Nachdem Bryan Singer das X-Men-Ruder zu Gunsten seines Wunschprojektes „Superman Returns“ abgab und nach mehreren Komplikationen Brett Ratner verpflichtet wurde, waren die Zweifel der Fangemeinde groß, hatte Singer doch mit „X-Men“ und „X-2“ zwei der bislang besten Comicverfilmungen abgeliefert. Dass diese Zweifel zum Glück unbegründet waren, ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Ratner praktisch keine Vorbereitungszeit für „X-Men – Der letzte Widerstand“ hatte.

Worum geht’s?

Die Integration der Mutanten schreitet voran: Dank Aufklärungsarbeit und einer wohlgesonnenen Regierung langsam akzeptiert, gehen die Mutanten ihrem Alltag nach. Doch liegt bereits ein dunkler Schatten über dem Frieden: Der Vater eines Mutanten hat von seinen Wissenschaftlern ein Mittel erfinden lassen, welches das X-Gen unterdrückt und somit aus Mutanten „normale“ Menschen macht. Aus, nicht ganz unbegründeter, Angst, die Regierung könnte dies Mittel als Waffe gegen Mutanten einsetzen, scharrt Magneto unzählige Gleichdenkende um sich und startet, unterstützt von Jean Grey, deren dunkle Seite durch den Vorfall im Vorgänger freigelegt wurde, einen letzten großen Angriff…

Auch wenn „X-Men – Der letzte Widerstand“ nicht an den großartigen ersten Teil rankommt, muss ich zugeben, dass er mir besser gefallen hat als „X-2“: Die Entwicklung von Jean Grey zu Phoenix, der (teils unerwartete) Verlust zahlreicher Protagonisten und nicht zuletzt die Frage, ob es moralisch vertretbar ist, Menschen, die anders sind, mittels eines Medikamentes der Norm anzupassen, heben den Film weit über den Comic-Durchschnitt.

Die Spezialeffekte, in einer Comicverfilmung durchaus ein wichtiger Punkt, sind wie bereits in den Vorgängern hervorragend und passen sich perfekt in den Film ein. Vorallem des letzte Drittel strotzt förmlich vor Effekte, welche zwar nicht immer einen Sinn ergeben (wozu eine ganze Brücke schweben lassen, wenn man den Transport auch einfacher hätte bewerkstelligen können?), aber immerhin sehr schön anzusehen sind.

Viele Schwachpunkte lassen sich nicht finden: Von der Musik, die nicht einmal ansatzweise an den Score der Vorgänger rankommt, einmal abgesehen, ist mir lediglich ein unnötiger Fehler negativ aufgefallen, den ich seit den Filmen von Ed Wood nicht mehr gesehen habe: Ein abrupter Wechsel von Tag bzw. Dämmerung auf eine tiefschwarze Nacht. In einem Blockbuster sollte so etwas eigentlich nicht vorkommen…

Fazit: Für Comic-Liebhaber und besonders für Fans der X-Men ein absolutes Muss. Und noch ein kleiner Tip von mir: Beim Abspann nicht gleich aufstehen… 😉

Wertung: 9/10

%d Bloggern gefällt das: