Im Kino gesehen: 22 Jump Street

Eigentlich ist das Wetter viel zu schön, um am Rechner zu sitzen und eine Review zu schreiben. Doch ich habe mir fest vorgenommen, mein Blog wieder mit mehr Leben zu füllen. Also muss das Wetter hintenanstehen – braune Haut und eine gesunde Gesichtsfarbe werden ohnehin stark überschätzt. Außerdem habe ich gestern in der Sneak „22 Jump Street“, die Fortsetzung zum Reboot der 80er-Jahre-Teenager-Krimiserie „21 Jump Street“, sehen dürfen. Ein toller Film, der es verdient, in meinem Blog verewigt zu werden!

Worum geht’s

Nachdem sie ihren ersten Undercover-Einsatz an der Highschool überraschend erfolgreich gemeistert haben, werden die beiden Polizisten Jenko (Channing Tatum) und Schmidt (Jonah Hill) ans College geschickt. Dort ist eine Studentin der neuen Designerdroge WhyPhy zum Opfer gefallen, weswegen Jenko und Schmidt den Dealer und durch diesen die Quelle der Droge ausfindig machen sollen. Im Laufe der Ermittlungen steigt Jenko zum Star des Football-Teams auf – und beginnt, den Fall sowie seinen Partner zu vernachlässigen …

Meine Meinung

Was für ein sympathischer Blödsinn! „22 Jump Street“ schafft es mühelos, den Überraschungserfolg „21 Jump Street“ in jeglicher Hinsicht zu übertreffen. Und das, obwohl sich die Geschichte, wenn auch mit vertauschten Rollen, beinahe 1:1 wiederholt. Den Film als Abklatsch zu bezeichnen, wäre dennoch nicht gerechtfertigt, denn die Wiederholung ist durchaus gewollt, hat System und dient nicht nur als Grundlage zahlreicher Anspielungen auf typische Hollywood-Sequels, sondern spielt auch inhaltlich im richtigen Moment mit der Erwartungshaltung des Publikums, nur um es letztlich dann doch an der Nase herumzuführen.

Wie bereits im Vorgänger, sind die Dialoge auch in „22 Jump Street“ oft weniger auf die eigentliche Handlung, sondern vielmehr auf den Film selbst bezogen. Der überraschend erfolgreiche erste Einsatz, das verdoppelte Budget, die nach zerstörerischen Momenten erforderlichen Sparmaßnahmen – die beiden Regisseure Phil Lord und Christopher Miller („Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „Lego“, „21 Jump Street“) nutzen jede nur denkbare Möglichkeit, um sich über die typischen Regeln und Klischees einer Fortsetzung und somit über ihren eigenen Film lustig zu machen. Und sind die Dialoge mal nicht auf die Produktion des Films bezogen, dann auf die latent homoerotische Beziehung zwischen Jenko und Schmidt. So gut wie jeder Satz lädt zur Doppeldeutung ein, so dass es schier unmöglich sein dürfte, alle Anspielungen beim ersten bzw. einmaligen Anschauen zu erkennen. Dass der Film dennoch nie in peinliche Lächerlichkeiten abdriftet und die Figuren trotz absurder Szenen mit Respekt behandelt, ist dabei vermutlich die eigentliche Meisterleistung. Lediglich die beiden Auftritte von Dave Franco und Rob Riggle (bitte auch den Abspann abwarten!) bewegen sich ein wenig unterhalb der lädierten Gürtellinie und hätten in dieser Form nun wirklich nicht sein müssen.

Von diesen beiden Szenen einmal abgesehen, glänzt „22 Jump Street“ neben den bereits erwähnten Dialogen und Anspielungen mit gelungenen Actionszenen und unzähligen popkulturellen Anspielungen. Dass die Beteiligten allesamt einen an der Klatsche zu haben scheinen (ja, das ist absolut positiv gemeint) und ihren Spaß hatten, merkt man dem Film dabei in jeder Minute an. Insbesondere Channing Tatum und Jonah Hill harmonieren einmal mehr perfekt miteinander und drehen zeitweise auf, als gäbe es kein Morgen mehr. Und auch Ice Cube darf dieses Mal ein wenig mehr von seinem durchaus vorhandenen komödiantischen Talent zeigen – und für die lustigsten Szenen des Films sorgen.

