Ich war nie ein besonders großer Fan der „Fast & Furious“-Reihe – bis „Fast & Furious Five“ kam, der mich dank seiner spannenden Heist-Story und den Actionszenen jenseits der Straße vollends überzeugen konnte. Hinzu kam der geradezu geniale Cliffhanger, der sich im Abspann zeigte und die Vorfreude auf den sechsten Teil in die Höhe trieb. Und genau an diesen schließt nun „Fast & Furious 6“ an …

Worum geht’s

Nach dem geglückten Coup in Rio de Janeiro haben Dom (Vin Diesel) und seine Crew finanziell ausgesorgt, werden jedoch nach wie vor polizeilich gesucht. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin Elena (Elsa Pataky) sowie Brian (Paul Walker) und Mia (Jordana Brewster), die inzwischen Eltern geworden sind, lebt Dom fernab der Heimat in einem luxuriösen Anwesen. Überraschend taucht FBI-Agent Hobbs (Dwayne Johnson) auf und bittet Dom um Hilfe. Der skrupellose Owen Shaw (Luke Evans) hat mit seiner schwer bewaffneten Crew bereits mehrere Waffenteile gestohlen und plant den Bau und Verkauf einer Technobombe. Doch was für Dom viel bedeutender ist: Seine für tot erklärte große Liebe Letty (Michelle Rodriguez) ist quicklebendig. Und arbeitet für Shaw …

Meine Meinung

Meine Güte, was hat sich die „Fast & Furious“-Reihe entwickelt. Von der prolligen Tuningaction zum Heist-Movie zum überbordenden Actionfilm, in dem alle Register des modernen Actionkinos gezogen werden und kein Stein auf dem anderen bleibt. Die solide und mit zahlreichen Anspielungen versehene Story kann zwar nicht mit der überraschend cleveren Geschichte von „Fast & Furious Five“ mithalten, ist glücklicherweise aber auch kein Totalausfall. In Sachen Action steckt „Fast & Furious 6“ den bereits nicht gerade ruhigen Vorgänger hingegen locker in die Tasche und legt die Latte für den Nachfolger schon fast zu hoch. Autorennen, Amokfahrten mit einem Panzer, aufzuhaltende Frachtflugzeuge, zahlreiche Schusswechsel sowie toll choreografierte Kampfszenen lassen die Herzen der Actionfans vollkommen zu recht höher schlagen. Zumal ein Großteil der Action tatsächlich handgemacht zu sein scheint und Computereffekte nur selten als solche zu erkennen sind.

Störend wirkt lediglich, dass für die Glaubwürdigkeit inzwischen gar kein Platz mehr zu sein scheint, was sich insbesondere in den zahlreichen Sprungszenen zeigt. Einmal lasse ich es mir ja noch gefallen, wenn eine Person von Fahrzeug A auf Fahrzeug B hüpft, doch bei „Fast & Furious 6“ wird so oft und in den unmöglichsten Situationen gesprungen, dass selbst Bugs Bunny vor Neid erblassen würde. Mir ist klar, dass die Reihe noch nie für realistische Actionszenen stand, doch was hier gezeigt wird, geht definitiv einen Schritt zu weit. Wer den Film gesehen hat, wird verstehen, was ich meine. Zur Entlastung des Films sei gesagt, dass „Fast & Furious 6“ sich selbst ohnehin nicht sonderlich ernstnimmt und das Geschehen immer wieder durch selbstironische und teils schlicht absurde Momente aufgelockert wird.

Auch die Chemie zwischen den inzwischen liebgewonnen Figuren stimmt nach wie vor, so dass man sich als Zuschauer erneut auf zahlreiche Sticheleien, tumbe Machosprüche und mal mehr, mal weniger gelungene Oneliner freuen darf. Also auf genau das, was einen „Fast & Furious“-Film neben der Action seit jeher auszeichnet. Und wenn der Film dann nach extrem kurzweiligen 130 Minuten Hans Todesszene aus „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ nutzt, um den Gegenspieler für „Fast & Furious 7“ zu präsentieren, ist sie wieder da, diese stille Vorfreude auf das nächste „Fast & Furious“-Abenteuer …

Mein Fazit

„Fast & Furious 6“ ist ein schneller & furioser (originell, gell?) Actionfilm mit sympathischen Figuren und coolen Sprüchen, der bewusst ironisch daherkommt, auf jeglichen Anspruch verzichtet – und nicht zuletzt genau dadurch prächtig unterhält.

Meine Wertung: 8/10

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ChristiansFoyer.de

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