Im Kino gesehen: Der Fluch der zwei Schwestern

Viel zu selten kommt es vor, dass ich im Kino sitze und einfach nur denke “Sehr schön, solche Filme sollten häufiger auf der großen Leinwand zu sehen sein.”. Wieso, warum und weshalb “Der Fluch der zwei Schwestern” solch ein seltener Film ist, lest ihr in der folgenden Review – und ja, ich weiß, dass meine Einleitungen sonst länger ausfällen, aber mir ist heute einfach viel zu heiß, um diesen Text künstlich mit Inhalten aufzublähen, die mit dem eigentlichen Film nicht im geringsten Zusammenhang stehen. Oops! … I did it again …

Worum geht’s

Knapp ein Jahr ist es her, dass Anna (Emily Browning) ihre Mutter bei einem Feuer verloren hat. Um das durch den Unfall verursachte Trauma zu verarbeiten, ließ Anna sich nach dem tragischen Ereignis in einer Nervenheilanstalt behandeln. Nach erfolgreicher Therapie entlassen und wieder zu Hause angekommen, muss Anna erfahren, dass ihr Vater Steven (David Strathairn) inzwischen mit Rachel (Elizabeth Banks), der ehemaligen Pflegerin ihrer Mutter liiert ist. Als Anna von Visionen ihrer toten Mutter und fremden toten Kindern heimgesucht wird, deren Zeichen auf Rachel deuten, beginnt sie, zusammen mit ihrer älteren Schwester Alex (Arielle Kebbel) Nachforschungen anzustellen – und findet heraus, dass Rachel nicht die ist, die sie vorgibt zu sein …

Meine Meinung

Bevor ich meine Meinung zum Besten gebe, sollte ich anmerken, dass ich das Original “A Tale Of Two Sisters” nicht kenne und dementsprechend auch keine Vergleiche anstellen kann. Ich verspreche, diese Bildungslücke schnellstmöglich zu schließen – Ehrenwort! Warum? Weil mir “Der Fluch der zwei Schwestern” ausgesprochen gut gefallen hat und ich sehr gespannt darauf bin, ob es sich wie schon bei “The Ring” um ein Remake handelt, das mir besser als das Original gefällt.

Doch nun endlich zum Film an sich: Altmodisch. Das war der erste Gedanke, der mir im Kino durch den Kopf schoss. Und dieser Gedanke zog sich durch den ganzen Film. Zum Glück, denn genau jene altmodische Inszenierung ist es, die derzeit im Kino viel zu selten zum Tragen kommt. Statt auf Effekte setzt der Film auf alltägliche Dinge und beweist, dass bereits ein umkippender Müllsack und eine unter einen Schrank rollende Dose ausreichen, um Spannung zu erzeugen, während die unheimliche Atmosphäre fast ausschließlich aus dem gekonnten Spiel mit Licht und Schatten erzeugt wird.

Dass von den Geistern, deren Auftritte zwar nur kurz, dafür aber inszenatorisch äußerst gelungen sind, keine Gefahr für die Hauptfigur ausgeht und diese nur als Warnung zu verstehen sind, ist von Anfang an klar. Ähnlich wie in “Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt” sind es die Lebenden, von denen die eigentliche Bedrohung ausgeht. Und so verstehe ich den Film auch weniger als Horrorfilm, sondern vielmehr als einen Thriller, der seine Spannung aus der Frage bezieht, welches Geheimnis die undurchsichtige Rachel zu verbergen versucht, welche Pläne sie verfolgt und was sie zu tun bereit ist, um ihr Ziel zu erreichen. Die von Rachel ausgehende Bedrohung steigt während der Ermittlungen der Schwestern stetig an und gipfelt in einem Finale … über das ich an dieser Stelle nicht das Geringste schreiben möchte.

