Im Kino gesehen: „Jurassic World“

Als „Jurassic Park“ 1993 in unseren Kinos startete, war ich 16 Jahre alt. Und von dem Film, wie so ziemlich jeder Junge meines Alters, absolut begeistert. Heute bin ich 37 so gut wie 38 Jahre alt. Und von dem Film immer noch begeistert wie am ersten Tag. „Jurassic Park“ ist in meinen Augen ein Paradebeispiel für einen gelungen Blockbuster und hat auch heute nichts von seiner Faszination verloren. Die 1997 und 2001 entstandenen Fortsetzungen „Vergessene Welt: Jurassic Park“ und „Jurassic Park III“ können dem ersten Teil zwar nicht das Wasser reichen, werden meiner Meinung nach aber dennoch unter Wert gehandelt, bieten sie doch trotz ihrer zweifellos vorhandenen Mängel kurzweilige und spannende Unterhaltung. Und ja, das gilt auch und insbesondere für den in Filmliebhaberkreisen unbeliebten dritten Teil.

Seit gestern läuft mit „Jurassic World“ nun der vierte Film der Abenteuerreihe in unseren Kinos. Erstmals ohne die Veteranen Sam Neill und Jeff Goldblum, dafür mit dem derzeit (vollkommen zu recht) angesagten Chris Pratt. Statt zu essen, habe ich es mir gestern in der Mittagspause im Kino gemütlich gemacht. Und kam zwar hungrig, aber auch zutiefst zufrieden wieder zurück ins Büro …

Worum geht’s

Die grausamen Ereignisse gehören der Vergangenheit an, John Hammonds Traum ist wahr geworden: Seit zehn Jahren strömen täglich Zehntausende in den beliebten Dinosaurier-Themenpark Jurassic World und erfreuen sich an den ehemals ausgestorbenen Tieren. Um den schwindenden Gästezahlen entgegenzuwirken, kreieren die Forscher eine neue Attraktion, den Indominus Rex. Dieser entpuppt sich jedoch nicht nur als äußerst aggressiv, sondern auch als außergewöhnlich intelligent. Als dem Tier die Flucht aus seinem Gehege gelingt, bricht im Park das Chaos aus. Während Parkleiterin Claire (Bryce Dallas Howard) und Velociraptoren-Trainer Owen (Chris Pratt) versuchen, die Gäste in Sicherheit zu bringen, sieht der zwielichtige Hoskins (Vincent D’Onofrio) den richtigen Moment gekommen, um zu beweisen, dass Velociraptoren nicht bloß tödliche Tiere sind, sondern in den richtigen Händen auch eine perfekte Waffe darstellen können …

Meine Meinung

Ich mach’s kurz: „Jurassic World“ ist eine mehr als würdige Fortsetzung, die den dritten Teil spielend hinter sich lässt und sich zwar deutlich hinter (dem vermutlich unerreichbaren) „Jurassic Park“, aber knapp vor dessen unmittelbarer Fortsetzung „Vergessene Welt“ einordnet. Regisseur Colin Trevorrow verlässt sich auf die Stärken des Originals und bietet dem Publikum eine packende Hetzjagd mit größtenteils famosen Actionszenen und Effekten, begeht dabei aber glücklicherweise nicht den Fehler, sich in monotoner Daueraction zu verlieren. Wie schon in „Jurassic Park“ gibt es auch in „Jurassic World“ immer wieder Zeit zum Durchatmen, in der die Geschichte dezent vorangetrieben wird und neue, wenn auch meist vorhersehbare Erkenntnisse ans Licht kommen. Wer den ersten Teil gut kennt, darf sich zusätzlich auf zahlreiche Anspielungen freuen, die überall im Film darauf warten, vom aufmerksamen Zuschauer entdeckt zu werden. Und natürlich darf auch John Williams‘ tolles „Jurassic Park“-Theme nicht fehlen. Alleine für den Moment, in dem dieses Musikstück zum ersten Mal gespielt wird, lohnt sich das Eintrittsgeld.

Was „Jurassic World“ hingegen leider komplett fehlt, sind markante Figuren wie ein Dr. Alan Grant oder ein Dr. Ian Malcolm. Versteht mich bitte nicht falsch, Bryce Dallas Howard und Chris Pratt sind wie immer sympathisch und machen ihre Sache durchaus ordentlich, doch bleiben ihre Charaktere erschreckend blass, letztlich austauschbar und dementsprechend auch nicht lange in Erinnerung. Dasselbe gilt für die Filmmusik, die, vom Original-Theme abgesehen, keinerlei Wiedererkennungswert besitzt. Außerdem, und damit komme ich zu meinem letzten Kritikpunkt, wirkt das Finale dann doch etwas zu dick aufgetragen. Selbst für einen Film mit genetisch manipulierten Dinosauriern.

