Monatsarchiv für August 2007

 
 

Demnächst: Jackie Chan und der Silver Surfer

Gesehen habe ich „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer“ (steht seinem Vorgänger an Unterhaltungswert in nichts nach) und „Rush Hour 3“ (guter Durchschnitt, aber auch nicht mehr) bereits, aber das Wetter bzw. meine daraus resultierenden Kopfschmerzen machen mir einen Strich durch die Reviews-sollten-spätestens-am-nächsten-Tag-geschrieben-werden-Rechnung.

Ich verspreche hoch und heilig, meiner „Pflicht“ im Laufe des Wochenendes nachzukommen und euch dann im gewohnt langatmigen kurzweiligen Stil meine ausführliche Meinung zu den beiden Filmen zu präsentieren.

Bye, bye, DVDs! Es war ‘ne geile Zeit, aber irgendwann ist alles mal vorbei…

Okay, der Titel ist eventuell ein wenig übertrieben und dramatisch ausgefallen…

Selbstverständlich werde ich mich nicht von meinen DVDs trennen. In meiner Sammlung steckt zu viel Geld, zu viel Arbeit und zu viel Sammlerwahn, als dass ich sie einfach auflösen könnte. Allerdings werde ich künftig grundsätzlich auf HD-Medien setzen und nur noch bei TV-Serien und in absoluten Ausnahmefällen zur DVD greifen.

Wieso? Weshalb? Warum? Ganz einfach: Dank eines unwiderstehlichen Angebots (Konsole + zusätzlicher Controller + Motor Storm + F1 Championship Edition für 432,- Euronen) darf ich in wenigen Tagen eine Playstation 3 mein Eigen nennen. Gut, die Spiele sind mir eigentlich relativ egal. Was wirklich zählt: Mit der PS3 bekomme ich endlich einen Blu-ray-Player! :-)

Da ich somit sowohl HD DVDs als auch Blu-ray-Discs abspielen kann, werde ich meine Kaufkraft künftig hauptsächlich auf die neuen Medien konzentrieren. Und da die Neuerscheinungen derzeit noch äußerst…übersichtlich ausfallen, wird mein Geldbeutel es mir trotz der obigen Investition danken. ;-)

Schöne neue scharfe Welt!

Die Rückkehr der untoten Stümper

Obwohl ich nach dem desaströsen vierten Teil so gar keine Lust mehr auf Return Of The Living Dead 5 – Rave To The Grave hatte, kämpfte ich mich durch die 92 Minuten des Films – ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.

Im Endeffekt bleiben sämtliche Kritikpunkte des Vorgängers erhalten. Da ich zu faul bin, den kompletten Text zu wiederholen und hier nur auf die Änderungen zum vierten Teil eingehen werde, empfehle ich jedem, sich erst meine entsprechende Kritik durchzulesen.

Also, was hat sich geändert…nun, eigentlich nur die Story. Und die ist noch blöder ausgefallen! Ja, ganz ehrlich, das geht: Die Überlebenden aus „Necropolis“ finden auf dem Dachboden von Julians Onkel ein Fass mit Trioxyn-5. Statt sich an eine Behörde zu wenden, analysieren sie den Wirkstoff und entdecken eine der Droge Ecstasy nicht unähnliche Wirkung auf den Menschen. Was macht man in solch einem Fall? Richtig: Man vertickert das unbekannte Zeug auf der nächsten Rave-Party (die Frage, wieso sich die Protagonisten nach den Erlebnissen aus „Necropolis“ so dermaßen bescheuert verhalten, darf man sich gar nicht erst stellen). Und schon bald wimmelt es wieder überall von Ravern Zombies…

Abgesehen von der Handlung bleibt alles gleich: Schlechte Schauspieler, schlechte Kulissen, sich wiederholende Effekte – alles wie beim vierten Teil.

Ach halt, es gibt doch noch eine weitere Änderung: Brüste! Unzählige wohlgeformte Brüste! Gut, die werten den Film auch nicht auf, aber ich wollte es wenigstens erwähnt haben.

