Ab dem 10.12. wartet mit dem kanadischen Thriller „Cold Blooded“ die nach dem Horrorklassiker „From Beyond“ zweite Heimkinoveröffentlichung des frisch gestarteten Labels OFDb Filmworks darauf, von euch geschaut zu werden. Ob die OFDb Filmworks auch dieses Mal einen guten Filmgeschmack bewiesen haben und Jason Lapeyres Spielfilm-Debüt mich überzeugen konnte, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen …

Worum geht’s

Nach einem missglückten Überfall auf einen Juwelier wacht der Dieb Cordero (Ryan Robbins) im Krankenhaus auf. Von der jungen Polizistin Frances Jane (Zoie Palmer), die zur Nachtwache eingeteilt wurde, erfährt Cordero nicht nur, dass er eineinhalb Tage im Koma lag, sondern auch, dass er laut Polizeibericht einen seiner Komplizen erschossen haben soll. Während er versucht, Frances von seiner Unschuld zu überzeugen, dringt Corderos skrupelloser Kontaktmann Holland (William MacDonald) mit zwei bewaffneten Männern in den abgeschotteten Krankenhausflügel ein, um Cordero für den Tod seines Partners zur Rechenschaft zu ziehen und die Diamanten zu finden, die seit dem Überfall verschwunden sind …

Meine Meinung

Eingeschränkte Fluchtmöglichkeiten, zwei Verbündete wider Willen und ein skrupelloser Gangster, der bereit ist, alles zu tun, um sein Ziel zu erreichen. Das ist vielleicht keine sonderlich originelle, aber nach wie vor eine solide Grundlage für einen spannenden Film. Und auch wenn, so viel sei schon mal verraten, Regisseur Jason Lapeyre keinen Volltreffer gelandet hat, so hat er mit „Cold Blooded“ dennoch einen kleinen, feinen Thriller abgeliefert, der Genrefans, insbesondere des Independent-Films, größtenteils zufrieden stellen sollte.

Was ihr, um nicht enttäuscht zu werden, auf keinen Fall erwarten solltet, ist ein actionhaltiger Film mit ausufernder Gewalt. Zwar gibt es das eine oder andere Handgemenge und zwei recht blutige Gewaltausbrüche zu bestaunen, doch hält sich der Film im Großen und Ganzen überraschend zurück und lässt vieles im Off und somit im Kopf des Zuschauers geschehen. Stattdessen solltet ihr euch auf einen Film voller Dialoge über Gut und Böse, Verantwortung und Konsequenzen einstellen. Und leider auch darauf, dass viele dieser durchaus interessanten Aspekte zwar angesprochen, jedoch nicht bis zum Ende betrachtet oder konsequent in den Film integriert werden und somit eine Menge Potenzial nicht genutzt bzw. verschenkt wird.

Dafür überzeugen die drei Hauptdarsteller auf ganzer Linie, auch wenn ihre Figuren etwas zu stereotyp und teilweise, insbesondere auf Polizistin Frances und deren Verletzungen bezogen, nur wenig glaubhaft geraten sind. Ryan Robbins überzeugt als charmant-manipulierender Dieb, dessen Waffen seine Worte sind, während Zoie Palmer als taffe, aber auch leicht naive Polizistin den körperlich aktiveren Part des unfreiwilligen Duos übernimmt. Am stärksten bleibt jedoch William MacDonald als gnadenloser Gangster in Erinnerung, dessen diabolische Ruhe und eiskalte Skrupellosigkeit durchaus einen faszinierenden Eindruck hinterlassen.

Dass es sich bei „Cold Blooded“ um eine Low-Budget-Produktion handelt und dem Regisseur dementsprechend auch kein großes Budget für Actionszenen und optische Spielereien zur Verfügung stand, sieht man dem Film zwar jederzeit an, doch wirkt sich dies keinesfalls negativ aus. Ganz im Gegenteil. Die ruhige, unspektakuläre Inszenierung hebt sich wohltuend von anderen pseudo-modernen Werken ab und beschränkt sich erfreulicherweise auf das Wesentliche. Nur die Beleuchtung einzelner Szenen hinterlässt teilweise einen etwas unprofessionellen Eindruck, zum Beispiel in Form dunkler Flecken auf den agierenden Personen. Aber dabei kann es sich natürlich auch um ein bewusstes Stilmittel handeln.

„Cold Blooded“ kommt auf der Blu-ray in gutem Bild und Ton daher. Neben dem 86-minütigen Hauptfilm haben es unter anderem noch ein Audiokommentar mit Regisseur Jason Lapeyre und Hauptdarstellerin Zoie Palmer, geschnittene Szenen, eine Bildergalerie und der Trailer mit auf die Scheibe geschafft.

Mein Fazit

Dialoglastiger Thriller mit guten Darstellern und erfrischend ruhiger, teilweise aber leider auch unprofessionell wirkender Inszenierung, dem ein paar Überraschungen innerhalb der Geschichte und etwas originellere Charaktere nicht geschadet hätten.

Meine Wertung: 6/10

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