Im Kino: Das A-Team

Daa Dada Daa Dadaa Daa. Na? Erkannt? Richtig! Das ist die Titelmelodie vom legendären A-Team! Von jenem Spezialteam, welches in den Achtzigern unschuldig vom Militär gejagt wurde und dennoch die Zeit fand, sich um Schutzbedürftige zu kümmern. Da die bekannte Serie auch heute noch, und das vollkommen zu recht, Kultstatus genießt, war eine Neuauflage für die große Leinwand nur eine Frage der Zeit. Und wer sein Gehirn an der Kinokasse abgibt und auf Logik und Realismus verzichtet, wird an dieser Neuauflage durchaus eine Menge Spaß haben …

Worum geht’s

Colonel Hannibal Smith (Liam Neeson), Lt. “Faceman” Peck (Bradley Cooper), Captain Murdock (Sharlto Copley) und B.A. Baracus (Quinton Jackson) sind die Besten des amerikanischen Militärs. Deswegen erhalten sie von General Morrison den geheimen Auftrag, im Irak gestohlene Druckplatten zurückzuholen. Die Mission verläuft erfolgreich, doch als das A-Team die Druckplatten abgeben möchte, kommt es zu einem Anschlag. Der General wird getötet, die Druckplatten verschwinden. Die Spezialeinheit wird von einem Militärgericht zu 10 Jahren Haft verurteilt. Nach sechs Monaten gelingt dem A-Team die Flucht. Gemeinsam versuchen die Flüchtigen, den Drahtzieher des Anschlags und Beweise für ihre Unschuld zu finden …

Meine Meinung

Es lässt sich nicht leugnen: “Das A-Team” ist laut, hemmungslos übertrieben und irgendwie … dumm. Aber die Macher sind sich dessen bewusst und möchten offensichtlich auch gar nichts anderes bieten. Und genau das macht den Film zutiefst sympathisch. Bestes Beispiel: Die Actionszenen. Normalerweise bin ich kein Freund unmöglicher Actionszenen. Unrealistisch (im Sinne von sehr sehr unwahrscheinlich) gerne, aber nicht unmöglich. Die im Film gebotene Action hingegen ist so dermaßen übertrieben und absurd, dass sie schon wieder unterhaltsam ist. Es macht einfach Spaß, zu sehen, auf was für Ideen erwachsene Kinder (also Männer) kommen, wenn man ihnen eine Kamera in die Hand drückt und ihnen ein Special-Effects-Team zur Seite stellt.

Hinzu kommt die anscheinend hervorragend funktionierende Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Das Zusammenspiel funktioniert nahezu perfekt und die Dialoge sind größtenteils gelungen pointiert. Lediglich wenn es ernst wird und platter Pathos ins Spiel kommt, wird es unfreiwillig komisch. Doch sind diese Dialoge zum Glück an einer Hand abzuzählen.

So spaßig und unterhaltsam das Geschehen auch sein mag, es täuscht leider nicht darüber hinweg, dass eine echte Geschichte nicht vorhanden ist. Oder eine gelungene Charakterisierung der zweifellos interessanten Figuren. Und dass den Effekten nur allzu häufig anzusehen ist, dass sie aus dem Computer stammen. Somit bleibt der Film leider weit hinter seinen Möglichkeiten. Oder positiv ausgedrückt: Er bietet viel Platz für Verbesserungen in der hoffentlich kommenden Fortsetzung.

Mein Fazit

Übertriebene Actionkomödie, die dank zahlreicher absurder Actionszenen und gut gelaunter Darsteller zu unterhalten weiß. Spaß ohne Anspruch pur – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Meine Wertung: 7/10

Übrigens: Wer den Abspann abwartet, wird mit einer Bonusszene inklusive zweier Gastauftritte belohnt. Also nicht gleich aus dem Kino stürmen!

