Gut, eigentlich wollte ich von meinen derzeit offenen Jason-Blum-Filmen zuerst „The Lords of Salem“, dann „Dark Skies“ und zu guter Letzt „Oculus“ schauen, doch wenn mir Koch Media schon ein Rezensionsexemplar von „Jessabelle – Die Vorsehung“ schickt, genießt dieser natürlich Priorität. Außerdem ist der Film gerade erst erschienen, was mir wiederum die Möglichkeit gibt, euch nach langer Zeit endlich mal wieder eine halbwegs aktuelle Review zu bieten. Also, los geht’s!

Worum geht’s

Nach einem schweren Autounfall, bei dem sie ihren Freund und ihr ungeborenes Baby verloren hat, ist die junge Jessie (Sarah Snook) auf einen Rollstuhl und die Hilfe ihres Vaters Leon (David Andrews) angewiesen. Obgleich die beiden seit Jahren keinen Kontakt mehr pflegen, nimmt Leon seine Tochter bei sich auf und bringt sie im Zimmer ihrer verstorbenen Mutter (Joelle Carter) unter. Dort entdeckt Jessie Videobänder, auf denen ihre zu diesem Zeitpunkt bereits todkranke Mutter Jessie die Karten legt und ihr düstere Geschehnisse voraussagt. Während Leon seiner Tochter verbietet, die Videos weiter anzuschauen, beginnt Jessie schon bald, unheimliche Erscheinungen wahrzunehmen. Gemeinsam mit ihrem Jugendfreund Preston (Joelle Carter) versucht Jessie herauszufinden, was die Videobotschaften ihrer Mutter und die seltsamen Geschehnisse im Haus zu bedeuten haben …

Meine Meinung

Die Reviews, die ich bislang zu „Jessabelle – Die Vorsehung“ gelesen habe, fielen alles andere als wohlwollend aus. Umso überraschter war ich gestern Abend nach dem Film, da er meiner Meinung nach längst nicht so schlecht ist, wie er geschrieben wird. Ganz im Gegenteil. Gut, ein Meisterwerk dürft ihr auch nicht erwarten. Aber einen grundsoliden Voodoo-Horrorfilm mit brauchbaren Darstellern, durchaus bedrohlicher Atmosphäre, zwei bis drei sehr gelungenen Gänsehautmomenten und einem bitterbö… nein, damit würde ich zu viel verraten.

Regisseur Kevin Greutert, der zuvor „Saw VI“ und „Saw 3D – Vollendung“ inszenierte, ist mehr Handwerker als Visionär, versteht es aber, sein Publikum bei der Stange zu halten. Die Atmosphäre des insgesamt eher ruhigen Films wird stetig bedrohlicher, was nicht zuletzt der Geschichte zu verdanken ist. Diese fällt erfreulicherweise recht unvorhersehbar aus und hat eine durchaus interessante Wendung zu bieten, die gleichzeitig allerdings auch dazu führt, dass die eine oder andere Frage zum Geschehen letztlich unbeantwortet bleibt. Die obligatorischen Schreckmomente dürfen natürlich auch nicht fehlen, sind erwartungsgemäß etwas vorhersehbar (gnihihi), sitzen aber dennoch und kommen zur richtigen Zeit. Nämlich immer dann, wenn es zu ruhig zu werden und die Aufmerksamkeit abzugleiten droht.

Auf Seiten der Darsteller bleibt am ehesten Sarah Snook in Erinnerung, die mir in dem faszinierenden Zeitreisethriller „Predestination“ (Noch nicht gesehen? Nachholen! Jetzt!) zwar deutlich besser gefallen hat, aber auch hier eine grundsolide Leistung abliefert. Auch wenn ihr Schmollmund auf mich zeitweise etwas aufgesetzt und dadurch unpassend wirkte.

Mein Fazit

Auch wenn „Jessabelle – Die Vorsehung“ keinen Innovationspreis gewinnt, bietet der Voodoo-Grusler doch solide Unterhaltung auf überdurchschnittlichem Direct-to-Video-Niveau. Oder anders formuliert: Ich als Horrorfan fühlte mich überraschend gut unterhalten.

Meine Wertung: 6/10

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