Monatsarchiv für November 2010

 
 

Im Kino gesehen: “Sammys Abenteuer”

SA.PL_A4_RZ.inddBereits als frisch geschlüpfte Schildkröte lernt Sammy die abenteuerlustige Shelly kennen, wird jedoch gleich am ersten Tag wieder von ihr getrennt. Auf der Suche nach Shelly haben Sammy und sein Freund Ray zahlreiche Abenteuer zu bestehen. Und auch wenn diese Abenteuer es nicht mit den großen Pixar-Vorbildern aufnehmen können und die Öko-Botschaft zuweilen etwas zu dick aufgetragen daher kommt, haben die Macher mit “Sammys Abenteuer” einen unterhaltsamen Animationsfilm mit charmanten Figuren aus dem Meeresboden gestampft. Die Geschichte orientiert sich hierbei eindeutig an den jüngeren Zuschauern. Auf unheimliche Szenen wurde verzichtet, so dass der Film auch für die Kleinen uneingeschränkt zu empfehlen ist. Ein paar Längen in der Erzählung lassen sich zwar nicht leugnen, doch werden diese durch die erstaunlich gelungene Optik in Verbindung mit den hervorragenden 3D-Effekten ausgeglichen.

Meine Wertung: 7/10

Im Kino gesehen: “Bon Appétit”

Hauptplakat(495x700)Junger ehrgeiziger Koch (Unax Ugalde) verliebt sich in seine Kollegin (Nora Tschirner), die jedoch ein Verhältnis mit dem gemeinsamen Chef (Herbert Knaup) hat. Leider schafft Regisseur David Pinillos es nicht, die Hitze der Küche, geschweige denn die Gefühle der Protagonisten auf das Publikum zu übertragen. Und so köchelt die Geschichte auf Sparflamme vor sich hin, ohne jemals eigene Akzente zu setzen und Interesse für das Schicksal der Figuren zu erzeugen. Diese bleiben trotz diverser Handlungsstränge und zweifellos guter Darsteller erschreckend flach und eindimensional. Das Einzige, was von dieser faden Dreiecksbeziehung länger in Erinnerung bleibt, ist die wie immer bezaubernde Nora Tschirner. Für ein 90-Minuten-Menü ist das jedoch viel zu wenig …

Meine Wertung: 4/10

Kinowoche 25.11.-01.12.2010

Auch wenn es nur einen wirklich interessanten Neustart gibt (und nein, damit meine ich keinesfalls “Saw 3D – Vollendung”), werde ich mir diese Woche insgesamt fünf Filme im Kino anschauen. Allerdings auch nur, weil sich darunter zwei Filme befinden, die ich bereits seit Wochen vor mir herschiebe …

Zu den folgenden Filmen dürft ihr in den nächsten Tagen Reviews erwarten:

Sammys Abenteuer
Bon Appetit
Jackass 3D
Fair Game
Saw 3D – Vollendung

Wie immer gilt: Kurze Fazits zu den Filmen gibt’s direkt nach dem Kinobesuch bei Twitter und Facebook. Dasselbe gilt für Hinweise auf etwaige Szenen nach dem Abspann.

Im Kino gesehen: The Kids Are All Right

Die 18-jährige Joni (Mia Wasikowska) und der 15-jährige Laser (Josh Hutcherson) sind als Kinder eines lesbischen Paares (Annette Bening, Julianne Moore) ohne Vater aufgewachsen. Als die Geschwister den Kontakt zu ihrem Spender (Mark Ruffalo) suchen, hat das nicht nur Auswirkungen auf dessen Leben, sondern bringt auch tief verborgene Beziehungsprobleme der Mütter ans Tageslicht.

Die an sich ernste Thematik wurde von Regisseurin Lisa Cholodenko erfreulich locker und unverkrampft inszeniert. Geschickt schafft sie es, jederzeit die richtige Balance zwischen unaufdringlichem Humor und leisen Zwischentönen zu finden. Die guten Darsteller, allen voran der stets unterschätzte Mark Ruffalo, verkörpern ihre Figuren nicht nur, sondern leben sie mit all ihren Stärken und Schwächen. Zu schade, dass auch dieser kleine Film wohl nicht die Aufmerksamkeit erhalten wird, die ihm gebührt …

Meine Wertung: 8/10

Im Kino gesehen: “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1”

