Monatsarchiv für März 2009

 
 

Im Kino ertragen: Der Rosarote Panther 2

panther_plakat Gute Komödien. Sie zaubern uns alleine durch die Mimik und Gestik der Darsteller ein Grinsen ins Gesicht. Sie treiben uns Tränen in die Augen vor Lachen und oft müssen wir sie zweimal sehen, weil wir durch den letzten Brüller den darauf folgenden verpasst haben. Und selbst nachdem wir das Kino verlassen haben, will das Grinsen einfach nicht aus unserem Gesicht verschwinden. Ja, gute Komödien sind etwas Wunderbares. Ihr wisst was ich meine, oder? Gut. Denn “Der Rosarote Panther 2” ist das genaue Gegenteil davon …

Worum geht’s

Inspektor Clouseau (Steve Martin) wurde von seinem Vorgesetzten Chefinspektor Dreyfus (ersetzt Kevin Kline: John Cleese) zum Verkehrspolizisten degradiert. Als der Meisterdieb “Tornado” weltweit Kunstgegenstände stiehlt und der berühmte Rosarote-Panther-Diamant in Gefahr gerät, wird Clouseau jedoch reaktiviert. Gemeinsam mit seinem Partner Ponton (Jean Reno), seiner Assistentin Nicole (Emily Mortimer) und einem internationalen Expertenteam (Andy Garcia, Alfred Molina, Yuki Matsuzaki und Aishwarya Rai) begibt er sich auf die Jagd nach dem mysteriösen “Tornado” …

panther_szene_1 Meine Meinung

Ehrlich gesagt ist mir jedes Wort für diese auf Zelluloid gebannte Verschwendung von Lebenszeit zu viel. Viel mehr möchte ich vor diesem Film nur warnen, denn es reicht ja schließlich, dass ich mich da durch quälen musste. War “Der Rosarote Panther” noch ganz annehmbar, ist die Fortsetzung schlicht und einfach die unlustigste Komödie, die ich seit Jahren im Kino sehen durfte – und bedenkt bitte, dass ich auch solche Gurken wie “Meine Frau, die Spartaner und ich” im Kino gesehen habe (und dort wenigsten ein- oder zweimal lachen musste).

Clouseau ist ein noch größerer Trottel als er es im ersten Teil bereits war, was die Witze noch berechenbarer und unlustiger als im Vorgänger macht. Oh, eine Wand voller Weinflaschen. Ob er die wohl umstößt? Oh, ein flambiertes Essen. Mensch, was mag da bloß gleich passieren? Schnarch. Der Film dümpelt so unmotiviert von einer unlustig-peinlichen Szene zur nächsten, dass nur Kleinstkinder und Amöben ihre Freude daran haben dürften.

panther_szene_2 Aber halt, ich möchte dem Film ja auch kein Unrecht tun: Zwei- oder dreimal musste ich tatsächlich leicht schmunzeln. Und zwar immer dann, wenn Lily Tomlin als Verhaltenstrainerin Mrs. Berenger versucht, Clouseau beizubringen, sich politisch korrekt zu verhalten. Heidewitzka, jetzt hätte ich doch glatt die amüsanten zwei Minuten des Films unterschlagen. Ich bitte untertänigst um Verzeihung.

Was die durchaus guten Darsteller (in einer weiteren Nebenrolle ist übrigens auch noch Jeremy Irons zu sehen) geritten hat, bei diesem Murks mitzumachen? Ich habe keine Ahnung. Ich möchte auch lieber gar nicht weiter darüber nachdenken.

Mein Fazit

Wenn alles gähnt und keiner lacht, hat Clouseau ‘nen Witz gemacht. Selten unlustige Komödie, während dessen Sichtung man Peter Sellers im Grab rotieren hört. Einen Gnadenpunkt gibt es für die Szenen zwischen Steve Martin und Lily Tomlin, einen halben für die unglaublich süße Emily Mortimer und einen halben für die unglaublich attraktive Aishwarya Rai.

Meine Wertung: 2/10

3Dsupply verschenkt “Ich wähle keine Spielekiller”-Shirts

spielekiller Über den Anlass brauche ich wohl nichts zu schreiben. Auch wenn jedem halbwegs intelligenten Menschen klar sein sollte, dass weder Spiele, noch Filme, Musik oder Bücher für Taten wie die in Winnenden verantwortlich zu machen sind, sind es doch immer wieder sie, auf die die Politik sich nach solch einem Vorfall einschießt (Achtung: Wortspiel).

