Wünscht ihr euch auch manchmal die Zeiten zurück, in denen Actionfilme einfach nur Filme voller Action waren? Mit Helden, so einsilbig wie simpel gestrickt? Und Storys, die für die Handlungen der Figuren wenig bis gar keine Bedeutung hatten? Dann freut euch auf morgen, denn am Donnerstag startet Courtney Solomons Actionfilm „Getaway“ mit Ethan Hawke und Selena Gomez in unseren Kinos. Aber vergesst nicht, eure Ansprüche zu senken und euer Gehirn an der Kinokasse abzugeben. Denn eines ist klar: Wer in diesem Film bremst denkt, verliert!

Worum geht’s

Halsbrecherisch rast der ehemalige Rennfahrer Brent Magna (Ethan Hawke) mit einem gestohlenen Shelby GT500 Super Snake Mustang durch Bulgariens Hauptstadt Sofia und hinterlässt sowohl auf als auch neben der Straße eine Schneise der Verwüstung. Um sich vor der Polizei zu verstecken, sucht Brent in einem Parkhaus Schutz, wo er alsbald von einer jungen Frau (Selena Gomez) überfallen wird. Diese entpuppt sich als Eigentümerin des Autos, welches sie von dem Dieb zurückverlangt. Doch Brent kann ihr das Fahrzeug nicht aushändigen. Ein Unbekannter hat ihn erst vor wenigen Stunden angerufen, zu diesem Fahrzeugt geführt und verlangt seitdem die selbstmörderischen und scheinbar zusammenhanglosen Fahrten von ihm. Und er hat ein Druckmittel, Brents Frau Leanne (Rebecca Budig). Weigert Brent sich, die Aufgaben zu erfüllen, muss Leanne sterben …

Meine Meinung

Ein mysteriöser Schurke, eine scheinbar ausweglose Situation, ein cooles Auto und ein wortkarger Held wider Willen – das sind durchaus Zutaten, aus denen sich richtig feine Actionthriller zaubern lassen. Zutaten, die in diesem Fall leider nur selten sinnvoll eingesetzt werden. Darum mache ich es kurz: „Getaway“ ist eine tolle Auto-Stunt-Demo. Aber auch nicht mehr.

Über die Story des Films sollte man zu keinem, zu wirklich keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise nachdenken. Unrealistische Figuren, konstruierte (freundlich ausgedrückt) und nicht nachvollziehbare Handlungsstränge, nichtssagende Dialoge und zahlreiche Logiklöcher laden dazu ein, den Film nach allen Regeln der Kunst zu zerreißen. Dazu passt hervorragend, dass sowohl Ethan Hawke als auch Selena Gomez mimisch auf Sparflamme laufen und man sich durchaus fragen muss, was genau die beiden wohl dazu bewogen hat, in diesem Film mitzuwirken.

Nein, wenn man ehrlich ist, hat der Film nur eine einzige Existenzberechtigung: seine zahlreichen Stunts. Diese kommen erfreulicherweise komplett ohne CGI aus und beweisen eindrucksvoll, wozu eine gute Stunt-Crew in der Lage ist. Was hier an Verfolgungsjagden und Verkehrsunfällen geboten wird, ist durchaus imposant. Leider ähneln sich die einzelnen Situationen mit zunehmender Laufzeit recht stark, so dass im Verlauf des Film eine Übersättigung und daraus folgend eine Ermüdung stattfindet. Erschwerend kommt noch eine (im Kontext des Film bewusst) billig gehaltene Optik mit unerhört vielen und schnellen Schnitten hinzu, die einerseits Tempo erzeugen, andererseits die gut inszenierte Action zuweilen jedoch nur noch erahnen lassen. Und ich finde fast nichts schlimmer, als im Kino zu sitzen und zu denken „Diese Actionszene wäre bestimmt cool gewesen. Wenn man nur mehr von ihr gesehen hätte.“.

Mein Fazit

Ein Film ohne Sinn und Verstand voller imposanter, handgemachter Stunts. Wer schnelle Autos und noch schnellere Action mag, wird daran Gefallen finden. Allen anderen dürfte „Getaway“ auf Dauer zu eintönig oder schlicht zu dumm sein.

Meine Wertung: 4/10

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