Monatsarchiv für Oktober 2007

 
 

Kurz und knapp: Pornorama oder die Bekenntnisse der mannstollen Näherin Rita Brauchts

Wer auch immer sich diesen Titel hat einfallen lassen: Respekt!

Kurz zusammengefasst

Junger Beinahe-Polizist möchte in den 70ern einen Sexfilm drehen, um seinen älteren Bruder aus einer finanziellen Notlage zu befreien. Probleme bereiten ihm seine unerfahrene Crew (schon das zweite grandiose Wortspiel heute) und eine Hauptdarstellerin, die nur italienisch spricht und sich nicht ausziehen möchte…

Meine Meinung in aller Kürze

Unterhaltsam. Sehr unterhaltsam. Sympathische Charaktere, unverbrauchte Darsteller und eine witzige Story garantieren einen unterhaltsamen Kinobesuch. Hinzu gesellt sich eine kleine Liebesgeschichte, die dafür sorgt, dass auch Romantiker zufrieden gestellt werden.

Bedauerlich ist, dass „Pornorama“ nicht alle Möglichkeiten ausschöpft: Aus den 70ern im Allgemeinen und den Aufklärungsfilmen im Speziellen hätte man sicherlich noch weit mehr rausholen können. Doch vielleicht hätte der Film dann auch überfrachtet gewirkt, wer weiß.

So oder so habe ich mich gut unterhalten gefühlt – und dank der Ausschnitte aus den Aufklärungsfilmen sogar das Eine oder Andere gelernt! ;-)

Meine Wertung: 7/10

Kurz und knapp: Wintersonnenwende – Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts

Kurz zusammengefasst

Junger Teenager erfährt, dass er zu den „Uralten“ gehört, einer Gruppe von Kämpfern, deren Aufgabe es ist, die Menschheit vor dem Bösen zu bewahren. Um dies zu tun, muss der Sucher (besagter Teenager) durch die Zeit reisen und die sechs Zeichen des Lichts finden. Das Böse in Gestalt eines dunklen Reiters versucht hingegen mit allen Mitteln, den Sucher aufzuhalten und selbst in den Besitz dieser Zeichen zu kommen…

Meine Meinung in aller Kürze

Blicke ich auf den Film zurück, fallen mir lediglich zwei positive Punkte ein: Die größtenteils wirklich gelungenen Effekte und die bezaubernde Amelia Warner. Alles andere fällt in die Kategorien „langweilig“ und „unfreiwillig komisch“.

Von einer echten Bedrohung ist während der gesamten Laufzeit nichts zu spüren. Zu zahm fallen die einzelnen Herausforderungen und die Attacken des Reiters aus. Ganz zu schweigen davon, dass der dunkle Reiter, welcher anscheinend ausschließlich in Zeitlupe reiten kann, viel zu brav wirkt. Solch einen Mann möchte Frau ihrer Mutter vorstellen, aber sich vor ihm fürchten?

Doch nicht nur einen guten Bösewicht (welch ein Wortspiel), auch einen Spannungsbogen sucht man vergebens. Statt eine Geschichte zu entwickeln, hangelt sich der Film uninspiriert und holperig von Zeitreise zu Zeitreise, wobei der Ablauf stets identisch ist. So gestrafft und zusammengewürfelt, wie der fertige Film wirkt, beschleicht mich das Gefühl, dass 2/3 der Geschichte der Schere zum Opfer fallen mussten, um die gewollte Laufzeit erreichen zu können. Da ich den literarischen Ursprung nicht kenne, bleibt dies jedoch eine Vermutung – evtl. eignet sich ja schon der Roman eher zum Fisch einwickeln* als zum Lesen.

Kurz gesagt: Ein Film, gegen den „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ wie ein Meisterwerk wirkt.

Meine Wertung: 2/10

* Ich komme einfach zu keinem Ergebnis: Wird das Wort „einwickeln“ in diesem Zusammenhang groß oder klein geschrieben?

Kurz und knapp: Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme

Kurz zusammengefasst

Sympathisches Moppelchen Larry (Kevin James) heiratet seinen besten Freund Chuck (Adam Sandler) um seine Pensionsansprüche nicht zu verlieren. Die Stadt wittert Betrug und setzt den durchgeknallten Prüfer Fitzer (Steve Buscemi) auf die beiden an. Hilfe suchen Chuck und Larry ausgerechnet bei der attraktiven Anwältin Alex (Jessica Biel), in die sich Frauenheld Chuck schon bald verguckt…

Meine Meinung in aller Kürze

Ein sympathisches Schwulenpärchen wider Willen, absurde Situationen, tolle Nebendarsteller (Ving Rhames spielt zum Niederknien) und eine Jessica Biel, die so attraktiv ist wie nie zuvor – mehr braucht es nicht für einen spaßigen Abend. Auch wenn einige Gags nicht zünden, sich der Humor manchmal unterhalb der Schmerzgrenze befindet und man aus dem Thema sicherlich noch viel mehr hätte machen können, weiß der Film größtenteils sehr gut zu unterhalten. Feingeister sollten „Chuck und Larry“ jedoch lieber fern bleiben: Auch wenn ab und zu durchaus Kritik an der Bürokratie und der Intoleranz gegenüber Homosexuellen durchsickert, liegt das Hauptaugenmerk jederzeit auf dem Klamauk.

