Monatsarchiv für August 2007

 
 

Die Simpsons – Der Film

Ich vermute, dass es keinen Menschen mit messbarer Gehirnfunktion gibt, dem die gelbe Chaosfamilie aus Springfield kein Begriff ist. Seit nunmehr 18 Jahren wird „Die Simpsons“ im TV ausgestrahlt und ist schon längst ein Teil unserer Kultur geworden. In diesem Jahr schaffen Homer und Konsorten endlich den Sprung auf die große Leinwand – und der kritische Zuschauer fragt sich zu Recht, ob er für eine Zeichentrickserie, die er kostenlos im TV sehen kann, Eintrittsgeld ausgeben soll.

Wie bereits bei „South Park – Der Film“ lässt sich diese Frage nicht so einfach beantworten: Der liebgewonnene Stil der Zeichentrickserie nutzt die Leinwand erwartungsgemäß weder beim Bild noch beim Ton aus. Dies ist allerdings kein echter Kritikpunkt. Nichts wäre schlimmer gewesen, als den Film stilistisch von der Vorlage zu entfernen – oder gibt es auch nur einen Menschen, der die Simpsons lieber als CGI-Version à la Shrek gesehen hätte?

Auch die Story beweist kein Kinoformat und könnte ebenso gut einer Doppelfolge entsprungen sein. Kurz zusammengefasst: Homer verursacht eine Umweltkatastrophe, woraufhin Springfield von Präsident Schwarzenegger („ich wurde gewählt um zu lenken, nicht um zu denken“) unter einer Glaskuppel eingeschlossen wird. Als die Stadt durch eine Bombe ausradiert werden soll und seine Familie sich von ihm abwendet, muss Homer all sein Können aufbringen, um die Stadt zu retten und seine Liebsten zurückzugewinnen. Ein wenig kreativer hätte es für meinen Geschmack schon sein dürfen.

Dennoch gibt es zwei gute Gründe, sich „Die Simpsons – Der Film“ im Kino anzuschauen.

Erstens ist ein faszinierendes Gefühl, sich umgeben von zahlreichen Simpsons-Fans zu wissen und mit ihnen gemeinsam über das zu lachen, worüber man sich sonst lediglich alleine oder im eher kleinen Kreis der Freunde/Familie erfreut.

Zweitens wurde die Chance genutzt, Szenen einzubauen, die zwar auch im TV noch lustig sein dürften, ihre Wirkung jedoch nur im Kino richtig entfalten können. So beginnt der Film z.B. damit, dass sich die Simpsons einen Itchy-und-Scratchy-Film im Kino anschauen. Genervt fragt Homer seine Familie, wieso sie für einen Film Geld ausgegeben haben, dessen Serie kostenlos im Fernsehen läuft. Es gibt zahlreiche Beispiele dieser Art, auf deren Nennung ich aus Rücksicht auf künftige Zuschauer jedoch verzichten werde. ;-)

Ob diese Gründe den Kauf einer Kinokarte rechtfertigen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bereue es jedenfalls nicht, mich von meiner durchgesessenen Couch erhoben zu haben.

Zu den Anspielungen auf die ungewohnte Kinoumgebung gesellen sich die für „Die Simpsons“ typischen Slapstick-Einlagen und die gesellschaftskritischen Seitenhiebe. Unter anderem bekommt auch der moderne Überwachungsstaat sein Fett weg – und das kann heutzutage gar nicht oft genug passieren.

Befürchtungen, dass die gelbe Familie eine Laufzeit von knapp 90 Minuten nicht tragen könnte, erweisen sich zum Glück als unbegründet. Zwar gibt es den einen oder anderen kurzen Leerlauf, doch kann man dies aufgrund der zahlreichen gelungenen Gags problemlos verschmerzen.

Abschließend noch kleiner ein Tipp: Beim Abspann sollte man nicht fluchtartig den Saal verlassen, sondern sich entspannt zurücklehnen und Geduld beweisen. Es lohnt sich.

Meine Wertung: 8/10

Transformers

Exakt 20 Jahre ist es her, dass Dolph Lundgren als He-Man das Licht der Filmwelt erblickte. In dem auf die gleichnamigen Actionfiguren beruhenden „Masters Of The Universe“ wurde der Kampf zweier verfeindeter außerirdischer Rassen auf der Erde ausgetragen. Den Schlüssel zum Sieg hielt ein junger Mann in seinen Händen, völlig unwissend, dass er über das Schicksal des Planeten entscheiden sollte.