Mein Fazit

Exzellent aufgelegte Darsteller, eine extrem hohe Gagdichte und zahlreiche Anspielungen auf den Hollywood-Wahnsinn machen „22 Jump Street“ zu einem der besten Sequels der letzten Jahre. Ich freue mich schon jetzt auf „23 Jump Street“! Und auf „24 Jump Street“! Und auf „25 Jump Street“! Und auf …

Meine Wertung: 9/10

Im Kino gesehen: Veronica Mars

135,- Dollar. Das ist der Betrag, den ich im Rahmen der Kickstarter-Kampagne beigesteuert habe, um die Privatdetektivin Veronica Mars nach ihrem ungerechtfertigten Serien-Aus ins Kino zu bringen. 194,6 Kilometer. Das ist die Entfernung, die meine (glücklicherweise von Veronica ebenfalls begeisterte) bessere Hälfte und ich gestern zurückgelegt haben, um den Film auf der großen Leinwand zu sehen. Ob sich Investition und Fahrt gelohnt haben, erfahrt ihr … ach, was soll’s: Ja verdammt, es hat sich gelohnt!

Worum geht’s

Vor neun Jahren hat Veronica Mars (Kristen Bell) ihrer Heimatstadt Neptune und damit auch ihrem Leben als Privatdetektivin den Rücken gekehrt und arbeitet nun als Anwältin in New York. Als in den Nachrichten gemeldet wird, dass eine ehemalige Klassenkameradin ermordet wurde und Veronicas Exfreund Logan (Jason Dohring) als Tatverdächtiger gilt, reist Veronica nach Neptune, um Logan bei der Wahl eines Verteidigers zu unterstützen. Doch Veronica wäre nicht Veronica, wenn sie nicht mit eigenen Ermittlungen beginnen würde …

Meine Meinung

Bevor ihr weiterlest, solltet ihr euch eines klar machen: Ich bin ein Marshmallow. Aus tiefstem Herzen und voller Überzeugung. „Veronica Mars“ gehört für mich trotz der im Vergleich zum genialen Auftakt schwächeren dritten Staffel zu den besten und vermutlich unterschätzten Serien der letzten Jahren. Was ich euch damit sagen möchte? Ganz einfach: Sofern ihr kein Fan der Serie seid, dürft ihr meine Begeisterung mit einem Lächeln zur Kenntnis nehmen und von meiner Wertung zum Film zwei bis drei Punkte abziehen. Denn eines ist ganz klar: „Veronica Mars“ ist ein Film für Fans. Durch und durch.

Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass „Veronica Mars“ nur für Fans genießbar wäre. Auch Neueinsteiger dürften mit der sympathischen Hauptfigur ihren Spaß haben. Zugegeben, der Mord an ihrer ehemaligen Klassenkameradin gehört nicht zu Veronicas stärksten Fällen, stellt aber ein solides, wenn auch nicht sonderlich spannendes Wer-hat’s-warum-getan-Rätsel-dar. Nichts zum Nägel kaufen, aber auch nichts zum Einschlafen. Viel wichtiger als des Rätsels Lösung ist ohnehin der Weg dorthin. Und dieser ist einmal mehr geprägt von Veronicas Spürsinn, gewitzten Ermittlungsmethoden nah an der Grenze der Legalität (und auch darüber hinaus) und natürlich zahlreichen bissigen Dialogen gepaart mit sarkastischer Schlagfertigkeit. Nein, um diese kurzweilige Kombination aus Krimi und Komödie genießen zu können, muss man glücklicherweise weder ein langjähriger Fan der Serie noch ein Fan speziell von Kristen Bell sein.