Was bleibt, ist ein Film, der noch unnötiger ist als sein Vorgänger und damit irgendwo zwischen einer dritten Brust und einem zweiten Arschloch rangiert.

Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Stümper auf die Erde zurück

Man man man, was habe ich mir da bloß wieder angetan. Obwohl ich es hätte besser wissen müssen, habe ich mir nach einem Preisrutsch nun doch den vierten und fünften Teil der Return-Of-The-Living-Dead-Reihe zugelegt. Das Fatale daran ist gar nicht, dass ich mir die Filme gekauft habe (da hat man als Sammler nunmal keine Wahl), sondern dass ich sie mir tatsächlich angeschaut habe. Egal, nun ist das Unglück passiert, und was wäre ich für ein Unmensch, würde ich meine Mitmenschen nicht zumindest vor diesen Filmen warnen. Und los geht’s mit *trommelwirbel* Return Of The Living Dead 4 – Necropolis.

Selbst keine Story wäre besser gewesen als diese Story: Nach einem Motorradunfall wird Zeke statt ins Krankenhaus ins Labor der Firma Hybra Tech gebracht. Dort experimentiert man fleißig mit dem Wirkstoff Trioxyn-5, der, wie wir alle wissen, Tote in Zombies verwandeln kann. Zekes Freunde suchen natürlich nach dem Verunglückten, brechen kurzerhand in den Laborkomplex ein und schon bald wimmelt es überall von Zombies…

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll.

Bei der Story, die absolut hirnrissig, aber kein bischen unterhaltsam ist? Nur mal so als Beispiel: Bei Hybra Tech werden chemische Waffen produziert, da reicht es natürlich aus, das Firmengelände durch eine Studentin (so ein Nachtjob ist schon was Feines) und einen notgeilen Nachtwächter sichern zu lassen. Schon klar. Geiz mag zwar geil sein, aber dennoch kommt mir das irgendwie ein wenig…blöd vor.

Oder sollte ich mit den Schauspielern beginnen, die der Bezeichnung „untalentiert“ eine völlig neue Bedeutung geben? Ganz ehrlich: Anhand der Mimik lässt sich nicht feststellen, ob die jeweilige Person sich gerade freut, fürchtet oder einfach nur einen Furz quer stecken hat. Von Peter Coyote, der ja prinzipiell durchaus schauspielern kann, möchte ich eigentlich gar nicht erst anfangen (tue es aber trotzdem). Um den Mann verteidigen zu können, suchte ich im Internet verzweifelt nach Hinweisen auf eine Gesichtslähmung. Finden konnte ich jedoch nichts. Sollte er also wirklich (körperlich) gesund sein, wovon ich wohl ausgehen muss, frage ich mich, was er uns mit seinem verzerrten Grinsen sagen möchte. „Hah, irgendwo schaut sich bald ein Depp diesen Mist an und sich fragt, wieso ich so dämlich grinse!“ Wer weiß, wer weiß…

Vielleicht sollte ich auch mit der einfach nur billigen Optik des Films anfangen: Selbst die Schrift beim Vorspann sieht aus, als hätte man nicht genug Geld für eine ordentliche Software gehabt. Von den Kulissen, Masken und Effekten, die von jeder Buffy-Folge übertrumpft werden, ganz zu schweigen

Nein, jetzt hab ich’s: Ich fange mit den super-duper-heftig-ekligen Gore-Szenen an, dem i-Tüpfelchen eines jeden Billig-Zombiefilms. Diese sind zwar durchaus blutig, aber spätestens wenn einem Menschen zum dritten Mal in den Hinterkopf gebissen oder dem zehnten Zombie in Zeitlupe in den Kopf geschi geschossen wird, breitet sich gähnende Langeweile aus. Die Frage, ob die ungekürzte Fassung die geschnittene deutsche Version aufwertet, kann ich definitiv mit einem „nein“ beantworten: Schlecht bleibt schlecht, da hilft auch kein Kunstblut.

