Mit „The Collector“ schuf Regisseur Marcus Dunstan einen Genrebeitrag, der zwar nicht frei von Schwächen war, als Gesamtwerk jedoch blendend unterhielt und geradezu nach einer Fortsetzung schrie. Diese ist nun in Form von „The Collection – The Collector 2“ erhältlich und stellt, so heißt es zumindest, das Mittelstück einer geplanten Trilogie dar. Ob „The Collection“ ein würdiger Nachfolger geworden oder dem „größer, lauter, blutiger“-Wahn zum Opfer gefallen ist, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest …

Worum geht’s

Die junge Elena (Emma Fitzpatrick) entdeckt in einer Diskothek eine Kiste, aus der panisches Klopfen ertönt. Durch das Öffnen der Kiste befreit Elena jedoch nicht nur den darin eingesperrten Arkin (Josh Stewart), sondern löst gleichzeitig eine tödliche Kettenreaktion aus, der sämtliche Diskothekenbesucher zum Opfer fallen. Während Arkin sich nur knapp und schwer verletzt retten kann, wird Elena von dem Collector entführt. Kaum im Krankenhaus angekommen und versorgt, erhält Arkin Besuch von Lucello (Lee Tergesen), Elenas Leibwächter. Lucello hat den Auftrag, Elena mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu finden und hofft, dass Arkin, der als einziger aus der Gefangenschaft des Collectors entkommen konnte, ihm und einer Handvoll Söldner den Weg zu dessen Versteck weisen kann. Arkin willigt ein und führt die stark bewaffneten Männer zu einem seit Jahren verlassenen Gebäudekomplex. Doch der Collector ist auf seine ungebetenen Gäste gut vorbereitet …

Meine Meinung

Ich mache es kurz: „The Collection“ IST dem „größer, lauter, blutiger“-Wahn zum Opfer gefallen. Bereits die Eröffnungssequenz, in der die Besucher einer Diskothek von einer an der Decke angebrachten Mähdrescherkonstruktion zerhackstückelt und in einem riesigen Stahlkäfig zerquetscht werden, pfeift offenkundig auf jegliche Logik oder Glaubwürdigkeit und ist so dermaßen übertrieben (wenn nicht gar dämlich), dass sich der Film danach nur noch schwer ernstnehmen lässt. Von der düsteren Atmosphäre oder gar Spannung des packenden Katz-und-Maus-Spiels des Vorgängers ist bereits nach wenigen Minuten nichts mehr zu spüren. Stattdessen folgt die Fortsetzung dem „Saw“-Prinzip der letzten Teile und präsentiert zahlreiche Fallen, denen die Beteiligten nach und nach aufs Blutigste zum Opfer fallen. Die Gewaltschraube wurde hierbei im Vergleich zum Vorgänger nochmals angezogen, doch verpufft die Wirkung aufgrund der überzogenen Darstellung (und der durchschnittlichen CGI-Effekte) meist komplett. Einige Szenen wirken zuweilen sogar unfreiwillig komisch, so dass ich „The Collector“ insgesamt dennoch als den härteren der beiden Filme bezeichnen würde.

Die inszenatorische Klasse des Vorgängers blitzt nur noch in seltenen Momenten durch, etwa wenn Arkin und der Collector sich bei ständig ausfallendem Licht im selben Raum aufhalten, Arkin die ausgestellten „Kunstwerke“ des Collectors entdeckt oder dem Collector im feurigen Finale, in dem „The Collection“ mehr Actionfilm als Thriller ist, gegenüber steht. In diesen toll gefilmten, aber leider viel zu seltenen Momenten weiß der Film durchaus zu fesseln – auch wenn die Spannung des Vorgängers leider zu keiner Zeit erreicht wird.

Mein Fazit

„Mehr Blut, mehr Gekröse. Ein nettes Gemetzel, das erwartet die Fangemeinde!“ fasste Randy in „Scream 2“ die Regeln für eine Fortsetzung zusammen. Und genau daran haben sich die Macher gehalten. Zu schade, dass dabei Atmosphäre, Spannung und Glaubwürdigkeit auf der Strecke geblieben sind.

Meine Wertung: 5/10

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