Monatsarchiv für September 2010

 
 

September-Rückblick und Zwischenstand 2010

Der September ist (so gut wie) vorbei und ich blicke auf einen erfolgreichen Kinomonat zurück: 19 Filme habe ich im September gesehen, insgesamt 106 im Jahre 2010. Durch drei Zweitsichtungen komme ich damit auf bislang 109 Kinobesuche. Die 200 werde ich dieses Jahr wohl nicht mehr knacken, aber 150 Vorstellungen sollten insgesamt machbar sein.

Hier meine im September geschauten Filme inklusive Wertung:

Step Up 3D (2/10)
Der kleine Nick (7/10)
Das Leben ist zu lang (5/10)
Beilight – Biss zum Abendbrot (4/10)
Duell der Magier (7/10)
Briefe an Julia (8/10)
Männertrip (6/10)
Salt (6/10)
Verrückt nach dir (7/10)
Verlobung auf Umwegen (4/10)
The Town – Stadt ohne Gnade (7/10)
Groupies bleiben nicht zum Frühstück (7/10)
Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt (8/10)
The American (4/10)
Resident Evil: Afterlife (7/10)
Ponyo – Das große Abenteuer am Meer (5/10)
Jud Süß – Film ohne Gewissen (3/10)
Dinner für Spinner (6/10)
Eat Pray Love (5/10)

Im Kino: Dinner für Spinner

Idioten sind im Trend. Wie sonst ließe sich das Nachmittags- und inzwischen auch das Abendprogramm der Privaten erklären und wie sonst käme ein Kerl wie ich zu einer Freundin? Ob das Bloßstellen von Idioten auch im Kino für Lacher sorgt, erfahrt ihr in der folgenden Review …

Worum geht’s

Um sich einer Beförderung als würdig zu erweisen, wird Tim (Paul Rudd) von seinem Chef zu einem Dinner unter Kollegen eingeladen. Als besondere Unterhaltung hat jeder Teilnehmer einen kuriosen Gast mitzubringen, über den sich die versammelte Runde dann lustig machen kann. Als Tim der naive Mäusepräparator Barry (Steve Carell) vors Auto läuft, nutzt er die Chance und lädt ihn kurzerhand zu dem Dinner ein. Ein folgenschwerer Fehler, denn Barry taucht einen Tag zu früh bei Tim auf und beginnt damit, dessen Leben auf den Kopf zu stellen …

Meine Meinung

Ist es schäbig, sich über minder intelligente Menschen lustig zu machen? Ich vermute jeder Mensch mit auch nur einem Funken Anstand wird diese Frage mit “ja” beantworten. Dennoch tun wir es. Tagtäglich. Sendungen, so man diese ausgestrahlten Niveaulosigkeiten als solche bezeichnen möchte, wie “Bauer sucht Frau” oder “Schwiegertochter gesucht” zielen auf nichts anderes ab, als einfach gestrickte Menschen vorzuführen, auf dass sich das vermeintlich intelligentere Publikum an der natürlichen Dummheit der Teilnehmer laben kann. Und erzielen mit diesem Konzept durchweg gute Quoten.

Sollten wir uns dafür schämen? Vielleicht. Andererseits ist es auf skurrile Weise unterhaltsam, im Fernsehen Menschen präsentiert zu bekommen, die mit Mitte 40 noch bei ihrer Mutter leben und den zukünftigen Traumpartner per Pendel ermitteln. Doch würde man sich über solche Menschen auch dann noch lustig machen, wenn man sie persönlich kennt? Eine durchaus interessante Frage – die in “Dinner für Spinner” leider viel zu oberflächlich abgehandelt wird.

Statt sich auf solch moralische Fragen einzulassen und dem Publikum kritisch einen Spiegel vorzuhalten, verlässt sich der Film ganz auf Steve Carells Grimassen, Paul Rudds Charme und auf zahlreiche Blödeleien. Dank der offensichtlich gut gelaunten Darsteller und der stimmigen Chemie zwischen Carell und Rudd vermag das zwar durchaus zu unterhalten und ist auch für einige echte Lacher gut, doch lässt sich nicht abstreiten, dass hier eine Menge Potenzial verschenkt wurde. Zumal Carells Charakter so naiv angelegt wurde, dass es zuweilen schwer fällt, Mitgefühl zu entwickeln. Mit ein wenig mehr Feinfühligkeit und Fingerspitzengefühl für die einzelnen Figuren hätte Regisseur Jay Roach einen Film schaffen können, der nicht nur oberflächlich unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Schade.

Mein Fazit

Kurzweilige Unterhaltung ohne Anspruch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer über solch skurrile Figuren wie in “Schwiegertochter gesucht” lachen kann, wird auch an “Dinner für Spinner” seinen Spaß haben.

Meine Wertung: 6/10

Und nun entschuldigt mich: Ich muss jetzt “X-Diaries” schauen …

Eine Wette. Ein verzweifelter Filmsammler. Ein Ausweg.

Wie einige von euch bei Twitter gelesen haben dürften, habe ich derzeit eine Wette mit meiner Freundin auszustehen. Es geht darum, bis zum 31.12.2010 auf den Kauf neuer Filme und Videospiele zu verzichten. Satte 190 Tage habe ich bereits durchgehalten. Und dabei besonders bei Angeboten so manch eine Träne weggedrückt. Selbstverständlich heimlich. Wie es sich für einen Mann gehört.

