Monatsarchiv für September 2007

 
 

Ein kleiner Tag für die Menschheit, ein großer Tag für mich

Ich weiß, dass dieser Eintrag den meisten Lesern vermutlich nicht mal ein kleines Lächeln entlocken wird, doch für mich ist heute ein wahrlich besonderer Tag:

Ich habe heute meine erste Einladung zu einer Pressevorführung erhalten!

Leider kann ich den Termin nicht wahrnehmen, da ich an dem Tag zeitlich bereits gebunden bin, aber ich habe eine Einladung bekommen. Und freue mich gerade wie ein kleines Kind darüber. Ja ja, ich weiß, andere Blog-Betreiber bekommen auch solche Einladungen, aber über die erste darf, soll und muss ich mich einfach freuen. :-)

Zu sehen gäbe es den deutschen Film „Mörderischer Frieden“. Ein Drama um zwei Bundeswehrsoldaten, die in den Konflikt zwischen Serben und Albaner verwickelt werden. Liest sich sehr interessant – vielleicht schaffe ich es ja doch noch, meinen Termin zu verschieben und der Einladung folgen zu können…

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Beim ersten Mal

Kinobesuche können deprimierend sein. Zum Beispiel, wenn du mangels Beliebtheit beim schöneren Geschlecht gezwungen bist, dir Liebeskomödien alleine anzuschauen und um dich herum ausschließlich Pärchen sitzen. Noch deprimierender ist es, wenn die Frau hinter dir zu ihrem Freund sagt „Schau mal, lauter Männer, die von ihren Freundinnen mitgeschleppt wurden. Bis auf den da…“. Natürlich ist das reine Fiktion und so niemals geschehen…hat zufällig jemand ein Taschentuch für mich?

Worum geht’s

Alison (Katherine Heigl) ist jung, hübsch, erfolgreich…und schwanger. Als Vater kommt nur der chaotische Kindskopf Ben (Seth Rogen) in Frage, mit dem Alison vor acht Wochen nach viel zu viel Alkohol einen One Night Stand hatte. Dem Kind zuliebe gibt das unterschiedliche Paar sich eine Chance und versucht, das Beste aus der Situation zu machen…

Meine Meinung

Wer eine Komödie zum Ablachen erwartet, wird das Kino vermutlich enttäuscht verlassen. Zwar gibt es viele lustige Szenen, doch ist „Beim ersten Mal“ eine erstaunlich reife Komödie über Verantwortung, Werte und das Erwachsenwerden jenseits der Teenagerzeit. Eine Komödie, die ihr Publikum zum Lachen bringt und gleichzeitig in leisen Tönen zum Nachdenken anregt. Ihr Publikum, das sind die Twens, eine Zielgruppe, die viel zu selten in Komödien so direkt angesprochen wird. Die in einer Schwangerschaft auftretenden Probleme werden ebenso aufgegriffen wie die Kommunikationsprobleme junger Paare und die Angst davor, Gefühle zuzulassen. Dabei bleibt der Film jederzeit lustig, ohne sich über die jeweilige Thematik lustig zu machen. Eine Gratwanderung, die ihm hervorragend gelingt.

Leise Kritik übt „Beim ersten Mal“ an dem immer grotesker werdenden Schönheits- und Jugendwahn, der suggeriert, dass schwangere Frauen ebenso wie Frauen jenseits der 30 nicht mehr attraktiv wären. Auch das Fernsehen muss sich ob seiner Verlogenheit Kritik gefallen lassen. Dezent, aber unübersehbar.

Im letzten Drittel leistet sich der Film zwar einige Längen und gipfelt in einem etwas zu konservativen Ende, doch kann das den Unterhaltungswert nur minimal trüben.

Die unverbrauchten Darsteller tragen ihren Teil zum Erfolg bei. Katherine Heigl, den meisten Zuschauern wohl lediglich aus der Serie „Grey’s Anatomy“ bekannt, und Seth Rogen geben ein liebenswertes Paar ab, dem man jederzeit wünscht, dass sie ihre Probleme gemeistert bekommen. Gleiches gilt für Leslie Mann und Paul Rudd, die Alisons an Selbstzweifeln leidenden und mit Eheproblemen kämpfenden Schwester und Schwager spielen. Als Gastauftritte darf man Jessica Alba, Steve Carell, Andy Dick, Ryan Seacrest und James Franco bewundern.

Mein Fazit

„Beim ersten Mal“ gelingt das Kunststück, lustige und ernste Töne zu verbinden, ohne in Albernheiten abzudriften oder den moralischen Zeigefinger zu erheben. Ein Film für Twens und jene, die Twens geblieben sind.

