Von allen guten Geistern verlassen: “Insidious”

Ich mag Gruselfilme. Durch “Poltergeist” zum Beispiel bin ich zum Horrorfan geworden. Und ja, ich unterscheide zwischen gepflegtem Grusel und blankem Horror. Auch wenn der Übergang oft (blutrot) fließend ist. Bei “Insidious” handelt es sich um einen klassischen Gruselfilm, der sich inhaltlich am ehesten mit dem von mir noch immer favorisierten “Poltergeist” vergleichen lĂ€sst. Ob der Film auch die QualitĂ€t von Steven Spielbergs Tobe Hoopers Klassiker erreicht, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Worum geht’s

Frisch im neuen Heim eingezogen, sieht sich die junge Familie Lambert (Patrick Wilson, Rose Byrne) mit merkwĂŒrdigen PhĂ€nomenen wie sich selbst öffnenden TĂŒren und geisterhaften Schatten konfrontiert. Als Sohnemann Dalton (Ty Simpkins) nach einem Sturz in ein unerklĂ€rbares Koma fĂ€llt, gerĂ€t die Situation im Haus zunehmend außer Kontrolle 


Meine Meinung

Um die Vergleichsfrage gleich zu Beginn zu klĂ€ren: Nein, an “Poltergeist” reicht “Insidious” nicht heran. Zumindest qualitativ. Inhaltlich hingegen kommt der Film dem großen Vorbild beĂ€ngstigend nahe. SpĂ€testens wenn die verzweifelte Familie UnterstĂŒtzung durch eine ĂŒbersinnlich begabte Dame und deren beiden Assistenten erhĂ€lt, nimmt die Ähnlichkeit schon beinahe gespenstische Ausmaße an. Diese Ähnlichkeit ist es dann auch, durch die der Film an Reiz verliert. Von zwei drei Ausnahmen abgesehen, bietet “Insidious” nĂ€mlich leider nichts, was nicht schon frĂŒher in dem einen oder anderen Film verarbeitet worden wĂ€re.

Dass mir “Insidious” dennoch ĂŒberdurchschnittlich gut gefallen hat, liegt dann auch weniger an dem Inhalt als an der unheimlichen AtmosphĂ€re und den gelungenen Schreckmomenten. Wieder einmal bestĂ€tigt sich, dass knarzendes Holz und plötzlich auftauchende Gestalten zu den effektivsten Methoden gehören, einen Gruselfilm mit untotem Leben zu fĂŒllen. Besonders die effektiv platzierten und perfekt auf Surround ausgelegten Toneffekte wissen bei “Insidious” zu begeistern und ließen mir mehrmals einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken laufen. Respekt!

Mein Fazit

Inhaltlich ĂŒberraschungsarmer Gruselfilm, der mit dĂŒsterer AtmosphĂ€re und grandioser Klangkulisse punktet und glĂŒcklicherweise auf deplatzierten Humor sowie auf unnötige Gewalteskapaden verzichtet.

Meine Wertung: 7/10

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Petition für Originalsynchronisation auf “Der weiße Hai”-Blu-ray gestartet

Ich liebe “Der weiße Hai” aka “Jaws”! Jedenfalls mit der Originalsynchronisation. Wer schon mal die neu synchronisierte Fassung gesehen bzw. gehört hat, weiß wieso. Chief Brody mit Eddy Murphys Synchronstimme – das passt einfach nicht zusammen und wirkt unfreiwillig komisch! Ganz zu schweigen davon, dass die Synchronstimmen sich dadurch vom zweiten Teil unterscheiden und einen unschönen Bruch darstellen. Aus diesen GrĂŒnden habe ich mir auch nie die Neuauflage der “Der weiße Hai”-DVD gekauft. Denn diese enthĂ€lt lediglich die neue Synchronisation.

Wie es aussieht, wird inzwischen an einer “Der weiße Hai”-Blu-ray gearbeitet. Und es steht zu befĂŒrchten, dass auch hier nur die neue Synchronisation enthalten sein wird. Dadurch wĂ€re diese Blu-ray fĂŒr mich vom Tisch.

Offensichtlich stehe ich mit meiner ablehnenden Meinung gegenĂŒber der neuen Synchronisation nicht alleine, denn vor wenigen Tagen wurde eine Petition gestartet, die Universal dazu bewegen soll, auch die Originalsynchronisation zu berĂŒcksichtigen. Eine Petition, die man als Filmliebhaber meiner Meinung nach unterstĂŒtzen MUSS.

