Im Kino gesehen: Veronica Mars

15. MĂ€rz 2014 | Filme und Serien | 7 Kommentare

135,- Dollar. Das ist der Betrag, den ich im Rahmen der Kickstarter-Kampagne beigesteuert habe, um die Privatdetektivin Veronica Mars nach ihrem ungerechtfertigten Serien-Aus ins Kino zu bringen. 194,6 Kilometer. Das ist die Entfernung, die meine (glĂŒcklicherweise von Veronica ebenfalls begeisterte) bessere HĂ€lfte und ich gestern zurĂŒckgelegt haben, um den Film auf der großen Leinwand zu sehen. Ob sich Investition und Fahrt gelohnt haben, erfahrt ihr … ach, was soll’s: Ja verdammt, es hat sich gelohnt! Worum geht’s Vor neun Jahren hat Veronica Mars (Kristen Bell) ihrer Heimatstadt Neptune und damit auch ihrem Leben als Privatdetektivin den RĂŒcken gekehrt und arbeitet nun als AnwĂ€ltin in New York. Als in den Nachrichten gemeldet wird, dass eine ehemalige Klassenkameradin ermordet wurde und Veronicas Exfreund Logan (Jason Dohring) als TatverdĂ€chtiger gilt, reist Veronica nach Neptune, um Logan bei der Wahl eines Verteidigers zu unterstĂŒtzen. Doch Veronica wĂ€re nicht Veronica, wenn sie nicht mit eigenen Ermittlungen beginnen wĂŒrde … Meine Meinung Bevor ihr weiterlest, solltet ihr euch eines klar machen: Ich bin ein Marshmallow. Aus tiefstem Herzen und voller Überzeugung. „Veronica Mars“ gehört fĂŒr mich trotz der im Vergleich zum genialen Auftakt schwĂ€cheren dritten Staffel zu den besten und vermutlich unterschĂ€tzten Serien der letzten Jahren. Was ich euch damit sagen möchte? Ganz einfach: Sofern ihr kein Fan der Serie seid, dĂŒrft ihr meine Begeisterung mit einem LĂ€cheln zur Kenntnis nehmen und von meiner Wertung zum Film zwei bis drei Punkte abziehen. Denn eines ist ganz klar: „Veronica Mars“ ist ein Film fĂŒr Fans. Durch und durch. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass „Veronica Mars“ nur fĂŒr Fans genießbar wĂ€re. Auch Neueinsteiger dĂŒrften mit der sympathischen Hauptfigur ihren Spaß haben. Zugegeben, der Mord an ihrer ehemaligen Klassenkameradin gehört nicht zu Veronicas stĂ€rksten FĂ€llen, stellt aber ein solides, wenn auch nicht sonderlich spannendes Wer-hat’s-warum-getan-RĂ€tsel-dar. Nichts zum NĂ€gel kaufen, aber auch nichts zum Einschlafen. Viel wichtiger als des RĂ€tsels Lösung ist ohnehin der Weg dorthin. Und dieser ist einmal mehr geprĂ€gt von Veronicas SpĂŒrsinn, gewitzten Ermittlungsmethoden nah an der Grenze der LegalitĂ€t (und auch darĂŒber hinaus) und natĂŒrlich zahlreichen bissigen Dialogen gepaart mit sarkastischer Schlagfertigkeit. Nein, um diese kurzweilige Kombination aus Krimi und Komödie genießen zu können, muss man glĂŒcklicherweise weder ein langjĂ€hriger Fan der Serie noch ein Fan speziell von Kristen Bell sein. Dieser sollte man jedoch sein, um den Film als Gesamtwerk und Fanservice wĂŒrdigen zu können. Denn „Veronica Mars“ enthĂ€lt so viele Gastauftritte, Anspielungen und Insiderwitze, dass man ihn vermutlich mehrmals sehen muss, um nichts zu verpassen. Von der Kickstarter-Finanzierung des Films ĂŒber die leider nie gedrehte vierte Staffel bis hin zu Anspielungen auf Kristen Bells Schwangerschaft wurde so ziemlich alles in den Film gepackt, was irgendwie sinnvoll (oder auch weniger sinnvoll) verwendet werden konnte. Hinzu gesellen sich zahlreiche, teilweise nur wenige Sekunden lange Gastauftritte, bei denen es, so viel sei verraten, nicht verkehrt ist, sich mit Kristens FamilienverhĂ€ltnissen auszukennen. Als Fan sitzt man dabei freudestrahlend in seinem Kinosessel und kichert von Minute zu Minute zufriedener in sich hinein, wĂ€hrend Außenstehende sich vermutlich fragen dĂŒrften, ob die letzten Sekunden irgendeine tiefere Bedeutung hatten. Bei aller Euphorie als Fan muss allerdings selbst ich zugeben, dass der Film zuweilen ein wenig ĂŒberladen wirkt. So sehr es mich auch freut, dass versucht wurde, so viele Serienfiguren wie möglich in dem Film unterzubringen, so wenig kann ich leugnen, dass deren Auftritte teilweise den Eindruck hinterlassen, als wĂ€ren die Figuren nur der VollstĂ€ndigkeit halber dabei. Und einige offen bleibende HandlungsstrĂ€nge jenseits des Mordfalls erwecken durchaus den Eindruck, als wĂŒrde hier schon auf einen weiteren Film oder gar eine neue Serienstaffel hingearbeitet werden. Aber sei’s drum, dem Spaß am Film tut dies keinen echten Abbruch. Mein Fazit Auf Fans ausgerichtete, aber auch fĂŒr Neueinsteiger genießbare Kriminalkomödie mit Ă€ußerst sympathischer Titelheldin, der man den Spaß aller Beteiligten in jeder Sekunde anmerkt. Meine Wertung: 9/10 (inkl. Fanbonus) Zum Schluss noch weitere Stimmen aus der deutschen Film-BlogosphĂ€re: Filmherum Medienjournal Tonight is gonna be a large one.