Mein Fazit

Spannender Abenteuerfilm mit tollen Effekten und packender Action, aber auch mit blassen Figuren und dadurch verschenkten Darstellern. Andererseits sind die wahren Stars ohnehin die Dinosaurier – und diese sind über alle Zweifel erhaben.

Meine Wertung: 8/10

STOPP! Bevor ihr aufhört zu lesen, möchte ich euch noch den Text „Jurassic Park (USA 1993) – Als die Computer laufen lernten“ des Filmblogs Duoscope ans Herz legen! Informativ und interessant geschrieben – wer sich auch nur ansatzweise für „Jurassic Park“, dessen Entstehung und dessen Auswirkungen interessiert, ist hier richtig!

Zum Schluss noch weitere Stimmen aus der deutschen Film-Blogosphäre:

Der Filmtipp
Filmfraß
Filmherum
Wessels-Filmkritik.com

Im Heimkino gesehen: Outcast – Die letzten Tempelritter

Was mag wohl passieren, wenn ein Darsteller, der laut allgemeiner Meinung keine Mimik kennt, auf einen Darsteller trifft, dessen Mimik im Laufe seiner Karriere ein schon beinahe skurriles Eigenleben entwickelt hat? Haben sich die Macher von „Outcast – Die letzten Tempelritter“ dieselbe Frage gestellt? Und ist das Aufeinandertreffen von Hayden Christensen und Nicolas Cage die Antwort darauf? Fragen über Fragen …

Worum geht’s

Um den Thron besteigen zu können, ermordet der machthungrige Prinz Shing (Andy On) seinen Vater und lenkt die Tat auf seinen jüngeren Bruder Qiang (Lixin Zhao). Auf ihrer Flucht vor den königlichen Soldaten treffen Qiang und seine Schwester Lian (Yifei Liu) auf den Kreuzritter Jacob (Hayden Christensen), der in China die Gräueltaten der Kreuzzüge zu verdrängen versucht. Jacobs Kampferfahrung rettet den Flüchtlingen das Leben, doch Shings Anhänger sind zahlreich. Eine Jagd quer durch China beginnt …

Meine Meinung

Ich oute mich jetzt mal als vermutlich einzige Person auf diesem Planeten, die Hayden Christensen nicht für völlig talentlos hält. In kleineren Rollen (siehe zum Beispiel „Takers“ oder „Das Haus am Meer“) kann Christensen durchaus überzeugen. Für Hauptrollen hingegen scheint dem Mimen schlicht das nötige Charisma zu fehlen. So auch in „Outcast“, in dem Christensen zwar solide spielt und in den (seltenen) Actionszenen durchaus zu überzeugen weiß, der Figur aber insbesondere in den (noch selteneren) emotionalen Momenten nicht genug Tiefe verleiht.

Leider ist es nicht nur Hayden Christensens Figur, die oberflächlich und weit hinter ihren Möglichkeiten bleibt. Der Film als Ganzes bietet keinerlei Überraschungen, strotzt nur so vor wichtig klingenden Kalenderweisheiten und greift auf so gut wie jedes Klischee zurück, das solch eine Geschichte hergibt. Der Fremde, der ein ganzes Königreich rettet. Der abgehalfterte und gleichzeitig unschlagbare Held. Die Schüler-Meister-Schüler-Beziehung. Die obligatorische, wenn auch nur angedeutete Liebesbande. Nein, hier wird wirklich nichts ausgelassen – was den Film nicht nur arg vorhersehbar werden lässt, sondern ihm zudem jegliche Glaubwürdigkeit kostet.

Dennoch ist „Outcast“ letztlich recht unterhaltsam, was zum einen an der überraschend gelungenen und durchaus hochwertig anmutenden Optik und zum anderen an den recht flott inszenierten Actionszenen liegt. Diese wurden ordentlich choreografiert, lassen aber aufgrund der berühmt-berüchtigten Wackelkamera und teils unglücklich gesetzter Schnitte des Öfteren die Übersichtlichkeit vermissen. Bedauerlich, aber gerade noch verschmerzbar.

Falls ihr euch fragt, wieso ich bislang kein einziges Wort über Nicolas Cage verloren habe: Dieser taucht lediglich zu Beginn und am Ende des Films auf, absolviert also eher einen größeren Gastauftritt, statt die vermeintlich zweite Hauptrolle zu spielen. Enttäuschen, im Sinn des Wahnsinns, tut er aber auch dieses Mal nicht. Denn während Cage in den ersten 10 Minuten erfreulich zurückhaltend agiert, zieht er in den letzten 20 Minuten Grimassen, als müsse er seine Abwesenheit in den dazwischen liegenden 60 Minuten irgendwie wieder aufholen. In diesen Minuten fragt man sich als Zuschauer dann durchaus, ob das noch Schauspiel oder schon seine wahre Natur ist. Die Antwort auf diese Frage kennt vermutlich nicht mal mehr Nicolas Cage selbst.

Meine Meinung

„Outcast – Die letzten Tempelritter“ ist nicht der erwartete Totalausfall, verdankt dies aber eher der gelungenen Optik und keinesfalls den Darstellern oder gar der austauschbaren und letztlich in der Summe unglaubwürdigen Geschichte. Für einen anspruchslosen Filmabend dennoch durchaus geeignet.

Meine Wertung: 5/10

Im Kino gesehen: Hänsel und Gretel: Hexenjäger

Märchen sind grausam. Nicht alle, aber viele. Grausam und oft auch brutal. Nicht selten frage ich mich, ob Menschen, die Horrorfilme als brutalen Schund bezeichnen und nicht mal Erwachsenen den Spaß an diesem Genre gönnen, ihren Kindern jemals Märchen vorlesen würden. Und wieso aus mir, zumindest Stand heute, kein geisteskranker Serienmörder geworden ist, obwohl ich sowohl mit Märchen als auch mit Horrorfilmen groß geworden bin. Sei’s drum, ich werde es wohl nie erfahren. Dafür weiß ich seit heute, wie der in der grimmschen Märchenwelt verankerte Horror-Actionfilm Hänsel und Gretel: Hexenjäger geworden ist. Und wenn ihr artig weiterlest, wisst ihr es auch gleich …

Worum geht’s

Als Kinder wurden Hänsel und Gretel von ihrem Vater in einem dunklen Wald ausgesetzt und wären fast Opfer einer schwarzen Hexe geworden. Nur knapp konnten sie dem Tod entrinnen und die Hexe in ihrem eigenen Ofen verbrennen. Inzwischen sind Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) erwachsen, haben ihre Erfahrungen aus der Kindheit zum Beruf gemacht haben und streifen als professionelle Hexenjäger durchs Land. Als in Augsburg mehrere Kinder von Hexen entführt werden, beauftragt der Bürgermeister die berühmten Geschwister mit der Rettung der Kinder. Bei ihren Ermittlungen stoßen Hänsel und Gretel auf ein uraltes Hexenritual. Und auf die mächtige Hexe Muriel (Famke Janssen), die mehr über Hänsels und Gretels Vergangenheit zu wissen scheint …

Meine Meinung

Nach dem Trailer von „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung von dem, was ich im Kino zu sehen bekommen würde. Ein lässiges Geschwisterpaar, zahlreiche böse Hexen, übertrieben moderne Waffen und überdurchschnittlich blutige Action. Um es kurz zu machen: Genau das habe ich auch bekommen. „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ ist genau die kurzweilige Mischung aus Action und Horror geworden, die man erwarten durfte. Leider nicht mehr, zum Glück aber auch nicht weniger. Jeremy Renner ist cool wie eh und je, Gemma Arterton cool und attraktiv wie eh und je und der in einer größeren Nebenrolle auftretende Peter Stormare schmierig-abstoßend wie eh und je. Die Story ist zwar nicht besonders innovativ und recht leicht zu durchschauen, verkauft den Zuschauer aber immerhin nicht für blöd. Außerdem dient sie größtenteils eh nur als Bindeglied zwischen den einzelnen Actionszenen. Diese sind ebenso zahlreich wie abwechslungsreich und für einen FSK-16-Kinofilm erstaunlich blutig, so dass „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ ohne Übertreibung in einem Atemzug mit dem Begriff „Funsplatter“ genannt werden darf.

So weit, so positiv. Leider hat der Film auch Schwächen, die einer besseren Wertung eindeutig im Weg stehen. So ist die Action nicht nur erfreulich abwechslungsreich, sondern auch unerfreulich unübersichtlich. So unübersichtlich, dass es mir oftmals schwer fiel, dem Geschehen zu folgen. Die Schnitte ungünstig gesetzt, die Kamera zu nah am Geschehen – so schnell lässt sich eine an sich tolle Actionszene ruinieren. Außerordentlich bedauerlich finde ich zudem, dass die Macher zwar tolle Masken entworfen, in den entscheidenden Momenten der Action dann aber doch auf Computereffekte vertraut haben. Und machen wir uns nichts vor: Splatterszenen, die ganz offensichtlich aus dem Computer stammen, will nun wirklich niemand sehen. In solchen Momenten sollen Latexmasken platzen, Kunststoffknochen brechen und übertrieben rotes Kunstblut spritzen!

Auch lässt sich nicht leugnen, dass der Film trotz seiner knappen Laufzeit von gerade mal 88 Minuten in der Mitte einen kurzen Hänger überbrücken muss. Und dass die Nebenfiguren und somit auch deren Darsteller komplett verschenkt werden. Was gerade angesichts der bezaubernden Pihla Viitala eine echte Schande ist …

Mein Fazit

Kurzweilige Mischung aus Action, Fantasy, Horror und Funsplatter mit coolen Hauptdarstellern und abwechslungsreichen Actionszenen. Wären eben diese Actionszenen ein wenig übersichtlicher und die Effekte ein wenig handgemachter, wäre der Film glatt eine Empfehlung wert. So reicht’s nur für ein „Kann man gut gucken, muss man aber nicht“.

Meine Wertung: 6/10

Weitere Meinungen aus der deutschen Filmblogosphäre:

ChristiansFoyer

Wieso „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ für mich eine Enttäuschung ist

Da der Film bereits seit einer gefühlten Ewigkeit im Kino läuft, verzichte ich heute auf eine Review und beschränke mich stattdessen auf die Kritikpunkte, die mir unmittelbar nach dem Film durch den Kopf schossen. Und bevor jetzt sämtliche Tolkien-Fans nur aufgrund der Überschrift auf mich einprügeln: Nein, ich halte „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ nicht für einen schlechten Film! Er ist durchaus unterhaltsam, in der letzten halben Stunde sogar recht spannend und für Fantasy-Fans vielleicht sogar ein Pflichtfilm. Dennoch habe ich den Kinosaal enttäuscht verlassen. Wieso? Weil …

… die Zwerge zu reinen Witzfiguren und Statisten degradiert wurden. Vom Anführer Thorin abgesehen, gewinnt keiner der Zwerge so recht an Kontur. Oft wirkte es auf mich gar so, als bestünde die einzige Daseinsberechtigung der Zwerge darin, sich möglichst einfältig anzustellen und ab und zu für einen Lacher zu sorgen. Und mit solchen Figuren soll ich mitfiebern? Wohl eher nicht …

… Peter Jackson es nicht geschafft hat, eine funktionierende Balance aus Humor und Ernst zu finden. Anders formuliert: Für Erwachsene ist der Film teilweise zu infantil, für Kinder jedoch teilweise zu düster. Das mag der Vorlage geschuldet sein, doch im Film hat diese Mischung aus albernem Humor und brutalen Kämpfen für mich leider nicht funktioniert.

… der Film zu viel CGI enthält. Setzte Peter Jackson bei „Der Herr der Ringe“ noch auf wunderbare Masken und Miniaturbauten, so scheint „Der Hobbit“ zu gefühlten 90% dem Computer entsprungen zu sein. Die Computertechnik hat sich zwar weiterentwickelt, doch an die gute alte Handarbeit kommt sie noch immer nicht ran. Und so wirkt „Der Hobbit“ leider wesentlich künstlicher als der große Bruder namens „Der Herr der Ringe“.

… HFR noch nicht ausgereift ist (und es vielleicht auch niemals sein wird). Für Landschaftsaufnahmen mag die Verdopplung der Bildrate von Vorteil sein, doch sobald Bewegungen ins Spiel kommen, ist es mit der Freude über das klare Bild vorbei. Diese sehen dank HFR aus, als würde der Film mit 1,5-facher Geschwindigkeit abgespielt werden. Je schneller die Bewegungen, desto stärker fällt dieser Effekt auf. Besonders die Kampszenen wirken dadurch wie ein Computerspiel und rissen mich mehrmals komplett aus dem Film. Meiner Meinung nach ist das Experiment HFR gründlich schiefgegangen.

Wie oben bereits geschrieben, ist „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ deshalb kein schlechter Film. Mehr als eine 6/10 wird er von mir jedoch vermutlich nicht bekommen, wobei ich mich mit meiner Wertung zurückhalten werde, bis ich irgendwann die 2D-Fassung ohne HFR gesehen habe. Erst dann werde ich ein abschließendes Urteil fällen …

Im Kino gesehen: John Carter – Zwischen zwei Welten

Ich musste eben tatsächlich zweimal (und das sehr genau) hinschauen, um zu glauben, was ich da sehe: Meine letzte Review eines Kinofilms stammt tatsächlich vom 3. November 2011. November. 2011. Das ist selbst für meine Verhältnisse ein echtes Armutszeugnis, zumal ich in den vergangenen Monaten durchaus den einen oder anderen Film geschaut habe. Bevor sich mein Blog noch völlig von seinen Ursprüngen entfernt, schiebe ich hiermit mal lieber schnell eine Review zum Science-Fiction-Abenteuer “John Carter – Zwischen zwei Welten” nach …

Worum geht’s

Der mürrische Bürgerkriegsveteran John Carter (Taylor Kitsch) hat mit dem Krieg abgeschlossen. Sein Interesse gilt einzig und allein einer versteckten Goldmine. Als er in dieser von einem unbekannten Mann angegriffen wird, findet er sich plötzlich auf dem Planeten Barsoom wieder. Aufgrund der Schwerkraftbedingungen dieser ihm unbekannten Welt verfügt John über eine enorme Sprungkraft und übernatürliche Stärke. Kaum hat er sich an seine neuen Fähigkeiten gewöhnt, trifft John auf die Tharks, eine Kriegerrasse grüner Wesen mit vier Armen, von denen er kurzerhand versklavt wird. Doch es kommt noch schlimmer: Auf Barsoom tobt ein Bürgerkrieg zwischen den Zodangans und dem Volk Heliums, in dessen Verlauf John schon bald eine tragende Rolle spielt …

Meine Meinung

Zugegeben, ich hatte von “John Carter – Zwischen zwei Welten” bislang wenig bis gar nichts mitbekommen. Lediglich den Trailer hatte ich mir vor kurzem angeschaut und war von dem Gezeigten recht angetan, sah es doch stark nach einer Mischung aus “Star Wars” und “Flash Gordon” aus. Diese Mischung, zuzüglich einer Prise “Avatar”, bekam ich bei meinem gestrigen Kinobesuch dann auch serviert. Und zumindest aus technischer Sicht lässt sich an “John Carter” nur wenig aussetzen. Die Effekte bewegen sich allesamt auf hohem Niveau, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen. Die Erschaffung einer fremden, in sich stimmigen Welt kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Besonders die Tharks wissen zu gefallen, obgleich sie und deren Gemeinschaft nicht an die Na’vi aus “Avatar” heranreichen.

Dass der Funke bei mir dennoch zu keiner Zeit überspringen wollte, ist zum einen der reichlich wirr erzählten Geschichte (wer gegen wen und warum spielt dann irgendwann auch eher eine untergeordnete Rolle) und zum anderen den fehlenden Identifikationsfiguren geschuldet. John-Carter-Darsteller Taylor Kitsch ist zwar ein gutaussehender, durchtrainierter Kerl (und aus Frauensicht sicherlich einen Blick wert), versteht es aber nicht, seine Figur mit Leben zu füllen. Dasselbe gilt für Lynn Collins, die als kampferprobte Prinzessin zwar verdammt sexy aussieht, deren Figur sonst aber wenig bis gar nichts zu bieten hat.

Mit einem ordentlichen Spannungsbogen kann "John Carter – Zwischen zwei Welten” leider auch nicht aufwarten. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne jemals zu fesseln oder zumindest an Dramaturgie zu gewinnen. Lediglich das Ende weiß dank einer kleinen Finte zu gefallen.

Über die Dialoge, die sich zuweilen unter dem Niveau von “Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger” befinden, breiten wir lieber ganz schnell den Mantel des Schweigens aus …

Mein Fazit

“John Carter – Zwischen zwei Welten” bietet ordentliche Schauwerte in Form guter Effekte und eines knackig aussehenden Hauptdarstellerpaares, lässt ansonsten aber so ziemlich alles vermissen, was einen guten Film ausmacht.

Meine Wertung: 5/10

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