Deswegen hier der Link mit der Bitte, diese Petition zu unterstĂŒtzen. Ich habe selbstverstĂ€ndlich bereits unterzeichnet.

http://www.petitionspot.com/petitions/DerWeisseHaiSynchro

Vielen Dank!

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Blu-ray-Tipp: Der Vampir-Horrorfilm “Daybreakers”

Derzeit nicht ins Kino gehen zu können, gibt mir die Möglichkeit, endlich mal die eine oder andere meiner seit Wochen (bzw. Monaten) im Regal liegenden Blu-rays zu schauen. Inzwischen haben sich dort weit ĂŒber 200 Filme angesammelt, die darum betteln, von mir geschaut zu werden. Einer davon ist bzw. war der Horrorthriller “Daybreakers” 


Worum geht’s

Wir schreiben das Jahr 2019. Die Welt befindet sich vollstĂ€ndig in der Hand von Vampiren. Die letzten noch lebenden Menschen verstecken sich im Untergrund oder werden in Fabriken zur Blutentnahme im kĂŒnstlichen Koma gehalten. Da diese Quelle langsam zu versiegen droht, arbeitet der Wissenschaftler Edward Dalton (Ethan Hawke) fĂŒr den Industriellen Charles Bromley (Sam Neill) an der Herstellung von kĂŒnstlichem Blut. Die Zeit drĂ€ngt, denn die durch zu wenig Blut verursachte UnterernĂ€hrung verwandelt die Vampire in unkontrollierbare Monster, die auch vor der eigenen Rasse nicht halt machen 


Meine Meinung

Der 2009 gedrehte “Daybreakers” prĂ€sentiert uns ein dĂŒsteres Zukunftsszenario. Die Menschheit ist so gut wie ausgerottet und mit ihr auch die Menschlichkeit. Obgleich sie kurz vor ihrer eigenen Ausrottung stehen, ist nur wenigen Vampiren der Wert des Lebens noch bewusst. Die daraus resultierenden Konflikte stellen einen nicht unerheblichen Teil des Films dar und verwandeln “Daybreakers” stellenweise in ein dĂŒsteres Drama. Dadurch verliert der Film zwar an Tempo, gewinnt gleichzeitig aber an Tiefgang. Auch wenn die Macher aus manchen Szenen, wie zum Beispiel der Exekution mutierter Vampire, weitaus mehr Emotionen hĂ€tten rauskitzeln können.

Trotz der dramatischen Elemente muss niemand Langeweile fĂŒrchten. Die mutierten (und gut designten) Vampire sorgen fĂŒr den nötigen Horror, wĂ€hrend die Jagd auf die restlichen Menschen und die zunehmenden Ausschreitungen innerhalb der Vampirgesellschaft fĂŒr Abwechslung sorgen. Die Actionszenen sind zwar rar gesĂ€t, dafĂŒr aber flott und fĂŒr einen 16er-Titel ĂŒberraschend blutig inszeniert.

Auf Darstellerseite ĂŒberzeugen Ethan Hawke als Vampir mit Moral, Sam Neill als gewissenloser GeschĂ€ftsmann und Willem Dafoe als ums Überleben kĂ€mpfender Mensch mit gesellschaftsverĂ€nderndem Geheimnis. Eine Besetzung, die sich durchaus sehen lassen kann.

Mein Fazit

Endlich mal wieder ein Vampirfilm ohne Teenager und schnulzige Liebesszenen, dafĂŒr aber mit nicht vollstĂ€ndig ausgelutschter Geschichte. Und auch wenn “Daybreakers” zuweilen etwas langatmig wirkt, bietet er solide Unterhaltung mit ĂŒberdurchschnittlichem Tiefgang. Horrorfans dĂŒrfen, nein sollten einen Blick riskieren!

