#Horrorctober-Film Nr. 6: „Patrick“ (2013)

Die junge Krankenschwester Kathy (Sharni Vinson) nimmt eine Stelle in einer Privatklinik an, die sich auf Komapatienten spezialisiert hat. Schnell wird Kathy klar, dass der leitende Arzt Dr. Roget (Charles Dance) die Abgeschiedenheit der Klinik nutzt, um unseriöse Experimente durchzuführen. Dabei schreckt er auch vor brutalen Methoden nicht zurück, wobei insbesondere der Körper des jungen Patrick (Jackson Gallagher) von Dr. Roget nicht geschont wird. Während Dr. Roget davon überzeugt ist, dass Patrick von den Experimenten nichts mitbekommt, erkennt Kathy Anzeichen dafür, dass Patrick bei vollem Bewusstsein ist. Und längst nicht so hilflos wie angenommen …

Okay, Hauptdarstellerin Sharni Vinson, die ich seit „You’re Next“ definitiv in mein Herz geschlossen habe, ist mal wieder eine Wucht – aber der Rest … puh. Ganz ehrlich, der Film ist so überzogen inszeniert, dass ich mich wiederholt gefragt habe, ob das noch gruselig oder bereits eine Parodie sein soll. Gute Ansätze sind dabei definitiv vorhanden. Nicht nur, dass die Klinik optisch durchaus zu überzeugen weiß, auch ist die Geschichte alles andere als uninteressant und entwickelt sich dann doch ganz anders, als ich erwartet hätte. Doch all die guten Ansätze werden durch Szenen ruiniert, die, auch dank des übertriebenen Scores, komplett over the top sind und dadurch (unfreiwillig?) komisch wirken. Irgendwie ein schräger Film. Und das ist dieses Mal leider kein Kompliment.

Meine Wertung: 5/10

#Horrorctober-Film Nr. 5: „Possession – Die Angst stirbt nie“ (2008)

Seit er aus dem Gefängnis entlassen wurde, lebt der kriminelle Roman (Lee Pace) bei seinem Bruder Ryan (Michael Landes) und dessen Frau Jess (Sarah Michelle Gellar). Als die beiden Brüder nach einem schweren Autounfall zeitgleich ins Koma fallen, bricht Jess‘ Welt in sich zusammen. Dann erwacht Roman entgegen der ärztlichen Vorhersagen aus dem Koma – und behauptet, nicht Roman, sondern Ryan zu sein. Anfänglich glaubt Jess ihm kein Wort. Doch Roman weiß Dinge, die nur Ryan wissen kann …

Viel Thriller, seeehr wenig Mystery, absolut gar kein Horror – nach „The Return“ war dies direkt der zweite #Horrorctober-Film, der ganz anders (und wieder besser) als erwartet war. Dass er auch gleichzeitig der zweite Film mit Sarah Michelle Gellar war, die ich auch abseits von „Buffy“ gerne sehe, stellte hingegen keinen Zufall dar, sondern war durchaus so beabsichtigt (ja, planen kann ich). Aber zurück zum Film. Zugegeben, teilweise ist das Geschehen in „Possession“ nicht wirklich nachvollziehbar und stark an den Haaren herbeigezogen, aber hey, dafür ist der Film überraschend spannend! Und obwohl die Auflösung bereits sehr früh angedeutet wird, werden immer wieder genügend Fährten gelegt, um Zweifel an eben dieser Auflösung zu säen. Kein Überflieger, aber mehr als solide.

Meine Wertung: 7/10

#Horrorctober-Film Nr. 4: „The Return“ (2006)

So, es wird Zeit, auch hier im Blog kurz über die restlichen im #Horrorctober geschauten Filme zu schreiben. Falls ihr regelmäßig meine Facebook-Seite besucht, dürften euch die Texte bekannt vorkommen – auch wenn ich hier zwei drei Sätze mehr verliere. Im Zweifel gilt: Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts Neues zu lesen!

Seit Jahren war Joanna (Sarah Michelle Gellar) nicht mehr zu Hause, nun besucht sie aus beruflichen Gründen ihren Heimatort. Kaum angekommen, wird die junge Frau von rätselhaften Visionen geplagt. Als sich die merkwürdigen Geschehnisse häufen und auf verdrängte Erlebnisse aus ihrer Kindheit hindeuten, beginnt Joanna nachzuforschen – und stößt auf ein düsteres Geheimnis …

Wer nichts erwartet, kann entweder bestätigt oder positiv überrascht werden. Im Fall von „The Return“ wurde ich definitiv positiv überrascht. Denn auch wenn die Geschichte dieses Mysterythrillers etwas umständlich erzählt wird, so ist der Film doch sehr atmosphärisch geraten, schick gefilmt und inhaltlich deutlich interessanter als erwartet. Auch wenn „The Return“ dessen Qualität nicht erreicht, so lässt er sich doch ein wenig mit dem grandiosen „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ vergleichen. Falls du diesen mochtest, gib „The Return“ ruhig eine Chance. Und solltest du diesen noch nicht kennen, hast du hiermit gleich zwei Empfehlungen von mir bekommen.

Meine Wertung: 7/10

#Horrorctober-Film Nr. 3: „Cabin Fever: The New Outbreak“ (2016)

Fünf unsympathische Vollidioten möchten ein Wochenende im Wald verbringen, infizieren sich mit einem fleischfressenden Virus und benehmen sich so lange egoistisch und dämlich, bis das Blut auch aus der letzten Körperöffnung suppt.

