Bevor ich mit meiner Review zu „Zum Ausziehen verführt“ beginne, möchte ich zwei Warnungen aussprechen:

1. Dieser Text enthält Spoiler! Wer sich also die unglaubliche Spannung dieses Meisterwerkes erhalten möchte, sollte sofort zum Fazit springen.

2. Der Film ist mies! Und mit „mies“ meine ich: Mies! Also schaut ihn euch am Besten gar nicht erst an (es reicht, dass ich meine Lebenszeit damit verschwendet habe).

Inhalt & Kritik zugleich:

Tripp (Matthew McConaughey) ist Mitte 30 und wohnt immer noch bei seinen Eltern (Kathy Bates, Terry Bradshaw). Da es viel zu einfach wäre, einfach mit dem Sohnemann zu reden, engagieren diese die attraktive hüstel Paula (Sarah Jessica Parker), welche Tripp dazu bringen soll, sich in ihn zu verlieben, um somit seinen Auszug zu erwirken – wozu auch ihn einfach rauswerfen, wenn man vorher doch noch anständig mit seinen Gefühlen spielen kann?!

Wer jetzt denkt „Lass mich raten: Das entwickelt sich doch bestimmt zu so einer typisch-einfallslosen 08/15-Liebeskomödie, in der sich das Mädel im Laufe ihres Jobs in den Jungen verliebt, dieser die Wahrheit herausfindet und dann beleidigte Leberwurst spielt, oder?“, dem kann ich nur voller Entsetzen erwidern: Ja, aber es ist noch viel schlimmer!

Natürlich steuert der Film unausweichlich auf das zuckersüße Happy End zu, doch bis es zu dem erlösenden Finale kommt, muss man noch die 90 Minuten dazwischen überstehen. Da ich die belanglosen Abschnitte des Films bereits mehr oder weniger erfolgreich verdrängt habe, beschränke ich mich auf die „Highlights“: So darf man sich z.B. über eine hirn- und humorlose, und zudem dreist bei „Verrückt nach Mary“ geklaute, Reanimation eines Vogels amüsieren. Besonders lustig soll wohl auch die Idee sein, dass Tripp, der aufgrund eines Schicksalsschlages mit sich selbst im Unreinen ist, von den friedlichsten Tieren (z.B. einem Streifenhörnchen, einem Delphin sowie einer kichernden!!! Eidechse) angefallen wird, da die Natur es natürlich nicht gutheißen kann, dass jemand an sich und seinem Leben zweifelt – dass „lustig“ und „dämlich“ zwei verschiedene Eigenschaften sind, hätte man den Drehbuchautoren aber auch wirklich mal sagen können!

Von solch schwachsinnigen Einfällen abgesehen, folgt der Film dem typischen Schema: Tripp und Paula verlieben sich, Tripp findet die Wahrheit heraus, Tripp und Paula streiten sich, Tripp und Paula versöhnen sich, Ende – und wenn Tripp dann an eben diesem Ende erneut auf einen Delphin trifft, dieser ihn nun aber aufgrund seines Einklangs mit sich selbst verspielt anschmust, kann man gar nicht so viel essen, wie man brechen möchte…

Immerhin kann man dem Film nicht vorwerfen, dass die Chemie zwischen Sarah Jessica (Schatten)Parker und Matthew McConaughey nicht stimmen würde: Das würde nämlich voraussetzen, dass es eine Chemie zwischen den beiden geben würde – und die gibt es nicht! McConaughey spielt gewohnt souverän und darf, sehr zur Freude des weiblichen Publikums, seinen durchtrainierten Körper das eine oder andere Mal in die Kamera halten. S.J. Parker hingegen hat offensichtlich noch nicht begriffen, dass „Sex and the City“ abgesetzt wurde und sie somit keine Daseinsberechtigung mehr hat…

Fazit

Einfallslose Liebeskomödie ohne Witz und Charme, dafür aber mit reichlich dämlich-albernen Ideen, die dem Film alles andere als gut tun. Mein Tip: Lieber zum wiederholten Male „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen“ oder „Hitch – Der Date Doktor“ schauen!

Wertung: 2/10

%d Bloggern gefällt das: