Von prähistorischen Haien über lesbische Vampire zu zombifizierten Nazis
Heute auf BD geschaut …
Mega Shark vs. Giant Octopus
Ein tiefgefrorener Megalodon (also ein ganz ganz großer Hai) und ein tiefgefrorener Oktopus (ebenfalls ganz ganz groß) tauen auf und legen die halbe Welt in Schutt und Asche. Mangels Budget ist davon freilich nicht viel zu sehen – und wenn doch mal etwas gezeigt wird, ist das so schlecht getrickst, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Der Film strotzt vor Logik- und Anschlussfehlern, die Dialoge lassen sich nur mit viel gutem Willen als solche bezeichnen und was die Darsteller beruflich machen, werden wir wohl nie erfahren. Von der Synchronisation, gegen die jede Pornovertonung natürlich klingt, möchte ich erst gar nicht anfangen. Wer glaubt, Uwe-Boll-Filme seien der absolute Tiefpunkt, kann sich hier eines Besseren belehren lassen.
Meine Wertung: 1/10
Lesbian Vampire Killers
An ihrem 18. Geburtstag verwandeln sich alle jungen Frauen eines verfluchten Dorfes in lesbische Vampire. Ein Priester und ein paar Touristen stellen sich den Vampiren/Lesben entgegen. Ja, die Geschichte ist genau so blöd, wie sie sich liest. Doch da der Film sich zu keiner Sekunde ernst nimmt, macht er gleichzeitig einen Heidenspaß. Die Dialoge sind witzig, die austretenden Körperflüssigkeiten spritzig und die weiblichen Darsteller allesamt äußerst appetitlig appetitlich. Teilweise fällt der Humor zwar etwas flach aus, doch das kann den Gesamteindruck nur geringfügig schmälern. Und auch wenn dem Film im Finale etwas die Luft ausgeht, hoffe ich sehr auf die angedeutete Fortsetzung mit dem schwulen Werwolf …
Meine Wertung: 7/10
Dead Snow
Eine Gruppe junger Urlauber wird im verschneiten Norwegen von einer Armee untoter Nazis belagert. Was auf dem Cover als lustigste Zombiekomödie seit Jahren angepriesen wird, entpuppt sich als überraschend ernster Horrorfilm mit deftigen Splattereinlagen – auch wenn ab und an natürlich ein wenig geschmunzelt werden darf. Der Film punktet mit einem unverbrauchten Szenario, tollen Masken und guten Effekten, enttäuscht jedoch aufgrund nicht vorhandener Spannung und einer gewisse Ideenlosigkeit bei der Inszenierung. Insgesamt durchschnittlich. Nicht viel mehr. Garantiert aber auch nicht weniger.
Meine Wertung 6/10


Die Zeit guter Teenie-Komödien scheint vorbei zu sein. Oft oberflächlich und mit viel Fäkalhumor angereichert, können die aktuellen Werke nur selten überzeugen. Schön, dass es Ausnahmen gibt. Weniger schön, dass diese Ausnahmen nur selten die Aufmerksamkeit erhalten, die sie eigentlich verdient hätten …
Eine Teenie-Komödie mit Tiefgang. Wer hätte gedacht, dass es so etwas noch gibt. Und wer genau hinschaut, entdeckt nicht nur eine, sondern gleich mehrere Fragen, über die es sich nachzudenken lohnt. Hätten wir die Wahl, wofür würden wir uns entscheiden? Dafür, eine langweilige Wahrheit zu glauben? Oder würden wir doch lieber auf eine interessante Lüge hereinfallen? Würden wir einem Menschen, der uns einen Gefallen getan hat, helfen, auch wenn das für uns negative Konsequenzen nach sich ziehen würde? Wie weit darf Hilfe überhaupt gehen? Wieso tauschen wir uns so gerne über das Privatleben anderer Leute aus? Und wieso geben wir so viel von unserem Privatleben über das Internet preis? Wieso neigen wir dazu, anderen Menschen unsere moralischen Werte aufzwingen zu wollen? Und wieso respektieren wir die Menschen nicht einfach so, wie sie sind? Oder akzeptieren sie zumindest? Fragen über Fragen, die Regisseur Will Gluck zwar nicht beantwortet, aus denen er aber eine herrlich freche Komödie mit pointierten Dialogen zaubert. Auch wenn er es leider nicht ganz vermeiden kann, sich dabei des einen oder anderen Klischees zu bedienen.
Unterstützt wird Gluck von einer hervorragend aufgelegten Besetzung. Emma Stone, jene junge Frau, welche uns bereits in “Zombieland” den Kopf verdrehte, beweist, dass sie ohne Zweifel zu den heißesten Newcomern Hollywoods gezählt werden darf. Während Patricia Clarkson und Stanley Tucci das Elternpaar spielen, welches sich vermutlich jeder Teenager wünscht, überzeugen Amanda Bynes und Cam Gigandet als religiös verblendete Teenies, denen die moralische Keule gar nicht groß genug sein kann. Herrlich.
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