Hauptplakat(497x700)Es gibt drei Dinge, die ich nicht verstehe und vermutlich auch nie verstehen werde: Die Relativitätstheorie, Frauen und das Phänomen “Harry Potter”. Dass ich mir dennoch jeden “Harry Potter”-Film angeschaut habe, dürfte zumindest meine treuen Leser nicht überraschen. Durch den an Inhaltsleere kaum zu überbietenden “Harry Potter und der Halbblutprinz” waren meine Erwartungen an den aktuellen Teil der Reihe auf ein Minimum gesenkt. Zum Glück. Denn auch wenn “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” interessanter ist als die meisten seiner Vorgänger, würde ich den Film keinesfalls als rundum gelungen bezeichnen …

Worum geht’s

Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Freunde Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) sind auf der Flucht vor Lord Voldemort (Ralph Fiennes) und dessen Gefolgschaft. Um den dunklen Lord zu vernichten, benötigen sie die sechs Horkruxe, in denen Voldemort Teile seiner Seele aufbewahrt und denen er seine Unsterblichkeit verdankt. Die Suche nach den Horkruxen erweist sich als gefährliche Reise und stellt die Freundschaft von Harry, Hermine und Ron auf eine harte Probe …

Szenenbild_08(700x293)Meine Meinung

Wie die meisten seiner Vorgänger krankt auch “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” an einer Geschichte, die viel zu wenig zu erzählen hat. Und gibt es doch mal etwas zu erzählen, geschieht dies beiläufig in ein oder zwei Nebensätzen. Düstere Aspekte wie die Verfolgung unreiner Zauberer und tragische Erlebnisse wie der Verlust treuer Mitstreiter werden kurz erwähnt und dann beiseite gewischt. Statt näher auf interessante Ereignisse wie z.B. die Übernahme des Zaubereiministeriums durch Voldemorts Helfer einzugehen, verliert der Film sich in zähen und quälend langen Dialogen, welche die Geschichte in keiner Weise vorantreiben. Dass hierbei trotz inhaltlich guter Voraussetzungen keine düstere Atmosphäre aufkommen will, versteht sich von selbst. Was übrigens ebenfalls für die Spannung gilt. Diese leidet zusätzlich darunter, dass Momente drohender Gefahr grundsätzlich dadurch aufgelöst werden, dass die Protagonisten sich an einen anderen Ort zaubern. Das mag effektiv sein und vermutlich würde ich als Zauberer nicht anders handeln, doch für den Spannungsbogen eines Films ist dieses Verhalten absolut tödlich. Oh nein, ein Angriff! Duck und weg …

Szenenbild_10(700x293)Dass der Film zahlreiche inhaltliche Anschlussfehler aufweist und Figuren einführt, nur um sie ein paar Minuten später gleich wieder fallen zu lassen, ohne dass sie der Geschichte auch nur ansatzweise dienlich waren, ist zwar ärgerlich, aber verschmerzbar.

Doch genug gemeckert, denn “Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” hat auch seine guten Seiten. Zu allererst, und hier enttarnt sich meine Oberflächlichkeit, wäre wohl die Optik zu nennen. Denn eines muss man anerkennen: Der Film sieht einfach gut aus. Ausstattung und Effekte ergeben ein stimmiges Gesamtbild und vermitteln einen guten Eindruck der düsteren Zeiten.

Szenenbild_16(700x293)Auch die Geschichte selbst, also das Wenige, was sie zu erzählen hat, gestaltet sich interessanter als in den Vorgängern. Gleichwohl vieles, vermutlich nicht unbeabsichtigt, an das dritte Reich erinnert und zuweilen ein wenig plump wirkt.

Höhepunkt des Films ist jedoch eindeutig eine Geschichte innerhalb der Geschichte, nämlich das Märchen von den drei Brüdern und den titelgebenden Heiligtümern des Todes. Visuell toll in Szene gesetzt, vermag dieses Märchen mehr zu fesseln als der gesamte Film. Zu schade, dass die Macher nicht ebenso viel Originalität in den eigentlichen Film gesteckt haben …

Mein Fazit

“Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1” hat sich jeglichen kindlichen Charmes entledigt und erweist sich als solides Fantasyabenteuer, ist jedoch mindestens eine halbe Stunde zu lang und leidet unter den zahlreichen und nicht selten unwichtigen Dialogen seiner jugendlichen Protagonisten.

Meine Wertung: 6/10