Monatsarchiv für September 2007

 
 

George A. Romeros “Day Of The Dead” zum ersten Mal im Free-TV

Ich weiß, so langsam entwickelt mein Blog sich zu einer Werbeplattform des TV-Senders arte, aber was soll ich machen? Grund meiner heutigen Lobhudelei ist die Pressemitteilung, im Rahmen der Trash-Reihe den Romero-Klassiker „Day Of The Dead“ auszustrahlen. Und zwar, so berichtet zumindest Schnittberichte.com, in der unzensierten Originalfassung. Stattfinden soll dieses Ereignis am 26. Oktober 2007.

Ob der Film wirklich ungeschnitten ausgestrahlt wird, darf in der Tat bezweifelt werden. Immerhin steht „Day Of The Dead“ seit den Achtzigern auf der Liste beschlagnahmter Filme. Doch egal in welcher Fassung der Film gezeigt wird, ich ziehe meinen Hut vor arte: Diesen Film überhaupt in das Programm aufgenommen zu haben, verdient definitiv Anerkennung! Auch wenn er sicherlich viel zu gut für die Trash-Reihe ist…

Im Kino: Disturbia

Remakes. Neuverfilmungen. Neuinterpretationen. Für die meisten Filmfans sind sie ein Fluch, ein Zeichen mangelnder Kreativität. Ich selbst stehe ihnen positiv gegenüber, bieten sie doch eine Chance, das nachwachsende Publikum auf alte Klassiker aufmerksam zu machen oder bereits erzählten Geschichten neue Facetten abzugewinnen. Und wenn der Versuch misslingt, kann man den Film immer noch meiden. Bei „Disturbia“ ist dies zum Glück nicht notwendig.

Worum geht’s

Weil er seinen Lehrer geschlagen hat, wird Teenager Kale (Shia LaBeouf) unter Hausarrest gestellt. Eine elektronische Fußfessel überwacht seine Position auf Schritt und Tritt und informiert die Polizei, sobald er sich zu weit von seinem Haus entfernt. Aus Langeweile beginnt Kale seine Nachbarn zu beobachten und glaubt schon bald, in dem unauffälligen Mr. Turner (David Morse) einen gesuchten Serienkiller gefunden zu haben. Gemeinsam mit seinem besten Freund Ronnie (Aaron Yoo) und der süßen Nachbarin Ashley (Sarah Roemer) beginnt Kale damit, Mr. Turner zu beschatten und Beweise gegen ihn zu sammeln…

Meine Meinung

Na, wer hat es erkannt? Richtig: „Das Fenster zum Hof“. So lautet das Original, das mit „Disturbia“ eine Frischzellenkur verpasst bekommen hat. Der Hitchcock-Klassiker aus dem Jahr 1954 mit James Stewart und Grace Kelly gilt völlig zurecht als einer der besten Suspense-Thriller und fesselt auch heute noch von der ersten bis zur letzten Minute.

Auch wenn „Disturbia“ nicht die Qualität des übergroßen Originals erreicht, kann man dennoch von einem durchaus gelungenen Thriller sprechen. Worauf die Geschichte hinausläuft, ist von Anfang an klar, und so konzentriert sich Regisseur D.J. Caruso auf den Weg, statt auf das Ziel. Gemächlich und beinahe nebensächlich baut er eine stetig wachsende Bedrohung auf, während er sich viel Zeit für die Einführung seiner Charaktere lässt, mit denen sich das Publikum schnell anfreundet und im späteren Verlauf mitfiebert.

Leider entpuppt sich der „spätere Verlauf“ als recht kurz, wenn nicht gar zu kurz. So gelungen und atmosphärisch die Suche nach den belastenden Beweisen inszeniert wurde, so unspektakulär fällt auch das Finale aus. Wie bereits „Unbekannter Anrufer“ endet auch „Disturbia“ unmittelbar nach dem Erreichen seines Zenits. Auch wenn man bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist, hätte ich mir einen etwas längeren und vorallem etwas unkonventionelleren Showdown gewünscht.