Die Darsteller leisten durch die Bank weg solide bis sehr gute Arbeit. David Strathairn wirkt ein wenig unterfordert, doch ist dies seiner nicht allzu großen Rolle geschuldet. Arielle Kebbel darf hauptsächlich rumzicken und gut aussehen, was natürlich nicht viel, dafür aber immerhin hübsch anzuschauen ist. Viel wichtiger ist jedoch das Zusammenspiel von Emily Browning und der herrlich gegen ihr niedliches Image besetzten Elizabeth Banks, welches hervorragend funktioniert. Vor allem Banks überzeugt als mysteriöse Frau mit dunkler Vergangenheit und empfiehlt sich durchaus für weitere Rollen dieser Art.

Mein Fazit

Altmodisch und ohne großer Effekte inszenierter Gruselthriller, von dessen Spannung und Atmosphäre sich so einige Filme ein paar Scheiben abschneiden könnten. Kein Film für die MTV-Generation, aber ein gutes Beispiel dafür, dass die Kraft manchmal halt doch in der Ruhe liegt.

Meine Wertung: 8/10

Im Kino gesehen: Illuminati

illuminati_plakat Nach dem doch eher durchwachsenen “The Da Vinci Code – Sakrileg” hielt sich meine Vorfreude auf “Illuminati” stark in Grenzen. Zu langatmig und spannungsarm war der Vorgänger – und zu gering meine Hoffnung, dass Regisseur Ron Howard diesmal alles besser machen würde. Ob mein Pessimismus berechtigt war oder nicht, erfahrt ihr … hier und jetzt.

Worum geht’s

Der Papst ist tot. Während die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle das Konklave abhalten, um ein neues Kirchenoberhaupt zu wählen, werden die vier aussichtsreichsten Kandidaten entführt. Der Geheimbund der Illuminaten droht damit, ab 20 Uhr jede volle Stunde einen der Kardinäle hinzurichten – und um Mitternacht mit einer gestohlenen Bombe aus Antimaterie den gesamten Vatikan auszulöschen. Da die Zeit knapp ist, wird Professor Robert Langdon (Tom Hanks) zu dem Fall hinzugezogen. Mit seiner Hilfe soll es gelingen, die geheimen Zeichen der Illuminati zu entschlüsseln und die Kardinäle sowie den Vatikan zu retten …

illuminati_1 Meine Meinung

Eine nach Rache dürstende Organisation, ein drohender Anschlag katastrophalen Ausmaßes und ungeheurer Zeitdruck – nein, wir haben es hier nicht mit der neuen Staffel von “24” zu tun. Was äußerst bedauerlich ist, denn mit Jack Bauer (und einem fähigen Regisseur) wäre der Film vermutlich um einiges interessanter ausgefallen.

Unglaublich aber wahr: Regisseur Ron Howard hat nichts, aber wirklich gar nichts dazugelernt. Auch bei seinem zweiten Versuch schafft er es nicht mal ansatzweise, einen spannenden Thriller zu erzeugen und den Zeitdruck sowie die wachsende Bedrohung auf das Publikum zu übertragen. Nach stets gleichem Muster “hetzen” die Protagonisten von Tatort zu Tatort, kommen dabei selbstverständlich stets einen Moment zu spät, nur um sich nach Begutachtung der Leiche dem nächsten Hinweis zu widmen, den Professor Langdon binnen Sekunden entschlüsselt. Wie schon “The Da Vinci Code – Sakrileg” ist auch “Illuminati” eine spannungsarme und stets vorhersehbare Schnitzeljagd. Optisch und akustisch erneut ansprechend in Szene gesetzt, aber das war’s auch schon mit den positiven Merkmalen.

illuminati_2 Dass mir der Film dennoch knapp besser gefallen hat als der Vorgänger, freilich ohne wirklich besser zu sein, liegt einzig und allein an der in meinen Augen interessanteren Geschichte. Auch wenn diese natürlich erneut hanebüchener Unsinn ist, keiner Logikprüfung standhält und mit Zufällen aufwartet, die jenseits von Gut und Böse sind.

