HALLO! HALlo! hallo! HALLO? HALlo? hallo? Oh nein, hier ist es seit fast zwei Wochen so leer, dass sich sogar schon ein Echo gebildet hat. Es wird höchste Zeit, wieder ein bisschen Leben in die Bude zu bringen! Darum folgt hier und jetzt die Review zu dem von vermutlich niemandem sehnlichst erwarteten „Texas Chainsaw“, der inzwischen zweiten offiziellen Fortsetzung zum berühmten „The Texas Chain Saw Massacre“ …

Worum geht’s

1973. Nur knapp kann die junge Sally (Marilyn Burns) dem Kettensäge schwingenden Psychopathen Jedidiah „Leatherface“ Sawyer und dessen nicht minder gewalttätigen Familie entkommen. Kurze Zeit später treffen Sheriff Hooper (Thom Barry) und mehrere Dorfbewohner am Haus der Sawyers ein. Es kommt zu einem blutigen Schusswechsel und einen Brandausbruch, in Folge dessen die Sawyers den Tod finden. Lediglich das Baby Edith überlebt. Jahrzehnte später. Die junge Heather Miller (Alexandra Daddario) erfährt, dass sie adoptiert wurde, ihre ihr unbekannte Großmutter Verna Carson (Marilyn Burns) verstorben ist und Heather als Alleinerbin bestimmt hat. Gemeinsam mit ihrem Freund Ryan (Tremaine Neverson) sowie ihren Freunden Nikki (Tania Raymonde) und Kenny (Keram Malicki-Sánchez) macht Heather sich auf den Weg nach Texas, um sich einen Überblick über das Erbe zu verschaffen. Unterwegs treffen die Freunde auf den Anhalter Darryl (Shaun Sipos), der sich der Gruppe anschließt. Am Haus ihrer verstorbenen Großmutter angekommen, staunen Heather und deren Freunde nicht schlecht: Sowohl das Haus als auch das Grundstück sind riesig und weitaus luxuriöser als gedacht. Doch schon bald muss Heather erkennen, dass sie nicht die einzige ist, die das Feuer ’73 überlebt hat …

Meine Meinung

Um ehrlich zu sein, lässt mich „Texas Chainsaw“ ein wenig ratlos zurück. Die Idee, die bisherigen Fortsetzungen und Remakes zu ignorieren und stattdessen unmittelbar an das berühmte Ende des Originals anzuschließen, hat mir durchaus gefallen. Und auch die solide Umsetzung gibt nur wenig Anlass zur Kritik. Doch blasse Charaktere, zahlreiche Logikfehler und nicht zuletzt der vermutlich gut gemeinte Stoytwist mit seiner unglaubwürdigen Charakterentwicklung trüben das Vergnügen dann doch zu stark, um eine Empfehlung aussprechen zu können.

„Texas Chainsaw“ beginnt höchst atmosphärisch mit Originalaufnahmen aus „The Texas Chain Saw Massacre“. Und als Fan-Bonus gibt es sogar ein Wiedersehen mit Bill Moseley, der bereits in der ersten Fortsetzung „The Texas Chainsaw Massacre 2“ aus dem Jahr 1986 mitwirkte. Nett. Nachdem die Sawyer-Sippe vom wütenden Mob ausgelöscht wurde, macht der Film einen Zeitsprung. Und begeht damit seinen ersten großen Logikfehler, da das Alter der Figuren und das Jahr der Handlung (erkennbar an technischen Geräten wie z.B. iPhones) nicht mal mehr ansatzweise zusammenpassen.

Wer diesen Fehler, der nun wirklich leicht zu vermeiden gewesen wäre, gutmütig ignoriert, sieht sich vorerst mit einem gewöhnlichen Slasher im „Texas Chainsaw Massacre“-Universum konfrontiert. Fünf attraktive, doch bis auf die Hauptdarstellerin komplett austauschbare Mittzwanziger, die nach und nach der Kettensäge von Leatherface zum Opfer fallen. Das mag nicht besonders originell sein, ist aber letztlich genau das, was man als Fan der Reihe erwartet. Auch wenn man sich besser nicht fragt, wie Leatherface so lange unbemerkt bleiben und von einer alten Frau im Zaum gehalten werden konnte.

In der letzten halben Stunde beschließen die Macher dann inhaltlich neue Wege zu gehen, wodurch die Geschichte durchaus interessanter und vor allem spannender wird, gleichzeitig die Glaubwürdigkeit der Figuren jedoch komplett über den Haufen geworfen wird. Sowohl die Entscheidungen von Heather als auch die von Sheriff Hooper sind selbst mit viel gutem Willen durch nichts zu erklären. Höchstens dadurch, dass sich die Macher unbedingt die Türen für eine weitere Fortsetzung offenhalten wollten. Wirklich schade um den durchaus lobenswerten Ansatz.

Mein Fazit

Durchschnittliche Fortsetzung des Originals, die einerseits versucht, die Erwartungen der Fans zu erfüllen, andererseits jedoch auch inhaltlich neue Wege gehen möchte und dabei letztlich an der unglaubwürdigen Figurenentwicklung scheitert.

Meine Wertung: 5/10

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Wer den gesamten Film sehen möchte, sollte den kompletten Abspann abwarten …

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