Also ist es (mal wieder) an der Zeit, zu zeigen, was wir von der Kurzsichtigkeit  und den Stammtischparolen unserer gewählten Volksvertreter halten.

verbrennt Hierbei unterstützt uns 3Dsupply mit einem kostenlosen “Ich wähle keine Spielekiller”-Shirt, das hervorragend zum Superwahljahr 2009 passt. Lediglich die Versandkosten müsst ihr selbst tragen.

Mein Tipp: Bestellt gleich noch das “Wer Computerspiele kriminalisiert, verbrennt auch Bücher”-Shirt dazu. So werde ich es jedenfalls machen.

Meine Kinowoche 12.03. bis 18.03.2009

Da ich gerade Urlaub habe, kann ich diese Kinowoche entsprechend locker planen. Und das ist auch gut so, denn wieder einmal stehen zahlreiche Filme auf meinem Plan.

Hilde

Heike Makatsch als Hildegard Knef? Keine Ahnung, was mich da erwartet, aber Heike Makatsch sehe ich eigentlich immer gerne. Nicht, dass ich sie attraktiv fände, aber ich halte sie für eine verdammt gute Schauspielerin.

Der Rosarote Panther 2

In die Preview hatte ich es letzte Woche nicht geschafft, also wird die Filmsichtung diese Woche nachgeholt. Erwarten tu ich freilich immer noch nichts von der Fortsetzung.

Shopaholic

Ich gebe es zu: Ich bin verliebt in Isla Fisher. Die Frau ist ja sooo süß! Und dementsprechend ist es mir vollkommen egal, wie der Film ist – Hauptsache Isla ist häufig zu sehen!

The Unborn

Den Trailer fand ich höchst atmosphärisch und vielversprechend, doch die Kritiken sind allesamt vernichtend. Immerhin soll die Hauptdarstellerin ganz schuckelig sein …

Und zu guter Letzt:

Freitag der 13.

Den habe ich zwar schon gesehen, aber wie oft hat man schon die Möglichkeit, zweimal im Jahr “Freitag der 13.” an einem Freitag den 13. zu sehen? Im Kino, wohlgemerkt …

Review: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (2008)

Hauptplakatjpeg_494x700 So langsam macht sich bemerkbar, dass Deutschlands Kinolandschaft technisch ein wenig hinterherhinkt: Immer mehr Kinofilme erscheinen in 3D, wovon in Deutschland jedoch die Wenigsten etwas haben dürften. Bleibt zu hoffen, dass Deutschlands Kinobetreiber trotz der Konjunkturschwäche schnell aufrüsten, damit wir Filme wie “Bolt” oder “Die Reise zum Mittelpunkt der Erde” auch so sehen können, wie sie gedacht sind …

Worum geht’s

Vor Jahren verschwand der Bruder des Vulkanologen Prof. Trevor Anderson (Brendan Fraser) bei einer Forschungsreise. Als Trevors Messgeräte exakt dieselben Werte wie zum Zeitpunkt des Verschwindens anzeigen, reisen er und sein Neffe Sean (Josh Hutcherson) nach Island, in der Hoffnung, etwas über den verschwundenen Max herauszufinden. Gemeinsam mit der Bergführerin Hannah (Anita Briem) machen sie sich auf den Weg – und finden mehr, als sie je zu träumen gewagt hätten …

Meine Meinung

Das Schlimmste hatte ich befürchtet – und wurde positiv überrascht. “Die Reise zum Mittelpunkt der Erde” ist ein erstaunlich kurzweiliger Abenteuerfilm, der die Geschichte von Jules Verne lediglich als Aufhänger nimmt und keinesfalls als Verfilmung verstanden werden möchte. Ganz im Gegenteil: Der Roman dient im Film als wertvoller Ratgeber und hilft den Protagonisten in manch kniffeliger Situation weiter. Ich wusste doch schon immer, dass das Lesen von Büchern Leben retten kann.

Szenenbild_06jpeg_700x466 Die zu überstehenden Abenteuer sind ebenso abwechslungsreich wie kindgerecht. Egal ob die (stark an Indiana Jones erinnernde) Lorenfahrt durch einen alten Schacht, der Kampf gegen fliegende Fische und fleischfressende Pflanzen oder die Flucht vor einem riesigen T-Rex, alles wird mit viel Witz erzählt, so dass sich der Film auch sehr gut gemeinsam mit den Kleinen anschauen lässt. Während diese sich an der knallbunten Optik laben, erfreuen sich die Großen an den amüsanten Dialogen und dem größtenteils gelungenen Wortwitz.

