Als Hollywood ankündigte, die Geschichte der 47 Ronin als Big-Budget-Fantasy-Action-Spektakel und mit Keanu Reeves in der Hauptrolle neu zu verfilmen, wusste ich nicht, was ich davon halten sollte. Nun weiß ich es. Und wünschte, ich wüsste es nicht.

Aus der wahren Geschichte der titelgebenden 47 Ronin (herrenlosen Samurai), die gegen den eindeutigen Befehl des Shoguns handeln, um den Tod ihres Herren zu rächen, und damit ihren eigenen Tod in Kauf nehmen, hätte man einen packenden Film um Ehre und Loyalität machen können. Hätte. Herausgekommen ist jedoch ein so emotionsloser wie spannungsarmer und zudem erzählerisch unausgegorener Mix aus Historiendrama und unnötiger CGI-Fantasy, die dem Film mehr schadet, als sie ihm gut tut. Zwar sind die Effekte alles andere als schlecht, doch lenken sie zu sehr von der eigentlichen Geschichte ab und sorgen dafür, dass der Film eher als beliebiges Märchen, denn als tragisches Schicksal tapferer Männer in Erinnerung bleibt.

Und dann ist da noch Hauptdarsteller Keanu Reeves, der sich als unerwünschtes Halbblut die Anerkennung der Samurai erkämpfen muss. Auch wenn Reeves mir durchaus sympathisch ist, muss ich zugeben, dass er noch nie für große Schauspielkunst stand. Spötter behaupten gerne, dass Reeves‘ Repertoire aus lediglich zwei Gesichtsausdrücken bestünde. Wer „47 Ronin“ gesehen hat, fragt sich unweigerlich, ob es wirklich so viele sind. Mehr gibt es zu seiner Leistung leider nicht zu sagen.

Nein nein, da schaue ich lieber zum wiederholten Male „Last Samurai“ mit Tom Cruise. Und empfehle euch, es mir gleich zu tun.

Meine Wertung: 4/10

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