Im Kino: Hanni & Nanni

Mittwoch, 23.06.2010, 21:02 Uhr. Ganz Deutschland schaut das vielleicht letzte WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft in 2010. Ganz Deutschland? Nein! Ein genervter Möchtegern-Filmkritiker nutzt die Chance und schreibt stattdessen eine Review über “Hanni & Nanni”. Doch selbst ich als Fußballhasser muss zugeben: Jedes noch so langweilige Fußballspiel ist interessanter als dieser Film …

Worum geht’s

Des Diebstahls in einem Luxuskaufhaus beschuldigt, werden die Zwillinge Hanni (Sophia Münster) und Nanni (Jana Münster) von ihren Eltern auf das Lindenhof-Internat geschickt. Obwohl sie ihre alten Freunde vermissen, lernen die beiden Geschwister die Einrichtung entgegen ihrer Erwartungen schnell schätzen. Als das Hockeyteam des Internats gegen die JoCats, dem Team von Hannis & Nannis alter Schule, antritt, müssen sich die beiden Mädchen entscheiden, wo sie hingehören …

Meine Meinung

Ja, ich bin kein Kind mehr. Zumindest körperlich. Dennoch kann ich Kinderfilmen durchaus etwas abgewinnen. So sie denn unterhaltsam sind. “Hanni & Nanni” ist dies nicht. Und weil es mich bereits genug ärgert, im Kino 90 Minuten meines Lebens an dieses Machwerk verschwendet zu haben, fasse ich mich kurz:

Die im Film erzählte Geschichte ist so gewöhnlich und uninteressant erzählt, dass selbst Zehnjährige sich gelangweilt abwenden. Selbiges gilt für die Aussage (wie so oft geht es um Freundschaft und Verantwortung) des Films. Während die Kinderfiguren durch die Bank weg unsympathische Bälger sind, nerven die erwachsenen Darsteller mit völlig überzogenem Overacting. Und als wäre das alles nicht bereits nervtötend genug, gibt es im Film so gut wie keine Szene ohne Hintergrundmusik. Das mag banal klingen, entpuppt sich während der Schauens jedoch als unglaublich anstrengend.

Mein Fazit

Misslungener Kinderfilm, den man seinem Nachwuchs höchstens als Strafe zeigen sollte. Auch wenn ich nicht weiß, was ein Kind verbrochen haben könnte, um das zu verdienen …

Meine Wertung: 2/10

Im Kino gesehen: When In Rome – Fünf Männer sind vier zuviel

Ich gestehe: Ich bin ein Fan von Kristen Bell. Die junge Frau blieb mir zwar weder in “Pulse”, noch in “Nie wieder Sex mit der Ex” oder “All Inclusive” in Erinnerung, doch als schlagfertige und zynische Veronica Mars in der gleichnamigen TV-Serie konnte sie sich mein Fanherz sichern. Wer “Veronica Mars” noch nicht gesehen hat, sollte dies zügig nachholen. Bei Bells aktuellem Kinofilm “When In Rome” schaut die Sache ganz anders aus: Wer diesen noch nicht gesehen hat, sollte sich selbst einen Gefallen tun und es dabei belassen …

Worum geht’s

Beth (Kristen Bell) glaubt nicht mehr an die Liebe. Entsprechend skeptisch reagiert sie, als ihre jüngere Schwester Joan (Alexis Dziena) sie zu deren Hochzeit nach Rom einlädt. Während der Feier lernt Beth den so charmanten wie tollpatschigen Nick (Josh Duhamel) kennen. Die Chemie zwischen den beiden scheint vom ersten Augenblick an zu stimmen. Als Beth ihn jedoch mit einer rassigen Italienerin sieht, setzt sie sich enttäuscht an den Brunnen der Liebe. Dieser Brunnen, so heißt es, hilft den Suchenden, die wahre Liebe zu finden. Lediglich eine Münze muss hierzu im Brunnen versenkt werden. Angetrunken fischt Beth fünf Münzen aus dem Brunnen, nicht ahnend, dass die Eigentümer dieser Münzen damit in einen Liebesbann versetzt werden. Fortan versuchen alle fünf Männer, Beth von ihrer Liebe zu überzeugen. Und ausgerechnet Nick scheint einer von ihnen zu sein …

