Hallo, mein Name ist Sven. Ich bin 35 Jahre alt. Und ich bin Videospieler. [den Applaus abwartend] So, jetzt ist es raus. Ja, ich spiele Videospiele. Und das bereits seit meiner Kindheit. Um genau zu sein, seit ich mir als kleiner Junge von meinem Ersparten das Sega Master System ins Kinderzimmer geholt und mit Sonic den fiesen Dr. Robotnik vermöbelt habe. Es folgten das Mega Drive, die Dreamcast und so ziemlich alle Spielekonsolen von Sony und Microsoft. Ein Ende meiner Spielleidenschaft ist noch lange nicht in Sicht. Und so ist es nur wenig verwunderlich, dass ich mich von dem Trailer der Gamer-Komödie „Noobz – Game Over“ sofort angesprochen fühlte …

Worum geht’s

Statt zu arbeiten, nimmt der Immobilienmakler Cody (Blake Freeman) lieber an Clan-Wettkämpfen teil. Vier Mal hat er deshalb bereits seinen Job verloren, nun ist zusätzlich auch noch seine Ehe am Ende. Codys bestem Freund Andy (Jason Mewes) kommt dies gerade recht, denn so hat Cody wenigstens Zeit für die Cyberbowl Video Game Championships. Gemeinsam mit ihren beiden Clanmitgliedern Fragget (Matt Shively) und Hollywood (Moises Arias) machen sich Cody und Andy auf den langen Weg nach Los Angeles. Dort wartet nicht nur ein knallharter Wettkampf auf die vier selbsternannten „Gears Of War 3“-Profis, sondern auch die süße Gamerin Rickie (Zelda Williams), in die Andy schon seit langer Zeit verliebt ist …

Meine Meinung

Nachdem ich den Film gestern voller Vorfreude geschaut habe, bin ich immer noch ein wenig fassungslos und frage mich, was sich die Macher bei „Noobz – Game Over“ gedacht haben. Okay, vermutlich „Lasst uns eine Mischung aus einem Roadmovie und einer Underdog-Sportkomödie mit Videospielern machen!“. Prinzipiell ein äußerst löblicher Gedanke, doch die Umsetzung lässt mehr als nur zu wünschen übrig.

„Noobz – Game Over“ scheitert bereits daran, dass keiner der Protagonisten als Identifikationsfigur in Frage kommt. Während Fragget und Hollywood nur als Vorlage für lahme Witze über Schwule und Kranke dienen, ist Cody ein überheblicher Kotzbrocken Unsympath, der selbst seine eigenen Freunde wie Dreck behandelt. Lediglich Andy kann ein paar Sympathiepunkte sammeln, doch werden diese von seinem so primitiven wie unpassenden Gehabe (Jason Mewes im Jay-und-Silent-Bob-Modus) schnell wieder zunichte gemacht. Bezogen auf den Filmtitel ergeben das dämliche Verhalten und vor allem Codys Lernunfähigkeit durchaus Sinn, doch wage ich zu bezweifeln, dass die Macher über einen so feinen Sinn für Ironie verfügen. Wahrscheinlicher ist, dass die Figuren mit ihren Eigenarten witzig sein sollen. Sind sie aber nicht.

Die Handlung des Films ist noch dürftiger als die der „Gears Of War“-Spiele und kann sich zudem für keine Richtung entscheiden. Mit viel gutem Willen erkennt man einen Fokus auf die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Andy und Rickie, doch wird diese durch die abschließenden Texttafeln, in denen der Film über die Zukunft der Beteiligten aufklärt, vollkommen unpassend aufgelöst. Generell wirkt der Film, als hätten die Macher keine schlüssige Haupthandlung im Sinn gehabt, sondern sich einzelne Szenen überlegt und diese dann krampfhaft in einen Film gepresst. Ein stimmiges Gesamtbild will zu keiner Zeit entstehen. Und wirklich witzig sind die einzelnen Szenen auch nicht. Als Tiefpunkte seien hier ein 7-jähriges Mädchen mit dem Wortschatz einer 27-Jährigen und eine extrem fette Stripperin in einem (ansonsten völlig normalen) Stripclub genannt. Wer über diese Szenen lacht, der lacht auch über Mario Barth.

Wer hofft, einen augenzwinkernden Blick auf die E-Sports-Szene oder wenigstens ein paar spektakuläre Spielszenen sehen zu dürfen, darf diese Hoffnung gleich wieder begraben. Statt der Gamer-Szene mit Ironie zu begegnen, werden lediglich die gängigen Klischees bedient. Und den Spielszenen fehlt jegliche Dramatik, so dass selbst im Finale nicht mal ansatzweise Spannung aufkommt. Wer sich schon mal ein echtes E-Sports-Turnier angeschaut hat, weiß, dass die lahme Inszenierung des Films nichts mit der durchaus packenden Realität solch eines Wettkampfes gemein hat.

Punkten kann der Film lediglich mit einer Handvoll gelungener Sprüche, dem einen oder anderen Nostalgieschub (Frogger – hach) und Casper van Diens (ihr wisst schon, der Typ aus „Starship Troopers“) selbstironischem Kurzauftritt, der durchaus für ein oder zwei Schmunzler gut ist. Aber das ist selbst für eine Indie-Komödie viel zu wenig …

Mein Fazit

Größtenteils unlustige Komödie mit unsympathischen Figuren, die dem unverbrauchten Thema E-Sports und der Gaming-Szene nicht mal ansatzweise gerecht wird.

Meine Wertung: 3/10

Dass ihr meine Review bis zum bitteren Ende gelesen habt, soll belohnt werden. In Kooperation mit EuroVideo verlose ich zwei DVDs des Films „Noobz – Game Over“. Wieso ihr nach meiner Kritik daran noch teilnehmen solltet? Na, damit ihr euch ein eigenes Urteil bilden und mich hier öffentlich als Noob beschimpfen könnt, sollte euch der Film trotz meiner negativen Worte gefallen!

Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr nichts weiter tun, als mir in den Kommentaren euer persönliches Lieblingsspiel zu nennen. Ganz einfach, oder?

Die Gewinner ermittle ich dann wie immer über random.org. Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 30. April 2013. Viel Glück!

Nachtrag 01.05.

Die Gewinner stehen fest! Freuen dürfen sich Katja und Niels – herzlichen Glückwunsch!

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