Einen Extrapunkt gibt es für Jessica Biels Hintern, der alleine das Eintrittsgeld wert war… ;-)

Wertung: 7/10

Ruhe in Frieden, geliebter PC

Still war es die letzten Tage auf meinem Blog – und die Begründung ist denkbar einfach: Mein PC hat seinen letzten Atem ausgehaucht. Auch ein Austausch diverser Ersatzteile konnte ihn nicht am Leben halten, so dass ich mir am Mittwoch notgedrungen einen neuen Rechner zulegen musste.

Die Daten sind inzwischen größtenteils übernommen, die Arbeit kann fortgesetzt werden. Kommt nichts dazwischen, sollten bereits am Wochenende die nächsten Reviews folgen…

Demnächst im Kino: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

Das war er also, mein erster Besuch einer Pressevorführung. Zwei Dinge hatte ich mir für diesen Tag gewünscht: Zum einen, dass man mir meine Nervosität nicht anmerkt und zum anderen, dass mir der gezeigte Film gefällt. Schließlich sollte solch ein Tag nicht mit einer negativen Kritik enden. Nun, zumindest einer der beiden Wünsche wurde mir erfüllt…

Worum geht’s

Der im Beruf wie bei den Frauen erfolgreiche Jan (Benno Fürmann) genießt gerade seine Verabredung mit der naiven Melanie (Annika Kuhl), als er aus dem Fenster heraus beobachten muss, wie sein Auto beim Einparkversuch der abgehetzten Katrin (Jessica Schwarz) beschädigt wird. Mit einer Digitalkamera bewaffnet eilt er zum Parkplatz, um die Unbekannte zur Rede zu stellen. Währenddessen trifft Jans Mitbewohner Rüdiger (Matthias Matschke) auf die in der gemeinsamen Wohnung zurückgelassene Melanie. Für beide Paare ist es Liebe auf den ersten Blick. Während Melanie und Rüdiger sich schon bald das Jawort geben, sehen sich Katrin und Jan mit alltäglichen Problemen und den Avancen der Sekretärin Angie (Nadja Becker) und des Abenteurers Jonathan (Uwe Ochsenknecht) konfrontiert…

Meine Meinung

Um das Rätsel zu lüften: Ja, man hat mir meine Unsicherheit angemerkt. Dieser Wunsch wurde also nicht erfüllt. Folglich hat mir „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ gefallen. Dank origineller Inszenierung und zahlreicher absurder Ideen sogar erstaunlich gut.

Statt sich mit einer typisch deutschen Beziehungskomödie zu begnügen, nutzte Regisseur Leander Haußmann die Sachbuchvorlage, um einen Lehrfilm zu inszenieren. Ja, richtig gelesen, einen Lehrfilm. Immer wieder wird die eigentliche Geschichte unterbrochen, um das Geschehen mit Hilfe von Projektorfolien, Rückblenden in die Steinzeit und einer Stimme aus dem Off zu erklären und zu kommentieren. Diese Unterbrechungen bilden den Grundstein für zahlreiche absurde Szenen und ermöglichen gleichzeitig amüsante Einblicke in die Probleme zwischen Mann und Frau. Egal ob es sich um das männliche Balzverhalten, die Unterhaltung während eines Fußballspiels oder die Beurteilung einer Sekretärin handelt, jede Szene strotzt vor kreativer Einfälle. Positiv anzumerken ist, dass der Erzählfluss dadurch keineswegs negativ beeinflusst wird. Die Unterbrechungen fügen sich hervorragend in den Film ein, ohne jemals störend zu wirken oder überhand zu nehmen.

Dass nicht alle Gags zünden und die eine oder andere Szene bereits seit Jahrzehnten durch die Kinogeschichte geistert, sieht man dem Film ob seiner sonstigen Vorzüge gerne nach. Zumal zu diesen Vorzügen auch die Darsteller gehören. Während die sympathische Jessica Schwarz nur selten die Chance bekommt, in ihrer Rolle aufzugehen, begeistern Benno Führmann und Uwe Ochsenknecht als konkurrierende Alphamännchen. Vorallem Führmann liefert als zwischen Selbstbewusstsein, Selbstüberschätzung und Selbstmitleid schwankender Jan eine tolle Vorstellung.

Mein Fazit

„Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ ist eine äußerst unterhaltsame Beziehungskomödie, die sich durch ihre originelle Inszenierung wohltuend von der Masse abhebt und mit sympathischen Darstellern punkten kann. Der perfekte Film fürs erste Date, möchte man spätere Missverständnisse im Keim ersticken.

Meine Wertung: 8/10