice League“ relativ kalt. Ich gebe aber gerne zu, dass das Ganze auf den ersten Blick durchaus nicht uninteressant aussieht …

Angeschaut: John Wick: Kapitel 2 (2017)

Nach mehreren eher mäßig erfolgreichen Filmen gelang Keanu Reeves 2014 (bzw. bei uns 2015) mit „John Wick“ ein fulminantes Comeback. Die Rolle des gefürchteten Auftragskillers, der eigentlich ausgestiegen war und seinen Frieden gefunden hatte, für einen privaten Rachefeldzug aber noch mal zu den Waffen griff, war Reeves perfekt auf den Leib geschneidert. Keanu Reeves war großartig, die Action war großartig – kein Wunder, dass die Fans (inklusive mir) nach einer Fortsetzung schrien. Und sie sollten sie bekommen. Doch wie das mit Fortsetzungen oftmals so ist …

Worum geht’s

Während seines Rachefeldzuges tötete John Wick den Gangsterboss Viggo Tarasov, dessen Sohn Iosef sowie so ziemlich jeden Handlanger der Tarasovs. Nun befindet er sich auf dem Weg zu Viggos Bruder Abram (Peter Stormare), der Johns gestohlenen Wagen bei sich versteckt. Viele Leichen und ein Friedensangebot später sitzt John endlich bei sich zu Hause, in der Hoffnung, sein altes Leben nun endgültig hinter sich lassen zu können. Mit dieser Hoffnung ist es jedoch vorbei, als Santino D’Antonio (Riccardo Scamarcio) vor der Tür steht. Dieser hatte John einst den Ausstieg ermöglicht und dafür von John eine Schuldmünze erhalten, welche er nun, da John zurück ist, einlösen möchte. Um sich von seiner Schuld zu befreien, soll John Santinos Schwester Gianna (Claudia Gerini) töten, was eine Machtübernahme durch Santino ermöglichen würde. Widerwillig führt John den Auftrag aus, wird danach aber von Santino verraten. Von so ziemlich jedem Auftragskiller gejagt, muss John einmal mehr beweisen, dass man sich mit ihm besser nicht anlegen sollte …

Meine Meinung

Bereits nach den ersten zehn Minuten des Films hatte ich die Befürchtung, dass es mit uns beiden schwer werden würde. Und ich sollte Recht behalten. Der Beginn des Films ist praktisch eine einzige Actionszene – und zeigt direkt, was man als Zuschauer von „John Wick: Kapitel 2“ erwarten darf. Nun bin ich der letzte, der Actionszenen nicht zu schätzen weiß. Doch auch wenn der Beginn toll choreografiert ist, so ist diese Szene schlicht und einfach zu lang. Zu überzogen, was sie zeitweise beinahe wie eine Parodie wirken lässt. Und, was am schlimmsten ist, sie ist zu monoton. Und genau diese Monotonie zieht sich durch so ziemlich jede Actionszene des Films, denn John erledigt seine Gegner stets auf dieselbe Art und Weise. Mit Blick auf einen eingeübten Profikiller mag dies vielleicht sogar realistisch sein, doch mich hat die stets identische Vorgehensweise nach kurzer Zeit nur noch gelangweilt. Ein oder zwei Schüsse auf den Körper, dann ein Schuss in den Kopf, vorher gegebenenfalls noch den Gegner anspringen und zu Fall bringen – nächster. Und das immer und immer wieder. Wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat. Klar gibt es zwei oder drei Aktionen, die tatsächlich in Erinnerung bleiben könnten, doch gehen diese in der Masse einfach unter.

Dass mich dieser Actionfilm dennoch recht gut unterhalten hat, liegt ironischerweise an allen Szenen, die nichts mit Action zu tun haben. „John Wick: Kapitel 2“ steigt viel tiefer in die Welt der Auftragskiller ein und zeigt wesentlich deutlicher, wie deren Regeln funktionieren – was ich tatsächlich sehr interessant fand. Wenn sich zwei Menschen bis auf das Blut bekämpfen, später im sicheren Hotel dann aber an der Bar gemeinsam etwas trinken, mag das albern wirken, zeigt aber auch, wie ernst die Auftragskiller ihre Regeln nehmen, um sich von psychopathischen Mördern abzugrenzen. Neben der gelungenen Kameraarbeit und der generell tollen Optik, die insbesondere im spiegelnden Finale schlicht grandios ist, sind es Szenen wie diese, die den Film interessant bleiben lassen.

Von den Darstellern bleiben eigentlich nur Keanu Reeves und Ian McShane in Erinnerung, die ihre aus dem Vorgänger bekannten Rollen gut fortführen. Der von Riccardo Scamarcio dargestellte Oberschurke Santino D’Antonio bleibt erschreckend blass, was leider auch für die beiden einzigen echten Gegner von John Wick, die von Ruby Rose und Common dargestellten Profikiller Ares und Cassian gilt. Laurence Fishburnes Auftritt hingegen wirkte auf mich mehr wie ein „Matrix“-Fanservice, teilweise unfreiwillig komisch und damit komplett verschenkt. Gefreut habe ich mich dafür über das kurze Wiedersehen mit Franco Nero, der demnächst tatsächlich noch mal als Django auf die Welt losgelassen wird. Der Mann hat einfach Charisma!

Mein Fazit

Schick gefilmter, aber auch eintöniger Actionreißer mit einem coolen Helden in einer interessanten Welt. Bleibt zu hoffen, dass die bereits angekündigte Fortsetzung, die dann auch den Abschluss bilden soll, in den Actionszenen etwas mehr Abwechslung bieten wird. Dann stünde uns ein echter Kracher bevor.