Mein Fazit

Wer “The Da Vinci Code – Sakrileg” mochte, wird vermutlich auch an “Illuminati” Gefallen finden. Und wirklich schlecht ist der Film ja auch nicht. Nur halt auch nicht gut, sondern erneut erschreckend durchschnittlich. Ron Howard ist einfach kein Spannungsregisseur – und Tom Hanks ist nicht Jack Bauer …

Meine Wertung: 5/10

Im Kino gesehen: 96 Hours

Als Fan handgemachter Actionfilme hat man es heutzutage nicht leicht. Sicherlich, es kracht im Kino an allen Ecken und Enden, aber auch wenn Filme wie “Transporter 3” durchaus unterhalten, so sind sie doch zu überzogen, um vollends überzeugen zu können. Und gibt es mal einen Film, der mit “realistischer” Action zu punkten weiß, dann ist er wie der letzte Bond-Auftritt so verwackelt und schnell geschnitten, dass man davon wenig bis gar nichts sieht. Doch immer dann, wenn man glaubt, dass altmodische Actionkino sei tot, kommt ein Film daher, der die Hoffnung wieder aufkeimen lässt …

Worum geht’s

Ex-Agent Bryan Mills (Liam Neeson) hat seinen Job an den Nagel gehängt, um mehr Zeit mit seiner Tochter Kim (Maggie Grace) verbringen zu können. Als diese mit einer Freundin nach Paris reisen möchte, hat Bryan zwar Bedenken, willigt aber auf Drängen seiner Ex-Frau Lenore (Famke Janssen) ein. Kaum in der Pariser Wohnung angekommen, dringen Unbekannte ein und entführen die beiden Mädchen. Bryan, der in diesem Moment zufällig gerade mit seiner Tochter telefoniert, hat für die Entführer nur wenige Worte übrig:

“Ich weiß nicht, wer Sie sind. Ich weiß nicht, was Sie wollen. Falls Sie auf Lösegeld aus sind, kann ich Ihnen versichern, ich habe kein Geld. Aber was ich habe, sind ganz besondere Fähigkeiten. Fähigkeiten, die ich mir im Laufe einer langen Karriere angeeignet habe. Fähigkeiten, durch die ich für Typen wie Sie zum Albtraum werde. Wenn Sie meine Tochter jetzt frei lassen, ist die Sache erledigt. Aber wenn nicht, werde ich Sie jagen. Ich werde Sie aufspüren. Und ich werde Sie töten.”

 Meine Meinung

Wer nach dem höchst atmosphärischen Trailer einen typischen Entführungsthriller erwartet, dürfte im Kino eine Überraschung erleben. Nach einer kurzen Einführung, in der ganz nebenbei klargestellt wird, dass mit Liam Neesons Charakter nicht zu spaßen ist, entpuppt sich “96 Hours” schnell als harter Actionfilm im Stil der 80er-Jahre. Im Endeffekt ist “Taken”, so der wesentlich bessere Originaltitel, ein “Phantom Kommando” ohne den übertriebenen Humor und ohne großkalibrige Waffen.

“Erkennst du mich nicht? Wir haben vorgestern telefoniert. Ich sagte doch, ich würde dich finden.”

Jack Bauer wäre stolz auf Bryan Mills. Nicht nur, dass beide ihre Töchter Kim genannt haben (ein Zufall?), beide sind ähnlich kompromisslos bei der Wahl ihrer Mittel, wenn es darum geht, einen geliebten Menschen zu befreien. Und so foltert und tötet Liam Neeson sich durch die Pariser Unterwelt, dass es eine Wonne ist. Die Folterszenen werden sicherlich dem einen oder anderen Zuschauer sauer aufstoßen, doch passen sie perfekt zu Neesons Charakter, der seine Tochter über alles liebt und bereit ist, für ihr Leben jegliche Grenzen zu überschreiten.

