Monatsarchiv für Oktober 2007

 
 

Highlight Video präsentiert: Wie man ein neues Videoformat erfolgreich ruiniert, noch bevor es sich am Markt etabliert hat

Ja, als so genannter „Early Adaptor“ hat man es wahrlich nicht leicht. Als reiche es nicht, dass man horrende Preise für neue Produkte zahlt und dafür mit zahlreichen Kinderkrankheiten belohnt wird, nein, die Unternehmen müssen einem noch vorsätzlich Steine in den Weg legen.

Zum besseren Verständnis hole ich ein wenig aus, fasse mich dabei aber so kurz wie möglich: HD-Medien bieten die Möglichkeit, die Nutzung aus Kopierschutzgründen einzuschränken. So ist z.B. vorgesehen, die Auflösung von HD auf PAL zu drosseln, sofern die genutzte Hardware keine digitale Übertragung (HDMI) mit HDCP-Verschlüsselung unterstützt. Vorgeschrieben ist dies jedoch erst ab 2011, bis dahin sollten diese Mittel nicht eingesetzt werden, um Benutzer analoger Anschlüsse (wie sie zum Beispiel bei der Xbox360 zu finden sind) nicht auszuschließen.

Doch Highlight Video scheint über den Dingen zu stehen, ignoriert ohne Rücksicht auf Verluste den derzeitigen Stand der Technik und versieht die HD DVDs von „Resident Evil“ und „Resident Evil: Apocalypse“ bereits heute mit dieser Einschränkung. Auch die HD DVD von „Hero“ soll betroffen sein.

Als Nutzer der Xbox360 werde ich somit ausgeschlossen, wobei besonders ärgerlich ist, dass auf der Verpackung kein einziger Hinweis auf etwaige Einschränkungen vorzufinden ist.

Liebes Highlight-Video-Team: Wenn Sie nicht möchten, dass ich neue Produkte von Ihnen kaufe, dann brauchen Sie mir das nur zu sagen. Ich habe kein Problem damit, auf bestimmte Artikel zu verzichten, wenn ich das Gefühl bekomme, dass einer Firma die Konsumenten egal sind. Aber eines sollten Sie dabei bedenken: Otto-Normalverbraucher interessiert sich noch nicht für HD-Medien. Es sind Freaks wie ich, die Ihre Produkte derzeit kaufen. Die darüber berichten. Die es ihren Familien / Freunden / Bekannten / Kollegen vorführen und sie davon überzeugen, ebenfalls auf den HD-Zug aufzuspringen. Es sich ausgerechnet mit dieser derzeit doch sehr überschaubaren Käufergruppe zu verscherzen, scheint mir der falsche Weg zu sein, um neue Medien wie die HD DVD oder die Blu-ray Disc am deutschen Markt zu etablieren…

Kurz vorgestellt: Until Death (DVD)

Erinnert ihr euch noch an Jean-Claude Van Damme? Bzw. kennt ihr ihn überhaupt? Richtig, das ist jener Mann, der 1988 in dem bis heute besten Kampfsportfilm „Bloodsport“ die Hauptrolle spielte. Und es ist der Mann, mit dem Regisseur Albert Pyun seinen ersten (und letzten) guten Film drehte: „Cyborg“. Nicht zu vergessen Roland Emmerichs „Universal Soldier“ und John Woos „Harte Ziele“.

Wie viele andere ehemalige Actionstars, trifft man Van Damme heute nur noch in der Videothek an. Sein neuester Film trägt den Titel „Until Death“ und handelt von einem Polizisten (Van Damme), der vom rechten Weg abgekommen ist, Drogen nimmt und bei seinen Mitmenschen alles andere als beliebt ist. Als er von seinem ehemaligen Partner (Stephen Rea) in eine Falle gelockt wird, überlebt er den finalen Kopfschuss zwar, muss sein Leben jedoch von vorne beginnen und erkennt dabei die Fehler, die er in den vergangenen Jahren gemacht hat. Ein Schelm, wer dabei an Harrison Ford und „In Sachen Henry“ denkt.

„Until Death“ bietet zwar einige kleine bis mittelgroße Schießereien, ist aber mehr Drama als Actionfilm. Wer auf einen neuen Van-Damme-Kracher hofft, kann sich das Geld also getrost sparen und sich stattdessen den neuesten Steven-Seagal-Reißer muahaha ausleihen. Da weiß man wenigstens, was man bekommt. muahaha²

Wer Van Damme auch in anderen Rollen als dem typischen Einzelkämpfer sehen mag, darf hingegen ruhig einen Blick riskieren. Auch wenn der Film meilenweit von einer Kinoauswertung entfernt ist, bietet er dennoch durchgängige Unterhaltung auf gehobenem Videotheken-Niveau. Und eines darf man auch ruhig mal anerkennen: Im Gegensatz zu anderen (zu recht vergessenen) ehemaligen Actionstars kann Van Damme durchaus ein gewisses Schauspieltalent vorweisen…

Im Kino: Die Vorahnung

Kinobesuche müssen nicht zwangsläufig „nur“ unterhaltsam sein. Kinobesuche können auch lehrreich sein. Ich z.B. habe dank „Die Vorahnung“ zwei Dinge gelernt:

1. Geht man als Mann alleine in einen Sandra-Bullock-Film, muss man damit rechnen, angestarrt zu werden, als trage man seinen Hintern auf der Vorderseite.