Nachwuchstalent Shia LaBeouf („Transformers“) ist zwar nicht James Stewart, versteht es aber dennoch, beim Zuschauer Verständnis für seine Figur hervorzurufen und das Publikum für sich zu gewinnen. David Morse („16 Blocks“) liefert eine gewohnt souveräne Leistung ab, während von Love Interest Sarah Roemer rollenbedingt wohl am ehesten die hübsche Optik in Erinnerung bleiben wird.

Mein Fazit

„Disturbia“ ist ein gelungener Thriller, der mit einem sympathischen Hauptdarsteller punkten kann und auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist, ohne die älteren Generationen aus dem Blickwinkel zu verlieren. Die Atmosphäre ist ebenso stimmig wie David Morses Auftritt als psychopathischer Nachbar. Lediglich das konventionelle und viel zu schnelle Finale enttäuscht.

Meine Wertung: 7/10

Im Kino: Shoot ‘Em Up

Aufgemerkt: Jeder, der sich nicht mit einem Film anfreunden kann, der lediglich aus Schießerei – Sprüche – Schießerei – Sprüche – Sex – Schießerei – Sprüche – Schießerei – Folter – Schießerei – Sprüche – Schießerei – Schießerei besteht, sollte an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören und auf meine Disturbia-Review warten. Allen anderen wünsche ich viel Spaß.

Worum geht’s

Eigentlich möchte Smith (Clive Owen) nur an der Bushaltestelle sitzen und seine Möhre essen. Doch dann rennt eine hochschwangere Fremde an ihm vorbei. Und ein Mann mit einer Pistole. Smith greift ein, kann jedoch nur das im Kugelhagel entbundene Baby retten. Verfolgt von dem Profikiller Hertz (Paul Giamatti) und dessen unzähligen Handlangern, versuchen Smith und die Prostituierte Donna (Monica Bellucci) herauszufinden, wer hinter dem Mordauftrag steckt…

Meine Meinung

Shoot ‘Em Up – der Titel ist Programm. Eine echte Handlung hat der Film nicht zu bieten. Stattdessen gibt es wilde Schießereien und makabere Sprüche satt. Wie in einer Schießbude nimmt sich Clive Owen die Schurken vor und lässt jeder längeren Actionsequenz einen zynischen Spruch folgen. Ein Killer nach dem anderen wird erschossen. Schnell. Blutig. Und völlig überzogen. Der Film nimmt sich zu keiner Minute ernst. Und er tut gut daran, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass „Shoot ‘Em Up“ als ernster Actionthriller funktioniert hätte. Der Realismus weicht Schießereien, die wirken, als wären sie einem Comic entsprungen. Einen Hang für das Durchgeknallte sollte man als Zuschauer also besser mitbringen, möchte man von dem Film nicht enttäuscht werden.

Die große Stärke des Films ist gleichzeitig auch seine Schwäche. So unterhaltsam und perfekt choreografiert die Schießereien auch sind, irgendwann stellt sich eine gewisse Monotonie gepaart mit einer Reizüberflutung ein. Zwar waren die Macher sichtlich bemüht, den Film durch unterschiedliche Umgebungen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, doch täuscht das nicht darüber hinweg, dass jede Actionszene im Endeffekt auf dasselbe hinausläuft. Als wirklich originell kann nur eine Schießerei in luftiger Höhe bezeichnet werden, in der sich Owen zahlreicher Fallschirmspringer entledigt. Alles andere ist business as usual.

Ebenfalls zweigeteilt bin ich bezüglich des Humors. Einerseits hat „Shoot ‘Em Up“ wirklich gelungene makabere Einfälle und zynische Sprüche zu bieten, doch andererseits wirkt Owens Coolness stellenweise viel zu bemüht. Dem Schauspieler selbst ist dabei kein Vorwurf zu machen, er mimt den namenlosen Helden gewohnt lässig und souverän. Man hätte ihm lediglich ein paar Sprüche weniger ins Drehbuch schreiben sollen. Manchmal ist weniger halt doch mehr.

Während Paul Giamatti seine Rolle als Profikiller sichtlich genießt, bleibt Monica Bellucci nicht viel mehr als ein hübsches Beiwerk. Der Versuch, ihrem Charakter ein wenig Tiefe zu verleihen, wird durch die darauf folgende Sexszene sofort ad absurdum geführt.

