Auch wenn viele Kinogänger über die ausufernde Gewaltdarstellung in Filmen wie „Saw III“ und „Hostel: Teil 2“ fluchen, so haben solche Filme doch auch etwas positives bewirkt, nämlich dass wir Filme, die mehr auf Suspense und Atmosphäre setzen, wieder mehr zu schätzen wissen. Neben dem herrlich altmodischen Grusler „Zimmer 1408“ buhlt auch „Der Eisige Tod“ um die Gunst des vom Terrorfilm gelangweilten Publikums.

Worum geht’s

Weihnachtszeit. Eine Studentin (Emily Blunt) möchte ihre Familie besuchen und geht dafür eine Fahrgemeinschaft mit einem Kommilitonen (Ashton Holmes) ein. Während der Fahrt muss sie feststellen, dass dieser wesentlich mehr über sie zu wissen scheint, als er vorgibt. Als er von der bekannten Route auf eine abgelegene Landstraße wechselt, werden die beiden in einen Unfall verwickelt und bleiben mit dem Wagen im tiefen Schnee stecken. Während die Studentin mehr und mehr an einem Zufall zweifelt, erscheinen die ersten Fremden auf der Straße…

Meine Meinung

„Wind Chill“, so der Originaltitel, ist ein raffiniertes kleines Filmchen, das geschickt mit den Ängsten des Publikums spielt. Wem wäre nicht mulmig zumute, würde er mit einem Fremden, der offensichtlich etwas zu verbergen hat, auf einer einsamen, verschneiten Straße festsitzen? Geht das erste Drittel noch als Thriller durch, bei dem man sich als Zuschauer fragt, was der Student seiner Mitfahrerin verheimlicht, bekommt der Film mit dem Eintreffen der Fremden eine neue Richtung und entwickelt sich zu einem reinrassigen Gruselfilm. Da ich nicht zu viel von der (ohnehin recht bekannten) Geschichte verraten möchte, beschränke ich mich darauf, dass die Masken der Geister sowie die Effekte gut gelungen sind und Regisseur Gregory Jacobs das Bestmögliche aus dem doch recht beschränkten Grundgerüst der ruhelosen Seelen herausgeholt hat.

„Der Eisige Tod“ bietet mit Emily Blunt („Der Teufel trägt Prada“) und Ashton Holmes („A History Of Violence“) zwei ebenso talentierte wie sympathische Jungdarsteller, dank des doch recht unverbrauchten Szenarios eine gelungene Atmosphäre und eine langsam anziehende Spannungskurve – eigentlich alles, was einen guten Gruselfilm ausmacht. Eigentlich. Was ihm leider fehlt, und den Filmgenuss deutlich schmälert, ist ein angemessenes Finale. Dieses wird ebenso schnell wie unspektakulär abgearbeitet und hinterlässt einen gehetzten Eindruck. Es wirkt fast so, als hätten die Macher eine bestimmte Laufzeit nicht überschreiten dürfen und deswegen den Film schnell zu einem Schluss bringen müssen. Nach dem, was in der vorangegangenen Laufzeit geboten wurde, hätte ich ein bißchen mehr erwartet.

Mein Fazit

„Der Eisige Tod“ ist ein durchaus gelungener Gruselfilm, bei dem vorallem die Schauspieler und die Atmosphäre überzeugen können. Die Geschichte ist zwar alles andere als neu, erfüllt aber ihren Zweck, was ich von dem enttäuschenden Finale leider nicht behaupten kann.

Meine Wertung: 6/10

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