Die große Frage lautet: Gibt es auch nur einen Grund, sich dieses Machwerk anzuschauen? Nun, um sich selbst eine Meinung zu bilden (doch wozu sollte man das wollen?) oder um seine sadistische Seite zu befriedigen, könnte man dem Film durchaus eine Chance geben. Andererseits könnte man auch einfach auf ein paar Reißzwecken Platz nehmen – das dürfte wenigstens schön prickeln und müsste deutlich unterhaltsamer sein…

Die Liebe in mir

Im Laufe der Jahre zieht man sich zahlreiche Wunden zu. Einige verheilen. Andere hinterlassen Narben. Einige sind offensichtlich. Andere sind für das menschliche Auge unsichtbar. Einige können wir verbergen. Andere bestimmen unser Auftreten. Wem jemals das Herz durch einen geliebten Menschen gebrochen wurde, weiß, wie tief solch eine Wunde reichen kann und dass der daraus resultierende Schmerz bis zum Verlust des Lebenswillens führen kann.

So ergeht es auch Charlie Fineman (Adam Sandler). Seit dem Tod seiner Familie lebt Charlie in seiner eigenen Welt. Seinen Job hat er aufgegeben, den Kontakt zu seinen Schwiegereltern und Freunden abgebrochen. Bereits seit Jahren besteht Charlies Leben nur noch aus Filmen, Videospielen und dem regelmäßigen Renovieren seiner Küche. Erst das zufällige Zusammentreffen mit seinem alten Zimmergenossen Alan (Don Cheadle) lockt ihn aus seiner Lethargie. Alan führt ein an sich zufriedenes Leben, fühlt sich jedoch durch seinen Beruf und seine Frau (Jada Pinkett Smith) eingeengt. Zwischen den beiden ungleichen Männern entwickelt sich eine Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird, als Alan Charlie auf seine verstorbene Familie anspricht…

Wer Adam Sandler bislang nur in Komödien gesehen hat, wird für „Die Liebe in mir“ umdenken müssen. Auch wenn es genügend Stellen zum Lachen und Schmunzeln gibt, handelt es sich bei dem Film um eine Tragikomödie weit ab vom typischen Sandler-Humor. Derbe Witze sucht man hier vergebens, stattdessen dominieren ruhige Dialoge und melancholische Bilder, die durch dezenten und jederzeit passenden Humor aufgelockert werden.

Die beiden Figuren Charlie und Alan wurden äußerst menschlich ausgearbeitet, so dass es einem als Zuschauer sehr leicht fällt, sich in ihre jeweilige Situation zu versetzen und ihre Taten nachzuvollziehen. Neben Charlie und Alan treten zahlreiche Nebencharaktere in Erscheinung. Leider werden diese und ihre Beziehungen zu den beiden Männern relativ oberflächlich behandelt, was dem Film ein wenig Tiefe kostet.

Im Mittelpunkt des Films stehen jedoch ohnehin weniger die Charaktere, als vielmehr die Botschaft, die diese Charaktere übermitteln. Und die ist eindeutig: Jeder Mensch trägt eine Last auf seinen Schultern. Jeder Mensch hat eine andere Art, mit dieser Last umzugehen. Und niemand hat das Recht, deswegen über diesen Menschen zu urteilen.

Dass Sandler auch anspruchsvolle Rollen spielen kann, hat er bereits in „Punch-Drunk Love“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch die Rolle des gebrochenen Witwers meistert er hervorragend und unterstreicht damit, dass er neben Jim Carrey zu einem der unterschätzten Schauspieler Hollywoods gehört. Neben dem wie immer erstklassig agierenden Don Cheadle überzeugen in den Nebenrollen unter anderem Jada Pinkett Smith, Liv Tyler, Saffron Burrows und Donald Sutherland.

Mein Fazit

Auch wenn die Nebencharaktere besser ausgearbeitet hätten sein müssen, kann „Die Liebe in mir“ durchgehend überzeugen und bietet neben vielen lustigen Szenen auch Stellen, an denen ich mir ein paar Tränen nicht verkneifen konnte. Wer sich davon überzeugen lassen möchte, dass Adam Sandler mehr kann, als zu blödeln, liegt hier goldrichtig. Ein Film über die Verletzbarkeit der Seele, die Kraft der Freundschaft und über die Hoffnung, die man niemals verlieren sollte.

Meine Wertung: 8/10