Dieser sollte man jedoch sein, um den Film als Gesamtwerk und Fanservice würdigen zu können. Denn „Veronica Mars“ enthält so viele Gastauftritte, Anspielungen und Insiderwitze, dass man ihn vermutlich mehrmals sehen muss, um nichts zu verpassen. Von der Kickstarter-Finanzierung des Films über die leider nie gedrehte vierte Staffel bis hin zu Anspielungen auf Kristen Bells Schwangerschaft wurde so ziemlich alles in den Film gepackt, was irgendwie sinnvoll (oder auch weniger sinnvoll) verwendet werden konnte. Hinzu gesellen sich zahlreiche, teilweise nur wenige Sekunden lange Gastauftritte, bei denen es, so viel sei verraten, nicht verkehrt ist, sich mit Kristens Familienverhältnissen auszukennen. Als Fan sitzt man dabei freudestrahlend in seinem Kinosessel und kichert von Minute zu Minute zufriedener in sich hinein, während Außenstehende sich vermutlich fragen dürften, ob die letzten Sekunden irgendeine tiefere Bedeutung hatten.

Bei aller Euphorie als Fan muss allerdings selbst ich zugeben, dass der Film zuweilen ein wenig überladen wirkt. So sehr es mich auch freut, dass versucht wurde, so viele Serienfiguren wie möglich in dem Film unterzubringen, so wenig kann ich leugnen, dass deren Auftritte teilweise den Eindruck hinterlassen, als wären die Figuren nur der Vollständigkeit halber dabei. Und einige offen bleibende Handlungsstränge jenseits des Mordfalls erwecken durchaus den Eindruck, als würde hier schon auf einen weiteren Film oder gar eine neue Serienstaffel hingearbeitet werden. Aber sei’s drum, dem Spaß am Film tut dies keinen echten Abbruch.

Mein Fazit

Auf Fans ausgerichtete, aber auch für Neueinsteiger genießbare Kriminalkomödie mit äußerst sympathischer Titelheldin, der man den Spaß aller Beteiligten in jeder Sekunde anmerkt.

Meine Wertung: 9/10 (inkl. Fanbonus)

Zum Schluss noch weitere Stimmen aus der deutschen Film-Blogosphäre:

Filmherum
Medienjournal
Tonight is gonna be a large one.

Bitte nicht im Kino anschauen: „Die Pute von Panem – The Starving Games“

Oder besser noch: Gar nicht anschauen. Nicht im Kino. Nicht zu Hause. Auch nicht als illegal heruntergeladene Kopie. Nicht mal auf der Toilette, um 83 Minuten Verstopfung zu überbrücken. Seht euch den Film einfach nicht an. Nie. Denn eure Lebenszeit ist kostbar. Dieser Film ist es nicht.

Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die unter anderem bereits bei „Meine Frau, die Spartaner und ich“ und „Beilight – Biss zum Abendbrot“ bislang bei jedem ihrer Filme komplett versagt haben, beweisen mit „Die Pute von Panem – The Starving Games“ eindrucksvoll, dass sie nichts, aber wirklich gar nichts dazugelernt haben. Wie immer werden die Szenen bekannter Filme sinn- und lustlos abgespult und mit den typischen, sich ständig wiederholenden Einzeller-Pointen und Pipikacka-Witzen ins vermeintlich Lächerliche gezogen. Und wenn gar nichts mehr geht, dürfen ein paar Cheerleader mit spitzen Brustwarzen durchs Bild tanzen. Wat hebbt wi lacht!

Einen halben Gnadenpunkt bekommt dieses Machwerk für Hauptdarstellerin Maiara Walsh, die immerhin recht hübsch anzusehen ist. Und einen weiteren für den einzig gelungen Witz des Films, einen Chuck-Norris-Spruch. Damit ihr jetzt nicht doch noch neugierig ins Kino rennt:

Chuck Norris braucht keine coolen Sprüche.
Die coolen Sprüche brauchen Chuck Norris.

Und jetzt denkt mal darüber nach, wie der Rest des Films sein muss, wenn dieser Spruch die einzig lustige Szene des Films darstellt …

Meine Wertung: 2/10

Im Heimkino gesehen: Ein MordsTeam

Hände hoch, wer Omar Sy kennt! Ja, das sind erwartungsgemäß recht viele. Und nun Hände hoch, wer Omar Sy nur kennt, weil der Film „Ziemlich beste Freunde“ 2012 in aller Munde war! Fast genau so viele. Dachte ich es mir doch. Kein Wunder, dass auf Poster und Cover von „Ein MordsTeam“ der Schriftzug „Nach ZIEMLICH BESTE FREUNDE die neue Komödie mit Omar Sy“ prangt. Anders hätte es diese durchschnittliche Buddy-Komödie wohl auch nie zu größerer Bekanntheit geschafft …

