Da wir mit der vierten Staffel von “Prison Break” einfach nicht vorankommen (Gott, hat sich diese Serie miserabel entwickelt), sind meine Freundin und ich vor kurzem ins “Dexter”-Universum eingestiegen. Die ersten drei Folgen hatte ich damals bereits in der Free-TV-Erstausstrahlung gesehen und für gut genug befunden, um die Serie komplett sehen zu wollen. Inzwischen stehen die ersten vier Staffeln in meinem Regal, so dass einem werbefreien Genuss nichts mehr im Wege stand …

Worum geht’s

Dexter Morgan (Michael C. Hall) ist gutaussehend, charmant und ein hervorragender Forensiker des Miami-Metro Police Departments. Niemand ahnt, dass sein freundliches Auftreten nur eine Fassade und Dexter in Wirklichkeit ein Serienkiller ist. Lediglich Dexters verstorbener Adoptivvater Harry hatte seine dunkle Seite rechtzeitig erkannt und Dexter beigebracht, seine tödlichen Triebe zu steuern. Und so tötet Dexter nur die Personen, die es nach Harrys Kodex verdient haben: Mörder, die der Justiz durch die Finger schlüpfen. Eine besondere Herausforderung stellt der so genannte “Kühllaster-Killer” dar, welcher seine Opfer blutleer und in ihre Körperteile zerlegt geradezu künstlerisch hinterlässt und der mit Dexter eine persönliche Schnitzeljagd beginnt …

Meine Meinung

Als Protagonisten einen Serienkiller zu wählen, darf ohne Zweifel als mutig bezeichnet werden. Und diesen Serienkiller so sympathisch erscheinen zu lassen, dass man als Zuschauer mit ihm mitfiebert und ihm seine Taten alles andere als übel nimmt, ist nahezu grandios. Ja, Dexter ist ein Mörder. Aber hey, wenn er schön töten muss, dann doch bitte die Richtigen! Fantastisch, wie die Serienmacher mit unserem Moralverständnis spielen, bis wir selbst nicht mehr zu wissen scheinen, was richtig und was falsch ist.

Als Glücksgriff erweist sich hierbei Dexter-Darsteller Michael C. Hall. Dieser spielt den sympathischen Serienkiller mit genau der richtigen Mischung aus Ernst und Augenzwinkern. Ein Highlight sind hierbei Dexters morbide Gedanken, welche oft von dem abweichen, was er laut aussprechen muss, um sein wahres Ich zu verbergen.

Doch nicht nur Dexter, auch die restlichen Charaktere hatte ich von der ersten Folge an in mein Herz geschlossen. Wobei ich zugeben muss, dass ich Dexters ordinäre Adoptivschwester Debra (Jennifer Carpenter) und seinen pietätlos-versauten Kollege Masuka (C.S. Lee) besonders liebgewonnen habe. Außerdem gibt’s ein Wiedersehen mit Julie Benz (Darla aus “Buffy – Im Bann der Dämonen” und “Angel – Jäger der Finsternis”), welche Dexters emotional gebrochene Alibi-Freundin Rita spielt, die einfach zum in den Arm nehmen niedlich verkorkst ist.

Ihr merkt schon: Die Figuren haben es mir angetan. Und auch die Story hat mich vollends überzeugt. Die Jagd nach dem Kühllaster-Killer ist spannend, bietet mehrere raffinierte Wendungen und gipfelt in einem emotional hoch dramatischen Finale. Ein Vorteil ist dabei sicherlich, dass die Staffel aus lediglich 12 Folgen besteht, so dass die Geschichte äußerst straff erzählt wird. Ein Nachteil ist, dass die Staffel viel zu schnell vorbei ist. Aber zum Glück sollte es ja nicht bei der einen bleiben …

Meine Wertung: 9/10

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