Eigentlich wollte ich in diesem Moment im Auto Richtung Kiel fahrend sitzen und mir ab 16:50 Uhr “Lieber verliebt” und danach “Stepfather” anschauen. Aber da das CinemaxX Kiel sich spontan dazu entschlossen hat, das Kinoprogramm zu ändern, sitze ich stattdessen hier am Rechner und überlege nun, ob es mir zu spät wird, die beiden Filme einfach eine Vorstellung später zu schauen. Ein guter Moment, um endlich den bereits angekündigten Jahresrückblick zu verfassen. Zum Glück sind Männer multitaskingfähig …

Statt wie sonst üblich die nach meinem Geschmack besten und schlechtesten Filme des Jahres aufzuzählen, werde ich mit 2009 monatlich abrechnen und pro Monat zwei Filme küren. Los geht’s mit dem

Januar

Neun Filme habe ich im Januar gesehen. Einer davon war Clint Eastwoods “Der fremde Sohn” mit Angelina Jolie. Toll gespielt und noch besser gefilmt ist diese Mischung aus Drama und Thriller für mich der Film des Monats Januar.
Auf der anderen Seite steht ebenfalls eine Mischung aus Drama und Thriller, nämlich der mit Al Pacino und Robert De Niro zwar prominent besetzte, jedoch leider auch extrem vorhersehbar und spannungsarm inszenierte “Kurzer Prozess – Righteous Kill”. Was für eine Enttäuschung.

Februar

Ja, es gibt Filme, die anspruchsvoller sind, z.B. der phantastische “The Wrestler” oder der toll gespielte “Ein Leben für ein Leben”, doch am meisten Spaß hatte ich mit dem herrlich altmodischen Actionfilm “96 Hours”. Zu sehen, wie kompromisslos Liam Neeson die Entführer seiner Tochter jagt, war und ist ein wahrer Hochgenuss.
Enttäuschend hingegen war der zwar schick gefilmte, dafür aber leider auch gähnend langweilige “The International”. So sehr ich Clive Owen und Naomi Watts auch mag, aber das war leider nichts …

März

So richtig entscheiden kann ich mich ja nicht. Auf der einen Seite steht mit “Slumdog Millionär” ein so bewegendes wie wunderschönes Liebesmärchen, auf der anderen Seite mit “Gran Torino” ein von und mit Clint Eastwood hervorragend inszeniertes Rassismusdrama. Da auch ich nur ein Mann bin, gewinnt dank der bezaubernden Freida Pinto “Slumdog Millionär”. Sorry, Clint!
Enttäuschend hingegen der Horrorfilm “The Unborn”. Ideen- und seelenlos zusammengeklaut, hinterließ dieses Machwerk im Kino keinen Eindruck, dafür aber gähnende Langeweile.

April

Auch wenn “Radio Rock Revolution” sicherlich der bessere Film ist, das schönste Kinoerlebnis hatte ich in “Vorstadtkrokodile”. Wer hätte gedacht, dass ich jemals einem deutschen Jugendfilm etwas abgewinnen könnte? Und mich jetzt wie ein Schneekönig auf die demnächst startende Fortsetzung freue?
Ganz ganz gruselig hingegen war, und jetzt bitte nicht lachen, “Prinzessin Lillifee”. Nichts gegen Kinder- und speziell nichts gegen Zeichentrickfilme, aber diesen Murks können wirklich nur Klein(st)kinder ertragen. Ein guter Grund, niemals Kinder in diese Welt zu setzen …

Mai

Keine Frage, der Mai stand ganz im Zeichen der Enterprise. Niemals hätte ich gedacht, dass “Star Trek” so unterhaltsam sein könnte. Einer der wenigen Filme, die ich mir sogar mehrmals im Kino angeschaut habe.
Und hätte ich gewusst, wie unterirdisch “Dorfpunks” ist, ich hätte auf diesen Film verzichtet und mir stattdessen noch ein weiteres Mal “Star Trek” angeschaut.

Juni

Ein weiterer Film, von dem ich niemals gedacht hätte, dass er mich so dermaßen begeistert, ist “Drag Me To Hell” von Sam Raimi. Altmodisch, gruselig und höchst spaßig – nicht ganz so abgedreht wie seine “Tanz der Teufel”-Reihe, aber ganz nahe dran!
Ganz nahe dran ist auch “Terminator: Die Erlösung”, allerdings am Titel der Enttäuschung des Jahres. Sorry, aber mit der Terminator-Reihe hat dieses Machwerk, von den letzten 15 Minuten abgesehen, gar nichts mehr zu tun.