“Ich glaube dir. Aber das wird dich auch nicht retten.”

Kommen wir zum wichtigsten Punkt eines Actionfilms: Der Action. Von einer Verfolgungsjagd abgesehen, dominieren Schießereien und vor allem zahlreiche Handgemenge den Film. Letzte sind auf Effektivität und nicht auf Stil ausgelegt. Die Gegner werden schnell und direkt ausgeschaltet, lediglich im Finale gibt es einen längeren Kampf zu bewundern. Doch egal ob kurz oder lang, alle Kämpfe sind hervorragend choreografiert und in ihrer brutalen Direktheit wunderschön anzusehen. Und dank der im Vergleich zu anderen modernen Actionfilmen relativ ruhigen Kameraführung kann man ihnen sogar folgen. Zwar wackelt es auch in “96 Hours” ein wenig und auch der eine oder andere schnelle Schnitt ist auszumachen, doch hält sich dies stets im Rahmen, so dass die Übersicht nicht darunter leidet.

Zu den Darstellern lässt sich nur sagen, dass “96 Hours” durch und durch eine Liam-Neeson-One-Man-Show ist. Der Film lebt von seiner Wut, seiner Entschlossenheit und seiner Präsenz. Und wieder einmal wurde mir beim Schauen schmerzlich bewusst, dass Neeson viel zu selten auf der Leinwand zu sehen ist. Alle anderen Darsteller fallen weder positiv noch negativ auf, sind aber auch zu selten auf der Leinwand, um auftrumpfen oder versagen zu können.

Mein Fazit

Herrlich altmodischer Actionfilm, bei dem sowohl die minimalistische Alibistory als auch die harten und kompromisslosen Actionszenen an die guten alten 80er erinnern. Bitte mehr davon!

Meine Wertung: 9/10

Im Kino gesehen: Freitag der 13. (2009)

Da soll mal jemand behaupten, ich würde mich nicht anständig auf meine Kinobesuche vorbereiten: Eine Woche vor dem Start des "Freitag der 13."-Remakes habe ich mir zwecks Auffrischung sämtliche Vorgänger angeschaut – und wieder einmal festgestellt, dass ich die Verehrung des Originals aus dem Jahr 1980 in keinster Weise nachvollziehen kann. Ob mir das Remake besser gefällt als das Original, klärt der folgende Text.

Worum geht’s

Nachdem Jason Voorhees als Kind scheinbar im Crystal Lake ertrank, nahm seine Mutter blutige Rache und tötete die ihrer Meinung nach verantwortlichen Betreuer. Die letzte Überlebende schaffte es schließlich, Pamela Voorhees in einem Kampf auf Leben und Tod den Kopf abzuschlagen und den Horror zu beenden.
Dass Jason entgegen des offiziellen Berichts noch lebt, muss 29 Jahre später eine Gruppe Jugendlicher auf schmerzhafte Weise erfahren, als sie während eines Campingausflugs von dem Einsiedler brutal massakriert wird. Unter den offiziell als vermisst Geltenden befindet sich auch Clays (Jared Padalecki) Schwester Whitney (Amanda Righetti). Während Clay den Bereich rund um den Crystal Lake nach seiner Schwester absucht, trifft er auf Jenna (Danielle Panabaker) und deren Freunde, die in der elterlichen Waldhütte von Jennas Freund Trent (Travis Van Winkle) ein Wochenende voller Spaß, Sex und Drogen genießen wollen. Doch Jason hat für die Gruppe andere Pläne …

Meine Meinung

Auch wenn mich die Fans des Originals dafür hassen werden: Ich finde den 80er Freitag langweilig. Von Anfang bis Ende. Dasselbe gilt für Teil zwei und drei. Beim vierten Teil gefallen zumindest die letzten 15 Minuten, der fünfte ist dann schon wieder nicht der Rede wert. Ab dem sechsten Teil wird es dann endlich unterhaltsam, was nicht zuletzt daran liegt, dass Jason nun endlich (offiziell) als Untoter durch die Gegend stapfen darf und die Reihe mehr und mehr Selbstironie beweist. So viel zu meiner grundsätzlichen Einstellung gegenüber Jason.

