rec2Durch Zufall bin ich letzte Woche auf den Trailer zu “[Rec]³ Génesis” gestoßen. Dieser gefiel mir so gut, dass ich es mir am liebsten sofort auf der Couch gemütlich gemacht und den Film geschaut hätte. Doch zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal Teil 2 gesehen hatte. Zum Glück war auch dieser Film bei Amazon sofort lieferbar …

Worum geht’s

Nachdem der Funkkontakt zu den eingeschlossenen Personen abgebrochen ist, wird eine Spezialeinheit unter der Leitung des Wissenschaftlers Dr. Owen (Jonathan D. Mellor) in das unter Quarantäne gestellte Haus geschickt. Doch Dr. Owens Interesse gilt nicht den etwaigen Überlebenden, sondern der Dachgeschosswohnung und den darin verborgenen Geheimnissen des Vatikans …

Meine Meinung

Nichts hasse ich mehr als Fortsetzungen, die das offene Ende des Vorgängers ignorieren oder gar für nichtig erklären. Diesbezüglich macht der ebenfalls im Found-Footage-Stil gedrehte “[Rec²]” alles richtig. Die Handlung schließt unmittelbar an den ersten Teil an, greift die letzten Erkenntnisse auf und führt die Geschichte (mehr oder weniger) logisch fort. Daraus folgt, dass sich “[Rec]²” vom Infizierten-Horror entfernt und stattdessen die kirchliche Verschwörung rund um Dämonen und Besessenheit das Geschehen dominiert. Wer sich mit dem Story-Schwenk im Finale des ersten Teils nicht anfreunden konnte und einen gradlinigen Zombiefilm erwartet, sollte also tunlichst die Finger von der Fortsetzung lassen. Alle anderen dürfen sich über einen nach wie vor atmosphärischen Horrorfilm freuen, der zwar weniger spannend, dafür aber deutlich unheimlicher als der Vorgänger daherkommt. Denn auch wenn an der Decke krabbelnde und mit fremder Stimme sprechende Besessene wahrlich nichts originelles sind, so verfehlen sie dennoch ihre Wirkung nicht.

Abzüge bekommt “[Rec]²” für seine inhaltlichen Schwächen (man darf sich z.B. schon fragen, wieso der Vatikan für Experimente mit Besessenen ausgerechnet ein bewohntes Mietshaus wählt) und einen inszenatorischen Fehlgriff. Dieser besteht darin, dass die Handlung in der Mitte kurzzeitig unterbrochen wird, um das Geschehen aus einer anderen Perspektive erneut aufzugreifen. Auch wenn die beiden Handlungsstränge recht zügig miteinander vereint werden, kostet dies dem Film einiges an Spannung. Erschwerend kommt hinzu, dass die neu auftretenden Charaktere, welche selbstverständlich ebenfalls stets eine Kamera bei sich führen, recht nervig sind und außerordentlich dumm agieren. Auch wenn durch die neuen Figuren neue Kameraperspektiven ermöglicht werden, hätte ich auf diesen Handlungsstrang gut verzichten können …

Mein Fazit

Wenig originelle, dafür aber konsequent weitergesponnene Fortsetzung, die das Genre zwar nicht neu erfindet, sich aber auch nicht zu verstecken braucht.

Meine Wertung: 7/10

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