Dank einer, wie man so schön sagt, Lücke im System, darf ich mir Filme jedoch weiterhin schenken lassen. Zum Geburtstag. Zu Weihnachten. Zu Werbezwecken. Und hier kommt die Schnäppchenseite Gutschein-Codes.de ins Spiel: Empfehle ich euch an dieser Stelle meine Favoriten 2010, bekomme ich von Gutschein-Codes.de einen, ihr habt es bereits vermutet, Gutschein, um mir zumindest einen kleinen Teil meiner eigenen Filmwünsche zu erfüllen.

Deswegen nenne ich euch hier und jetzt einfach die Filme, die ich unbedingt haben möchte, aufgrund meiner Wette aber (derzeit) nicht kaufen darf:

Platz 1: “Kick-Ass”

Ein Superheldenfilm der anderen Art. Anfangs komisch, dann erstaunlich ernst und brutal. Einer der wenigen Filme, die von mir 10 von 10 Punkten bekommen haben und die ich an zwei Tagen hintereinander im Kino gesehen habe. Ganz ehrlich: Ich liebe diesen Film!

Platz 2: “District 9”

Ein Science-Fiction-Film der anderen Art. Anfangs thematisiert er die Apartheid, dann wandelt er sich zum knallharten Actionfilm. Gute Darsteller und grandiose Effekte inklusive. Toll!

Platz 3: “Inception”

Noch nicht erschienen, ist “Inception” dennoch ein Film, der in dieser Liste nicht fehlen darf. Auch wenn ich in “Inception” nicht das Meisterwerk sehe, für das viele ihn halten. Überdurchschnittlich intelligente Unterhaltung mit guter Action und zahlreiche Diskussionsmöglichkeiten bietet der Film allemal.

Platz 4 und 5 teilen sich “Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen” und “Daybreakers”

Da weder der Cop-Thriller “Bad Lieutenant” noch der Vampirfilm “Daybreakers” bei uns in Kiel im Kino anliefen, muss ich mich auf externe Reviews verlassen – und die versprechen zwei äußerst sehenswerte Filme mit guter schauspielerischer Leistung. Dementsprechend gierig bin ich auf diese Filme – hoffentlich ist das Jahr 2010 bald vorbei …

Zuletzt gesehen: Salt

Hauptplakat(494x700) Phillip Noyce (“Die Stunde der Patrioten”, “Das Kartell”) als Regisseur eines Actionthrillers mit Angelina Jolie als CIA-Agentin Evelyn Salt, die unter Verdacht gerät, eine russische Doppelagentin zu sein. Das liest sich vielversprechend und ist im Großen und Ganzen auch recht unterhaltsam, fällt insgesamt aber zu uninspiriert und aufgesetzt aus. Zwar bietet der Film spannende Momente und gut inszenierte Action, leidet dabei aber unter einer Geschichte, die mit zunehmender Laufzeit immer unglaubwürdiger wird und zuweilen arg kitschig ausfällt. Langweilig ist das Geschehen zwar nie, wirklich mitreißend jedoch auch nicht. Hinzu kommt, dass “Salt” dank eines relativ offenen Endes eher wie die Einführung in eine Serie denn wie ein eigenständiger Film wirkt. Bleibt zu hoffen, dass es zu der geplanten Fortsetzung kommt …

Mein Fazit

Solider Actionthriller mit einer wie eigentlich immer überzeugenden Angelina Jolie, der zwar nicht zu begeistern weiß, aber dennoch Lust auf eine Fortsetzung macht.

Meine Wertung: 6/10

Zuletzt gesehen: Beilight – Biss zum Abendbrot

Die Macher von “Disaster Movie” und “Meine Frau, die Spartaner und ich” haben wieder zugeschlagen und nehmen diesmal die Biss-Reihe von Stephenie Meyer auf die Schippe. Zumindest versuchen sie es, doch wie man es von Jason Friedberg und Aaron Seltzer gewohnt ist, will das Vorhaben nicht so recht gelingen.

Die Geschichte orientiert sich an den ersten beiden Teilen der Vampir-Reihe – und in den ersten 30 Minuten, man glaubt es kaum, zündet sogar der eine oder andere Witz. Danach nimmt die Gagdichte jedoch steil ab. Die letzten 15 Minuten müssen dann komplett ohne witzigen Einfall auskommen und leben ausschließlich vom Wiedererkennungswert der einzelnen Szenen, was bei einer solch dankbaren Vorlage wie der Biss-Reihe (und deren Fans) eine wahre Schande ist. Immerhin fällt der Humor in “Beilight” nicht ganz so peinlich wie in den vorherigen Filmen des Friedberg/Seltzer-Duos aus und kann sogar den einen oder anderen originellen Einfall für sich verbuchen.

Positiv zu erwähnen ist die Hauptdarstellerin Jenn Proske, die ihrem Vorbild Kristen Stewart je nach Kameraperspektive zum Verwechseln ähnlich sieht und deren Mimik und Gestik sehenswert parodiert. Dass der deutsche Verleih sich die Mühe gemacht hat, die Synchronsprecher der Originalfilme zu verpflichten, ist ein netter Bonus.

Mein Fazit

Kein Totalausfall wie die bisherigen Friedberg/Seltzer-Filme, aber mit Blick auf das, was machbar gewesen wäre, dennoch eine Enttäuschung.

Meine Wertung: 4/10