Worum geht’s

Ousmane Diakhité (Omar Sy) arbeitet als Polizist im Betrugsdezernat des heruntergekommenen Pariser Vororts Bobigny. Während seiner Ermittlungen gegen einen illegalen Glücksspielring stößt er zufällig auf eine Frauenleiche, die sich als Ehefrau eines schwerreichen Industriellen entpuppt. Der Fall wird dem versnobten und karrierefixierten Pariser Kriminalkommissar François Monge (Laurent Lafitte) übergeben, der keinen Hehl daraus macht, dass er auf die Hilfe der örtlichen Polizei nicht angewiesen ist. Doch Ousmane sieht zwischen den beiden Fällen einen Zusammenhang und sorgt mit seinem losen Mundwerk dafür, dass er François als Partner zugeteilt wird. Mehr schlecht als recht nehmen die beiden ungleichen Männer die Ermittlungen auf …

Meine Meinung

Viel Neues ist den Machern von „Ein MordsTeam“ nicht gerade eingefallen. Gar nichts Neues, um genau zu sein. Der Film ist eine von Anfang bis Ende überraschungsarme Buddy-Komödie, die zwar niemandem weh tut, ja sogar recht kurzweilig ist und auf mittlerem Niveau zu unterhalten weiß, aber auch nicht länger als eine halbe Stunde in Erinnerung bleibt. Das Zusammenspiel der Figuren ist okay, die Story zweckmäßig und die wenigen Actionszenen sind durchaus solide inszeniert. Wirklich enttäuschend ist eigentlich nur, dass die Macher komplett nach amerikanischem Vorbild vorgegangen sind und weder einen eigenen Humor noch einen landesspezifischen Stil gefunden haben. Mal ehrlich, wenn ich eine amerikanische Buddy-Komödie sehen möchte, schaue ich mir eine der unzähligen amerikanischen Buddy-Komödien an. Und keine französische Buddy-Komödie, die so tut, als wäre sie eine amerikanische Buddy-Komödie.

Der Hauptgrund, sich „Ein MordsTeam“ anzuschauen, ist aber ohnehin Sympathieträger Omar Sy. Dieser wärmt seine beliebte Rolle aus „Ziemlich beste Freunde“ wieder auf und ergänzt sie um eine gehörige Portion Axel Foley. Originalität darf man also auch bei der Hauptfigur nicht erwarten, wobei Omar Sy seine Sache als Axel-Foley-Kopie durchaus gut macht – auch wenn Eddie Murphy als dauerquasselnder Cop selbstverständlich unerreicht bleibt. Laurent Lafitte hingegen bleibt als unfreiwilliger Partner überraschend blass, was ebenso für alle anderen Beteiligten gilt, so dass man bei „Ein MordsTeam“ durchaus von einer Omar-Sy-One-Man-Show sprechen kann.

Abschließend sei noch erwähnt, dass nicht nur Ousmanes so loses wie schnelles Mundwerk, sondern gleich mehrere Szenen eine starke Ähnlichkeit zu „Beverly Hills Cop“ erkennen lassen. Wenn Ousmane zum Beispiel eine Besprechung des französischen Arbeitgeberverbandes sprengt, sieht man förmlich Eddie Murphy vor sich. Und dank des Axel-F-Klingeltons und einer Diskussion um den besten Film-Polizisten, bei der Axel Foley natürlich Ousmanes Favorit ist, wird auch dem letzten Zuschauer mit dem Holzhammer eingehämmert, dass der 80er-Jahre-Klassiker hier als (über)großes Vorbild diente und Eigenständigkeit bei der Produktion wohl nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Mein Fazit

Nicht unsympathische, aber leider unspektakuläre Buddy-Komödie ohne eigene Ideen, die auch ein gut aufgelegter Omar Sy nicht über das Mittelmaß hinaus retten kann.