Meine Meinung

Ganz ehrlich: Es fällt mir schwer, etwas Positives in “When In Rome” zu finden. Nicht, dass ich etwas gegen romantische Komödien mit übernatürlichen Einflüssen hätte. So etwas kann funktionieren. Tut es hier aber nicht. Die zugrunde liegende und durchaus nicht uninteressante Idee wird an platte Gags und unsympathische Figuren vergeudet. Die verzauberten Verehrer sorgen nicht, wie vermutlich angestrebt, für Humor, sondern nerven in jeder Sekunde. Vom Liebesbann verzaubert, überbieten sich die Männer gegenseitig mit immer abstruseren Ideen, um Beth für sich zu gewinnen. Mögen deren Balzversuche auf dem Papier vielleicht lustig ausgesehen haben, wirken die Männer im fertigen Film wie Psychopathen mit Hormonstau. Und ich meine nicht die netten Psychopathen von nebenan, sondern diejenigen, für die diese netten kleinen Zimmer mit den weichen Wänden und die dazugehörigen Jacken ohne Ärmel erfunden wurden. Wieso Danny DeVito, der einen dieser Verehrer mimt, sich für solch eine Rolle hergibt, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

Lediglich die verzweifelnde Beth und der verliebte Nick können einige Sympathiepunkte sammeln, bleiben letztlich aber zu profillos, um das Herz der Zuschauer anzusprechen. Dass der romantische Funke zwischen den beiden Figuren zu keiner Zeit auf das Publikum überspringt, ist den Darstellern aufgrund der oberflächlichen Charakterzeichnung nicht anzukreiden. Kristen Bell und vor allem Josh Duhamel kämpfen bemüht gegen ihre flachen Rollen an, können gegen das beschränkte Drehbuch jedoch nur verlieren.

Dass “When In Rome” bei all seiner fehlenden Romantik, den entweder belanglosen oder nervigen Figuren und des nicht vorhanden Humors so vorhersehbar wie der Inhalt eines frisch gekauften Notizblocks ist, muss ich vermutlich nicht extra erwähnen.

Mein Fazit

Die Liebesgeschichte ist unromantisch, der Humor unlustig bis nervig und die Figuren bleiben stets oberflächlich. Bei solch einer Nullnummer können selbst sympathische Hauptdarsteller wie Kristen Bell und Josh Duhamel nichts retten …

Meine Wertung: 2/10

Kurz und knapp: Zahnfee auf Bewährung

Kurz zusammengefasst

Eishockey-Profispieler Derek Thompson (Dwayne Johnson) glaubt nicht mehr an große Träume – und erst recht nicht an Feen und Elfen. Als er der Tochter seiner Freundin Carly (Ashley Judd) beinahe erzählt, dass es keine Zahnfee gibt, zwingt ihn die Oberfee Lily (Julie Andrews), zwei Wochen als Zahnfee zu arbeiten …

Meine Meinung in aller Kürze

Wer mal wieder eine nett-harmlose Komödie mit seinen Kindern oder jüngeren Geschwistern schauen möchte, macht mit “Zahnfee auf Bewährung” nichts verkehrt. Sowohl die Handlung als auch der Humor und die Moral des Films bleiben zu jeder Zeit kindgerecht. Für erwachsene Zuschauer hingegen bietet der Film leider zu wenig. Außer eines putzigen Gastauftritts von Billy Crystal bleibt von dem zu jeder Zeit vorhersehbaren “Zahnfee auf Bewährung” nichts in Erinnerung. Übrig bleibt nach dem Abspann lediglich der Wunsch, den stets sympathischen Dwayne Johnson endlich mal wieder in einer Actionrolle sehen zu dürfen …

Meine Wertung: 5/10

So schlimm wie erwartet: “Rock It!”