Meine Wertung: 7/10

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Wenn der Postmann zweimal klingelt …

… muss es sich dabei nicht zwingend um Jack Nicholson handeln. Manchmal kommt auch eine unerwartete Postkarte zu Besuch, wie zum Beispiel heute, als mich SommergrĂŒĂŸe von Hitmeister erreichten: [Hier war mal eine wunderschöne Postkarte zu sehen] Wer mich so nett grĂŒĂŸt, wird selbstverstĂ€ndlich zurĂŒckgegrĂŒĂŸt. In diesem Sinne: Vielen Dank fĂŒr die Postkarte und liebe GrĂŒĂŸe zurĂŒck nach Köln! Dass es sich bei der Aktion um eine PR-Maßnahme handelt und ich mit diesem Blogbeitrag automatisch an einem Gewinnspiel teilnehme, hat mich selbstverstĂ€ndlich in keinster Weise (also noch weniger als gar nicht) beeinflusst. Wobei ich die 1.000,- Euro fĂŒr den geplanten 60-Zoll-Fernseher durchaus gut gebrauchen könnte …

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Im Kino gesehen: “Scream 4”

Die TĂŒren in meiner Wohnung sind mit “Scream”-Filmpostern beklebt, in meinem Schlafzimmer hĂ€ngt eine im Dunkeln leuchtende Ghostface-Maske, am Schrank ein Ghostface-KostĂŒm. Und meine Antwort auf die Frage nach meinem Lieblingshorrorfilm lautet stets “Showgirls. Total beĂ€ngstigend.”. Trotz meiner inzwischen 29 31 33 Jahre kenne ich bei “Scream” kein SchamgefĂŒhl und stehe dazu, ein Fanboy zu sein. Sehr zum Leidwesen meiner Freundin, die mich, der ich selbstverstĂ€ndlich als Ghostface verkleidet war, gestern in die “Scream 4”-Preview begleiten musste 


Worum geht’s

Zehn Jahre sind seit dem letzten Anschlag auf Sidney Prescotts (Neve Campbell) Leben vergangen. Zum 15. Jahrestag des berĂŒhmten und inzwischen mehrfach verfilmten Woodsboro-Massakers kehrt Sidney fĂŒr eine Buchvorstellung in ihren Heimatort zurĂŒck. Als zwei Teenager brutal ermordet werden und das blutige Mordwerkzeug in Sidneys Kofferraum entdeckt wird, ist es mit dem beschaulichen Wiedersehen vorbei. Gemeinsam mit Dewey (David Arquette) und Gale (Courteney Cox) begibt Sidney sich auf die Suche nach dem Killer. Schon bald fordert dieser weitere Opfer – und wie immer kommt jeder als TĂ€ter in Frage 


Meine Meinung

Heiliger Ghostface, tut das gut! Endlich mal wieder ein, und das ist absolut positiv gemeint, altmodischer Horrorfilm, der ohne hektische Schnitte, wackelige KamerafĂŒhrung oder kĂŒnstliche Farbspielereien auskommt. “Scream 4” sieht in jeder Einstellung nach den guten alten Neunzigern aus und knĂŒpft damit nahtlos an seine VorgĂ€nger an. “Scream”-Veteranen werden sich dementsprechend sofort heimisch fĂŒhlen.

Doch nicht nur optisch, auch inhaltlich kann sich “Scream 4” sehen lassen. Spannender als der zweite und weit weniger albern als der dritte Teil, kann “Scream 4” mit seinen VorgĂ€ngern nicht nur mithalten, sondern diese sogar ĂŒberbieten. Auch wenn der Film die GenialitĂ€t des Originals nicht ganz erreicht, ist diese Fortsetzung, die gleichzeitig ein Remake und ein Reboot darstellt, ein mehr als wĂŒrdiges neues Kapitel der “Scream”-Geschichte. WĂ€hrend Neueinsteiger sich ĂŒber zahlreiche (und fĂŒr eine 16er-Freigabe erstaunlich harte) Attacken des Killers freuen, genießen Kenner die witzigen Film-im-Film-Anspielungen sowie die zahlreichen Diskussionen ĂŒber nervige Remakes und das stagnierende Horrorgenre.

Mein Fazit

Obwohl es sich bereits um die dritte Fortsetzung handelt, stellt “Scream 4” nicht weniger als den besten Slasher seit Jahren dar. Spannend, witzig und erstaunlich intelligent – meine Erwartungen wurden weit ĂŒbertroffen!

