rec3Aller guten Dinge sind drei. Und so habe ich gestern nicht nur “[Rec]” und “[Rec]²”, sondern bei der Gelegenheit auch gleich “[Rec]³ Génesis” geschaut, welcher sich in vielerlei Hinsicht von seinen Vorgängern unterscheidet. Ob der Film dennoch (oder vielleicht auch gerade deswegen) einen Blick wert ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen …

Worum geht’s

Es soll der schönste Tag ihres Lebens werden. Umgeben von ihren Familien und Freunden geben sich Clara (Leticia Dolera) und Koldo (Diego Martín) das Ja-Wort. Alles scheint perfekt. Doch plötzlich stürzt Koldos scheinbar betrunkener Onkel vom Geländer, rappelt sich wieder auf, beißt die ihm zu Hilfe eilende Frau und bespuckt weitere Gäste mit Blut. Innerhalb weniger Minuten sind die meisten Gäste infiziert und machen nun Jagd auf die wenigen Menschen, die sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten …

Meine Meinung

“[Rec]³ Génesis” ist ein deutlicher Schritt weg von den Wurzeln der Serie. Die engen Korridore des Wohnhauses weichen einer weitläufigen Anlage, die bedrohliche Atmosphäre wird durch Humor und deftige Splatterszenen entschärft und nicht zuletzt geht’s auch dem Found-Footage-Stil an den Kragen. Der Film beginnt zwar wie ein typischer Vertreter dieses Genres, doch mit dem Ausbruch der Infektion wird auch die Kamera zerstört und der Film wechselt in die gewohnte Erzählperspektive. Bereits diese Szene lässt erahnen, dass man “[Rec]³ Génesis” im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht allzu ernst nehmen sollte. Und spätestens wenn Koldo sich in einer Ritterrüstung Zombies mit einem Pürierstab entgegenstellt, der Kinderclown Spongejohn (“Ist so ‘ne Urheberrechtssache.”) sich mit einer Schrotflinte verteidigt und die Braut mit einer Kettensäge auf Zombiejagd geht, sollte auch der letzte Zuschauer erkennen, dass es hier nicht ausschließlich um gepflegten Horror, sondern ebenfalls um Spaß geht.

Womit ich keinesfalls sagen möchte, dass es sich bei “[Rec]³ Génesis” um eine Komödie handelt. Auch im dritten Teil der Serie, der, wie ein Fernseher im Hintergrund verrät, zeitgleich zu den Geschehnissen der ersten beiden Teile spielt, gibt es düstere Momente und gelungene Schreckszenen. Allerdings wirken diese durch die konventionelle Inszenierung und die humorigen Einlagen weit weniger verstörend als in den Vorgängern. Dies muss kein Nachteil sein – sofern man mit den richtigen Erwartungen an den Film heran geht. Ob einem die klaustrophobische Inszenierung der Vorgänger oder der humorige Stil des aktuellen Teils besser gefällt, entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Ich für meinen Teil bin froh darüber, dass die Serie sich weiter entwickelt und nicht zum Abklatsch ihrer selbst wird.

Was man dem dritten Teil allerdings vorwerfen kann, ist, dass er die in den Vorgängern erzählte Geschichte nicht voran bringt und eher wie ein eigenständiger Film denn wie ein dazugehöriger Teil der Serie wirkt. Doch vielleicht lässt sich das große Ganze auch erst in dem bereits angekündigten “[Rec] Apocalypse” erkennen …

Mein Fazit

Etwas konventionelle, aber durchweg unterhaltsame Fortsetzung, die außer dem Titel und den Infizierten nur wenig mit den Vorgängern gemeinsam hat und deren Stilbruch beim Publikum sicherlich gemischte Gefühle hinterlassen wird.

Meine Wertung: 7/10

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