2. Sind Menschen mit einem Film überfordert, halten sie nicht etwa die Klappe und konzentrieren sich umso mehr auf das Geschehen, nein, sie lassen sich alle zwei Minuten lauthals darüber aus, dass sie nicht verstehen, was da gerade auf der Leinwand vor sich geht.

Worum geht’s

Es ist ein ganz normaler Tag für Linda (Sandra Bullock) und ihre beiden Töchter Megan und Bridgette. Bis ein Polizist an ihrer Tür steht und Linda erklärt, dass ihr Mann Jim (Julian McMahon) während seiner Geschäftsreise bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Mit Hilfe ihrer Mutter bringt Linda den Tag hinter sich, schläft auf der Couch ein – und staunt nicht schlecht, als Jim am nächsten Morgen quicklebendig in der Küche steht. Linda glaubt an einen schlimmen Alptraum. Bis sie am nächsten Morgen erwacht und ihr Haus voller Trauergäste vorfindet…

Meine Meinung

Es gibt Filme, die ihre Geschichte mit einer oder mehreren Aussagen bereichern. Und es gibt Aussagen, um die irgendwie ein Film herum gestrickt wurde. „Die Vorahnung“ zählt eindeutig zur zweiten Kategorie. Die Botschaft von „Die Vorahnung“ ist mehr als offensichtlich: Genieße jeden Tag, kämpfe um jeden Tag. Denn jeder Tag ist ein Geschenk.

Ich weiß: Klingt nach einer dieser typischen Lebensweisheiten, und wenn man ganz ehrlich ist, ist es auch nicht viel mehr. Und so ist es auch um „Die Vorahnung“ bestellt: Die Inhaltsangabe liest sich wie ein typischer Mystery-Film, und wenn man ganz ehrlich ist, ist er auch nicht viel mehr. Aber auch nicht weniger. Denn lässt man sich auf die Geschichte ein, wird man mit einem zwar verworrenen (bei den Zeitsprüngen ist erhöhte Aufmerksamkeit gefordert), aber auch interessanten und am Ende sogar spannenden Film belohnt. Zwar wird „Die Vorahnung“ aufgrund mangelnder Ideen und einer etwas trägen Inszenierung niemals in die Filmgeschichte eingehen, doch weiß er durchaus zu unterhalten.

Dies verdankt der Film zu einem großen Teil der sympathischen Sandra Bullock, die nicht nur fantastisch aussieht (man mag kaum glauben, dass diese Frau bereits 43 Jahre alt sein soll), sondern einmal mehr beweist, dass sie Filme problemlos alleine tragen kann. „Die Vorahnung“ ist eine One-Woman-Show, die zwar auch mit namhaften Nebendarstellern aufwarten kann, jedoch voll und ganz auf seine Hauptdarstellerin ausgelegt ist. Dementsprechend blass bleiben leider die Kinder, der Ehemann und die mögliche Geliebte, welche von Amber Valletta („Hitch – Der Date Doktor“) gespielt wird.

Ein besonderes Lob gebührt dem Ende, welches zum Glück anders daherkommt als von mir erwartet, und den Film konsequent zu seinem Schluss führt. Auch wenn man auf die letzte Einstellung hätte verzichten können, bleibt der Film durchaus seiner Linie treu, was längst nicht jeder Film von sich behaupten kann.

Mein Fazit

Solides Mystery-Drama um die typische Frage, wofür es sich zu leben und zu kämpfen lohnt. Sandra Bullock liefert eine hervorragende Performance, kann aber nicht verhindern, dass „Die Vorahnung“ mangels neuer Ideen und blasser Figurenzeichnung im Durchschnitt untergeht.

Meine Wertung: 6/10

Demnächst auf CineKie.de

Kennt ihr das? Man schaut Filme…und schaut…und schaut…und weiß eigentlich gar nicht, wann man die dazugehörigen Reviews noch schreiben soll. Schließlich muss man ja auch irgendwann essen, schlafen und arbeiten. So geht es mir derzeit. Ab Mittwoch dürfte es hier allerdings weitergehen, und zwar mit

White Noise: Fürchte das Licht (DVD)
Until Death (DVD)
Der Sternwanderer (Kino)
Invasion (Kino)
Operation: Kingdom (Kino)
Die Vorahnung (Kino)
Der eisige Tod (Kino)

Finaler Rambo-Trailer erschienen: Live for nothing…or die for something! (Update)

Und da ist er endlich, der finale Rambo-Trailer. Einfach mit rechts auf den Link klicken und “Ziel speichern unter” wählen, schon landet der gute John auf eurer Festplatte. Um den Trailer anschauen zu können, benötigt ihr allerdings den VLC media player: Mit QuickTime verträgt sich die Videodatei kurioserweise nicht.

Was mir nach wie vor fehlt, ist das typische Rambo-Theme von Jerry Goldsmith, ansonsten macht der Trailer einen netten Eindruck.

Gespannt wie Rambos Flitzebogen bin ich auf den deutschen Titel des Films: Einen “Rambo” haben wir hier schließlich schon…

Update

Der Trailer steht nun auch in HD bereit:

480p
720p
1080p