Hach, wie schön, es gibt sie doch noch: Jene seltenen Momente, in denen selbst ich noch negativ überrascht werde, und das, obwohl ich von Natur aus grundsätzlich immer mit dem Schlimmsten rechne. Diesmal hat mich das Printmagazin WIDESCREEN mit seiner Kritik zu „Hostel: Teil 2“ kalt erwischt. Wie hier nachzulesen ist, heißt es dort „ (…) verfällt Hostel 2 in ein inhaltsloses Gemetzel, dem wohl nur einige krankhafte Psychopaten etwas abgewinnen können.“

Ich weiß nicht wieso, aber ich neige dazu, diese Äußerung persönlich zu nehmen und als Beleidigung aufzufassen.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, und würden es sich um die Worte einer Privatperson handeln, hätte ich damit keinerlei Probleme. Auch bei einem Verblödungsinstrument wie der BILD würde es mich völlig kalt lassen. Von einer Filmzeitschrift jedoch erwarte ich eine etwas differenziertere Berichterstattung sowie eine Unterscheidung zwischen Fiktion und Realität – und keinen Tritt in den Allerwertesten der Leser.

Mit seriösem Journalismus haben Auswüchse wie „Die Story des Streifens (…) passt auf ein Blatt Klopapier, dass man am besten mit samt dem Film in die Kanalisation der Kinokloake spülen sollte.“ jedenfalls so viel gemeinsam wie Steven Seagal mit dem Oscar.

Immerhin macht diese Kritik deutlich, welches Klientel die WIDESCREEN bedient – der differenzierende Horrorfan gehört nicht dazu.

Ich für meinen Teil bin froh, der WIDESCREEN bereits nach zwei Ausgaben aufgrund zahlreicher inhaltlicher Fehler (von den Rechtschreibfehlern ganz zu schweigen) den Rücken gekehrt und lediglich durchs Cinefacts-Forum von diesem Text erfahren zu haben: Hätte ich dieses Geschreibsel auch noch finanziell unterstützt, würde ich mich vermutlich umbringen, nur um danach im Grabe rotieren zu können.

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