Wertung: 9/10

Weitere Meinungen aus der Blogosphäre:

CeReality
Marcus kleine Filmseite

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Die Regeln der Gewalt

Hand aufs Herz: Wer kennt den Schauspieler Joseph Gordon-Levitt? Niemand? Ah, doch immerhin einer. Und da noch einer. Sehr schön. Denn dieser junge Mann verdient es, gekannt zu werden. Stand er in „10 Dinge, die ich an dir hasse“ noch in Heath Ledgers Schatten, bewies er 2005 mit „Brick“ eindrucksvoll, dass er Filme auch problemlos alleine tragen kann und weit mehr ist, als einer dieser zahlreichen gesichtslosen Jungdarsteller. In „Die Regeln der Gewalt“ beweist Gordon-Levitt erneut seine Klasse. Und wie für „Brick“ wird er auch für „Die Regeln der Gewalt“ nicht die Anerkennung erhalten, die er verdient.

Worum geht’s

Chris Pratt (Joseph Gordon-Levitt) stand einst vor einer großen Sportlerkarriere, doch ein selbstverschuldeter Autounfall zerstörte seine Pläne. Zwei Freunde starben, seine Freundin verlor ihr Bein und meidet ihn seitdem. Chris selbst leidet seit dem Unfall nicht nur an Schuldgefühlen, sondern auch an unkontrollierten Gefühlsausbrüchen und dem Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses. Von seinen Eltern missverstanden, steht ihm als einziger Freund sein blinder Mitbewohner Lewis (Jeff Daniels) zur Seite. Eines Tages lernt Chris in einer Kneipe Gary (Matthew Goode) kennen und findet sich schon bald in dessen Freundeskreis wieder. Was Chris nicht ahnt: Gary plant einen Banküberfall und benötigt Chris, um diesen durchzuführen…

Meine Meinung

Es ist traurig, dass Filme mit interessanten Charakteren oft unbemerkt an uns vorbeiziehen. „Die Regeln der Gewalt“ ist einer dieser Filme. Der von Schuldgefühlen geplagte Anti-Held Chris, der sein Leben nicht im Griff hat, in extremen Bedingungen jedoch über sich hinaus wächst, verdient ein größeres Publikum. Dies liegt vorallem an Joseph Gordon-Levitt, der den Schmerz und die Hoffnungslosigkeit des Protagonisten ebenso perfekt verkörpert wie den Tatendrang, wenn es um das Leben seines Freundes geht. Der trotz seiner Sehbehinderung stets optimistische Lewis wird von Jeff Daniels hervorragend verkörpert. Noch ein Schauspieler, der (noch) nicht die Bekanntheit erlangt hat, die er verdient.

Leider bietet „Die Regeln der Gewalt“ auch Anlass zur Kritik. Die Mischung aus Drama und Thriller wirkt ein wenig unausgegoren und lässt ein gelungenes Timing vermissen. Die erste Stunde stellt eine reine Charakterstudie dar. Eine Studie über einen Menschen, der alles verloren hat und verzweifelt versucht, wieder Anschluss am Leben zu finden. Erst in den letzten 30 Minuten kommt mit Beginn des Überfalls Spannung auf. Diese Mischung dürfte sicherlich nicht jedem Zuschauer schmecken.

Sehr bedauerlich ist zudem, dass einige interessante Handlungsstränge nicht weiter ausgeführt und teilweise sogar komplett fallengelassen werden. Besonders Chris Verhältnis zu seiner neuen Liebe Luvlee wird sträflichst vernachlässigt. Hier wäre wesentlich mehr möglich gewesen.

Mein Fazit

„Die Regeln der Gewalt“ ist trotz seiner Schwächen eine sehenswerte Mischung aus Drama und Thriller. Dies verdankt der Film größtenteils seinen hervorragenden Hauptdarstellern. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Charakterstudie überwiegt und der Überfall lediglich einen kleinen Teil einnimmt.

Meine Wertung: 7/10

Weitere Meinungen aus der Blogosphäre:

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Filme, die seit gestern auf meinem Kinoplan stehen

Es gibt Filme, mit denen ich einfach nicht warm werde. Hierzu gehören eindeutig deutsche Komödien. Während meiner gestrigen Marathonkinositzung (Reviews folgen) jedoch schafften es gleich zwei deutsche Komödien, mein Interesse zu wecken.

Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

Der Teaser besteht lediglich aus einem kleinen Dialog, geführt von Benno Führmann und Jessica Schwarz:

„Ich gebe zu, ich war bei meiner Sekretärin und es ist zu einer Situation gekommen, in der wir uns unserer Kleidung entledigt haben. Aber, und das ist die gute Nachricht, ich habe keine Erektion bekommen, weil ich an dich gedacht habe.“
„Du hast keine Erektion bekommen, weil du an mich gedacht hast? Und wenn du eine Erektion bekommst, an wen denkst du dann?“

Es geht doch nichts über das typische Kommunikationsproblem zwischen Frau und Mann. Die offizielle Seite des Films (derzeit im Aufbau) findet ihr hier oder hier.

