Wie ihr an meinen letzten (und den noch kommenden) Reviews erkennen könnt, beschäftige ich mich derzeit fast ausschließlich mit den Genres Horror und Thriller. Ich habe keine Ahnung wieso, aber mir steht momentan der Sinn nach Blut, viel Blut, noch mehr Blut und ein bisschen Spannung. Also genau nach dem, wonach es so gut wie jedem Teenager dürstet, wenn er erst im richtigen Alter für Horrorfilme angekommen ist. Wer weiß, vielleicht ist dies meine ganz persönliche Form einer verfrühten Midlife-Crisis. Wie schön, dass es Filme wie „Train“ gibt, die mich in dieser schwierigen Zeit unterstützen …

Worum geht’s

Eine Gruppe amerikanischer Wettkampfringer bestreitet in Osteuropa ein Turnier. Am nächsten Tag soll die Reise weitergehen, doch statt zu schlafen, schleichen sich Alex (Thora Birch) und ihre Freunde aus dem Hotel, um an einer Party teilzunehmen – und verpassen am nächsten Morgen prompt ihren Zug. Von einer Fremden, die den Zug scheinbar ebenfalls verpasst hat, bekommt die Gruppe den Tipp, einen der Regionalzüge zu nehmen. Die Gruppe beschließt, diesem Tipp zu folgen, doch bereits kurz nach der Abfahrt verschwindet Alex‘ Freund Todd (Derek Magyar) spurlos. Viel zu spät begreifen Alex und ihre Freunde, dass sie in eine tödliche Falle gelockt wurden …

Meine Meinung

Gehört auch ihr zu den Zuschauern, die von „Hostel“ enttäuscht waren, weil der Film längst nicht so brutal war, wie er angepriesen wurde? Dann ist „Train“ genau die richtige Alternative für euch! Zumindest in der ungekürzten (in Deutschland leider nicht erhältlichen) Version. Wo in „Hostel“ lediglich angedeutet oder kurz das Ergebnis präsentiert wurde, wird in „Train“ gnadenlos draufgehalten. Häutungen, abgetrennte Körperteile, entnommene Organe – hier wird alles geboten, was den Gorefan glücklich macht. Und das nicht erst im Finale, sondern von Anfang an. Ist der Zug erst bestiegen, wird die extrem blutige Geschichte äußerst zackig und ohne Längen erzählt. Lediglich in den letzten 20 Minuten, in denen der Zug verlassen wird, geht dem Film etwas die erzählerische Puste aus. Langweilig ist „Train“ dennoch zu keiner Zeit, höchstens im Finale etwas zu vorhersehbar.

Die Ähnlichkeiten zum großen Bruder „Hostel“ sind während der gesamten Laufzeit kaum zu übersehen. Die Atmosphäre ist ebenso düster und schmutzig und bedingt durch die Enge des Zuges zusätzlich auch noch recht bedrückend. Lediglich der Grund für die Verstümmelungen ist hier ein gänzlich anderer. Und so sehr mir die Begründung für die fahrende Schlachtbank auch gefallen hat, ist sie doch gleichzeitig auch der größte Schwachpunkt des Films. Der Umgang mit den Opfern und deren Körperteilen sowie Organen entspricht schlicht nicht dem angedachten Zweck, wodurch „Train“ spürbar an Glaubwürdigkeit verliert und den Eindruck hinterlässt, als wären die blutigen Effekte eben nur der blutigen Effekte wegen dabei.

Einen starken Eindruck hinterlässt stattdessen Hauptdarstellerin Thora Birch, die zwar im Laufe des Films mehr einsteckt als die Realität erlaubt, als junge Kämpferin mit ausgeprägtem Überlebenswillen jedoch eine tolle Leistung bietet und als einzige richtig in Erinnerung bleibt. Von mir aus dürfte Birch gerne öfter in solchen Genrebeiträgen mitwirken.

Mein Fazit

Knackig erzählter Torture-Porn-Thriller mit beklemmender Atmosphäre und starker Hauptdarstellerin, dessen deftige Effekte jedoch nicht so recht zu der erzählten Geschichte passen wollen.

Meine Wertung: 7/10

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