Monatsarchiv für August 2011

 
 

R.I.P. webOS! Bye bye, HP! (2. Update vom 31.08.2011)

Als HP-Nutzer und webOS-Fan hat man es derzeit nicht leicht. Wie ihr vielleicht bereits mitbekommen habt, hat HP überraschend beschlossen, keine weiteren webOS-Geräte mehr zu produzieren. Das TouchPad und das Veer werden eingestellt, dass Pre 3 wird, von ein paar bereits ausgelieferten Exemplaren abgesehen, laut Medienberichten gar nicht erst offiziell erscheinen. An webOS selbst möchte HP zwar in irgendeiner Form festhalten, aber machen wir uns nichts vor: Dieser Schritt dürfte das Ende von webOS als Smartphone- und Tablet-Plattform bedeuten. R.I.P.! Es war eine wirklich schöne Zeit mit dir!

Prinzipiell würde mich das gar nicht sonderlich aufregen. Wenn nicht … ja wenn HP nicht großspurig verkündet hätte, webOS mit ganzer Kraft zum Erfolg führen zu wollen. Von einem zum Sieg führenden Marathon war die Rede. Was HP unter einem Marathon versteht, wissen wir nun.

Liebe HP-Manager,

Produkte verspätet (bzw. im Fall des Pre 3 gar nicht) zu veröffentlichen, keine Werbung für diese Produkte zu machen und die Produkte nach nur zwei Monaten aufzugeben, ist kein Marathon. Das ist nicht mal ein Sprint. Was ihr gezeigt habt, ist höchstens ein Anlauf und ein sofortiges Stolpern.

Was bleibt, sind enttäuschte Kunden wie ich. Kunden, die sich ein TouchPad und vielleicht sogar ein Veer zugelegt haben. Kunden, die sich nun fragen, was aus ihren Geräten wird. Geräte, die auf das Internet ausgelegt sind und die ohne Pflege in Form von Updates schon bald nicht mehr vollständig nutzbar sein dürften (von etwaigen Sicherheitslücken ganz zu schweigen).

Ich hoffe, dass Ihr euch für naive Deppen treue Kunden wie mich etwas einfallen lassen werdet. Auf den versprochenen Gutschein in Höhe von 40,- Euro für den App Catalog verzichte ich hierbei freiwillig. Da nicht davon auszugehen ist, dass sich der App Catalog nun noch füllen wird, ist dieser Gutschein ohnehin wertlos.

Mein Vorschlag zur Güte: Ihr versorgt webOS weiterhin mit Updates (Sicherheitsupdates mindestens zwei Jahre), schickt jedem TouchPad-Besitzer einen Touchstone-Ständer (damit das TouchPad zur Not immer noch als digitaler Bilderrahmen verwendet werden kann) und legt jeweils noch ein Pre 3 oben drauf (verkaufen möchtet Ihr die Geräte ja eh nicht mehr).

Ganz ehrlich: Ich gehe nicht davon aus, von HP in irgendeiner Form unterstützt oder gar entschädigt zu werden. Ich werde meine webOS-Geräte also einfach weiter nutzen, bis sie nicht mehr meinen Anforderungen entsprechen und mich dann nach neuen Geräten umschauen. Dass diese noch mal von HP sein werden, darf nach dieser Farce allerdings stark bezweifelt werden …

Update vom 22.08.2011

Die webOS-Geräte werden von HP nun zum Ausverkaufspreis verscherbelt: Das HP Veer kostet nur noch 59,- Euro, das TouchPad mit 16 GB 99,- Euro und das TouchPad mit 32 GB 129,- Euro. Zur großen Überraschung wird auch das Pre3 angeboten – für sagenhafte 79,- Euro. Der HP-Shop ist inzwischen, vermutlich aufgrund des starken Ansturms, zusammengebrochen …

Update vom 31.08.2011

Meine negative Annahme im ursprünglichen Beitrag war, zumindest teilweise, unbegründet: HP lässt die treuen webOS-Kunden nicht im Regen stehen und erstattet Veer-, Pre3- und TouchPad-Käufern die Differenz zu dem Ausverkaufspreis. Den Antrag könnt ihr unter http://www.customer-satisfaction-715614.com/de/de/ ausfüllen.

Da ich zu den Glücklichen gehöre, die sich beim Ausverkauf ein Pre3 sichern konnten, bin ich nun im Besitz alles HP-webOS-Produkte. Bleibt zu hoffen, dass HP sich an seine Aussagen hält und webOS nicht doch noch komplett fallen lässt …

Im Kino gesehen: Green Lantern

Grüne Superhelden haben’s schwer beim Publikum. Weder der unglaubliche Hulk noch die grüne Hornisse konnten an der Kinokasse erfolgreich punkten. Und ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass es Ryan Reynolds als Green Lantern ähnlich ergehen wird.

Leider wäre es zu einfach, dies allein auf die Tatsache zu schieben, dass Green Lantern bei uns in Deutschland weitestgehend unbekannt ist. Schließlich hatte auch der weitaus erfolgreichere Blech-Superheld Iron Man mit diesem Problem zu kämpfen.

Auch der Hauptdarsteller ist nicht das Problem. Ryan Reynolds ist sympathisch wie immer und spielt den an sich selbst zweifelnden Superhelden mit der nötigen Mischung aus Ironie und Ernsthaftigkeit. Und ja, ich würde mich freuen, Reynolds ein weiteres Mal im grünen Anzug sehen zu dürfen.