Mein Leben mit einer weiblichen Person zu teilen, hat viele Vorteile: Mein Essen besteht nicht mehr ausschließlich aus Fertiggerichten, meine Nachbarn beäugen mich nicht mehr wie einen potenziellen Kinderschänder, mein linker Arm erholt sich langsam von meinem Singledasein und, jetzt wird es interessant, ich werde dazu motiviert, mal wieder eine Review zu schreiben. Übersetzt bedeutet das: Meine First Lady möchte im Wohnzimmer in Ruhe “Tomb Raider” spielen und ich soll mich anderweitig beschäftigen. Also mache ich das. Mit dem grandios-dämlichen “Rock It!”.

Worum geht’s

Die 15-jährige Julia (Emilia Schüle) steht kurz davor, in dem angesehenen Amadeus-Musikinternat aufgenommen zu werden und damit eine Kariere als Pianistin zu beginnen. Als sie mit ihrer Zimmernachbarin Francesca (Maria Ehrich) einen Ausflug in die Stadt unternimmt, trifft sie auf den sympathischen Nick (Daniel Axt) und dessen Band “Rock It!”. Als diese einen neuen Keyboarder benötigt, verkleidet Julia sich als Rock-Girl und tritt der Band bei. Schon bald steht sie zwischen der lockeren Welt des Rock und der spießigen Welt der Klassik …

Meine Meinung

Bereits der Trailer ließ vermuten, dass es sich bei “Rock It” um den allergrößten Müll made in Germany handeln würde. Und so ist es dann auch gekommen. Um auf der Erfolgswelle eines “High School Musical” mitzuschwimmen, genügt es halt nicht, ein paar Teenies singen und tanzen zu lassen. Während die Darsteller im “High School Musical” durchaus Talent vorweisen können, die Lieder zwar keine musikalischen Glanzstücke, aber dennoch nett anzuhören sind und die Tanzszenen gut choreografiert wurden und sich harmonisch in den Film einbetten, herrscht bei “Rock It!” der pure Dilettantismus.

Die Darsteller reichen von “hübsch, aber beliebig” (Emilia Schüle) über “sympathisch, aber talentfrei” (Daniel Axt) bis hin zu “nervig und vollkommen fehlbesetzt” (Petra Nadolny, Markus Maria Profitlich). Die Lieder bewegen sich auf dem musikalischen Niveau eines Dieter Bohlen im Grundschulalter, noch bevor er der englischen Sprache mächtig wurde. Und die Tanzszenen verfügen über eine Choreografie, die vermuten lässt, dass diese der örtlichen Kindergartengruppe gestohlen wurde. Ganz zu schweigen davon, dass jede Tanzszene deplatziert und wie ein Fremdkörper im Film wirkt.

Der Humor, so man ihn mit viel gutem Willen als solchen bezeichnen möchte, bewegt sich auf demselben niedrigen Niveau. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt, aber ein bebrillter Nerd mit fettigen Haaren, der Kakao ins Gesicht bekommt und ein Hausmeister, der Buchstaben und Sätze verdreht, treiben mir nicht mal ein Grinsen ins Gesicht. Lediglich ein Hardrocker, der sich selbst für zu soft hält und dessen Auftritt man als Hommage an David Hasselhoffs Rolle in “Zärtliche Chaoten 2” verstehen könnte (wobei ich bezweifle, dass dies in der Absicht der Macher lag), ließ mich kurz schmunzeln.

Dass Julia sich am Ende des Films für die Rockmusik und ihren Nick entscheidet und dennoch allen Figuren die Sonne aus dem Allerwertesten scheint, ist selbstverständlich. Und damit auch die zurückgebliebenste Teenager-Hupfdohle die Botschaft des Films versteht, wird im großen Finale noch mal verbal darauf hingewiesen, dass man immer das tun sollte, was das Herz einem sagt. Zu blöd, dass die Herzen der Beteiligten bei diesem Film so dermaßen daneben lagen …

Mein Fazit

Peinlicher und vollkommen missglückter Versuch, aus dem US-Vorbild “High School Musical” Kapital zu schlagen. Mehr gibt es zu diesem Schund wahrlich nicht zu sagen.

Mein Wertung: 2/10