Der zweite Film im Bunde hört auf den grandiosen Titel

Pornorama oder die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts

Eine Komödie über den deutschen Aufklärungsfilm? Da bin ich doch dabei! Aufgeklärt werdet ihr auf dieser Seite.

Keine deutsche Komödie, sondern ein US-Horrorfilm:

30 Days of Night

David Slade, Regisseur des gelungenen Hard Candy, schickt Josh Hartnett in den Kampf gegen Vampire. Und das im einsamen Alaska während einer 30-tägigen Dunkelheit. Wenn der fertige Film nur halb so atmosphärisch wie der Trailer ausfällt, steht uns da etwas ganz Großes bevor. Wer sich davon selbst überzeugen möchte: Bitte.

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Death Sentence – Todesurteil

Mal unter uns: Jeder hat sich doch schon einmal gewünscht, dem Trottel, der in der letzten Reihe die Hand vor den Projektor hält und sich dabei lustig vorkommt, selbige einfach abzuhacken. Oder das Pärchen, das sich an der Kasse über die laufenden Filme informiert und die Schlange länger und länger werden lässt, mit einer Kinozeitschrift zu erschlagen. Ja, ich weiß, Selbstjustiz ist böse und gehört sich nicht. Aber manchmal…

Worum geht’s

Nick Hume (Kevin Bacon) kann sich glücklich schätzen. Er hat eine wundervolle Frau, zwei tolle Söhne und einen guten Job. Kurz gesagt: Ein perfektes Leben. Dieses Leben ändert sich schlagartig, als Nicks ältester Sohn vor seinen Augen von einer Gang brutal ermordet wird. Nick kann den Täter zwar erkennen, aber da er der einzige Zeuge ist, geht der Staatsanwalt von keinen guten Chancen für eine lebenslängliche Verurteilung aus. Maximal drei bis vier Jahre würden durch einen Deal mit dem Verteidiger machbar sein. Enttäuscht zieht Nick seine Aussage zurück, folgt dem Mörder seines Sohnes und tötet ihn. Damit löst er eine Kettenreaktion der Gewalt aus, die bald auch seine Familie erreicht…

Meine Meinung

Damit eines gleich zu Beginn geklärt ist: Auf eine Wertung der Selbstjustizthematik werde ich verzichten. Wer mit einer bestimmten Thematik in Filmen nichts anfangen kann, der möge solche Filme bitte einfach meiden. Danke.

Nick Humes Verwandlung vom liebenden Familienvater zum gnadenlosen Racheengel profitiert deutlich von seinem Hauptdarsteller und kann nur als gelungen bezeichnet werden. Dass Kevin Bacon schauspielern kann, ist wahrlich nichts Neues, insofern überrascht es nicht, dass er auch diese Rolle perfekt meistert. Sei es die Hilflosigkeit beim Zusammenbruch nach seinem ersten Mord, die Verzweiflung gegenüber seiner Frau oder die Wut beim Aufbruch zur finalen Abrechnung, Bacon weiß jederzeit zu überzeugen.

Leider bekommen die restlichen Darsteller nicht die Chance, ihre Möglichkeiten ebenfalls auszuschöpfen. Von Nick Hume abgesehen, bleiben die Charaktere oberflächlich und uninteressant. Die Ehefrau liebt ihren Mann, komme was wolle. Die Gang-Mitglieder sind böse, komme was wolle. Und das System, in Person von Staatsanwalt und Polizei, ist unfähig, komme was wolle. Lediglich dem jüngsten Sohn wird ein wenig Tiefe verliehen. So befürchtet er, seine Eltern hätten lieber ihn als seinen Bruder verloren. Allerdings wird dieser Zweig nicht konsequent verfolgt und verliert dadurch an Bedeutung.

Dafür überzeugt der Rest des Films umso mehr. Die Atmosphäre ist so düster wie trostlos und das stimmige Timing lässt Spannung, Bedrohung und Gewalt kontinuierlich anwachsen. Die Action wurde zum Glück nicht auf schick getrimmt, sondern so realistisch wie möglich inszeniert. Schusswunden hinterlassen deutliche Spuren. Im günstigsten Fall sind Einschusslöcher die Folge, im ungünstigsten Fall abgetrennte Körperteile. Kevin Bacons Rachefeldzug ist gnadenlos. Nein, in Kinderhände gehört dieser Film sicher nicht. Erwachsene hingegen erfreuen sich an einem der besten Showdowns der letzten Jahre.

Mein Fazit

„Death Sentence“ ist ein schnörkelloser Rache-Thriller der alten Schule. Hart, brutal, ungeschönt und ehrlich. Die Action wurde toll inszeniert und Kevin Bacon liefert als wütender Rächer eine hervorragende Performance ab. Das Vergnügen wird lediglich von den eindimensionalen Charakteren ein wenig getrübt, ansonsten kann der Film voll überzeugen.

Meine Wertung: 8/10

Weitere Meinungen aus der Blogosphäre:

Equilibrium

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