Juli

Nur vier Filme habe ich im Juli geschaut – und doch fällt es mir extrem einfach, mich für zwei davon zu entscheiden: “Hangover” und “Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los”. Während der Erstgenannte einen Brüller nach dem anderen zündet, ist die animierte Schlaftablette “Ice Age 3” noch unlustiger als seine ohnehin schon schnarchigen Vorgänger.

August

Ja, “Inglourious Basterds” ist toll. Trotzdem lautet der Film des Monats für mich “G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra”. Warum? Weil ich Stephen Sommers nach dem mauen “Die Mumie kehrt zurück” und dem katastrophalen “Van Helsing” schon komplett abgeschrieben hatte, er mit diesem Film jedoch zu alter (B-Movie-)Stärke zurückgefunden hat. Und weil Sienna Miller einfach nur heiß ist. *räusper*
Absolut schwach zeigte sich hingegen der von mir eigentlich verehrte Kevin Smith mit seiner Komödie “Zack & Miri Make A Porno”. Selbst der oft gescholtene “Jersey Girl” hat mehr Charme als dieser unlustige Versuch einer Komödie.

September

Auch wenn ich Pixars “Oben” wirklich bezaubernd finde, hat das Science-Fiction-Action-Drama “District 9” den “bleibenderen” Eindruck hinterlassen. Ich hoffe doch sehr auf eine Fortsetzung …
… obwohl diese auch extrem langweilen können, wie die nunmehr dritte Fortsetzung “Final Destination 4” trotz knackiger 3D-Effekte bewiesen hat. Nicht mal im Ansatz unheimlich, sondern nur noch laut und schnell. Und irgendwie doof.

Oktober

Ja, okay, er ist voller Klischees. Und vorhersehbar. Und kitschig. Und überhaupt und außerdem. Trotzdem konnte ich mich bei Gerard Butlers Sprüchen in “Die nackte Wahrheit” nur schwer beherrschen. Und dass er auf die Frage, wieso er seine Angebetete liebt, die ehrlichste und beste Antwort überhaupt gibt, macht diesen Film zu meinem persönlichen Oktober-Highlight.
Ein Highlight ganz anderer Art war “Gangs”. Als einziger Erwachsener Volljähriger in einem Kino voller Backfischmädels zu sitzen, ist schon ein Erlebnis. Zum Glück ist der Film so dermaßen mies, dass selbst diese Mädels schon nach kurzer Zeit aufhörten, dem blassen (und extrem miesen) Hauptdarsteller hinterher zu hecheln und stattdessen anfingen, sich über den gezeigten Rotz lustig zu machen.

November

Dass es für einen gepflegten Gruselfilm kein großes Budget bedarf, zeigt die Pseudo-Doku “Paranormal Activity”. Die Geschichte vom immer aggressiver werdenden Poltergeist wurde zwar schon unzählige Male erzählt, doch ist die Inszenierung trotz einiger Längen extrem packend geraten.
Weniger packend fällt hingegen Roland Emmerichs Weltuntergang in “2012” aus. Auch wenn Effekte-Junkies einen Orgasmus nach dem anderen bekommen dürften, tröstet das nicht darüber hinweg, dass der Rest des Films enttäuschend langweiliger Mumpitz ist.

Dezember

Nein, ich werde an dieser Stelle nicht “Avatar” nennen. Stattdessen nenne ich die sympathische Zombiekomödie “Zombieland”. Sympathische Figuren, sympathische Darsteller, sympathische Grundaussage, ein sympathischer Gastauftritt – ein durch und durch sympathischer Film eben.
Weniger sympathisch: “Saw VI”. Gefiel mir der fünfte Teil wieder ein wenig besser, ist das sechste Puzzlestück nun wieder ein herber Rückschritt. Es hätte wie bei “Highlander” nur einen geben sollen.

So, das war’s zum Kinojahr 2009. Ob ich heute noch nach Kiel fahre und damit das Kinojahr 2010 einläute, weiß ich allerdings immer noch nicht. Anscheinend sind wir Männer doch nicht multitaskingfähig …

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