Wieso ich das schreibe? Nun…

Michael Bay ist zurück und zeigt uns das, was er am besten kann: Eine furiose Materialschlacht. In dem auf die gleichnamigen Actionfiguren beruhenden „Transformers“ wird der Kampf zweier verfeindeter außerirdischer Rassen auf der Erde ausgetragen. Den Schlüssel zum Sieg hält ein junger Mann in seinen Händen, völlig unwissend, dass er über das Schicksal des Planeten entscheiden soll.

Noch Fragen?

Die Story dient erwartungsgemäß lediglich als Bindeglied zwischen den, dies sei vorweg genommen, besten Actionszenen, die ich seit langer Zeit im Kino sehen durfte. Und das ist absolut nicht negativ zu bewerten. Auch wenn die Geschichte unter einem Fingerhut Platz findet, reicht sie vollkommen aus, den Film über volle 140 Minuten zu tragen. Leerlauf sucht man vergebens. Ganz im Gegenteil: Würde es nach mir gehen, hätte der Film auch ruhig noch 30 Minuten länger sein dürfen.

So sehr ich auch darüber nachdenke, mir will einfach nichts einfallen, was ich „Transformers“ negativ ankreiden könnte. Der Film bietet alles, was einen perfekten Blockbuster auszeichnet: Sympathische Charaktere, gelungenen Humor, eine gesunde Mischung aus ruhigen, witzigen und actionreichen Szenen sowie gelungene Special Effects.

Schrieb ich eben „gelungene Special Effects“? Ich sollte mich für diese Untertreibung selbst ohrfeigen. „Transformers“ erklimmt mühelos die absolute Spitze und setzt definitiv neue Maßstäbe. Wer einmal gesehen hat, wie sich die Transformers aus der Bewegung heraus verwandeln und/oder mit ihrer Umwelt interagieren, weiß, dass tricktechnisch inzwischen alles möglich ist. Egal ob aus der Totalen oder in Nahaufnahme, ob in ruhigen Dialogen oder in den (erstaunlich übersichtlich gefilmten) Actionszenen, niemals lassen die Macher Zweifel an ihrem Können aufkeimen und zeigen in den letzten 30 Minuten eine Materialschlacht, wie ich sie mir nicht besser hätte vorstellen können.

Umso erstaunter bin ich, wie gut sich Hauptdarsteller Shia LaBeouf in diesem Special-Effects-Meisterwerk zu behaupten weiß. Sicherlich sind die Transformers die eigentlichen Stars, doch hätte mir der Film ohne den sympathischen Jungmimen vermutlich längst nicht so gut gefallen. Und Megan Fox? Himmel, wäre ich 5 Jahre jünger, berühmt, reich und attraktiv, Megan Fox stünde auf meiner Frauen-mit-denen-ich-schlafen-muss-bevor-ich-sterbe-Liste ganz weit oben. Ein Highlight anderer Art ist John Turturro als durchgeknallt-überheblicher Agent Simmons, dessen T-Shirt einfach ein Brüller und hoffentlich irgendwann irgendwo bestellbar ist.

Mein Fazit

Michael Bay liefert mit „Transformers“ den wohl besten Blockbuster dieses Jahres ab und zeigt seinen Kollegen, wie moderne Science-Fiction-Action auszusehen hat. Neben den perfekten Effekten (hey, das reimt sich) und den furios inszenierten Actionszenen begeistern Megan Fox als Eye Candy und Shia LaBeouf als sympathischer Loser mit Herz und Mut.

Wertung: 10/10

Man sollte nicht nur beim Sex vermeiden Erster zu sein

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – wer zu früh kommt, den bestraft die Frau!

Dass dieser Spruch nicht nur auf Sex zutrifft, durfte ich heute in meinem Stammkino erfahren: Seit ein paar Wochen erhält man im CinemaxX eine Bonuskarte, der für jeden Euro, den man im Kino lässt, ein Punkt gutgeschrieben wird. Hat man genug Punkte gesammelt, kann man diese gegen Prämien wie z.B. eine Kinokarte einlösen. Da ich erforderlichen 120 Punkte inzwischen gesammelt habe, war mein Plan, diese für eine Transformers-Freikarte zu nutzen.

Leider kam ich der süß-charmanten jungen Dame an der Kasse mit diesem Anliegen etwas zu früh. Ihr erratet es vielleicht bereits: Der Fall, dass jemand so viele Punkte gesammelt hatte, war noch nie eingetreten, so dass sie nicht wusste, wie man solch eine Freikarte zu verbuchen hat.

Mein kostenloser Kinobesuch muss also noch ein wenig warten, was natürlich kein Problem ist: Ich bin ja oft genug dort. Dennoch hätte sie mir als Entschädigung ruhig ihre Telefonnummer geben können… ;-)