Meine Wertung: 9/10

“Scream – Schrei!”: 10/10
”Scream 2”: 8/10
”Scream 3”: 7/10

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Im Kino gesehen: “Fast & Furious Five”

Wir erinnern uns: “The Fast And The Furious” bestand grĂ¶ĂŸtenteils aus prolliger Raseraction, die in der Fortsetzung “2 Fast 2 Furious” auf die Spitze getrieben wurde. “The Fast And The Furious: Tokyo Drift” erweiterte diese Action ums Driften, bot ansonsten aber nichts Neues. Der zeitlich vor dem dritten Teil angelegte “Fast & Furious” konnte zwar mit den Darstellern des ersten Teils und einer insgesamt dĂŒsteren AtmosphĂ€re punkten, litt jedoch unter dem starken Einsatz von CGI. Was allen Filmen fehlte, war eine konsequente Weiterentwicklung. Doch nun gibt es ja “Fast & Furious Five” 


Worum geht’s

Wer die bisherigen Filme noch nicht gesehen hat, sollte dies vor dem Kinobesuch unbedingt nachholen, da “Fast & Furious Five” konsequent auf diese Filme aufbaut und mit Anspielungen nur so um sich wirft. Die Geschichte knĂŒpft unmittelbar an das Ende des VorgĂ€ngers an. Nachdem Brian (Paul Walker) und Mia (Jordana Brewster) den verurteilten Dom (Vin Diesel) befreit haben, begeben sich die drei nach Rio. Dort sorgt ein missglĂŒckter Coup dafĂŒr, dass nicht nur Unterweltboss Reyes (Joaquim de Almeida), sondern auch der gnadenlose Agent Hobbs (Dwayne Johnson) Jagd auf die drei macht. Um ihren Verfolgern zu entkommen, mĂŒssen Dom, Brian und Mia ein letztes großes Ding drehen – doch dafĂŒr brauchen sie Hilfe 


Meine Meinung

“Ocean’s Eleven” trifft auf “The Fast And The Furious”. Die Zeiten prolliger Raser- und Tuningaction sind vorbei. Zum GlĂŒck! “Fast & Furious Five” wagt den Schritt zum Action-Heist-Movie, in dem nicht mehr irgendwelche Rennen, sondern die Planung und DurchfĂŒhrung eines Coups im Vordergrund stehen. Der Film geht dabei sogar so weit, Rennen nur noch anzudeuten, sie aber nicht mehr zu zeigen. Diese Wandlung tut der Reihe unglaublich gut und sorgt fĂŒr frischen Wind auf der inzwischen doch ziemlich angestaubten Straße.

Damit Actionfans dennoch auf ihre Kosten kommen, gibt es mehrere Verfolgungsjagden mit extrem hoher Verschrottungsrate, eine saftige PrĂŒgelei zwischen Vin Diesel und Dwayne Johnson sowie zahlreiche Schießereien, in denen es nicht unbedingt zimperlich zugeht. Auf CGI wurde dieses Mal grĂ¶ĂŸtenteils verzichtet, was die Action erfreulich handgemacht aussehen lĂ€sst.

Mein Fazit

Wer den bisherigen “Fast & Furious”-Filmen nicht viel abgewinnen konnte, sollte der Reihe noch eine Chance geben. “Fast & Furious Five” hat sich diese dank des mutigen Richtungswechsels und der tollen Action definitiv verdient!

Meine Wertung: 8/10 

Zum Schluss noch ein Hinweis: Wer den Abspann ein wenig abwartet, wird in einer Bonusszene mit dem Auftritt eines bekannten Charakters und einem Cliffhanger belohnt, der es in sich hat. Meine Vorfreude auf Teil 6 hat sich durch diese Szene noch mal um ein Vielfaches erhöht 


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Im Kino gesehen: New Kids Turbo

Es gibt Internet-PhĂ€nomene, die trotz intensiver Nutzung an mir vorbei gegangen sind. Die niederlĂ€ndische Serie “New Kids” ist eines davon – und nachdem ich den Kinofilm gesehen habe, bin ich darĂŒber mehr als froh.

“New Kids Turbo” handelt von fĂŒnf jungen MĂ€nnern mit Vokuhila-Frisur und Rotzbremse Schnurrbart, die jeden zweiten Satz mit “Junge” beenden, ihre Mitmenschen grundsĂ€tzlich mit “Mongo”, “Muschi”, “Fotze” oder “Homo” ansprechen und ihr Leben am liebsten damit verbringen, den ganzen Tag lang Dosenbier zu trinken. Ganz normale NiederlĂ€nder halt. Als diesen fĂŒnf grund(un)sympathischen Mitmenschen nach einem Angriff auf den Sachbearbeiter das Arbeitslosengeld gestrichen wird, beschließen sie, einfach fĂŒr nichts mehr zu bezahlen, was in allerlei Gewalt endet 


