Monatsarchiv für Juni 2007

 
 

Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis

2004 schufen Edgar Wright und Simon Pegg mit „Shaun Of The Dead“ eine fast perfekte Mischung aus Horrorfilm, Komödie und Hommage, der man jederzeit den Respekt vor den großen Vorbildern ansah.
2007 widmen sich Wright und Pegg, abermals unterstützt durch Nick Frost und Bill Nighy, dem Actionthriller – und wieder gelingt ihnen eine fast perfekte Symbiose, die speziell Filmfans begeistern dürfte.

Worum geht’s

Nicholas Angel (Simon Pegg) ist ein guter Cop – zu gut für seine Kollegen, lässt er sie doch regelmäßig wie unfähige Stümper aussehen. Als Beförderung getarnt, wird Angel von seinen Vorgesetzen in den beschaulichen Ort Sandford versetzt, in dem die größte Herausforderung darin besteht, einen ausgebüxten Schwan einzufangen.
Von dem Actionfilmliebhaber und Kollegen Danny (Nick Frost) genervt, ergibt sich Angel seinem Schicksal, doch wird seine Spürnase nach einem tödlichen Autounfall schnell wieder erweckt: Wieso gibt es am Unfallort keine Bremsspuren? Wieso ist die Verbrechensrate in Sandford so niedrig, die Unfallrate aber gleichzeitig so hoch? Und was hat der dubiose Supermarktinhaber Simon Skinner (Timothy Dalton) damit zu tun?

Meine Meinung

Wie bereits bei „Shaun Of The Dead“ merkt man Wright und Pegg an, dass sie zu den Filmliebhabern zählen und ihre Vorbilder nicht durch den Kakao ziehen, sondern sie unterhaltsam würdigen wollen: Flache Gags wie bei „Hot Shots“ oder „Scary Movie“ (sicherlich auch unterhaltsam, aber auf ein anderes Publikum ausgerichtet) sind hier Mangelware. Stattdessen gibt es unterschwelligen Humor und unzählige Zitate, die weniger auf große Lacher ausgelegt sind, dafür aber für ein dauerhaftes Grinsen sorgen, so man denn für diese Art des Humors empfänglich ist.

Leider hat das Gespann Wright/Pegg nicht nur die positiven Ansätze von „Shaun Of The Dead“ übernommen: Wie bereits in der Zombie-Komödie erliegen die beiden auch bei „Hot Fuzz“ zum Ende hin wieder den großen Vorbildern. Was beim Erstling die Belagerung der Kneipe ist, ist diesmal das Finale im ehemals ruhigen Sandford. Gefühlte 30 Minuten lang und äußerst hektisch geschnitten, müssen sich Wright und Pegg die Frage gefallen lassen, ob der Showdown (inkl. Schießerei, Verfolgungsjagd und Faustkampf) in dieser Form nötig gewesen oder ob weniger nicht mehr gewesen wäre.

Nichts desto trotz bereitet der Film eine ziemliche Freude, zumal man den Darstellern allesamt ihren Spaß anmerkt. Vorallem Simon Pegg (als knallharter Polizist ohne Freunde herrlich gegen den Strich besetzt) und Nick Frost (welchem ich durchaus zutraue, die im Film gezeigte DVD-Sammlung auch privat zu besitzen) geben den von ihnen dargestellten Charakteren eine Tiefe, wie man sie in einer Komödie nicht unbedingt vermutet. Grandios besetzt wurde auch Timothy Dalton als schmieriger Geschäftsmann, dessen „zweideutige“ Sprüche für mich zu den Highlights des Films zählen.

Wer sich übrigens fragen sollte, wieso die FSK dem Film eine Freigabe ab 16 erteilt hat, dem sei gesagt, dass der Killer mit seinen Opfern nicht gerade zimperlich umgeht und das Blut mehr als nur einmal spritzt.

Mein Fazit

Wer „Shaun Of The Dead“ mag, der wird auch an „Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis“ (was für ein selten dämlicher Untertitel) Gefallen finden. Gut aufgelegte Darsteller und spaßige Running Gags sorgen für einen unterhaltsamen Kinoabend, der lediglich durch das ausufernde Finale getrübt wird. Insgesamt betrachtet ist „Hot Fuzz“ zwar dezent schwächer als sein Vorgänger, liegt aber dennoch weit über dem Durchschnitt.

Wertung: 8/10

Postal: Deutscher Trailer veröffentlicht

Ich gebe es zu: Ich habe das Computerspiel „Postal“ nie gespielt. Insofern kann ich nicht beurteilen (btw. interessiert es mich auch nicht), ob Bolls Film, abgesehen vom Titel, noch irgendwas mit dem Spiel gemeinsam hat.

