#Horrorctober-Film Nr. 3: „Cabin Fever: The New Outbreak“ (2016)

Fünf unsympathische Vollidioten möchten ein Wochenende im Wald verbringen, infizieren sich mit einem fleischfressenden Virus und benehmen sich so lange egoistisch und dämlich, bis das Blut auch aus der letzten Körperöffnung suppt.

„Cabin Fever: The New Outbreak“ ist ein Remake des gerade mal 15 Jahre alten Regiedebüts von Eli Roth – und diesem (schon nicht sonderlich anspruchsvollen Werk) in sämtlichen Aspekten klar unterlegen. Die Hauptfiguren sind noch nerviger. Die Nebenfiguren sind noch unglaubwürdiger. Die Darsteller sind noch untalentierter (oder geben sich zumindest alle Mühe, untalentiert zu wirken). Und die Dialoge sind noch dümmer. Hinzu kommt ein stets unpassend dröhnender Score, der vermutlich nur aus einem einzigen Grund so laut wummert, nämlich um dem bemitleidenswerten Zuschauer die Gnade des Einschlafens zu verwehren. Nein, hier stimmt wirklich gar nichts. Und mehr möchte ich zu dieser als Film getarnten Zeitverschwendung auch nicht schreiben.

Meine Wertung: 2/10 (einen Gnadenpunkt gibt’s für die ganz brauchbaren Masken, einen für Nadine Crockers Augenbrauen)

#Horrorctober-Film Nr. 2: „31“ (2016)

Auf der Fahrt zu ihrem nächsten Veranstaltungsort wird eine Gruppe von Jahrmarktarbeitern (unter anderem, wie sollte es auch anders sein, Sheri Moon Zombie) von Unbekannten angegriffen und verschleppt. Als sie wieder zu sich kommen, befinden sich die Entführten in einem verlassenen Fabrikgelände. Ein Mann in einem barocken Kostüm (Malcolm McDowell) erklärt ihnen, dass sie Teil des Spiels „31“ sind – und lediglich die nächsten 12 Stunden überstehen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Ihre Gegenspieler: als Clowns verkleidete Psychopathen mit enormer Mordlust …

Nachdem mich Rob Zombies „The Lords Of Salem“ eher kopfschüttelnd zurückließ, konnte mich „31“ schon eher unterhalten. Wenn auch nur auf leicht überdurchschnittlichem Niveau. Zugegeben, die Geschichte ist alles andere als innovativ, aber dafür wird die Chose flott, gradlinig und mit angenehmer Härte durchgezogen. Echte Spannung kommt dabei, trotz gelungener Atmosphäre, allerdings nicht auf, was nicht zuletzt an den Figuren liegt. Diese sind Zombie-typisch einmal mehr allesamt widerliche und asoziale Arschgeigen, mit denen zumindest ich nicht mitfiebern konnte (bzw. wollte). Dafür sorgen die abgedrehten Psychopathen-Clowns auf eine makabere Art durchaus für Spaß, insbesondere der kleinwüchsige Nazi-Clown Sick-Head (Pancho Moler) und der finale Doom-Head (Richard Brake), der so widerlich ist, dass es schwer in Worte zu fassen ist. Was letztlich bleibt, ist ein Film, in dem man als Zuschauer so ziemlich jeder Figur aus tiefstem Herzen den Tod wünscht. Das muss man als Regisseur auch erst mal schaffen …

Meine Wertung: 6/10

#Horrorctober-Film Nr. 1: „The Lords of Salem“ (2012)

„Ein Geschenk von den Lords“. Als Radiomoderatorin Heidi (Sheri Moon Zombie) ungefragt eine LP zugeschickt bekommt, hält sie diese lediglich für eine weitere Demo-LP einer unbekannten Band. Beim Anhören des darauf enthaltenen Liedes fällt Heidi jedoch in eine Art Trance und sieht Bilder, die sie nicht einordnen kann. Da die Visionen im Laufe der darauf folgenden Tage stetig zunehmen, hat Heidi immer öfter Probleme, Realität und Visionen auseinanderzuhalten. Während sich Whitey (Jeff Daniel Phillips) und Herman (Ken Foree) zunehmend Sorgen um ihre Kollegin machen, findet der Autor Francis (Bruce Davison) heraus, dass das Lied früher von einem alten Hexenzirkel gespielt wurde. Einem Hexenzirkel, deren Anhängerinnen im siebzehnten Jahrhundert von einem Vorfahren Heidis hingerichtet wurden …