Meine Wertung: 5/10

Im Kino gesehen: The World’s End

2004 ließ Regisseur Edgar Wright die Freunde Simon Pegg und Nick Frost in „Shaun Of The Dead“ gegen Zombies antreten, 2007 folgte mit „Hot Fuzz“ der Kampf gegen schwer bewaffnete Kleinstädter. Mit „The World’s End“ legt das Dreiergespann nun den Abschluss der sogenannten „Blut und Eiscreme“-Trilogie vor. Die Erwartungen der Fan-Gemeinde waren riesig – und auch wenn diese nicht vollends erfüllt werden, haben Wright, Pegg und Frost einmal mehr einen herrlich schrägen und unterhaltsamen Film abgeliefert …

Worum geht’s

Als Jugendliche versuchten sich Gary King und seine Freunde an der „Goldenen Meile“, einer in Newton Haven legendären Kneipentour, die durch zwölf Pubs bis ins World’s End führt. Und scheiterten. 20 Jahre später trommelt Gary (Simon Pegg) seine Freunde von damals (Nick Frost, Paddy Considine, Martin Freeman und Eddie Marsan) wieder zusammen, um diese unerledigte Angelegenheit ein für alle Mal abzuschließen. In Newton Haven angekommen, müssen die fünf Musketiere erkennen, dass die Stadt noch langweiliger geworden ist, als sie sie ohnehin in Erinnerung hatten. Nicht nur die Pubs sehen sich erschreckend ähnlich, auch die Einwohner verhalten sich nahezu emotionslos. Als Gary sich auf dem Klo mit einem Jugendlichen anlegt, was in einer gewalttätigen Auseinandersetzung mündet, kommt er einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur …

Meine Meinung

„The World’s End“ beginnt exakt so, wie ich es mir gewünscht hatte: Mit sympathischen Figuren, pointierten Dialogen und einer Prise Gesellschaftskritik. Die Einführung sowie die Wiedervereinigung der Figuren ist extrem witzig geraten und steckt voller schnippischer Dialoge, die man beim ersten Mal vermutlich gar nicht alle richtig zu würdigen weiß. Die Ankunft im Heimatort gerät zu einer Abrechnung mit der Globalisierung und der daraus resultierenden fehlenden Individualität. Dass sämtliche Pubs inzwischen so weit „verstarbuckt“ wurden, dass sie sich nicht mehr voneinander unterscheiden lassen und sich wie ein Ei dem anderen gleichen, wird hier grandios eingefangen und sorgt abermals für jede Menge Schmunzler. Und in den etwas leiseren Momenten des Films wird den Figuren beinahe beiläufig Tiefe verliehen, indem längst vergessen geglaubte Erinnerungen aus der Vergangenheit ans Tageslicht gebracht werden. So weit, so gelungen.

Leider verliert sich der Film ein wenig in sich selbst, je mehr die eigentliche Handlung an Fahrt aufnimmt. Zwar bereitet es weiterhin Spaß, der aus „Die Frauen von Stepford“, „Die Körperfresser kommen“ und „Das Dorf der Verdammten“ zusammengesetzten Geschichte zu folgen, doch regen einige Szene auch zum kräftigen Kopfschütteln an. Insbesondere Garys Verhalten lässt zeitweise jeglichen gesunden Menschenverstand vermissen, auch wenn versucht wird, dem Zuschauer die hinter seinen Taten stehende Logik aus Garys Sicht zu erklären. Und die finale Auseinandersetzung mit der für die Ereignisse verantwortlichen Macht ist so schräg, dass ich selbst heute, zwei Tage nach dem Kinobesuch, nicht weiß, was ich davon halten soll. Dennoch überzeugt auch die zweite Hälfte des Films, wenn auch mit Abstrichen, durch nette Seitenhiebe, zum Beispiel auf den anhaltenden Jugendwahn, ein flammendes Plädoyer für das Recht auf Fehler sowie den wohl gelungensten Cornetto-Auftritt der Trilogie.

Mein Fazit

Auch wenn „The World’s End“ nicht ganz die Klasse seiner Vorgänger erreicht, stellt der Film einen gelungenen Abschluss der „Blut und Eiscreme“-Trilogie dar. Für Fans des Wright-Pegg-Frost-Trios ohnehin ein Pflichttitel!

Meine Wertung: 7/10

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