Ich gebe außerdem zu: „House Of The Dead“ finde ich auf seine dümmliche und stümperhafte Art nach wie vor extremst unterhaltsam und gilt für mich als Inbegriff des Trash-Films.

Und ja, ich weiß: Den Postal-Trailer gibt es bereits seit ein paar Tagen im Netz, aber aus unerfindlichen Gründen habe ich ihn leider heute erst entdeckt – und kann mir einen kurzen Kommentar nicht verkneifen:

Wenn der Film nur halb so trashig, dämlich und selbstironisch wie der Trailer wird, ziehe ich meinen nicht vorhandenen Hut vor Uwe Boll!

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Hier könnt ihr den Trailer bestaunen, der Filmstart ist für den 04.10.2007 angedacht. Aber behauptet nicht, ich hätte euch nicht gewarnt…

In einsamer Mission (1997)

Aus welchem Film stammt die folgende Szene: Eine Gruppe Terroristen dringt in ein Militär-/Regierungsgebäude ein, entwendet einen gefährlichen Kampfstoff und verliert dabei durch Aufplatzen eines der Behälter einen ihrer Kameraden.

Richtig: „The Rock – Fels der Entscheidung“

Weiter geht’s, auf welchem Film beruht die folgende Handlung: Eine Gruppe Terroristen kapert ein Flugzeug und eine Hand voll Elitesoldaten soll mittels Stealth-Flugzeug unbemerkt an Bord gebracht werden um die Terroristen auszuschalten, verliert aber durch eine Panne ihren Anführer, so dass ein unfreiwilliger Held die Leitung übernehmen muss.

Schon wieder richtig: „Einsame Entscheidung“

Aller guten Dinge sind drei: In welcher Filmreihe heißt der Bösewicht „Gruber“?

Perfekt: „Stirb Langsam“

Abschließende Frage: Was kommt dabei heraus, wenn sich drittklassige Produzenten mit drittklassigen Drehbuchautoren und drittklassigen Schauspielern zusammenschließen?

Genau: Ein Michael-Dudikoff-Film!

Der Film besteht von der ersten bis zur letzten Minute ausschließlich aus abgekupferten Szenen – man beachte bei der Dreistigkeit, dass „In einsamer Mission“ 1997, also gerade mal 1 Jahr nach den jeweiligen Vorbildern entstanden ist. Dazu kommt eine aus einem weiteren C-Film geklaute Allerweltsmusik, wobei mir der dazugehörige Name momentan leider (bzw. zum Glück) nicht einfallen will.

Die Darsteller sind ebenfalls ein Totalausfall: Zwar darf man sich über ein Wiedersehen mit Larry Poindexter freuen, doch tröstet auch das nicht darüber hinweg, dass hier mal wieder jede Rolle fehlbesetzt wurde, die man fehlbesetzen konnte. Über die Nebendarsteller lasse ich mich gar nicht erst aus, sondern konzentriere mich direkt auf die beiden Haupt“darsteller“:
Richard Norton kann zwar ordentlich austeilen, zum Oberbösewicht fehlen ihm aber schlicht und einfach Charisma und schauspielerische Begabung. In den guten alten Jackie-Chan-Filmen wurde er zwar auch oft eingesetzt, aber die hat ja auch nie jemand ernst nehmen sollen.
Kommen wir zu Michael Dudikoff, der den ganzen Film mit Pausbäckchen und weit aufgerissen Augen bestreitet. Das soll vielleicht entsetzt oder wütend wirken, erinnert mich jedoch eher an einen überfütterten Hamster, der gerade beinahe in einer Tasse Kaffee ertrunken wäre. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wer ihm die Rolle eines Wissenschaftlers abkaufen soll…

Das Einzige, was den Film erträglich macht, sind die handwerklich solide Inszenierung sowie die Actionszenen. Diese sind zwar weder besonders zahlreich noch besonders spektakulär, sehen aber um Längen besser aus als jeder aktuelle Seagal-Film (was zugegeben auch nicht besonders schwer ist).

Das Schlimmste an „In einsamer Mission“ ist, dass er trotz allem zu den besseren Dudikoff-Filmen gehört: Wer einmal „Crash Dive“ gesehen hat, weiß, was ich meine. Und dabei fing es damals mit „American Fighter“ und „Avenging Force“ so gut an…

Wertung: 5/10 (nach Dudikoff-Maßstäben)

Wer mir zwei interessante Seiten beschert, der ist mir einen Blog-Eintrag wert!

