Der Mann mit dem Stirnband ist zurück! Doch Sly Stallones vierter Leinwandauftritt als gnadenlose Kampfmaschine steht bei uns unter keinem guten Stern: Zu brutal ist dieser Film für uns Deutsche, so dass er um etliche Szenen erleichtert werden musste. Die Frage, wieso ein Film, der nur für Volljährige freigegeben wird, aus Jugendschutzgründen zensiert werden muss, stelle ich lieber gar nicht erst. Ich möchte ja die Verantwortlichen nicht in Verlegenheit bringen. Die Frage, ob sich der Kinobesuch trotz der Kürzungen lohnt, stelle und beantworte ich jedoch sehr gerne: Ja, er lohnt sich!

Worum geht’s

John Rambo (Sylvester Stallone) lebt zurückgezogen in Thailand, wo er als Skipper auf dem Salween-Fluss arbeitet. Als er von einer Gruppe Missionare darum gebeten wird, sie nach Birma zu fahren, lehnt er zunächst ab, lässt sich später jedoch von der engagierten Sarah (Julie Benz) umstimmen. Zwei Wochen später erfährt John, dass Sarah und ihre Kollegen von ihrer Reise nicht zurückgekehrt sind – und bricht mit einer Söldnertruppe zu einer Rettungsaktion auf …

Meine Meinung

Was haben die Leute gespottet, als Sly Stallone bekannt gab, seine beiden Helden Rocky Balboa und John Rambo noch einmal auf die Leinwand bringen zu wollen – und was habe ich mich gefreut, die Helden meiner Jugend wider Erwarten doch noch auf der Leinwand sehen zu dürfen! Insofern sei mir verziehen, dass die Objektivität bei „John Rambo“ ein wenig zu kurz kommt und ich einfach nur sagen kann: Was für ein Spaß! Was für ein Erlebnis! Selbstverständlich kämpft Sly sich weniger agil durch den Dschungel als noch vor 20 Jahren, doch das trübt das Vergnügen kein bisschen.

Die gebotene Action ist einfach fantastisch und weckt nostalgische Erinnerungen an die guten alten 80er, in denen noch blutig und ohne Augenzwinkern gestorben werden durfte. Körper lösen sich durch Minen in Blutfontänen auf, Köpfe werden von Slys Pfeilen durchbohrt oder mit einem Scharfschützengewehr einfach komplett vom Hals geschossen – und ja: Ich rede hier immer noch von der geschnittenen Version, die trotz aller Kürzungen immer noch brutaler ist als die meisten Actionfilme der letzten Jahre zusammen.

Jenseits der Action, so viel Objektivität muss sein, schwächelt Sly jedoch ein wenig: Die Geschichte ist nicht viel mehr als eine simple Begründung für Rambos Auftritt und die Nebenfiguren sind allesamt erschreckend blass und eindimensional geraten. Andererseits war dies in den 80ern meist auch nicht anders und ist insofern nur konsequent.

Was ich dem Film auf jeden Fall noch ankreiden muss, ist seine geringe Laufzeit: Ohne Abspann läuft der Film lediglich geschätzte 80 und aufgrund seiner Kurzweiligkeit gefühlte 60 Minuten. Ich hätte Rambos Treiben gern noch mindestens 30 Minuten länger zugeschaut – und sei es nur, um die Charaktere besser hätte  kennen lernen zu können.

Mein Fazit

Wer wie ich mit den Actionfilmen der 80er groß geworden ist, dürfte „John Rambo“ lieben und sich auch von der simplen Story und den oberflächlichen Charakteren nicht abschrecken lassen. Hier steht definitiv die harte Old-School-Action im Vordergrund – und die hat es definitiv in sich!

Meine Wertung: 6/10
Meine Wertung für Fans: 8/10

Noch eine abschließende Bemerkung: Ich habe noch nie eine so gute Stimmung im Kino erlebt! Bei praktisch jeder Actionszene wurde gejubelt und geklatscht! Ich danke Sly für diesen tollen Kinoabend!

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