Archiv der Kategorie ‘Lästerecke‘

 
 

Zum Wohle des Kindes …

… hat sich unsere Regierung stunden… tage… wochen… ach, was schreibe ich denn da: monatelang Gedanken gemacht. Heute präsentiere ich euch voller Stolz das Ergebnis:

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Dieses Cover, das mir freundlicherweise von der HMH Hamburger Medien Haus Vertriebs GmbH zur Verfügung gestellt wurde, erfüllt das im Mai verabschiedete Jugendschutzgesetz. Man beachte die ebenso formschöne wie dezente Alterskennzeichnung in der linken unteren Ecke. Wie homogen sie sich in das Gesamtbild einfügt. Fantastisch. Vorallem für Sammler wie mich.

Hatte ich bis heute noch Skrupel, Kinder in diese ungeschützte Welt zu setzen, blicke ich nun voller Zuversicht in die Zukunft und werde mich gleich heute auf der Kieler Woche der Zeugung künftiger Rentenzahler widmen. Alles wird gut.

Der kleine Unterschied im Kino: Sex And The City

sexandthecity_poster Vor kurzem fand im Kieler CinemaxX eine Lady’s Night für “Sex And The City” statt. Und was sich dort abspielte, war durchaus faszinierend: Ein Foyer voller Frauen, aufgestylt, als würden sie bei Dieter Bohlen oder Olli Kahn vorsprechen wollen. Die Luft schwanger von Parfüm und anderen Düften, die weder ort- noch erklärbar waren. Und ein Lärmpegel, den selbst ein bekannter österreichischer Hobbymaler nicht hätte brechen können. Seit diesem Erlebnis habe ich von meinem einstigen Traum, eines Tages der letzte Mann auf Erden unter zahlreichen Frauen zu sein, deutlichen Abstand genommen …

Worum geht’s (in absoluter Kurzfassung)

Carrie (Sarah Jessica Parker) ist noch immer glücklich mit ihrem Mr. Big (Chris Noth) liiert. Als die beiden eine neue Wohnung beziehen möchten, kommt auch das Thema “Zukunft” zur Sprache und so beschließen die beiden, endlich zu heiraten. Eine unbedachte Äußerung der von ihrem Mann frisch betrogenen Miranda (Cynthia Nixon) sorgt dafür, dass Mr. Big kalte Füße bekommt. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf …

Meine Meinung

Obwohl ich nichts gegen typische “Frauenserien” habe, ich bin bekennender “Grey’s Anatomy”-Gucker, ist das Phänomen “Sex And The City” irgendwie an mir vorbeigegangen. Also war der gestrige Kinobesuch mein erster Ausflug in die Welt von Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda. Und er wird wohl auch mein einziger bleiben.

sexandthecity_1 Angeblich sollen Männer durch “Sex And The City” lernen können, wie die Frau von heute tickt, doch schon Sarah Jessica Parkers erster Anblick löste bei mir erhebliche Zweifel aus: Möchte die moderne Frau wirklich eine Blume auf der Schulter tragen, so groß, dass ein ganzer Bienenschwarm darin eine Orgie feiern könnte? In den folgenden 140 Minuten gesellten sich noch weitere Fragen hinzu: Ist es erstrebenswert, sein Geld für geliehene Designer-Handtaschen auszugeben? Müssen Frauen in den Vierzigern zu jeder Gelegenheit kreischen wie eine 14-Jährige beim Besuch eines Tokio-Hotel-Konzerts? Und stellt ein begehbarer Kleiderschrank wirklich den Himmel auf Erden dar?

Neben der Aussage, dass Frauen anscheinend nichts weiter sein wollen als freiwillige Marketing-Opfer, war ich besonders von dem Humor des Films fasziniert – zumal ja bekannt ist, dass Frauen diesbezüglich wesentlich anspruchsvoller sind als wir Männer. So ist der beste Witz dann auch eindeutig Carries Kommentar zum von Steve Jobs hoch gelobten und laut Werbung außerordentlich intuitiven iPhone: “Keine Ahnung wie das funktioniert.” Ein wirklich schöner Seitenhieb. Lachen musste an dieser Stelle nur ich. Dafür wurde laut gegrölt, als Charlotte sich in die Hosen machte. Groß. Während ich mich in dieser Szene wie gewohnt zusammenriss, jahrelang wiederkehrende Vorwürfe nach dem Motto “Ihr Männer lacht doch auch nur über den primitivsten Scheiß!” zeigen halt doch irgendwann ihre Wirkung, kringelten sich die Frauen in ihren Sitzen. Und da war er wieder, dieser kleine Unterschied. Hätte ich eine der anwesenden Frauen auf diese Szene angesprochen und sie gefragt, wieso diese jetzt lustig sei, eine vergleichbare Szene in “Scary Movie 37″ aber nicht, ich wette, sie hätte mit “Das ist etwas völlig anderes!” geantwortet.

sexandthecity_2 Wo wir gerade bei Unterschieden sind: Während wir Männer uns mit einer angezogenen!!! Megan Fox zufrieden geben, die sich über eine geöffnete Motorhaube beugt (und selbst dafür noch Schelte bekommen), wird bei “Sex And The City” aus den Vollen geschöpft und ein nackter Adonis in Zeitlupe beim Duschen gezeigt. Selbstverständlich inklusive eines Blickes auf das Körperteil der weiblichen Begierde. Wer glaubt, dass wir Männer bei einer in Zeitlupe nackt duschenden Megan Fox ebenso seufzen und stöhnen dürften wie das weibliche Publikum in der besagten Szene, der möge jetzt sprechen. Oder für immer schweigen.

Was bleibt, ist die Gewissheit, dass Frauen im Grunde nicht minder primitiv sind als wir Männer: Gebt ihnen 2 1/2 Stunden auf Zelluloid gebannte Klischees (bei Frust wird wahlweise eingekauft, gegessen oder die Frisur geändert) und sie sind ebenso glücklich wie wir beim Betrachten des nächsten Actionstreifens. Der kleine Unterschied: Wir müssen uns dafür rechtfertigen. Sie sich nicht.

Mein Fazit

Durchschnittliche Romantikkomödie, die ihre TV-Herkunft entweder nicht verbergen kann oder nicht verbergen möchte,  mit sich wiederholenden Witzen nervt (ein rammelnder Hund ist schon beim zweiten Mal nicht mehr lustig) und nur in den ruhigen und emotionalen Szenen zu überzeugen weiß.  Im Endeffekt also nichts, was auf die große Leinwand gehört. Für Fans allerdings vermutlich ebenso eine Offenbarung wie für mich der erste (und hoffentlich auch nächste) Akte-X-Kinofilm …

Meine Wertung: 5/10 (Frauen dürfen an die 5 gerne noch eine Gucci-0 dran hängen)

Big Brother: Ein gleißendes Vorbild für wahre Gefühle

Ich bin gerührt, ja beinahe den Tränen nahe: Serafino (in Fachkreisen aufgrund seines ausgeprägten Vermehrungstriebes auch Spermafino genannt) hat einen Brief von seinen Eltern erhalten und zeigt uns, dass Männer durchaus in der Lage sind, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen – wenn sie denn nur wollen:


Das geht ans Herz, das berührt die Seele. Doch was passiert im Internet? Richtig: Statt mit Serafino mitzufühlen wird gelästert und gelacht. Unglaublich. All den Spöttern seien zwei Dinge gesagt:

1. Über Geisteskranke macht man sich nicht lustig!

2. Ihr wärt genauso gerührt, hätten eure Eltern im hohen Alter wider Erwarten noch lesen und schreiben gelernt!

Unsensibles Volk …

Bauer sucht Frau – Dumm bleibt dumm, da helfen auch keine Tiere

Mein ursprünglicher Plan war, die letzte Folge von “Bauer sucht Frau” zum Anlass zu nehmen, um meine Lästerecke weiter zu füllen. Über eine Stunde habe ich, minütlich absterbenden Gehirnzellen zum Trotz, durchgehalten – und stehe nun vor dem Problem, dass diese Sendung noch beschränkter ist als die titelgebenden menschenähnlichen Karikaturen und nicht einmal zum Lästern so richtig taugt.

Immerhin ist mir heute einiges klar geworden. Zum Beispiel, wieso die Sendung “Bauer sucht Frau” und nicht “Agrarökonom sucht Frau” heißt: Was der Bauer nicht aussprechen kann, das ist er auch nicht.

Doch ich möchte eigentlich gar nicht so gemein werden. Schließlich handelt es sich bei “Bauer sucht Frau” nicht um einen IQ-Test, einen Schönheitswettbewerb oder gar ein anspruchsvolles Format, sondern um eine Kuppel-Show von RTL (Rind tauscht Landwirt) – und wie heißt es so schön: Auf jeden Topf passt ein Deckel. Oder in diesem Fall: Zu jedem Eber passt eine Sau.

Und ganz ehrlich: Ich gönne unseren Landwirten ja auch ihr Liebesglück. Zum Beispiel Bernhard, der (O-Untertitel) “seinen Traktor nicht mehr alleine putzen muss”, was vermutlich eine kindgerechte Umschreibung fürs Ficken ist.

Oder nehmen wir die beiden Turtelnilpferdchen Andi und Kathi, die kuschelnd im Bett liegen und (O-Ton Moderatorin) “ihre Zweisamkeit genießen”. Selbstverständlich, während sie aus 27 Kamerapositionen heraus dabei gefilmt werden.

Und dann wäre da auch noch Bruno, der sich darüber freut, dass dessen Herzdame Anja die Betten zusammenschiebt, was (O-Ton Bruno) “mehr sagt als tausend Worte”. Zum Beispiel, dass Bruno endlich abnehmen sollte.

Fairerweise muss ich zugeben, dass ich auch positive Erfahrungen mitnehmen konnte. So weiß ich zum Beispiel dank Andi, dass ich im Vergleich zu gewissen anderen Männern in Unterhose geradezu atemberaubend gut aussehe. Und Bruno habe ich die Erkenntnis zu verdanken, dass es Männer gibt, deren Rücken wesentlich behaarter sind als meiner. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, welch eine Last damit von mir genommen wurde.

In diesem Sinne: Vielen Dank und alles Gute, liebe Bauern! Und nicht vergessen: Die Schlachtbank stellt eine günstige Alternative zum Scheidungsanwalt dar…

Zum Thema passend noch ein paar kleine Ausschnitte – welche Frau kann da schon widerstehen:




In The Name Of The Dummheit: Schwerter des Königs – Dungeon Siege

Hatte Dr. Uwe Boll mit "Seed" noch bewiesen, dass er durchaus anständige Filme drehen kann, findet er mit "Schwerter des Königs" zu alter Form zurück. Und wer seine bisherigen Filme kennt, weiß, dass das nichts Gutes bedeuten kann.

Da mich bereits der Kinobesuch über zwei Stunden meines Lebens gekostet hat, fasse ich mich kurz: Böser Zauberer (Ray Liotta) möchte den König (Burt Reynolds) stürzen und die Macht an sich reißen. Also schickt er seine Orks, oh, Verzeihung, hier heißen sie ja Krugs, los, um das Land zu verwüsten. Dumm nur, dass sie dabei ausgerechnet den Sohn eines, nein, DES Farmers (Jason Statham) töten und dessen Frau (Claire Forlani) entführen. Ein/Der Farmer sieht rot…

Warum? Diese Frage, die in der heutigen Zeit viel zu selten gestellt wird, kam mir während des Films mehrmals in den Sinn:

Warum spielen gute Schauspieler/-innen wie Jason Statham, Ron Perlman, Ray Liotta, John Rhys-Davies, Claire Forlani, Leelee Sobieski und Burt Reynolds in diesem Film mit und wirken dabei so, als wären sie gelangweilt oder als würden sie sich für ihren Auftritt schämen?

Warum spielen nervige Schauspieler wie Matthew Lillard, dessen Overacting nicht im Geringsten zu ertragen ist, in diesem Film mit? Und warum spielt er überhaupt noch in irgendwelchen Filmen mit?

Warum werden in dem Film Dialoge vorgetragen, die so dumm sind, dass das Leben sie sich nicht zu schreiben trauen würde, weil sie ihm zu peinlich wären?

Warum wirken viele Szenen so, als hätte man sie schon einmal in "Herr der Ringe" gesehen? Und warum sehen diese Szenen dabei um ein Vielfaches schlechter aus?

Warum ist die Geschichte, so man sie denn mit viel gutem Willen und einer gehörigen Portion Anspruchslosigkeit so bezeichnen möchte, so vorhersehbar?

Warum stirbt der König nicht einfach, sondern unterhält sich vorher noch minutenlang völlig sinnlos mit dem Farmer, so dass einem selbst die nervige Trinity-Sterbeszene in "Matrix Revolutions" wie eine emotionale Meisterleistung vorkommt?

Warum strahlen Farmer und seine Frau am Ende des Films wie zwei Honigkuchenpferde auf Ecstasy, obwohl ihr Sohn vor wenigen Tagen getötet wurde?

Warum? Warum Warum?

Zugegeben: Im direkten Vergleich mit "House Of The Dead", "Alone In The Dark" und "BloodRayne" mag "Schwerter des Königs gut abschneiden, aber das bedeutet im Boll-Universum leider gar nichts. Ein paar gute Effekte (Teleportationszauber) und Stathams wie immer nett anzusehenden Kampffähigkeiten reichen nun einmal leider nicht aus, um die unzähligen Warums zu kaschieren.

Meine Wertung: 3/10


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