Frei nach dem Asbach-Uralt-Spot mache ich an dieser Stelle mal ein wenig Werbung:

Jeder, der sich regelmäßig DVDs kauft und über einen Internetanschluss verfügt, dürfte Kunde bei Amazon sein. Doch mit Amazon ist das so eine Sache, gleichen die Preisschwankungen doch oft denen einer zitterigen Aktie.

Nun hat man zwei Möglichkeiten: Entweder, man überwacht seine Wunsch- sowie die bestellten DVDs (Stichwort Preisgarantie) manuell, oder man besucht die Seite www.dvd-preiswaechter.de, hinterlegt dort Wunsch-DVD samt Wunschpreis, lehnt sich entspannt zurück und lässt sich über etwaige Preisänderungen per E-Mail informieren – äußerst praktisch!

Nicht nur für Filmfans interessant dürfte bzw. sollte die Seite www.deppenleerzeichen.de sein: Neben dem Deppenapostroph versucht auch das Deppenleerzeichen in regelmäßigen Abständen, unsere schöne Sprache zu unterwandern. Bieten wir ihm gemeinsam Paroli – und um nicht nur schöne Reden zu schwingen:

Quizfrage: Wer ist mein Arbeitgeber?

Sparkasse

Antwort A: Die Förde
Antwort B: Die Sparkasse
Antwort C: Die Förde Sparkasse

Damals war alles besser! Alles außer meinem Filmgeschmack…

In einem Anflug von Nostalgie habe ich heute Morgen meine VHS-Kassetten aus ihren Kartons befreit und ordentlich in meinem Regalsystem aufgestellt. Es ist schon erstaunlich (oder sollte ich „erschreckend“ schreiben), was für Filme ich mir damals von meinem viel zu niedrigen Azubigehalt gekauft habe:

So gut wie jeder Michael-Dudikoff-“Kracher“ befindet sich in meinem Besitz – und damit meine ich nicht die drei tatsächlich sehenswerten Filme „American Fighter“, „American Fighter 2“ und „Avenging Force“, sondern solche Gurken wie „Moving Target“, „Crash Dive“ oder „Outgun“.

Ein ganzes Regal konnte ich mit den damals hoch im Kurs stehenden Kampfsportfilmen füllen: „Karate Tiger“ (1-8), „Best Of The Best“(1-4), „Kickboxer“ (1-3), „Bloodsport“ (1-3), „American Fighter“ (1-5) – und dann gibt es noch so kuriose Einzelgänger wie „American Karate Tiger“ (wie originell) oder „American Streetfighter“ (welcher nur völlig talentfreie Darsteller, dafür aber grandiose Kampfszenen bietet).

Von den billigsten aller billigen Horrorfilmen fange ich lieber gar nicht erst an…

Aber ich habe nicht nur Plünn wiedergefunden: Neben zahlreichen C-Filmchen lassen sich auch echte Perlen wie z.B. der zu Unrecht unbekannte Horrorfilm „Cabal – Die Brut der Nacht“ von Clive Barker ausfindig machen. Oder der zum Schreien komische „Kuffs – Ein Kerl zum Schießen“ mit dem jungen Christian Slater. Oder die so lustige wie auch spannende Justiz-Komödie „Karriere mit links“ mit Judd Nelson und John Hurt.

Insgesamt fand ich noch 317 Filme auf VHS, die ich nicht auf DVD besitze – sei es, weil es sie noch nicht auf DVD gibt, mir der Preis noch zu hoch ist oder ich mich inzwischen für den Kauf schämen würde.

Um meinen oben genannten Anflug von Nostalgie komplett ausleben zu können, nahm ich die Gelegenheit wahr und entstaubte auch gleich meinen VHS-Rekorder:

Ganz abgesehen davon, dass das Bild auf meinem im Vergleich zu damals doppelt so großen Fernseher schlicht und einfach indiskutabel ist, habe ich seit heute ein ganz anderes Verhältnis zu der Lautstärke meines Xbox360 HD-DVD-Players: Die Mechanik des VHS-Gerätes erzeugt einen ähnlich hohen Geräuschpegel wie die Lüfter in der Xbox 360. Ob das an dem Gerät selbst oder an den vollkommen durchgenudelten Kassetten (wenigstens etwas, was in meiner Wohnung durchgenudelt wird/wurde) liegt, vermag ich nicht festzustellen.

Nach der heutigen Fleißaktion freue ich mich bereits auf meinen Urlaub (nur noch eine Woche durchhalten): Neben diversen Kinobesuchen (u.a. stehen „Hot Fuzz“, „Stirb Langsam 4.0“, „Fluch der Karibik 3“ und „Ocean’s 13“ auf meinem Plan) werde ich mir sicherlich auch den einen oder anderen VHS-Video-Tag gönnen und mich überraschen lassen, ob und wie die Filme von damals heute auf mich wirken.