Die Effekte dürfen ebenfalls als gelungen bezeichnet werden – was bei einem Film mit einem Budget von 200 Millionen Dollar aber auch zu erwarten war und daher eigentlich (und uneigentlich) keiner besonderen Erwähnung bedarf.

Dass “Green Lantern” letztlich nicht überzeugt, liegt an der oberflächlichen Geschichte und der unspektakulären Action. Ryan Reynolds Wandlung vom unsicheren Piloten Hal Jordan zum über sich hinaus wachsenden Superhelden Green Lantern wird ebenso wie das Training auf dem Planeten Oa viel zu kurz und dadurch unglaubwürdig abgespeist. Stattdessen wird viel Zeit in eine unnötige Liebesgeschichte investiert, die für die eigentliche Geschichte ohne große Bedeutung ist. Dass die Erde kurz vor der Vernichtung steht, geht im seichten Liebeswirrwarr beinahe unter. Von Dramatik oder gar Endzeitstimmung fehlt jede Spur, was der Spannungskurve, vorsichtig formuliert, nicht zu Gute kommt.

Was bleibt, ist eine durchaus unterhaltsame, aber leider auch ziemlich unspektakuläre Comicverfilmung, dessen im Abspann angedeutete Fortsetzung ziemlich zulegen muss, um das Publikum doch noch von dem grünen Superhelden zu überzeugen.

Meine Wertung: 6/10

Heute schon 100,- Euro an das Bundeskriminalamt gezahlt?

Da sich diese Woche schon mehrere betroffene Kollegen bei mir gemeldet haben, nehme ich dies zum Anlass, mich kurz zum BKA-Trojaner zu äußern. Auch wenn dieser schon ein relativ alter Hut ist.

Bei dem BKA-Trojaner handelt es sich um eine Malware, die beim Systemstart einen Hinweis einblendet, dass der Computer wegen gefundener Kinderpornografie, Terrorunterlagen, etc. vom Bundeskriminalamt gesperrt worden sei. Um die Sperre aufzuheben, sollen die Betroffenen per Ukash eine Strafe in Höhe von 100,- Euro zahlen. Wer’s glaubt.

BKA-Trojaner

Wer solch eine Meldung erhält, hat zwei Probleme:

1. Das System ist mit Malware infiziert und muss bereinigt werden.
2. Das System ist gesperrt, so dass es nicht möglich ist, vorher eine Datensicherung anzulegen.

Was soll ich nun tun?

Der Verband eco stellt unter https://www.botfrei.de/ eine Schritt-für-Schritt-Anleitung (PDF) zur Verfügung, die beschreibt, wie ihr wieder Zugriff auf euer System erhaltet. Wer mit der Anleitung Probleme hat, dem steht werktags von 9 bis 21 Uhr unter 0231/1892650 eine Hotline zur Verfügung.

Könnt ihr wieder auf euer System zugreifen, ist eine Datensicherung aller wichtigen Dokumente, Bilder, etc. anzulegen. Danach sollte die Festplatte formatiert, der MBR (Master Boot Record) der Festplatte überschrieben und das System neu aufgesetzt werden. Nur so könnt ihr sicher sein, die Malware rückstandslos entfernt zu haben.

Für Fragen stehe ich euch steht euch die o.g. Hotline gerne zur Verfügung.

Innenminister Friedrich fordert das Ende der Anonymität für Blogger – und beweist dadurch seine Inkompetenz

Wie SPIEGEL ONLINE heute berichtet, fordert Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) als Konsequenz der Anschläge in Norwegen das Ende der Anonymität für Blogger. Und schon steht die Netzgemeinde wieder Kopf und diskutiert fleißig über den Sinn und Unsinn von Pseudonymen und Klarnamen.

Was unter dieser Debatte leider unterzugehen droht, ist die offensichtliche Ahnungslosigkeit unseres Innenministers, denn: Das, was der werte Herr Friedrich fordert, gibt es schon längst in Form der Impressumspflicht. Und dieses Impressum muss mindestens Name und Anschrift des Blogbetreibers enthalten. Dass sich daran freilich nicht jeder Blogger hält, ist eine andere Geschichte.

Das eigentlich Tragische ist in meinen Augen also nicht die Forderung Friedrichs nach dem Ende der Anonymität für Blogger, sondern die Tatsache, dass er ein Gesetz fordert, welches bereits existiert. Inkompetenz in seiner reinsten Form.

Zu schade, dass die Aufregung über die Klarnamensdebatte diese Inkompetenz so stark überschattet …

Kameravergleich: Dell Venue Pro vs. HTC 7 Pro

Wer mit einem Windows Phone liebäugelt und auf eine Hardware-Tastatur nicht verzichten möchte, hat derzeit die Wahl zwischen dem Dell Venue Pro und dem HTC 7 Pro. Da die Qualität der verbauten Kamera für viele Anwender ein wichtiges Kriterium ist (und ich gerade nichts Besseres mit mir anzufangen wusste), habe ich ganz spontan ein paar Vergleichsfotos geschossen.

Auch wenn beide Smartphones theoretisch dieselben Werte (5 Megapixel, Autofokus und LED-Blitzlicht) bieten, sieht man auf den Fotos deutlich, dass das Venue Pro (links) im Vergleich zum 7 Pro (rechts) durch kräftigere Farben und deutlich schärfere Bilder überzeugt:

dell_1htc_1

dell_2htc_2

dell_3htc_3

Eines muss ganz klar gesagt werden: Egal für welches der beiden Smartphone ihr euch entscheidet, die Fotos erreichen niemals mehr als “gute” Schnappschussqualität. Die Stärken des Dell Venue Pro und des HTC 7 Pro liegen dann doch eher in der Kommunikation …