„Cabin Fever: The New Outbreak“ ist ein Remake des gerade mal 15 Jahre alten Regiedebüts von Eli Roth – und diesem (schon nicht sonderlich anspruchsvollen Werk) in sämtlichen Aspekten klar unterlegen. Die Hauptfiguren sind noch nerviger. Die Nebenfiguren sind noch unglaubwürdiger. Die Darsteller sind noch untalentierter (oder geben sich zumindest alle Mühe, untalentiert zu wirken). Und die Dialoge sind noch dümmer. Hinzu kommt ein stets unpassend dröhnender Score, der vermutlich nur aus einem einzigen Grund so laut wummert, nämlich um dem bemitleidenswerten Zuschauer die Gnade des Einschlafens zu verwehren. Nein, hier stimmt wirklich gar nichts. Und mehr möchte ich zu dieser als Film getarnten Zeitverschwendung auch nicht schreiben.

Meine Wertung: 2/10 (einen Gnadenpunkt gibt’s für die ganz brauchbaren Masken, einen für Nadine Crockers Augenbrauen)

#Horrorctober-Film Nr. 2: „31“ (2016)

Auf der Fahrt zu ihrem nächsten Veranstaltungsort wird eine Gruppe von Jahrmarktarbeitern (unter anderem, wie sollte es auch anders sein, Sheri Moon Zombie) von Unbekannten angegriffen und verschleppt. Als sie wieder zu sich kommen, befinden sich die Entführten in einem verlassenen Fabrikgelände. Ein Mann in einem barocken Kostüm (Malcolm McDowell) erklärt ihnen, dass sie Teil des Spiels „31“ sind – und lediglich die nächsten 12 Stunden überstehen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Ihre Gegenspieler: als Clowns verkleidete Psychopathen mit enormer Mordlust …

Nachdem mich Rob Zombies „The Lords Of Salem“ eher kopfschüttelnd zurückließ, konnte mich „31“ schon eher unterhalten. Wenn auch nur auf leicht überdurchschnittlichem Niveau. Zugegeben, die Geschichte ist alles andere als innovativ, aber dafür wird die Chose flott, gradlinig und mit angenehmer Härte durchgezogen. Echte Spannung kommt dabei, trotz gelungener Atmosphäre, allerdings nicht auf, was nicht zuletzt an den Figuren liegt. Diese sind Zombie-typisch einmal mehr allesamt widerliche und asoziale Arschgeigen, mit denen zumindest ich nicht mitfiebern konnte (bzw. wollte). Dafür sorgen die abgedrehten Psychopathen-Clowns auf eine makabere Art durchaus für Spaß, insbesondere der kleinwüchsige Nazi-Clown Sick-Head (Pancho Moler) und der finale Doom-Head (Richard Brake), der so widerlich ist, dass es schwer in Worte zu fassen ist. Was letztlich bleibt, ist ein Film, in dem man als Zuschauer so ziemlich jeder Figur aus tiefstem Herzen den Tod wünscht. Das muss man als Regisseur auch erst mal schaffen …

Meine Wertung: 6/10

#Horrorctober-Film Nr. 1: „The Lords of Salem“ (2012)

„Ein Geschenk von den Lords“. Als Radiomoderatorin Heidi (Sheri Moon Zombie) ungefragt eine LP zugeschickt bekommt, hält sie diese lediglich für eine weitere Demo-LP einer unbekannten Band. Beim Anhören des darauf enthaltenen Liedes fällt Heidi jedoch in eine Art Trance und sieht Bilder, die sie nicht einordnen kann. Da die Visionen im Laufe der darauf folgenden Tage stetig zunehmen, hat Heidi immer öfter Probleme, Realität und Visionen auseinanderzuhalten. Während sich Whitey (Jeff Daniel Phillips) und Herman (Ken Foree) zunehmend Sorgen um ihre Kollegin machen, findet der Autor Francis (Bruce Davison) heraus, dass das Lied früher von einem alten Hexenzirkel gespielt wurde. Einem Hexenzirkel, deren Anhängerinnen im siebzehnten Jahrhundert von einem Vorfahren Heidis hingerichtet wurden …

Das Positive zuerst: Regisseur Rob Zombie zieht sein Ding durch. Jetzt das Negative: Regisseur Rob Zombie zieht sein Ding durch. Was in diesem Fall bedeutet, dass der Film sich nach einer schlüssigen ersten Hälfte immer weiter in sich selbst verliert, bis man sich als Zuschauer am Ende nur noch fragen kann, welche Drogen hier wohl im Spiel gewesen sein mögen. Nicht nur, dass die Visionen der Protagonistin immer abgedrehter werden und dabei oftmals unfreiwillig komisch wirken, auch werden Figuren und Handlungsstränge einfach fallengelassen, wodurch insbesondere das Finale schlicht keinen rechten Sinn mehr ergibt. Immerhin weiß „The Lords of Salem“ sowohl optisch als auch atmosphärisch durchaus zu gefallen. Rob Zombies dreckiger Look hat was, auch wenn man als Zuschauer nicht auf die brutale Härte seiner vorherigen Werke hoffen sollte. Der Film ist mehr Okkultismusgrusler als Horrorschocker und hat als solcher so gut wie keine blutigen Szenen zu bieten (was für dieses Genre jedoch keineswegs negativ zu bewerten ist). Auch ist die Geschichte prinzipiell alles andere als uninteressant – nur hat Zombie es leider nicht geschafft, diese plausibel zu inszenieren. Wirklich schade um die guten Ansätze …

Meine Wertung: 4/10

%d Bloggern gefällt das: