Sicherheit und Datenschutz in sozialen Netzwerken

Eine Kollegin bat mich, ihr Tipps für den Umgang mit sozialen Netzwerken zu geben. Beim Schreiben der Antwort dachte ich mir dann, dass ich dieser Bitte auch gut in Form eines Blogbeitrages nachkommen kann. So haben wenigstens alle etwas davon …

Die Grundregel

Grundsätzlich gilt, dass ihr alle Informationen, die ihr in sozialen Netzwerken einstellt, als öffentlich betrachten müsst. Unabhängig davon, was ihr in euren Privatsphäre-Einstellungen eingestellt hat, kann es jederzeit vorkommen, dass eure Daten durch eine Sicherheitslücke oder durch unachtsame Kontakte ("Freunde") an die Öffentlichkeit gelangen. Dementsprechend solltet ihr nur die Informationen, Fotos, Videos, etc. veröffentlichen, von denen ihr mit Gewissheit sagen könnt, dass es nicht schlimm wäre, würden sie der ganze Welt zur Verfügung stehen.

Vergesst hierbei nicht, dass einmal veröffentlichte Daten von euren Kontakten kopiert, abgespeichert und weiterverarbeitet werden können. So kann euch zum Beispiel ein unbedacht geäußerter Kommentar oder ein Foto von euch in ungünstiger Pose auch Jahre später noch unter die Nase gerieben werden, selbst wenn ihr die ursprünglichen Daten schon lange gelöscht habt …

Das eigene Profil

Über die Frage, was in das eigene Profil gehört und was nicht, streiten sich die Geister. Während manch einer dazu neigt, in sozialen Netzwerken seine komplette Lebensgeschichte zu veröffentlichen, treten andere nur unter einem Pseudonym in Erscheinung. Mein Tipp lautet: Veröffentlicht so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. So ist der Realname in sozialen Netzwerken durchaus sinnvoll – schließlich möchtet ihr ja auch gefunden werden. Ob es hingegen notwendig ist, auch Adresse, Telefonnummer und das Geburtsdatum zu veröffentlichen, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Beachten solltet ihr, dass euer Profil eine Außenwirkung hat. Und diese darf nicht unterschätzt werden. Freizeitaktivitäten wie “Ficken” oder Profilfotos von euch, auf denen ihr oben ohne mit einer Bierdose in der Hand zu sehen seid, mögen im privaten Umfeld lustig sein, wirken jedoch auf Geschäftspartner, Kunden oder Kollegen möglicherweise unseriös und abschreckend.

Die Privatsphäre-Einstellungen

Auch wenn die Privatsphäre-Einstellungen keinen hundertprozentigen Schutz bieten (können), solltet ihr euch mit ihnen vertraut machen und sie so gut wie möglich nutzen. Einsicht in das eigene Profil sollte nur bestätigte Kontakte erhalten. Sofern das soziale Netzwerk die Möglichkeit bietet, solltet ihr außerdem für verschiedene Personengruppen auch verschiedene Privatsphäre-Einstellungen nutzen. So ist besonders eine Trennung von beruflichen und privaten Kontakten durchaus sinnvoll. Dass eure letzte Party feucht-fröhlich war, interessiert vielleicht eure Freunde, nicht aber euren spießigen Abteilungsleiter …

Die eigenen Kontakte

Da ihr bestätigten Kontakten Zugriff auf eure Daten gewährt, solltet ihr diese Kontakte sorgfältig auswählen. Es mag für den einen oder anderen eine Überraschung sein, aber Freundschaftsanfragen lassen sich ablehnen! Ehrlich! Und das solltet ihr auch tun, sofern euch die anfragende Person nicht bekannt ist.

Doch auch bei bekannten Namen solltet ihr vorsichtig sein. Niemand hindert mich z.B. daran, ein Profil mit dem Namen “Brad Pitt” zu erstellen. Dazu schnell ein Profilfoto aus dem Internet gesucht und fertig ist das Fake-Profil (gefälschtes Profil). Also: Kommt euch bei einer Freundschaftsanfrage etwas merkwürdig vor, fragt die jeweilige Person einfach über einen anderen Weg (z.B. per E-Mail oder Telefon), ob sie euch tatsächlich eine Anfrage geschickt hat.

Rücksicht und Vertraulichkeit

“Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.” Oder anders formuliert: Überlegt beim Veröffentlichen von Kommentaren, Fotos und Videos, ob ihr damit evtl. einer dritten Person schaden könntet. So wie ihr vermutlich nicht möchtet, dass ein Foto von euch in eurem eigenen Erbrochenen veröffentlicht wird, so solltet ihr auch keine entsprechenden Fotos von euren Freunden ungefragt oder gar gegen ihren Willen veröffentlichen. Und falls ein Kontakt euch darum bittet, ein Foto von ihm zu löschen, solltet ihr dieser Bitte nachkommen, auch wenn ihr der Meinung seid, dass dieses Foto harmlos sei.

Besondere Vorsicht ist bei dienstlichen Informationen geboten. Interne Informationen, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind, solltet ihr keinesfalls in sozialen Netzwerken veröffentlichen! Jedenfalls dann nicht, wenn ihr an eurem Beruf hängt und ihn noch länger ausüben möchtet …

Aufmerksamkeit und Vorsicht

Aus eigenen Beobachtungen weiß ich, dass viele Nutzer in sozialen Netzwerken extrem sorglos vorgehen. Leider haben das inzwischen auch die Kriminellen erkannt, was zur Folge hat, dass sich zum Beispiel Phishing-Angriffe langsam auch in den sozialen Netzwerken ausbreiten. Was für E-Mails gilt, gilt also auch für soziale Netzwerke: Nachrichten (auch Chats, Pinnwandeinträge, etc.) sollten sorgfältig und aufmerksam betrachtet und enthaltene Links, Bilder oder Videos nicht einfach angeklickt werden. Dass als Absender eine bekannte Person genannt ist, bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Person diese Nachricht auch wirklich verfasst hat. Als Beispiele seien hier das Clickjacking bei Facebook und die angeblichen Osama-bin-Laden-Bilder und Videos genannt, die vor einiger Zeit bei Facebook die Runde machten.

Anwendungen und Erweiterungen

Viele soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit, das eigene Angebot durch Anwendungen zu erweitern. Auf die Gefahren, die solche Anwendungen (bezogen auf Facebook) verursachen können, bin ich bereits hier und hier eingegangen. Grundsätzlich gilt, dass Anwendungen nur dann installiert werden sollten, wenn diese auch wirklich benötigt werden.

Fazit

Soziale Netzwerke bieten viele Möglichkeiten – aber auch viele Gefahren. Dennoch bin ich der Meinung, dass sie durchaus nützlich sein können. Wir müssen nur lernen, mit ihnen umzugehen …

Über Kommentare und Ergänzungen zu meinen Tipps würde ich mich freuen!

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Automatische Gesichtserkennung bei Facebook deaktivieren [Update]

Facebook hat damit begonnen, die automatische Gesichtserkennung bei Fotos zu aktivieren. Die neue Funktion wird ohne euer Zutun für euer Profil freigeschaltet und bewirkt, dass Gesichter auf neu hochgeladenen Fotos automatisch mit eurem Gesicht verglichen werden. Erkennt Facebook eine Ähnlichkeit, schlägt es dem Urheber der Fotos vor, euch auf den Fotos zu markieren.

Falls ihr nicht möchtet, dass euer Gesicht automatisch abgeglichen wird, könnt ihr diese Funktion jederzeit deaktivieren. Klickt hierzu einfach rechts oben auf Konto und Privatsphäre-Einstellungen. In dem Bereich Inhalte auf Facebook teilen klickt ihr auf Benutzerdefinierte Einstellungen. Den Eintrag Freunden Fotos von mir vorschlagen findet ihr in der Rubrik Dinge, die andere Personen teilen. Klickt ihr hinter dem Eintrag auf Einstellungen bearbeiten, öffnet sich das folgende Fenster:

 

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Hier könnt ihr die automatische Markierung nun sperren und bei Bedarf auch wieder aktivieren.

[Nachtrag vom 11.06.2011]

Was Sven Dietrich auf seinem Blog bereits vermutet hat, hat Facebook inzwischen laut SPIEGEL ONLINE bestätigt: Um der Gesichtserkennung zu entgehen, genügt es nicht, die Funktion Freunden Fotos von mir vorschlagen zu deaktivieren. Das Gesicht wird dennoch weiterhin abgeglichen und ggf. erkannt, es erfolgt nur keine namentliche Erwähnung mehr.

Vielmehr ist es erforderlich, auf keinem Foto markiert zu sein, da Facebook die Markierungen als Grundlage für die automatische Erkennung nutzt. Facebook betont, dass nur die Markierungen und nicht die Profilfotos für die Gesichtserkennung genutzt werden.

Solltet ihr also Wert darauf legen, von Facebook nicht automatisch erkannt werden zu können, solltet ihr alle bestehenden Markierungen entfernen.

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Facebook-Apps ermöglich(t)en Zugriff auf Nutzerdaten

Laut der Sicherheitsfirma Symantec hatten Werbekunden und andere Partner von Facebook über einen längeren Zeitraum Zugriff auf die Nutzerdaten von Facebook-Mitgliedern. Ermöglicht wurde dieser Zugriff durch einen Fehler in der Verwaltung von Facebook-Apps. Die Sicherheitslücke wurde von Facebook inzwischen geschlossen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sein Facebook-Kennwort ändern. Dadurch verlieren die fehlerhaft verteilten Zugriffsmöglichkeiten ihre Gültigkeit.

Wieder einmal bestätigt sich: Wer prinzipiell keinen Facebook-Apps Zugriff auf seine Nutzerdaten gewährt, fährt am sichersten! Ja, liebe Klugscheißer: Am sichersten ist es natürlich, sich gar nicht erst bei Facebook anzumelden.

Quellen: heise Security und Golem.de

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Vorsicht vor angeblichen Osama-bin-Laden-Bildern und -Videos

Aktuell werden per E-Mail und über Facebook zahlreiche Links verteilt (z.B. mit dem Betreff "Osama Bin Laden EXECUTION video"), die angebliche Bilder und Videos von Osama bin Ladens Tod zeigen. Ganz abgesehen davon, dass ich persönlich es geschmacklos finde, sich solche Bilder anzuschauen, solltet ihr solche Links noch aus einem weiteren Grund ignorieren: Statt euch die versprochenen Inhalte zu zeigen, wird über die aufgerufene Seite versucht, Schadsoftware (Malware) wie zum Beispiel Online-Banking-Trojaner auf eurem System zu installieren.

Seid bitte aufmerksam und ignoriert bzw. löscht solche Nachrichten am besten einfach.

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Facebook: Vorsicht vor der Veranstaltung "WOW Jetzt kannst du sehen wer sich dein Profil ansieht!" (Update: 28.04.2011)

Aktuell erreichen mich auf Facebook vermehrt Einladungen zu der Veranstaltung “WOW Jetzt kannst du sehen wer sich dein Profil ansieht!”. Warum? Weil es immer noch/wieder Menschen gibt, die unbedacht auf alles klicken, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. In diesem Fall geben solche Menschen damit einem Facebook-Wurm Futter und ermöglichen es ihm, das eigene Facebook-Konto als Spam-Verteiler zu verwenden.

Was soll ich tun, wenn ich solch eine Einladung erhalten habe?

Ganz wichtig: Nicht auf den Link klicken! Stattdessen solltet ihr die Einladung einfach entfernen. Hierzu klickt ihr auf der Facebook-Startseite auf das x neben der Einladung und bestätigt das Entfernen dann über den entsprechenden Button.

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Außerdem solltet ihr die Person, von der ihr die Einladung erhalten habt, auf den Facebook-Wurm aufmerksam machen. Sonst fällt der Absender auf den nächsten Wurm gleich wieder rein …

Was soll ich tun, wenn ich auf den Wurm reingefallen bin?

Um den Wurm zu entfernen, müsst ihr eure Profilseite aufrufen und dann auf “Profil bearbeiten” klicken. Nun wählt ihr im linken Bereich “Aktivitäten und Interessen”. Über den Link “Andere Seiten anzeigen” könnt ihr euch die durch den Wurm angelegten Seiten anzeigen lassen und entfernen.

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Update vom 28.04.2011

Der Wurm scheint sich in manchen Fällen zusätzlich auch noch als Facebook-Anwendung zu installieren. Um dies zu überprüfen und den Wurm ggf. zu löschen, klickt ihr oben rechts auf “Konto” und öffnet dann die “Privatsphäre-Einstellungen”. Unten links findet ihr den Bereich Anwendungen und Webseiten, wo ihr auf “Bearbeite deine Einstellungen” klickt. Über “Ungewollte oder belästigende Anwendungen entfernen” könnt ihr den Wurm nun ausfindig machen und durch das “X” entfernen.

Und bitte: Zukünftig solche Links nicht einfach anklicken …

Siehe auch: Facebook-Anwendungen, die eure Profilbesucher anzeigen, GIBT ES NICHT!

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