Monatsarchiv für April 2008

 
 

Stoppt die Massenfilmhaltung – befreit die Filme!

Langsam wird es auch für mich mal Zeit, sich ein wenig zu engagieren. Und zwar gegen Filmquälerei. Auf kleinen Festplatten vegetieren sie zusammengepfercht dahin, dürfen mit ein wenig Glück höchstens die „Freiheit“ eines 32-Zoll-Fernsehers schnuppern. Damit muss Schluss sein!

Zum Glück bin ich nicht der Einzige, dem diese Missstände aufgefallen sind: Unter www.filmbefreier.de läuft derzeit eine großflächige Aufklärungsaktion an, um diesen in der Öffentlichkeit viel zu selten thematisierten Misshandlungen entgegenzuwirken.

Einen Werbespot gibt es natürlich auch schon:


Hilf auch DU mit! Werde Filmbefreier!

Kurz-Review: Tödlicher Anruf – One Missed Call

Asia-Grusel-Remake, der 538. Versuch. Gelernt hat Hollywood es immer noch nicht …

Kurz zusammengefasst

Das Mobiltelefon klingelt, der Angerufene hört seinen eigenen Tod und stirbt kurze Zeit später auf exakt die zuvor gehörte Art und Weise. Unheimlich. Unheimlich öde. Wie dem auch sei: Irgendwann klingelt auch das Telefon der jungen Beth (Shannyn Sossamon), die unverständlicherweise so gar keine Lust auf das lästige Sterben und dessen Folgen hat und zu recherchieren beginnt …

Meine Meinung in aller Kürze

*gähn* Ganz ehrlich: Ich kann böse Mädchen mit langen schwarzen Haaren langsam nicht mehr sehen. Dafür, dass die Geschichte mal wieder nur ein Abklatsch der gefühlten 537 vorherigen Asia-Grusler ist, kann der Film nichts. Wohl aber für die schnarchige Inszenierung, die jegliches Gespür für Atmosphäre, Spannung und Timing vermissen lässt. Die größte Spannung bezog ich aus der Frage, ob ich den Film ohne einzuschlafen überstehen würde. Von den zahlreichen Logikfehlern fange ich lieber gar nicht erst an. Immerhin sind die Schauspieler kein Totalausfall, retten den Film aber auch nicht vor der absoluten Belanglosigkeit.

Wie schön, dass mit „Shutter“ und „The Eye“ bereits die nächsten Remakes auf uns warten … das ist wirklich gruselig!

Big Brother: Ein gleißendes Vorbild für wahre Gefühle

Ich bin gerührt, ja beinahe den Tränen nahe: Serafino (in Fachkreisen aufgrund seines ausgeprägten Vermehrungstriebes auch Spermafino genannt) hat einen Brief von seinen Eltern erhalten und zeigt uns, dass Männer durchaus in der Lage sind, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen – wenn sie denn nur wollen:


Das geht ans Herz, das berührt die Seele. Doch was passiert im Internet? Richtig: Statt mit Serafino mitzufühlen wird gelästert und gelacht. Unglaublich. All den Spöttern seien zwei Dinge gesagt:

1. Über Geisteskranke macht man sich nicht lustig!

2. Ihr wärt genauso gerührt, hätten eure Eltern im hohen Alter wider Erwarten noch lesen und schreiben gelernt!

Unsensibles Volk …

The X-Files: I want to believe – Fox sucht einen deutschen Titel

Nachdem bekannt gegeben wurde, dass der zweite Kinofilm im Original “The X-Files: I want to believe” heißen wird, sucht Fox nun nach einem geeigneten deutschen Titel – und lädt die Fans dazu ein, sich an dieser Suche aktiv zu beteiligen.

Also lasst eurer Kreativität freien Lauf, besucht das Forum von XFiles-Mania.de, hinterlasst dort euren Vorschlag und wer weiß: Vielleicht dürft ihr euch schon bald damit rühmen, Vater/Mutter eines echten Filmtitels zu sein!

Vielleicht, vielleicht auch nicht

Als Mann hat man(n) es nicht immer leicht: Um unseren Ruf nicht zu zerstören, müssen wir Fußball mögen, Frauen als Objekte betrachten und dürfen uns keinesfalls kitschige Liebesfilme anschauen. Jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit. Zumindest für das letzte Problem gibt es mit "Vielleicht, vielleicht auch nicht" endlich eine Lösung: Den Frauenfilm für Männer.

Worum geht’s

Will Hayes (Ryan Reynolds) steht unmittelbar vor seiner Scheidung, als seine 11-jährige Tochter Maya (Abigail Breslin) in den Genuss des Sexualkundeunterrichts kommt. Getrieben von der Frage, ob sie gewollt oder ein Unfall war, möchte Maya von ihrem Vater wissen, wie er und ihre Mutter sich kennen und lieben gelernt haben. Widerwillig gibt Will den Drängen seiner Tochter nach, erzählt ihr jedoch nicht nur von ihrer Mutter, sondern zusätzlich von den beiden anderen Frauen aus seinem Leben. Am Ende soll Maya erraten, welche davon ihre Mutter ist: Die süße Jugendliebe Emily (Elizabeth Banks), der toughe Workaholic Summer (Rachel Weisz) oder der zynische Kumpeltyp April (Isla Fisher) …

Meine Meinung

Wie ich oben bereits schrieb, ist "Vielleicht, vielleicht auch nicht" eigentlich ein typischer Frauenfilm – wäre da nicht die männliche Identifikationsfigur. So ist das Schema dann auch reichlich bekannt: Hauptfigur trifft den Richtigen die Richtige, merkt dies jedoch nicht und muss reichlich Umwege in Kauf nehmen, um den Liebsten die Liebste am Ende in den Armen halten zu dürfen. Aufgelockert wird das Geschehen dadurch, dass der Zuschauer bis zum Schluss rätseln muss, für welche der drei Damen sich Will letztendlich entschieden hat. Zumindest mich hat des Rätsels Lösung dann auch tatsächlich (positiv) überrascht, da das Ende weniger kitschig ausfällt und näher an der Realität dran ist, als ich erwartet hätte.

Was ich "Vielleicht, vielleicht auch nicht" hoch anrechne, ist der Umgang mit seinen Figuren: Keiner der Charaktere ist überzeichnet, jeder hat seine Stärken und Schwächen und bleibt dabei stets menschlich. So dürften sich wohl viele Männer in Will Hayes wiederfinden, an bestimmten Stellen mit dem Kopf schütteln, wohl wissend, dass sie selbst nicht anders handeln würden. Männer halt. Ähnlich dürfte es den meisten Frauen ergehen: Auch sie dürften über Will und uns den Kopf schütteln.

Ryan Reynolds spielt seine Rolle gewohnt sympathisch und versteht es, die verschiedenen Lebensabschnitte und Gefühlszustände seiner Figur glaubhaft darzustellen. Abigail Breslins Charakter wirkt zuweilen etwas altklug, bleibt aber dennoch zu jeder Zeit liebenswert. Elizabeth Banks ist süß wie immer, während Rachel Weisz lediglich souverän agiert und ruhig ein wenig mehr Screentime hätte bekommen dürfen. Und Isla Fisher … nun, sagen wir einfach, wäre die Figur der April Realität, ich wüsste, für wen ich mich entscheiden würde …

Mein Fazit

Sympathischer Liebesfilm, den Mann sich ohne schlechtes Gewissen anschauen darf, ohne Angst davor haben zu müssen, sein Gesicht zu verlieren. Der optimale Film für das erste Date. Oder für das zweite. Oder auch dritte. Eigentlich für jedes Date.


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