Eine dünne Alibi-Story. Oberflächliche Figuren. Brauchbare Effekte, gerne auch in 3D. Und selbstverständlich ausufernde Action. Wer sich einen Film von Paul W.S. Anderson anschaut, weiß, was er erwarten darf. Und was nicht. Anderson, dessen Filme zwar nur selten anspruchsvoll, dafür jedoch stets unterhaltsam sind, bleibt sich auch in „Pompeii“ treu und hetzt dem Leinwandpaar Kit Harington/Emily Browning brutale Gladiatoren, durchtriebene Römer und einen ausbrechenden Vulkan auf den Hals.

Auch wenn die Kämpfe in der Arena gerne etwas blutiger hätten ausfallen dürfen, überzeugen die gut choreographierten Actionszenen ebenso wie die feurigen Effekte, die im letzten Drittel des Films dominieren und in Verbindung mit der nett getricksten Flutwelle eine gelungene Weltuntergangsstimmung auf die Leinwand zaubern. Geschichte und Figuren gehen im Verlauf des Films allerdings ebenso unter wie die titelgebende Stadt. Dass Sklave Milo (Kit Harington) und Stadtschönheit Cassia (Emily Browning) nach einem kurzen gemeinsamen Augenblick bereit sind, füreinander zu sterben, mag romantisch gemeint sein, wirkte auf mich jedoch ebenso gehetzt und unglaubwürdig wie die plötzliche Männerfreundschaft zwischen Milo und dem ungeschlagenen Gladiator Atticus (Adewale Akinnuoye-Agbaje). Und dass die Römer, allen voran Kiefer Sutherland als Milos Nemesis Corvus, allesamt als unmenschliche und überhebliche Arschgeigen dargestellt werden, ist auch ein wenig zu einfach gedacht.

Aber sei’s drum, kurzweilig und unterhaltsam ist die Chose trotz ihrer Oberflächlichkeit allemal. Und mehr erwartet man von einem Paul-W.S.-Anderson-Film schließlich auch nicht.

Meine Wertung: 6/10

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