Doch es gibt auch Grund zur Klage, denn die im Film verwendeten Effekte sind alles andere als State of the Art und pendeln sich irgendwo zwischen “ganz okay” und “oh Gott, wie grausam” ein. Oder kurz formuliert: Es sieht alles arg künstlich aus. Irgendwie passt das zwar zum bunten Bonbon-Stil des Films, doch ein wenig mehr “Realismus” hätte ich mir dann doch gewünscht.
Dass die 3D-Effekte teilweise etwas aufgesetzt wirken (auch hier kommt, wie so oft in solchen Filmen, ein Yo-Yo zum Einsatz), werfe ich dem Film nicht vor. Ich bin mir sicher, dass diese Spielereien in entsprechend ausgestatteten Kinos durchaus spaßig anzusehen sind.

Szenenbild_03jpeg_700x393 Die Darsteller leisten solide Arbeit, liefern dabei jedoch auch keine Glanzleisung ab. Während Brendan Fraser im Endeffekt mal wieder eine Variante des Rick O’Connell aus “Die Mumie” spielt, lässt Anita Briem dank ihrer natürlichen Art die Herzen der Männer und Jungen höher schlagen. Positiv: Josh Hutcherson spielt keineswegs den nervigen Jungen, der ständig gerettet werden muss, sondern überzeugt als durchaus sympathischer Jugendlicher.

Mein Fazit

Knallbuntes Abenteuer für Groß und vor allem Klein, das erfreulich unbeschwert daher kommt und überaus kurzweilig unterhält. Für die im Film angedeutete Fortsetzung (das nächste Ziel dürfte Atlantis werden) wünsche ich mir aber bessere Effekte – und ein 3D-Kino.

Meine Wertung: 6-7/10

Erlebnisbericht: Marley & ich

Es gibt sie, diese seltenen Vorstellungen, bei denen der Kinobesuch an sich interessanter ist als der eigentliche Film. Und da die gestrige Nachmittagsvorstellung von “Marley & ich” solch ein Fall war, widme ich mich diesmal mehr dem Publikum als dem Film. Selbstverständlich ohne den Film dabei gänzlich unter den Tisch fallen zu lassen …

Worum geht’s

Jung. Verheiratet. Glücklich. Besser könnte man John (Owen Wilson) und Jennifer (Jennifer Aniston) nicht beschreiben. Als Jennifer ihren Kinderwunsch andeutet, fürchtet John um seine Freiheit und schenkt ihr auf Anraten seines besten Freundes Sebastian (Eric Dane) den Labrador-Welpen “Marley”. Nicht ahnend, dass Marley nach mindestens so viel Aufmerksamkeit verlangt wie ein Kind …

Die Ausgangssituation

Exemplarisch für das gesamte Kinopublikum konzentriere ich mich bei meinen Schilderungen auf …
… die zwei 10-12-jährigen Jungs links neben mir.
… die zwei 15-17-jährigen Backfische rechts neben mir.
… das Teenager-Pärchen (er wurde vermutlich gezwungen) links hinter mir.
… die Eltern und deren etwa 6-jährige Tochter rechts vor mir.

Der Anfang

Noch bevor der Film anfing, rief Backfisch Nummer 1 ihre Eltern an, um ihnen mitzuteilen, dass sie spontan mit ihrer Freundin ins Kino gegangen sei und sie sich keine Sorgen zu machen bräuchten, da sie pünktlich zu DSDS wieder zuhause sei. Außerdem bat sie darum, in den nächsten Stunden nicht anzurufen, da es ja ziemlich peinlich wäre, wenn das Handy während der Vorstellung klingeln würde. Knapp fünf Minuten später kam ihr der grandiose Einfall, dass sie ihr Handy auch lautlos stellen könnte. Nur fünf (in Zahlen: 5) Minuten für die Erkenntnis, dass sich ein Handy lautlos stellen lässt. Da soll noch mal einer behaupten, die Jugend von heute wäre im Denken langsam oder gar dumm. Ich bin mir ziemlich sicher, Backfisch Nummer 1 lernt irgendwann sogar, dass sie ihr Handy auch komplett ausschalten kann.
Und nun zum Film: Die anfänglichen 30 Minuten beschäftigen sich erst mit dem Welpen und später mit dem “Teenager” Marley und sind durchaus unterhaltsam. In diesen 30 Minuten bekommt man als Zuschauer genau das zu sehen, was der Trailer versprach: Eine kindgerechte Komödie über einen frech-liebenswerten Hund und seine vollkommen überforderten Besitzer.
Unnötig zu erwähnen, dass die Backfische neben mir in jeder Marley-Szene ein “Oooooohhh … wie süüüüüüß” ausstießen …