Mein Fazit

Ein Film für alle, denen „Crank“ nicht schnell genug war und zu wenig Action bot. Trotz der zu aufgesetzt wirkenden Coolness und der sich wiederholenden Schießereien kann „Shoot ‘Em Up“ dank flottem Tempo, makaberer Ideen und gut gelaunter Stars gerade noch überzeugen.

Meine Wertung: 6/10

Kleine Vorschau auf “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken”

Nachdem ich ja bereits in Textform von dem Teaser geschwärmt habe, hier nun der Dialog in seiner vollen Pracht:

Das Bourne Ultimatum

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. „Die Bourne Identität“ und „Die Bourne Verschwörung“ waren bzw. sind nicht nur zwei hervorragende Agententhriller, sondern auch der Beweis dafür, dass das Deppenleerzeichen nicht mehr aufzuhalten ist. Dank des Titels „Das Bourne Ultimatum“ ist aus der Geschichte nun eine Deppenleerzeichen-Trilogie geworden.

Worum geht’s

Jason Bourne (Matt Damon) befindet sich weiterhin auf der Flucht. Und auf der Suche nach seiner wahren Identität und den Hintermännern, die für seine Lage und Maries Tod verantwortlich sind. Seine Nachforschungen führen ihn zu dem CIA-Abteilungsleiter Noah Vosen (David Strathairn) und einem Projekt namens BlackBriar. Von CIA-Agenten und Profikillern gejagt, erhält er unerwartet Hilfe von den CIA-Agentinnen Nicky Parsons (Julia Stiles) und Pamela Landy (Joan Allen)…

Meine Meinung

Klären wir das Wichtigste gleich zu Beginn: Ja, der Film kann die Qualität der Vorgänger halten und sie sogar übertrumpfen. „Das Bourne Ultimatum“ ist eine einzige Achterbahnfahrt. Spektakulär. Intelligent. Fesselnd. Wenn Jason Bourne seine Gegner austrickst und nach und nach die Geheimnisse des Treadstone-Projekts und dessen Nachfolger lüftet, ist pure Spannung angesagt. Und Verwirrung möglich. Wer sich leicht ablenken lässt oder die Vorgänger nicht kennt, dürfte schon bald Probleme damit bekommen, der Geschichte zu folgen. Zwar wird der Film niemals anstrengend, dort erfordert er von seinem Publikum eine konstante Aufmerksamkeit.

An Action wird alles geboten, was das Herz begehrt: Verfolgungsjagden zu Fuß, mit dem Auto und mit dem Motorrad. Hinzu kommen die aus den Vorgängern bekannten Mann-gegen-Mann-Kämpfe. Hart. Realistisch. Konsequent. Bei der Action ein Highlight zu benennen, ist mir ehrlich gesagt nicht möglich. Die Faszination geht von der gelungenen Mischung aus, sie ist das Highlight.

Matt Damon glänzt erneut als knallharter Ex-Agent. Seine Darstellung ist durchweg überzeugend, egal ob es sich um ruhige oder um actionreiche Szenen handelt. Neben den aus den Vorgängern bereits bekannten Gesichtern von Joan Allen und Julia Stiles gibt es mehrere Neuzugänge zu verzeichnen. Am bekanntesten dürften hiervon sicherlich David Strathairn („Good Night, and Good Luck“, „L.A. Confidential“) und Scott Glenn („Absolute Power“, „Backdraft“) sein. Sämtliche Darsteller machen ihre Sache sehr gut und verstehen es, ihre Rollen mit Leben zu füllen. In einem Kurzauftritt als Maries Bruder kann man Daniel Brühl bewundern. Allerdings ist dieser Auftritt wirklich kurz, so dass er kaum in Erinnerung bleiben wird.

Mein Fazit

„Das Bourne Ultimatum“ stellt ein gelungenes Finale der Trilogie dar und bringt die Geschichte zu einem krönenden Abschluss. Matt Damon überzeugt sowohl emotional wie auch physisch und hat in der Rolle des Jason Bourne vermutlich die Rolle seines Lebens gefunden.

Meine Wertung: 10/10