Doch wie schlägt sich das Remake im Vergleich zum Original? Besser. Aber immer noch nicht gut. Die Neuinterpretation entpuppt sich als eine Zusammenfassung der ersten vier Teile, bügelt zahlreiche Schwächen aus, leistet sich dafür aber auch einige neue.

Der Anfang des Films ist wirklich toll gelungen. In einer optisch wie atmosphärisch hervorragend gefilmten Zusammenfassung werden die groben Geschehnisse des ersten Teils erzählt. Für Fans eine schöne Sache, für Neueinsteiger unter Umständen ein wenig verwirrend. Unmittelbar danach wird die erste Gruppe Jugendlicher eingeführt – und ebenso schnell auf brutalste Art von der Leinwand geschnetzelt. Nach geschätzten 20 Minuten erscheint der Titel des Films und die eigentliche Geschichte beginnt. Ein grandioser Anfang, der Lust auf mehr macht. Doch leider kann der Film diese Qualität nicht halten.

War die erste Gruppe Jugendlicher auf ihre spezielle Art durchaus sympathisch, besteht die zweite Gruppe, von Clay und Jenna abgesehen, ausschließlich aus unsympathischen Vollpfosten. Zugegeben, aus unsympathischen Vollpfosten mit teilweise schönen Brüsten, aber aus unsympathischen Vollpfosten. Ich weiß sehr wohl, dass die Jugendlichen in den Freitag-Filmen noch nie für ihren Intellekt berühmt waren, aber für einen Neuanfang der Serie hätte ich mir dann doch ein wenig mehr als reines Machetenfutter, dessen Leben sich anscheinend ausschließlich um Sex und Drogen dreht, gewünscht. Zumal die ständigen Zoten der Figuren nach einiger Zeit zu nerven beginnen.

Dass trotz der belanglosen bis unsympathischen Figuren keine Langeweile aufkommt, verdankt der Film seinem erfreulich hohen Tempo. Irgendwer wird garantiert immer gerade irgendwo gejagt oder getötet. Die Morde sind zwar nicht unbedingt originell, dafür aber erstaunlich direkt. Hier wird nicht lange gespielt, das Opfer wird erfasst und erlegt. Der Blutfaktor stimmt, nur die Bedrohlichkeit, die von Jason eigentlich ausgehen sollte, will sich nicht so recht einstellen. Den Terror aus dem Prolog, in dem eines des Opfer mit ansehen muss, wie dessen Freundin bei lebendigem Leib verbrennt, erreicht der Film leider kein zweites Mal. Lediglich eine Szene, in der ein Opfer aus dem Fenster schaut und Jason darüber steht, erzeugte bei mir jenes mulmige Gefühl, das ich mir für den gesamten Film gewünscht hätte. Sehr bedauerlich ist auch, dass das Finale so schnell abgespult wird, als hätten die Macher plötzlich gemerkt, dass sie schon fünf Minuten über ihrer angepeilten Laufzeit liegen. Da wäre definitiv mehr drin gewesen.

Trotz dieser Schwächen ist “Freitag der 13.” ein grundsolider Slasher und beinhaltet alles, was zu einem anständigen Jason-Film gehört: Sex, Alkohol, Drogen, viele Opfer, noch mehr Brüste und jede Menge Kunstblut. Slasher- und Jason-Fans dürfen durchaus zufrieden sein.

Mein Fazit

Größtenteils gelungenes Remake, welches das Original hinter sich lässt, jedoch nicht die Klasse des ebenfalls von Marcus Nispel inszenierten “The Texas Chainsaw Massacre” erreicht.

