Nachdem ich die ersten beiden Wochen meines Urlaubs extrem entspannt angegangen bin, ist nun die Zeit gekommen, langsam wieder ein wenig produktiver zu werden. Nicht nur, weil mein Blog sonst auszusterben droht, sondern insbesondere, um sich nicht zu sehr ans Faulenzen zu gewöhnen und den Schock kleiner zu halten, wenn es nächste Woche wieder ins Büro geht. Also hinfort mit dir, innerer Schweinehund – und los!

Worum geht’s

Detective Nick Cassidy (Dolph Lundgren) ist einem international agierenden Mädchenhändler-Ring auf der Spur. Als er bei einem Einsatz dessen Sohn erschießt, zieht Nick den Zorn des mächtigen Gangsterbosses Viktor Dragovic (Ron Perlman) auf sich. Nach einem brutalen Anschlag auf sein Haus wacht Nick schwer verletzt im Krankenhaus auf. Von seinem Vorgesetzen Costello (Peter Weller) und dem FBI-Agenten Reed (Michael Jai White) wird Nick darüber informiert, dass sowohl seine Frau als auch seine Tochter bei dem Anschlag ums Leben gekommen sind und Viktor sich nach Bangkok abgesetzt hat. Nichts mehr zu verlieren, begibt sich Nick nach Bangkok um Viktors Netz auf eigene Faust zu zerschlagen und Rache für seine getötete Familie zu nehmen. Dabei trifft Nick auf den gnadenlosen Cop Tony Vitayakul (Tony Jaa), der ebenfalls Jagd auf Viktor und dessen Schergen macht …

Meine Meinung

Seit heute ist der Direct-to-Video-Actioner „Skin Trade“ im Handel erhältlich – und hat mich durchaus positiv überrascht. „Skin Trade“ hebt sich nicht nur wohltuend von den billigen Ostblock-Produktionen eines Steven Seagal ab, sondern weckt sogar Erinnerungen an die guten alten 90er und günstig produzierte B-Actionfilme wie „Excessive Force“, „Showdown in Little Tokyo“ und den (wenn auch unerreichbaren) „Rapid Fire“. Dabei ist mir selbstverständlich bewusst, dass es sich bei diesen Filmen mitnichten um Meisterwerke handelt. Aber sie sind solide inszeniert und geben dem Genre-Fan das, was er sehen möchte: kurzweilige Action ohne Schnörkel. Und genau in diese Kerbe schlägt auch „Skin Trade“.

Dass ich dem Film pünktlich zum Release überhaupt eine Chance gegeben und nicht gewartet habe, bis er im Grabbeltisch zu finden ist, liegt nicht zuletzt an der Besetzung neben Dolph Lundgren, die mich hoffen ließ, hier mehr geboten zu bekommen als den üblichen Direct-to-Video-Bodensatz. Zugegeben, Tony Jaa („Ong-bak“, „Revenge of the Warrior“, „Fast & Furious 7“) und Michael Jai White („Spawn“, „Undisputed II: Last Man Standing“, „Black Dynamite“) sind derzeit keine zukünftigen Oscar-Anwärter, doch in Actionszenen wissen sie schon heute nicht nur zu überzeugen, sondern durchaus auch zu beeindrucken. Mit Ron Perlman („Hellboy“, „Drive“, „Pacific Rim“) als Gegenspieler und Peter Weller („RoboCop“, „Screamers“, „Star Trek: Into Darkness“) sowie Cary-Hiroyuki Tagawa („Showdown in Little Tokyo“, „Mortal Kombat“, „Planet der Affen“) in kleineren Nebenrollen darf der Film (für solch eine Produktion) durchaus als hochwertig besetzt bezeichnet werden.

Namen können bekanntlich mehr versprechen als letztlich gehalten wird, doch glücklicherweise kann auch der Rest des Films grundsätzlich überzeugen. Die gradlinige Geschichte wird ohne Längen vorangetrieben, die Dialoge kommen ohne peinliche Aussetzer aus und optisch sieht „Skin Trade“ sowohl in den ruhigen als auch in den Actionszenen überraschend hochwertig und keineswegs wie eine Billigproduktion aus. Die Actionszenen selbst bieten zwar keine echten Höhepunkte, wurden aber durchaus solide und abwechslungsreich inszeniert. Von Verfolgungsjagden über Schießereien bis hin zu waffenlosen Kämpfen wird alles geboten, was der Actionfan sehen möchte. Insbesondere die Kämpfe Lundgren vs. Jaa und Jaa vs. White sind erstaunlich lang, gut choreografiert und überraschend übersichtlich gefilmt, so dass es eine wahre Freude ist, den Beteiligten beim Demonstrieren ihres Könnens zuzuschauen.

Selbstverständlich lassen sich auch Kritikpunkte finden. Ehrlich gesagt muss man nach diesen nicht mal suchen, sie springen einem direkt ins Auge. Zum Beispiel, dass die übersichtliche Geschichte lediglich als Rechtfertigung für die zahlreichen Actionszenen dient, auch wenn uns ein überraschend offenes Ende und eine Texttafel vor dem Abspann mehr weismachen wollen. Auch kommt der Film nicht ohne die typischen Klischees und mehrere Logiklöcher sowie vermeidbare Anschlussfehler aus. Und dass sich die Beteiligten nicht so recht zwischen einer simplen Selbstjustiz-Geschichte und einem düsterem Film über den Menschenhandel entscheiden konnten, sorgt ebenfalls für Abzüge in der B-Note.

Nichtsdestoweniger ist „Skin Trade“ eine unterhaltsame Angelegenheit und mit all seinen Schwächen letztlich genau das geworden, was man von diesem Film erwarten durfte. Aufgabe erfüllt!

Mein Fazit

Kurzweiliger und überraschend hochwertig inszenierter B-Actioner mit toller Besetzung und soliden Actionszenen, der das Rad zwar nicht neu erfindet, aber mehr als solide unterhält.

Meine Wertung: 7/10

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