Es wird langsam Zeit für den dritten und letzten Teil meines Specials über Videospielverfilmungen. Los geht’s mit der Verfilmung eines der wohl bedeutendsten Spiele überhaupt: Doom. Leider kann der dazugehörige Film aus dem Jahr 2005 nicht mit der Qualität des Spiels mithalten. Die Darsteller Dwayne „The Rock“ Johnson und Karl Urban sowie die Inszenierung durch Andrzej Bartkowiak („Romeo Must Die“, „Exit Wounds“) überzeugen zwar, doch der Inhalt lässt arg zu wünschen übrig. Im Endeffekt handelt es sich bei „Doom“ um einen gut gemachten Resident-Evil-Klon, in dem eine Spezialeinheit gegen aggressive Mutanten antreten muss. In Erinnerung bleibt eigentlich nur die innovative Ego-Shooter-Sequenz zum Ende des Films, in der wir die Geschehnisse aus Karl Urbans Augen miterleben dürfen. Wirklich nett gemacht, aber zu wenig, um den Film aus der Mittelmäßigkeit zu retten.

Auch Uwe Boll war 2005 sehr fleißig und bescherte uns mit Alone In The Dark und BloodRayne gleich zwei Filme, wobei leider beide den Trash-Charme von „House Of The Dead“ vermissen lassen. Aber zwei Dinge muss man Boll zugestehen: Zum einen stellen beide Film eine qualitative Steigerung dar und zum anderen weiß Boll, wie er nahmhafte Stars für seine Projekte gewinnen kann. So spielen in „Alone In The Dark“ immerhin Christian Slater, Tara Reid und Stephen Dorff mit, während er für „BloodRayne“ Kristanna Loken, Michael Madsen, Udo Kier, Meat Loaf, Michael Paré, Billy Zane, Michelle Rodriguez und Sir Ben Kingsley verpflichten konnte. Beeindruckend, Herr Boll! Bevor ich jetzt falsch verstanden werde: Gut sind die Filme deswegen nicht. Schlecht allerdings auch nicht. Eher…belanglos. Die Darsteller spielen nicht schlechter als in anderen Filmen, die Effekte sind gar nicht übel und auch die Storys würden für einen unterhaltsamen Abend vermutlich reichen. Jedoch weist die Dramaturgie in beiden Filmen eklatante Schwächen auf. Böse Zungen behaupten, Uwe Boll sei zwar engagiert, aber einfach kein (guter) Geschichtenerzähler. Immerhin wissen die Audiokommentare der beiden DVDs erneut zu begeistern – und man sieht in „BloodRayne“ Kristanna Lokens Brüste! Also wenn das nichts ist…

Ebenfalls 2005 erschien House Of The Dead 2, welcher jedoch nicht von Uwe Boll inszeniert wurde (wieso eigentlich nicht?). Da ich diesen Film zu meiner großen Schande noch immer nicht gesehen habe, kann ich mir kein Urteil darüber erlauben. Es wird jedoch gemunkelt, er sei besser als der erste Teil…

2006 stieg Christophe Gans ins Geschäft der Videospielverfilmungen ein und inszenierte Silent Hill. Da Gans zuvor mit „Crying Freeman“ und „Pakt der Wölfe“ zwei absolute Vorzeigetitel in die Welt gesetzt hatte, waren die Erwartungen an „Silent Hill“ entsprechend hoch, konnten aber nur teilweise erfüllt werden. Während die Atmosphäre als äußerst gelungen bezeichnet werden darf, bietet die verworrende Story und der generelle Aufbau der Geschichte Anlass zur Kritik. Da ich in diesem Fall sogar eine eigene Review vorweisen kann, lehne ich mich mal entspannt zurück und verweise auf diesen Link.

Als ziemlich sinnlos (aber unterhaltsam) kann man den ebenfalls 2006 von Corey Yuen inszenierten feuchten Männertraum Dead Or Alive bezeichnen. Der Film basiert auf eine Prügelspielserie, die dadurch bekannt wurde, dass die Brüste der Kämpferinnen beweglich waren – noch Fragen? Eine richtige Geschichte gibt es eigentlich nicht, aber welcher männliche Zuschauer braucht auch eine Geschichte, wenn attraktive Frauen wie Holly Valance, Jaime Pressly, Devon Aoki und Sarah Carter im Bikini irgendwelche Männer oder im günstigsten Fall sich gegenseitig vermöbeln? Immerhin sind die Kämpfe im wahrsten Sinne des Wortes nett anzusehen (es wird Zeit für eine HD DVD). Vorallem der im Regen stattfindende Kampf zwischen Holly Valance und Sarah Carter wurde äußerst stimmig inszeniert. Da der Film sich zu keiner Minute wirklich ernst nimmt und man endlich mal wieder Eric Roberts zu sehen bekommt, kann man durchaus von einem gelungenen Ergebnis sprechen.

Auch in diesem Jahr werden wir noch einige Pixelhelden auf der Leinwand oder im Heimkino bewundern dürfen. Demnächst startet Milla Jovovich in Resident Evil: Extinction ihren dritten Angriff auf die Zombies. Inszeniert wird das Spektakel vom Highlander-Regisseur Russell Mulcahy. Und wenn man dem (ungeschnitten) Trailer glauben darf, wird die Serie im dritten Teil endlich so blutig, wie sie bereits von Anfang an hätte sein sollen.

Auch Uwe Boll ist nicht untätig und steht 2007 gleich mit vier (in Zahlen 4) Filmen und zahlreichen Stars (u.a. Jason Statham, John Rhys-Davies, Ray Liotta, Burt Reynolds und Ron Perlman) in den Startlöchern: Während er mit Postal jegliche Humorgrenze des guten Geschmacks überschreiten dürfte, hält er mit Seed den nach eigener Aussage brutalsten Film aller Zeit für uns bereit. Wir werden sehen… Außerdem am Start: In The Name Of The King: A Dungeon Siege Tale und BloodRayne II: Deliverance, in dem statt Kristanna Loken nun Natassia Malthe in den Krieg gegen die Vampire zieht. Ich bin gespannt, wessen Brüste schauspielerische Qualitäten mir mehr zusagen.

Auch der Hitman in Gestalt von Timothy Olyphant („Scream 2“, „Stirb Langsam 4.0“) wird uns bald einen Besuch abstatten. An seiner Seite: Dougray Scott.

Ein Wiedersehen mit den allseits beliebten Außerirdischen wird es in Aliens vs. Predator geben. Diesmal wird eine kleine Stadt in Schutt und Asche gelegt. Da Paul W.S. Anderson seine Finger beim Sequel nicht im Spiel hat, befürchte ich Schlimmes.

Für 2008 hat Uwe Boll auch schon ein Eisen im Feuer: Til Schweiger wird als Jack Carver in der Verfilmung von Far Cry seinen Mann stehen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht Bolls einziger Film sein wird.

Für 2009 geplant (diesmal ohne Boll): Alone In The Dark 2.

Es kommt in den nächsten Monaten/Jahren also noch einiges auf uns zu. Dennoch frage ich mich, wann endlich die echten Klassiker der Videospielgeschichte verfilmt werden. Wie wäre es mit einem Pong – Der Film? Oder Pac-Man und der Fluch der gelben Kugel? Oder Tetris – Ein Bauklötzchen räumt auf? Da schlummern doch die wahren Meisterwerke! Also los, Herr Boll: Ran ans Werk!

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