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7 Kommentare

  1. Himmel Herrgott! 135 Dollar und 200 Kilometer (ingesamt oder pro Strecke?!?) zurĂŒckgelegt – das dĂŒrfte wohl dein teuerster Kinobesuch aller Zeiten gewesen sein, oder?

    Ich empfand die Serie bestensfalls als durchschnittlich, die meiste Zeit war sie aber nicht einmal das. Nicht mal ein mĂŒdes Schmunzeln entlockte mir die Inhaltsgabe des Films, in der Logan mal wieder jemanden umgebracht haben soll. Rob Thomas sprĂŒht eben vor KreativitĂ€t 😀

    Aber immerhin hat sich der teure Spaß fĂŒr dich scheinbar gelohnt – tauchte dein Name dann auch im Abspann auf? 🙂

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    • An meinen bislang teuersten Kinobesuch kommt „Veronica Mars“ nicht mal ansatzweise heran. Diesen Titel hĂ€lt weiterhin „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“. FĂŒr diesen Film bin ich damals nĂ€mlich extra ĂŒbers Wochenende nach London gefahren, um ihn frĂŒher sehen zu können. 😀

      Und mein Name taucht leider auch nicht im Abspann auf. Nur ein allgemeiner Dank an alle 91,585 Backers. Alle persönlich aufzufĂŒhren, wĂŒrde den Film vermutlich 30 Minuten lĂ€nger laufen lassen. 😉

      Ach ja, ĂŒber deine unangebrachte Äußerung zu „Veronica Mars“ schaue ich gnĂ€dig und kommentarlos hinweg. SPALTER! 😀

    • Oha, fĂŒr Phantom Menace extra nach London gefahren. Ausuferne Kosten fĂŒr katastrophale filmische Produkte haben bei dir also Tradition 😀

      Dachte evtl. hĂ€tte es mit dem Abspann geklappt, beim „Stromberg“-Film sind die Backer auch genannt wurden und du hast ja immerhin ’nen Hunni springen lassen. Sei’s drum.

  2. Jetzt bin ich neidisch. Bei mir lÀuft der Film auch nirgends. Cool, dass du den Weg auf dich genommen hast.

    Die Serie kenne ich nicht, aber am Film wĂ€re ich sehr interessiert. Ich finds ĂŒbrigens auch cool, dass du soviel beigesteuert hast. Respekt!

    Reply
    • Du kennst die Serie nicht? Dann solltest du das vor dem Film nachholen! Mit nur drei Staffeln ist sie ja recht ĂŒberschaubar …

  3. Klingt großartig! Werde mir den Film auf jeden Fall auch noch anschauen 🙂

    Davor am liebsten noch einmal die Serie, doch das ist leider sehr unrealistisch.

    Reply
    • Ich habe die Serie inzwischen auch schon drei Mal gesehen. Und dafĂŒr andere liegen lassen. Da muss man PrioritĂ€ten setzen … 😉

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