Meine Wertung: 6/10

Im Kino gesehen: Kurzer Prozess – Righteous Kill

Kurzer ProzessAl Pacino. Robert De Niro. Namen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Oder sagen wir lieber: Namen, die einem vor einigen Jahren das Wasser um Mund zusammenlaufen ließen. Schaut man sich die letzten Projekte der beiden einstigen Leinwandgötter an, scheint ihre große Ära vorbei zu sein. Ob ein gemeinsamer Auftritt Erinnerungen an ihre glorreiche Vergangenheit weckt?

Worum geht’s?

Turk (Robert De Niro) und Rooster (Al Pacino) arbeiten seit Jahren gemeinsam bei der Polizei und verhalten sich ihrem Partner gegenüber selbst in zweifelhaften Situationen stets loyal. Als ein Killer anfängt, Kriminelle zu töten, die gerichtlich nicht zu belangen sind, übernehmen die beiden zusammen mit Det. Ted Riley (Donnie Wahlberg) und Det. Simon Perez (John Leguizamo) den Fall. Schon bald verdichten sich die Hinweise, dass ein Polizist der Serienkiller ist. Und alle Indizien deuten auf Turk hin …

Meine Meinung

Womit fange ich bloß an. Mit der Geschichte, die zwar durchaus über interessante Ansätze verfügt, aber so träge inszeniert wurde, dass keinerlei Spannung aufkommen möchte? Oder mit Pacino und De Niro, die so müde und lustlos wirken, als wüssten sie selbst, dass ihre große Zeit vorbei ist? Ich glaube, ich fange mit der Geschichte an:

Al Pacino, Robert De NiroEine Mischung aus Thriller und Drama über Polizisten, die einen Serienkiller jagen, der aus den eigenen Reihen zu kommen scheint, nur Kriminelle tötet und dadurch bei der Bevölkerung nicht ausschließlich auf Ablehnung stößt. Ein Film über Polizisten, die seit Jahren befreundet sind und dennoch gegeneinander ermitteln müssen. Freundschaft, Vertrauen, Loyalität, Moral – es hätte alles so schön werden können. Doch Regisseur Jon Avnet versteht es nicht, diese Zutaten zu nutzen, um einen spannenden Film zu schaffen. Oder zumindest einen interessanten Film. Die Geschichte plätschert zäh und vorhersehbar vor sich hin und hält den Zuschauer gerade genug bei der Stange, dass dieser nicht einschläft. Egal ob als Thriller oder als Drama, über’s Mittelmaß kommt “Kurzer Prozess” dank fehlender Spannungskurve und oberflächlicher Charakterisierung nicht hinaus.

Kurzer ProzessOffensichtlich haben das auch Al Pacino und Robert De Niro gemerkt. Anders lässt sich ihr Auftritt nämlich schon fast nicht mehr erklären. Demotiviert wirkend schleppen sie sich durch’s Bild, blicken müde in die Kamera und erwecken den Anschein, als hätten sie diesen Film nur gedreht, um die Rentenkasse ein wenig zu füllen. In seltenen Momenten blitz zwar ein wenig Schauspielkunst auf, aber von zwei Darstellern dieses Kalibers hätte man wesentlich mehr erwarten dürfen. Immerhin kommen die soliden (und durchaus prominenten) Nebendarsteller Carla Gugino, Donnie Wahlberg, John Leguizamo und Brian Dennehy dadurch nicht in die Verlegenheit, sich mit Pacino und De Niro messen lassen zu müssen.

Mein Fazit

“Kurzer Prozess – Righteous Kill” ist eine lediglich durchschnittliche Mischung aus Thriller und Drama, dessen große Namen weit mehr versprechen, als der Film tatsächlich halten kann. Nicht wirklich schlecht, aber dennoch eine Enttäuschung.

Meine Wertung: 5/10


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