Das Positive zuerst: Regisseur Rob Zombie zieht sein Ding durch. Jetzt das Negative: Regisseur Rob Zombie zieht sein Ding durch. Was in diesem Fall bedeutet, dass der Film sich nach einer schlüssigen ersten Hälfte immer weiter in sich selbst verliert, bis man sich als Zuschauer am Ende nur noch fragen kann, welche Drogen hier wohl im Spiel gewesen sein mögen. Nicht nur, dass die Visionen der Protagonistin immer abgedrehter werden und dabei oftmals unfreiwillig komisch wirken, auch werden Figuren und Handlungsstränge einfach fallengelassen, wodurch insbesondere das Finale schlicht keinen rechten Sinn mehr ergibt. Immerhin weiß „The Lords of Salem“ sowohl optisch als auch atmosphärisch durchaus zu gefallen. Rob Zombies dreckiger Look hat was, auch wenn man als Zuschauer nicht auf die brutale Härte seiner vorherigen Werke hoffen sollte. Der Film ist mehr Okkultismusgrusler als Horrorschocker und hat als solcher so gut wie keine blutigen Szenen zu bieten (was für dieses Genre jedoch keineswegs negativ zu bewerten ist). Auch ist die Geschichte prinzipiell alles andere als uninteressant – nur hat Zombie es leider nicht geschafft, diese plausibel zu inszenieren. Wirklich schade um die guten Ansätze …

Meine Wertung: 4/10

Kurz abgehakt: Deadly Home (2015)

Seit 10 Jahren hat die unter Agoraphobie leidende Anna (Beth Riesgraf) ihr Haus nicht mehr verlassen. Am Tag der Beerdigung ihres Bruders stehen plötzlich drei Männer in ihrem Haus, die es auf Annas Vermögen abgesehen haben. Erst steht die zierliche Frau unter Schock, kann den Männern dann aber entkommen – und entpuppt sich als eine Gegnerin, die besser nicht unterschätzt werden sollte …

Ach ja, das war … nett. Und damit meine ich nicht die kleine Schwester von Scheiße, sondern … nett. Im Sinne von „nichts besonderes, aber … nett“. Zwar hat man das Gezeigte so oder so ähnlich in anderen Filmen schon mal gesehen, doch legt „Deadly Home“ ein angenehmes Tempo an den Tag, so dass Langeweile keine große Chance hat. Bereits nach ungefähr 10 Minuten stehen die Diebe in Annas Haus und das Spiel kann beginnen – und knackige 75 Minuten später ist die Chose auch schon wieder vorbei. Die Hetzjagd durch das Haus verläuft zwar nicht immer logisch und zuweilen auch etwas unrealistisch, bietet aber einige nette Überraschungen. Und bekommt am Ende gar eine tragische Note, die ich dem Film so gar nicht zugetraut hätte. Was dem Film hingegen fehlt, ist die düstere Atmosphäre bzw. die packende Spannung eines „Don’t Breathe“, der dann doch in einer anderen Liga spielt.

Dennoch: Kann man gut gucken.

Meine Wertung: 6/10

Kurz abgehakt: Headshot (2016)

Verwirrt und ohne Erinnerungen an seine Vergangenheit erwacht ein junger Mann (Iko Uwais) in einem Krankenhaus. Von der Ärztin Ailin (Chelsea Islan) erfährt er, dass er am Strand mit einer Schussverletzung am Kopf gefunden wurde. Als Auftragskiller im Krankenhaus auftauchen, sich nach einem Unbekannten mit einer Kopfverletzung erkundigen und kurz darauf die Jagd auf ihn eröffnen, stellt das vermeintliche Opfer fest, dass es mit körperlichen Auseinandersetzungen überraschend gut umzugehen weiß …

Ihr mögt handgemachte Action, die bereits beim Zusehen so richtig schmerzt? Ihr seid Martial Arts gegenüber grundsätzlich nicht abgeneigt? Story und Figuren sind für euch im Ausnahmefall auch mal nur bedingt von Bedeutung? Oder anders gefragt: Ihr mochtet den Actionknaller „The Raid“ und dessen grandiose Fortsetzung? Dann gebt auf jeden Fall auch „Headshot“ eine Chance!