Wer mich kennt, weiß, dass ich nichts gegen derben oder brutalen Humor habe, aber die “New Kids” ĂŒberschreiten eine Grenze. Im Gegensatz zu anderen Komödien dieser Art werden die gewaltverherrlichenden Szenen nicht ĂŒberzogen, sondern realistisch dargestellt. So wird dem Chef schon mal eine Dose Bier gegen den Kehlkopf geschlagen, so dass dieser röchelnd und Blut spuckend zusammenbricht. Was daran lustig sein soll? Ich weiß es nicht. Der Kinosaal grölte. Oder nehmen wir eine schwangere Frau, die wĂ€hrend einer Evakuierung mit dem Bauch gegen einen Pfeiler gedrĂŒckt wird. Auch das muss lustig gewesen sein, denn wieder tobte der Saal. Mir entlockten Szenen wie diese und besonders die Reaktionen des Publikums nur ein KopfschĂŒtteln.

Auch die GesprĂ€che der asozialen Vollpfosten sind vieles, nur nicht unterhaltsam. Wer 84 Minuten lang ĂŒber Wörter wie “Muschi” oder “Fotze” lachen kann, hat entweder noch nie eine gesehen oder das HumorverstĂ€ndnis einer Amöbe.  Erschwerend kommt hinzu, dass die Darsteller sich, wie schon in der Serie, selbst synchronisiert haben und deren Kauderwelsch nur schwer zu verstehen ist. Vielleicht ist das aber auch besser so.

Zum Schluss noch ein Wort zum Publikum an diesem Tag: Zahlreiche Zuschauer erschienen (mehr oder weniger angetrunken) in Unterhemd gekleidet und mit Vokuhila-PerĂŒcke auf dem Kopf. Vorbeigehende Zuschauer wurden stilecht mit “Homo” oder “Muschi” angepöbelt. Eine Vorstellung spĂ€ter wurden dann auch noch Zigaretten im (Nichtraucher)Saal angezĂŒndet. Wenn solche Menschen das typische “New Kids”-Publikum darstellen, bin ich froh, nicht dazuzugehören 


Meine Wertung: 1/10

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Da ist er, der „Transformers: Dark Of The Moon“-Trailer …

… und er sieht gut aus. Aber dass eine gelungene Optik noch lange keinen guten Film macht, wissen wir ja spĂ€testens seit der Gurke „Transformers – Die Rache“. Und dort spielte immerhin noch Megan Fox mit, hier nur eine in jeder Einstellung gleich dĂŒmmlich dreinblickende Rosie Huntington-Whiteley. Ach, was soll’s: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt …

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Zuletzt im Kino gesehen: “Ohne Limit” und “Paul – Ein Alien auf der Flucht”

Ohne Limit Der Mensch kann nur ca. 20% seiner GehirnkapazitĂ€ten nutzen. GĂ€be es eine Droge, die es euch ermöglicht, volle 100% auszunutzen, wĂŒrdet ihr sie nehmen? Eddie Morra (Bradley Cooper) tut es – und hat fortan nicht nur mit den tödlichen Nebenwirkungen der Droge, sondern vor allem mit den Begehrlichkeiten zu kĂ€mpfen, die diese Droge bei seinen Mitmenschen auslöst. Dass es diese Begehrlichkeiten sind, von denen die grĂ¶ĂŸte Bedrohung ausgeht, ist dann auch der große (wenn auch “nur” moralisch betrachtet) Schwachpunkt des Films. Denn die Aussage ist ganz klar: Drogen sind gut! Sofern du mit ihnen umzugehen weißt 
 Aber hey, wenn brutale Selbstjustiz in Filmen gut sein darf (siehe “96 Hours”), wieso dann auch nicht Drogenkonsum? Wischt man jegliche moralische Bedenken beiseite, kommt ein Ă€ußerst unterhaltsamer, optisch wirkungsvoll als Drogenrausch verpackter Thriller zum Vorschein, der keine Minute langweilt und mit einem Ă€ußerst wandelbaren Bradley Cooper ĂŒberzeugt. So lasse ich mir Drogen gefallen! NatĂŒrlich nur auf der Leinwand 
 Meine Wertung 7/10 (mit Tendenz zur 8 ) Paul – Ein Alien auf der Flucht Stellt euch vor, ihr wĂ€ret Science-Fiction-Nerds (falls ihr welche seid, braucht ihr das natĂŒrlich nicht zu tun), mit einem Reisemobil in den USA unterwegs und wĂŒrdet dort auf ein sprechendes Alien treffen – wie wĂŒrdet ihr reagieren? Genau: Ihr wĂŒrdet es mitnehmen, euch anfreunden und dafĂŒr sorgen, dass es wieder nach Hause kommt. So reagieren dann auch die EnglĂ€nder Graeme (Simon Pegg) und Clive (Nick Frost) als sie auf Paul treffen, was nicht nur fĂŒr zahlreiche Lacher, sondern zum Ende hin auch fĂŒr recht viel Action sorgt. Und auch wenn der britische Charme von “Shaun Of The Dead” und “Hot Fuzz” nicht erreicht wird, ist “Paul – Ein Alien auf der Flucht” ein typischer, wenn auch sehr amerikanischer Pegg/Frost-Film mit zahlreichen Genreanspielungen geworden. “Aliens”,  “ZurĂŒck in die Zukunft”, “JĂ€ger des verlorenen Schatzes” – es gibt, besonders in den Dialogen, viel zu entdecken. Was besonders die Nerds unter uns, mich eingeschlossen, natĂŒrlich unheimlich freut. Dass einige Pointen verschenkt werden oder weit unterhalb der GĂŒrtellinie liegen, nimmt man dafĂŒr gerne in Kauf. Meine Wertung: 7/10

