CSK* 16 gem. EÖSchG**
Die folgende Review ist für Personen über 16 Jahren nicht geeignet.

Nach dem technischen Desaster der letzten Tage, das bestätigt hat, dass regelmäßige Backups eine feine Sache sind, gilt es nun, sich wieder dem Ernst des Lebens zu widmen. Und was spiegelt den Ernst des Lebens besser wider, als ein Film, der vom Ficken (=> von der körperlichen Liebe zwischen Mann und Frau) handelt.

Worum geht’s

Die drei Außenseiter Evan (herrlich sensibel: Michael Cera), Seth (herrlich obszön: Jonah Hill) und Fogell (herrlich freakig: Christopher Mintz-Plasse) stehen kurz vor ihrem Schulabschluss. Und davor, die Schule als männliche Jungfrauen zu verlassen. Als Seth von seiner heimlichen Flamme Jules (Emma Stone) zu deren Party eingeladen wird, wittern die drei ihre große Chance: Party + Alkohol = Sex! Doch der Weg zum Alkohol, zur Party und zum Sex ist mit zahlreichen Hindernissen wie einem Überfall, der Polizei und einer menstruierenden Schlampe (=> Dame mit Frauenproblemen) gepflastert…

Meine Meinung

Habt ihr auch schon mal einen Film gesehen, für den man sich ob seines Niveaus eigentlich in Grund und Boden schämen müsste, den man aber dennoch irgendwie mag? Sicher habt ihr das. Aber habt ihr auch schon mal einen Film gesehen, für den man sich ob seines Niveaus eigentlich in Grund und Boden schämen müsste, der aber mit so viel Charme und Herz erzählt wird, dass man all die Obszönitäten, schlüpfrigen Peinlichkeiten und derben Dialoge einfach nur noch liebenswert findet? „Superbad“ ist solch ein Film.

Bereits die ersten Minuten machen deutlich, aus welcher Richtung der Wind weht. Hier wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, die Dinge werden beim Namen genannt. Es geht um Titten (=> Brüste), Muschis (=> Vaginas), Schwänze (=> Penisse) und natürlich ums Ficken (=> den Beischlaf ausüben). Wer sich jetzt schockiert über meine Ausdrucksweise beschweren möchte: Ich zitiere lediglich den O-Ton des Films. Tut mir leid. Dass solch eine gnadenlos-direkte Ausdrucksweise für zahlreiche Lacher sorgt, ist keine Selbstverständlichkeit. Zu leicht hätte der Film in einem peinlichen (Verbal)Erguss enden können. Doch die Macher verstehen ihr Handwerk: Ja, die Dialoge sind obszön. Aber sie sind auch geschliffen und treffsicher.

Ebenso treffsicher wie die Dialoge ist auch der restliche Humor des Films. Egal ob es die Bekanntschaft mit zwei durchgeknallten Polizisten oder der unappetitliche Kontakt mit Menstruationsblut ist, es gibt viel zu lachen. Leider schleicht sich mit Beginn des zweiten Drittels die eine oder andere Länge in „Superbad“ ein. Doch wie heißt es so schön: Nobody is perfect.

Wer nun dazu neigt, den Film auf seine Obszönitäten und die Situationskomik zu beschränken, tut ihm Unrecht. Wie auch „Beim ersten Mal“ erhält der Film seine Klasse durch die leisen Zwischentöne. Durch die Unsicherheit der Protagonisten. Durch das Verständnis für die Probleme Jugendlicher. Und durch ein Ende, das zeigt, dass Werte wie Freundschaft und Respekt auch (oder gerade) in der heutigen Zeit noch gelebt werden sollten.

Mein Fazit

„Superbad“ ist eine ungewohnt obszöne Teenie-Komödie, die mit geschliffenen Dialogen, gelungener Situationskomik, tollen Hauptdarstellern und vorallem viel Charme und Herz punkten kann. Ein Film für alle, die krampfhaft auf ihren ersten Fick (=> ihr erstes Mal) hinarbeiten oder jemals darauf hinarbeiten mussten.

Meine Wertung: 9/10

* CineKies Selbstkontrolle
** Gesetz zum Schutze der Erwachsenen in der Öffentlichkeit

=> Übersetzung für Spießer anständige Menschen

%d Bloggern gefällt das: