Mauerblümchen Anastasia Steele (Dakota Johnson) darf ihre kränkelnde Mitbewohnerin vertreten und den mysteriösen Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) für eine Studentenzeitung interviewen. Voneinander angezogen, beginnen Ana und Christian eine Beziehung, die durch Christians Vorlieben alsbald auf eine harte Probe gestellt wird …

So sehen also die verfilmten SM-Fickelfantasien eines fünfzigjährigen Twilight-Groupies aus. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Dass ich Vorurteile habe, seit ich weiß, dass es sich bei „Fifty Shades Of Grey“ ursprünglich um nichts anderes als die Fan-Geschichte einer Beinahe-Fünfzigjährigen handelt, die so sehr von der Twilight-Saga begeistert war, dass sie sich genötigt fühlte, eine eigene Geschichte rund um Bella Swan und Edward Cullen zu schreiben. Oder dass der Film so ziemlich jedes meiner Vorurteile bestätigt.

Für Ana, die sich, so naiv wie wuschig, alles gefallen lässt, um ihren gutaussehenden, reichen Prinzen zu halten (nicht zuletzt, weil dieser im Inneren bestimmt ein total romantisches Kerlchen ist, dem nur die richtige Frau fehlt), würde jeder männliche Autor auf dem Scheiterhaufen des modernen Feminismus verbrannt werden. Und dass Christians sexuelle Vorlieben selbstverständlich das Ergebnis traumatischer Kindheitserlebnisse sind, ist schlicht ärgerlich und dürfte ein Schlag ins Gesicht derer sein, die solche Praktiken ausüben und dadurch einmal mehr in die Psycho-Ecke geschoben werden. Hinzu gesellen sich vermeintlich bedeutungsschwangere Dialoge („Ana.“ „Christian.“ … „Schläfst du jetzt mit mir?“ „Ich schlafe nicht mit jemandem. Ich ficke … hart.“), für die sich beim Vorlesen selbst ein Grundschüler schämen würde, und „skandalöse“ Sex-Szenen, die so harmlos sind, dass sie allenfalls prüde Amerikaner und verklemmte Christen erröten lassen dürften. Mal unter uns: Wer schon mal das Licht beim Sex angelassen hat, nicht ausschließlich die Missionarsstellung kennt und weiß, dass ein Körper beim Liebesspiel mehr als nur gestreichelt werden kann, wird von dem Gezeigten nicht überrascht werden.

Was bleibt, ist eine inhaltlich mehr als dürftige Geschichte. Und ein biederes Weltbild, welches mehr über die Autorin aussagt, als dieser lieb sein kann.

Meine Wertung: 3/10

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