Zugegeben, mit den beiden übergroßen Vorbildern kann der Film definitiv nicht mithalten. So ist die Geschichte zwar durchaus brauchbar, bietet aber auch keinerlei Überraschungen und dient insbesondere in der zweiten Hälfte lediglich dazu, die seeehr langen Kämpfe einigermaßen sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Diese fallen erfreulich bodenständig und enorm brutal aus (eine Indizierung dürfte nur eine Frage der Zeit sein), liegen inszenatorisch aber mindestens zwei Stufen unter den perfekt choreografierten Actionszenen, die Regisseur Gareth Evans in den „The Raid“-Filmen auf die Leinwand gezaubert hat.

Spaß bereitet die Chose aber allemal – sofern ich bei brechenden Knochen und unzähligen Opfern überhaupt von „Spaß“ reden darf. Was ich eigentlich sagen möchte: Als Fan harter Actionfilme macht ihr mit „Headshot“ definitiv nichts verkehrt, auch wenn ich das auf dem Cover prangende „Der beste Actionfilm des Jahres“ so nicht unterschreiben möchte.

Meine Wertung: 6/10

Kurz abgehakt: Underworld: Blood Wars (2016)

Seit sie sich aus Liebe gegen ihre eigene Art gewandt und zwei der Ältesten getötet hat, lebt Selene (Kate Beckinsale) ein Leben als Ausgestoßene. Als sich die Lykaner unter der Führung des charismatischen Marius (Tobias Menzies) neu formieren, benötigt der Rat des Östlichen Ordens jedoch Selenes Hilfe, um die jungen, unerfahren Vampire auf die bevorstehende Schlacht vorzubereiten. Selene willigt ein, nicht ahnend, dass Ratsmitglied Semira (Lara Pulver) eigene Interessen verfolgt …

Nachdem sich der unmittelbare Vorgänger „Underworld Awakening“ thematisch ein wenig von den bisherigen Filmen entfernte, heißt es nun wieder zurück zum Ursprung der Serie. Die Menschen spielen keine Rolle mehr, von der Endzeitatmosphäre ist nichts mehr zu spüren und die beinahe ausgerotteten Vampire und Lykaner erfreuen sich (nicht nur zahlenmäßig) bester Gesundheit. Dafür gibt es wieder mehr Liebschaften, Intrigen und Verrat – was zwar durchaus interessant ist, die Geschichte aber auch etwas inkonsequent fortsetzt. Immerhin tauchen so gut wie alle noch lebenden Figuren (und sei es nur in Erwähnungen) wieder auf, so dass zumindest diesbezüglich Kontinuität bewiesen wird.

Auch wenn ich es schade finde, dass „Underworld: Blood Wars“ sich vom eingeschlagenen Kurs des Vorgängers wieder entfernt, hatte ich durchaus meinen Spaß mit dem Film. Die Figuren bekommen wieder etwas mehr Tiefe, die Geschichte schlägt einige nette Haken (und wandelt mit der Einführung eines mystischen Volkes ziemlich stark auf Fantasy-Pfaden) und auch die Action wurde erneut stimmig inszeniert. Auch wenn sie, wie bereits im Vorgänger, teilweise etwas zu künstlich wirkt und zuweilen an ein Videospiel erinnert.

Dennoch bin ich der Meinung, dass die „Underworld“-Reihe nun so langsam ihr Ende finden sollte. Das Ende von „Blood Wars“ deutet noch mindestens einen weiteren Ausflug in die Welt der Vampire und Lykaner an – vielleicht wird die Chance auf einen würdigen Abschluss ja genutzt …

Meine Wertung: 6/10

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