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Zuletzt auf Blu-ray gesehen: "Mega Piranha"

Kennt ihr das Filmstudio The Asylum? Nein? Ich bin entsetzt! Immerhin hat The Asylum uns nicht nur die lang erwarteten Fortsetzungen „Krieg der Welten 2: Die nĂ€chste Angriffswelle“ und „Titanic 2: Die RĂŒckkehr” beschert, sondern zeichnet sich auch fĂŒr kreative Meisterwerke wie „Snakes On A Train“, „AvH: Alien vs. Hunter“ und „Transmorphers“ verantwortlich. Mit „Mega Piranha“ hat The Asylum letztes Jahr einen weiteren Hit abgeliefert, der nicht nur eine spannende Story und beeindruckende Effekte bietet, sondern auch mit fantastisch agierenden Darstellern bis in die kleinste Nebenrolle punk
 okay, ich gebe auf und sage ganz ehrlich: „Mega Piranha“ ist genau der Mist, den man erwartet, wenn man eine Film von The Asylum in den Blu-ray-Player legt. Die Darsteller sind absolut talentbefreit und wirken zudem völlig planlos, die Effekte erinnern an 80er-Jahre-Videospiele und die Geschichte ist so dĂ€mlich, dass sie nicht mal mehr lustig ist. Ich möchte nicht wissen, wie viel Koks den Besitzer wechselte, bis die Story stand und als verfilmbar abgesegnet wurde! Um die Laufzeit von 92 Minuten zu erreichen, werden Szenen mitunter ein halbes Dutzend mal wiederholt – was nicht einer gewissen Komik entbehrt. Hinzu gesellen sich mehrere Szenen, die der treue The-Asylum-Kenner bereits aus vorherigen Produktionen kennt. ErwĂ€hnt sei hier eine grandiose Kamerafahrt auf einen mit Sonnenbrille und Gewehr bewaffneten Soldaten, die bereits in „Mega Shark vs. Giant Octopus“ gefĂŒhlte 200 Mal zu sehen war. Der unverbesserliche Optimist redet sich an dieser Stelle eine gewollte KontinuitĂ€t ein. Das letzte Highlight gibt’s exklusiv in der deutschen Fassung des Films: Die Synchronisation. Ich weiß es natĂŒrlich nicht genau, vermute jedoch, dass es sich bei den Sprechern um ehemalige Vertreter aus der Pornobranche handelt, die aufgrund der gestiegenen QualitĂ€tsanforderungen im RuckelfilmgeschĂ€ft arbeitslos wurden und nicht mehr anderweitig vermittelbar waren. Das Schlimmste an dem Film ist jedoch, dass er so skurril ist, dass ich mich schon auf die nĂ€chste Produktion von The Asylum freue. Ich bin und bleibe halt einfach unverbesserlich 
 Hier noch der Trailer – aber Vorsicht: Es besteht Suchtgefahr!

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Sven Kietzke
Sven Kietzke
@svenkietzke.de@www.svenkietzke.de

Chroniken eines fotografierenden Filmnerds

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