Meine Wertung: 6/10

Angeschaut: The Ambulance (1990)

Als ich vor einigen Jahren, nachdem mein letzter Videorekorder dahingeschieden war, meine VHS-Sammlung auflöste, trennte ich mich damit von vielen Filmen, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf DVD bzw. Blu-ray gab. Hauptsächlich handelte es sich dabei um B- und C-Filme, die vielleicht nicht kulturell wertvoll, in meinen Augen aber verdammt unterhaltsam waren. Hätte ich damals gewusst, dass viele dieser Filme selbst heute nicht erhältlich sein würden, ich hätte mir eher einen neuen Videorekorder gekauft. Aber gut, aus Fehlern lernt man (hoffentlich). Umso größer war dafür gestern die Freude, als ich endlich die Blu-ray zu Larry Cohens Thrillerkomödie „The Ambulance“ in meinen Händen halten durfte. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Der Film ist genau so unterhaltsam, wie ich ihn in Erinnerung hatte.

Worum geht’s

In jeder Mittagspause sieht Comiczeichner Josh (Eric Roberts) seine Traumfrau, traut sich aber nicht sie anzusprechen. Eines Tages gibt er sich einen Ruck und schafft es mit seinem losen Mundwerk sogar, ein paar Sympathiepunkte bei ihr zu sammeln. Doch dann bricht Cheryl (Janine Turner), die wegen ihrer Diabetes gerade auf dem Weg zum Arzt war, auf der Straße zusammen. Josh wartet mit ihr auf den Krankenwagen und verspricht, sie nach Feierabend im Krankenhaus zu besuchen. Abends muss er jedoch feststellen, dass Cheryl in keinem Krankenhaus angekommen ist. Da ihm der zuständige Lt. Spencer (James Earl Jones) keinen Glauben schenken will, beginnt Josh auf eigene Faust zu ermitteln – und findet heraus, dass Cheryl nicht die erste Person mit Diabetes ist, die von einem Krankenwagen abgeholt wurde und danach verschwand …

Meine Meinung

Kennt ihr das auch? Ihr habt einen Film seit Jahren nicht mehr gesehen, mochtet ihn damals sehr gerne, schaut ihn dann erneut und seid enttäuscht, weil ihr ihn viiieeel besser in Erinnerung hattet? Vermutlich kennt jeder diese Situation. Ich gebe es zu: Ich hatte ein wenig Angst, dass dies auch auf „The Ambulance“ zutreffen könnte. Aber Pustekuchen, der Film ist auch heute noch Spaß pur! Was größtenteils daran liegt, dass „The Ambulance“ einerseits zwar ein Thriller, vielmehr noch aber auch eine schwarzhumorige Komödie mit so schrägen wie liebenswerten Figuren und extrem bissigen Dialogen ist.

Insbesondere Eric Roberts läuft hier als zwar leicht unbeholfener, aber auch hartnäckiger Held wider Willen zu absoluter Höchstform auf. Wie er wieder und wieder verzweifelt versucht, überforderte Polizisten von seiner Geschichte zu überzeugen und dabei seine vorlaute Klappe nicht halten kann, ist einfach grandios anzusehen. Insbesondere mit der von Megan Gallagher gespielten Polizistin Malloy, die ihm als einzige glauben will, liefert er sich einige extrem bissige Wortgefechte. Übertrumpft wird Roberts jedoch von Red Buttons, der als alternder Reporter Elias seine letzte große Story wittert und dabei Sprüche (und sonstiges) herausposaunt, dass es eine Freude ist. Der großartige James Earl Jones hingegen darf zwar einige lässige Sprüche zum Besten geben, wird insgesamt aber leider etwas unter Wert verkauft. Immerhin liefert er mit seinem nie enden wollenden Vorrat an Kaugummis einen spaßigen Running Gag – und darf in seiner ersten Szene noch einmal eine Situation aus „Best of the Best“ nachspielen (in dem Jones ein Jahr zuvor mit Roberts zu sehen war).

Ihr lest es zwischen den Zeilen vielleicht heraus: Ich hatte mit den Figuren meinen Spaß. Leider führt dieser Spaß allerdings auch dazu, dass sich „The Ambulance“ nicht wirklich ernst nehmen lässt. Und das ist dann auch seine größte Schwächte, denn für einen packenden Thriller sind nicht nur die Figuren zu schräg und die Dialoge zu putzig, auch ist die Geschichte (selbst für damalige Verhältnisse) insgesamt viel zu vorhersehbar. Ein wenig wirkt der Film wie eine überzeichnete Comicversion von „Coma“. Was vielleicht sogar gewollt war und erklären würde, wieso Protagonist Josh von Beruf Comiczeichner bei Marvel ist und einen Chef namens Stan hat – der selbstverständlich von Stan Lee persönlich gespielt wird.

Egal, denn auch wenn die Spannung nicht in schwindelerregende Höhe getrieben wird, unterhaltsam ist der Film in jeder einzelnen der insgesamt 91 Minuten. Und das ist weit mehr, als andere B-Filme zu bieten haben!

Mein Fazit

Kurzweilige Mischung aus Thriller und Komödie, die dank schnippischer Dialoge, schräger Figuren und einem grandios aufgelegten Eric Roberts in jeder Minute unterhält. Über die vorhersehbare Geschichte (und kleinere Logiklücken) schaue ich da gerne hinweg.

Meine Wertung: 8/10

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