Ein Film, der anfing, nicht enden zu wollen…

Klären wir zunächst das Wichtigste: Ich haben den Roman nicht gelesen, kann also keinen Vergleich zwischen Roman und Film herstellen, weswegen sich meine FILMkritik ausschließlich um Ron Howards Interpretation des Stoffes dreht. Ob sein Werk der Vorlage gerecht wird, werde ich ggf. nachreichen, sobald ich das Buch, welches bereits seit Monaten auf meinem Nachttisch liegt, gelesen habe.

Doch worum geht es eigentlich, dass dieser Film bereits Wochen vor seinem Start so hohe Wellen schlug? Der Kurator des Pariser Louvre wurde ermordet, schaffte es aber, vor seinem endgültigen Ableben mysteriöse Symbole und Schriftzeichen auf dem Boden zu hinterlassen. Der gerade in Paris tätige Symbologe Robert Langdon wird zu Rate gezogen und kommt gemeinsam mit der Enkelin des Ermordeten einem Geheimnis auf die Spur, welches seit Jahrtausenden von der Kirche gehütet wird – und für das sie bereit ist, zu töten…

Zugegeben: Die Geschichte hat durchaus Potenzial, doch leider vermag der Film nur in den ersten 30 Minuten zu fesseln und geht alsbald in eine Schnitzeljagd über, die weder besonders spannend noch besonders interessant, aber immerhin kameratechnisch sehr schön eingefangen, erzählt wird. Was fehlt ist ein Spannungsbogen, z.B. in Form einer durch die Verschwörer immer größer werdende Bedrohung. So dümpelt die Geschichte vor sich hin, nicht wirklich langweilig, aber für einen Thriller definitiv zu langatmig und gedrosselt erzählt.

Hinzu kommt, dass der Film sehr vorhersehbar ist: Trotz Unkenntnis des Romans wird einem viel zu schnell klar, wer letztenendes die Fäden in der Hand hält und auf welche Erkenntnis das (kitschige) Ende zusteuert. Oder sollte ich sagen „auf welches Erkenntnis die (kitschigen) Enden zusteuern“? Denn ist die Identität des Drahtziehers geklärt und befinden sich unsere Helden in Sicherheit, folgen noch zwei weitere Geheimnisse, welche aufgrund der nun nicht mehr vorhandenen Bedrohung unnötig und zu aufgesetzt wirken, um noch fesseln zu können.

Worüber man kein schlechtes Wort verlieren kann, sind die Darsteller, welche ihre Rollen allesamt sehr gut ausfüllen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang Paul Bettany, der den Killer Silas perfekt verkörpert.

Was bleibt, ist ein zahnloser Thriller, der zwar mit einer interessanten Geschichte aufwarten kann, aber viel zu früh an Fahrt verliert und sein Potenzial damit verschenkt. Kann man gesehen haben, muss man aber nicht…

Wertung: 5/10

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