Die Mitte

Spielt Labrador Marley anfangs noch die Hauptrolle, schlägt der Film nach 30 Minuten eine völlig andere Richtung ein und entwickelt sich zu einem eher ernsten Familiendrama, das nur noch selten durch Marley aufgelockert wird. John und Jennifer entscheiden sich für Kinder und gründen eine Familie, was sich sowohl auf das Privat- als auch auf das Berufsleben negativ auswirkt. Für eine Komödie nicht mehr lustig genug und für ein Familiendrama nicht fesselnd genug, ist “Marley & ich” ab jetzt weder Fisch noch Fleisch und zieht sich gefühlte drei Stunden in die Länge. Und das meine ich wörtlich: Als ich auf die Uhr schaute, weil ich dachte, der Film müsse nun doch langsam mal zu Ende sein, waren gerade mal 30 von 90 noch zu ertragenen Minuten vergangen.
Offensichtlich hatte auch das restliche Publikum Probleme mit dem Richtungswechsel des Films, denn es wurde zunehmend lauter im Saal. Unter anderem fingen auch die Backfische neben mir an, den Film mehr oder weniger sinnvoll zu kommentieren. Ununterbrochen. Und als auf einmal eine zusammengeknüllte Serviette an meinem linken Ohr vorbeischoss, war mir klar, dass die große Langeweile ausgebrochen war. Als der Serviette ein Strohhalm folgte, wandte ich meinen Blick dezent nach links, um unauffällig den Täter auszumachen. Meine Selbstjustiznatur war geweckt worden. Noch bevor ich den Servietten- und Strohhalmwerfer orten konnte, fingen die Jungs neben mir an, gelangweilt Popcorn in die Menge zu werfen. Ein höflich-bestimmendes “Wenn ihr das Ende des Films noch erleben wollt, hört ihr damit sofort auf.” ließ sie jedoch eingeschüchtert zurück in ihre Sitze sacken. Und in diesem Moment flog ein Getränkedeckel haarscharf an meinem Gesicht vorbei. Geworfen von dem Halbstarken des Teenager-Pärchens. Und als wäre das noch nicht Grund genug, ihn zusammenzuscheißen, lagen seine Füße auch noch auf dem Sitz vor ihm. Mächtig großer Fehler. Also stand ich auf, ging zu seinem Platz, schaltete in den Terminator-Modus und bäumte mich vor ihm auf. Sofern man bei meiner Statur überhaupt von “aufbäumen” sprechen kann. “Wenn auch nur noch ein Teil nach vorne fliegt …” Den Rest überließ ich seiner Phantasie. Daraufhin packte ich seine Füße und schleuderte sie mit einem “Und nimm deine Füße von den Sitzen!” zur Seite. Obwohl er und seine Ische noch weitere Teile in Händen hielten, flog nichts mehr durch den Saal …

Das Ende

Wer glaubt, dass “Marley & ich” am Ende wieder die Kurve in Richtung Komödie kriegt, irrt sich. Aber ganz gewaltig. Ganz im Gegenteil: In den restlichen 20 Minuten wird detailliert gezeigt, wie ein Hundeleben altersbedingt zu Ende geht. Inklusive Einschläferung.
Dass dies alles andere als kindgerecht ist, lässt sich sehr schön anhand der Familie vor mir belegen, deren Tochter die kompletten letzten 20 Minuten weinend vom Schoß der Mutter zum Schoß des Vaters und wieder zurück wechselte. Ganz ehrlich: Die Kleine tat mir richtig leid.
Der Hit war aber Backfisch Nummer 2, die, obwohl sie seit 90 Minuten ununterbrochen mit Backfisch Nummer 1 tuschelte, sich lauthals darüber beschwerte, dass man seine Kinder nicht mit ins Kino nehmen dürfe, wenn sie nicht ruhig sein könnten. Ein dezent in ihr Ohr geflüstertes “Du sabbelst hier mit deiner Freundin den ganzen Film über nur Scheiß und beschwerst dich nun, weil ein kleines Mädchen weint?” meinerseits zog sie wieder auf den Boden der Realität zurück. Während Backfisch Nummer 1 fleißig weiter quasselte, traute sich Backfisch Nummer 2 für den Rest des Films nur noch ein “Mhmh” zu. Mission: Erfüllt.
Ach ja: Am Ende weinte übrigens so ziemlich jedes weibliche Wesen im Film – wer aus was für Gründen auch immer seine Frau, Freundin oder Tochter mal ein wenig quälen und leiden sehen möchte: Dies ist euer Film, Männer!

Mein Fazit

Größtenteils zähes und uninteressantes Familiendrama, das als fröhliche Komödie mit Hund vermarktet wird und dementsprechend das völlig falsche Publikum ins Kino lockt. Ein paar Gnadenpunkte gibt es lediglich für die unterhaltsamen ersten 30 Minuten, die teils nett anzuschauenden Hundeszenen und für Alan Arkin als nie lächelnden Zeitungsverleger.

Meine Wertung: 3/10